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Die gesetzliche Unfallversicherung - von der Behörde zum modernen Dienstleistungsunternehmen

Dargestellt am Beispiel der Württembergischen Bau-Berufsgenossenschaft

Die gesetzliche Unfallversicherung - von der Behörde zum modernen Dienstleistungsunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Zechmeister
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 58 Seiten
  • Dateigröße: 4,3 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: AKAD Wissenschaftliche Hochschule Lahr GmbH Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1783-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1783-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1783-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zechmeister, Michael April 1999: Die gesetzliche Unfallversicherung - von der Behörde zum modernen Dienstleistungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bescheid, gesetzliche Unfallversicherung, Dienstleistung, Öffentliche Betriebswirtschaft, Berufsgenossenschaft

Diplomarbeit von Michael Zechmeister

Einleitung:

Zahlreiche öffentliche Verwaltungsbetriebe, einschließlich der Berufs-genossenschaften, sehen sich in der heutigen Zeit mit heftigen Klagen seitens der Öffentlichkeit konfrontiert. Wiederholt wird bemängelt, daß öffentliche Verwaltungen nicht ausreichend bürgernah seien, daß die Bediensteten umständlich handelten, daß der Bürger einen endlosen Kampf gegen Formulare führen müsse und sich im Paragraphendschungel und im Beamten- und Juristendeutsch nicht ausreichend zurechtfände.

Öffentliche und halböffentliche Einrichtungen rangieren in Service und Kompetenz auf den hinteren Plätzen. Das "Deutsche Kundenbarometer" aus dem Jahre 1997 zeigt, daß keiner der vom öffentlichen Dienstrecht geprägten Branchen den Sprung auf die vorderen Plätze geschafft hat.

Eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hat ergeben, daß nahezu alle deutschen Unternehmen den Leistungsstand der öffentlichen Verwaltung für unzureichend und eine Verwaltungsreform für unumgänglich halten.

Daraus läßt sich auch schließen, daß die Öffentlichkeit von den Behörden in zunehmendem Maße einen gewissen "Service" erwartet, der oft über die bloße Erbringung der gesetzlich vorgeschriebenen Verwaltungshandlung hinausgeht.

Aufgrund dieses geänderten Anspruchs befinden sich einige öffentliche Verwaltungsbetriebe im Wandel von einer starren, hoheitlich ausgerichteten Behörde zu einem kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Studienarbeit ist es, das Spannungsfeld zwischen einer Behörde und dem veränderten Rollenverständnis eines modernen Dienstleistungsunternehmens am Beispiel der Württembergischen Bau-Berufsgenossenschaft darzustellen, und Lösungsansätze zu diskutieren, wie der Wandel zum kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen in der betrieblichen Praxis vollzogen werden kann.

Im ersten Kapitel werden die Problemstellung, die Begründung der Themenwahl, die Zielsetzung, der eigene Arbeitsplatz und die Vorgehensweise dieser Semesterarbeit erläutert.

Um eine gemeinsame Ausgangsbasis zu schaffen, werden im zweiten Kapitel die Begriffe der gesetzlichen Unfallversicherung, der Berufsgenossenschaft und der Dienstleistung sowie die besonderen Merkmale eines Dienstleistungsunternehmens kurz charakterisiert.

Im dritten Kapitel wird die Württembergische Bau-Berufsgenossenschaft und deren Geschäftsentwicklung dargestellt. Das vierte Kapitel befaßt sich mit dem derzeitigen Zustand der Unfallversicherungsträger.

Ausgehend von der Darstellung des derzeitigen Bildes der Berufsgenossenschaften wird im fünften Kapitel der angestrebte Idealzustand erläutert. Dabei wurde auch auf interne Dokumente, wie die Unternehmens- und Führungsgrundsätze der Württ. Bau-Berufsgenossenschaft aus dem Jahre 1996, zurückgegriffen.

Im sechsten Kapital werden anhand eines ausgewählten Beispiels Maßnahmen zur Verbesserung des Dienstleistungsangebotes der Württembergischen Bau-Berufsgenossenschaft aufgezeigt. Dabei wird die betriebliche Praxis anhand eines Ablehnungsbescheides kritisch reflektiert und es werden Vorschläge zur verständlicheren, kundenfreundlicheren Gestaltung unterbreitet. Der in der gesetzlichen Unfallversicherung geltende Grundsatz "mit allen geeigneten Mitteln" spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Die Semesterarbeit schließt mit einer kurzen Zusammenfassung und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Berufsgenossenschaften als modernes Dienstleistungsunternehmen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel der Studienarbeit 2
1.3 Beschreibung des Arbeitsplatzes 2
1.4 Vorgehensweise 3
2. Grundlagen 4
2.1 Entstehung und Bedeutung der gesetzlichen Unfallversicherung 4
2.2 Berufsgenossenschaft, Begriff 5
2.3 Dienstleistung, Begriff 6
2.4 Merkmale eines Dienstleistungsunternehmens 8
3. Unternehmensdarstellung (Geschäftsentwicklung) 10
4. Darstellung des Istzustandes 12
4.1 Grundlagen 12
4.2 gesetzliche Aufgaben 14
5. Neues Rollenverständnis der Württ. Bau-Berufsgenossenschaft 15
5.1 Grundlagen 15
5.2 Unternehmens- und Führungsgrundsätze 16
5.3 Zielkonflikt zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit 17
6. Verbesserung des Dienstleistungsangebots 19
6.1 Das Beispiel "Ablehnungsbescheid" 19
6.1.1 gesetzlich vorgeschriebene Bestandteile 20
6.1.2 Die Öffnungsklausel "mit allen geeigneten Mitteln" 21
6.1.3 Bescheid bisher 21
6.1.4 kundenfreundlicher Bescheid 22
7. Resümee und Ausblick 28
Anhang:
Abbildungen V
Gesetzestexte (auszugsweise) IX
Bescheid bisher XII
kundenfreundlicher Bescheid XVI
Literaturverzeichnis XX

Automatisiert erstellter Textauszug:

krankheiten. Das beinhaltet zunächst die Wiederherstellung des Verletzten oder Erkrankten nach den gängigen medizinischen Standards, die Unterstützung bei der Wiedereingliederung in das Erwerbsleben und die finanzielle Absicherung von Versicherten und Hinterbliebenen im Falle der Arbeitsunfähigkeit, Minderung der Erwerbsfähigkeit oder des Todes. Abbildung 3 im Anhang zeigt, daß die Entschädigungsleistungen bei annähernd gleichbleibenden Versichertenzahlen seit 1990 stetig gestiegen sind.31 Da die Württ. Bau-Berufsgenossenschaft ihr örtliches Zuständigkeitsgebiet nicht auf die neuen Bundesländer ausgedehnt hat, ist sie von einem vereinigungsbedingten Kostenzuwachs nicht betroffen. Die Kosten der Renten stiegen im Laufe der Jahre ähnlich stark an. Ihr Anstieg ist auf die gesetzlichen Rentenanpassungen sowie auf die höheren Jahresarbeitsverdienste zurückzuführen. Im Jahre 1997 wurden von der Württembergischen Bau-Berufsgenossenschaft etwas über 175 Millionen DM an Entschädigungsleistungen erbracht, wobei knapp 19.000 Arbeits- und Wegeunfälle (einschl. Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit) gemeldet wurden. Auf Rentenleistungen an Verletzte, Erkrankte und Hinterbliebene entfielen hierbei in 1997 rund 105 Millionen DM.32 Daneben nimmt die Berufsgenossenschaft durch Schulungen und Beratungen von Unternehmern, Sicherheitskräften und Versicherten sowie durch die konsequente Überwachung von Baustellen die Aufgabe wahr, Unfälle und Berufskrankheiten bereits im Ansatz zu verhüten. Ebenso wichtig ist der Gesundheitsschutz der Versicherten, der durch qualifizierte arbeitsmedizinische Betreuung gefördert wird. Im Jahre 1997 betreute die Württ. Bau-Berufsgenossenschaft 22.244 Unternehmen und 224.073 versicherte Personen.33 Seit 1965 konnte trotz leichter Zunahme der Mitgliedsunternehmen die Unfall- und Krankheitshäufigkeit stetig zurückgeführt werden.34 Diese Tendenz ist auf die zunehmende Arbeitssicherheit und Prävention auf den Baustellen zurückzuführen. [...]

3. Unternehmensdarstellung (Geschäftsentwicklung) Die Württ. Bau-Berufsgenossenschaft ist eine von sieben Bau-Berufsgenossenschaften in Deutschland. Ihr örtlicher Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf die Regierungsbezirke Nord-Württemberg und Süd-Württemberg-Hohenzollern nach dem Stand vom 1. Juli 1963. Sachlich zuständig ist sie für die Umsetzung der Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung für das Bauhaupt-, Bauausbau- und das Baunebengewerbe. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht darüber hinaus die sachliche Zuständigkeit für Bauarbeiten, die in eigener Regie des Bauherrn nicht gewerbsmäßig ausgeübt werden. Der Versicherungsschutz umfaßt Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten. Durch die gesetzliche Unfallversicherung wird die individuelle Haftpflicht des Unternehmers abgelöst. Die Solidargemeinschaft der Bauunternehmer übernimmt anstelle des einzelnen Unternehmers die Regulierung von Arbeitsunfällen und Berufs30 [...]

Unter Berücksichtigung dieser Merkmale handelt es sich auch bei den öffentlichen Verwaltungen um Dienstleistungsunternehmen. Nahezu alle Leistungen öffentlicher Betriebe und Verwaltungen sind als Dienstleistungen zu charakterisieren.30 Denn die von den Berufsgenossenschaften erbrachten Dienstleistungen erfordern ein unmittelbares Zusammenwirken zwischen Versicherten und Mitarbeitern. Jeder Versicherte bekommt die ihm nach Gesetz und Recht zustehende Leistung. Diese Leistung bemißt sich nach individuellen Gesichtspunkten wie dem Verdienst und der körperlichen Einschränkung. Darüber hinaus werden eine Vielzahl immaterielle Güter, wie etwa die individuelle Beratung und Betreuung von Versicherten sowie Unternehmen, erbracht. Eine genaue Planung der Zahl der Versicherungsfälle und der entstehenden Aufwendungen, insbesondere der Entschädigungsleistungen, ist im voraus nicht möglich. [...]

Arbeit zitieren:
Zechmeister, Michael April 1999: Die gesetzliche Unfallversicherung - von der Behörde zum modernen Dienstleistungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bescheid, gesetzliche Unfallversicherung, Dienstleistung, Öffentliche Betriebswirtschaft, Berufsgenossenschaft

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