Die gesetzliche Krankenversicherung zwischen Solidarität und Wettbewerb
Unter besonderer Berücksichtigung von Kontrahierungszwang und Zielgruppenpolitik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Helge Neuwerk
- Abgabedatum: Mai 1998
- Umfang: 136 Seiten
- Dateigröße: 7,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Brandenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2002-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2002-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2002-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Neuwerk, Helge Mai 1998: Die gesetzliche Krankenversicherung zwischen Solidarität und Wettbewerb, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wettbewerb, Zielgruppen, Solidarität, Markt, Krankenversicherung
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Diplomarbeit von Helge Neuwerk
Einleitung:
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit wird, im Rahmen des Spannungsverhältnisses von Solidarität und Wettbewerb, darauf gerichtet sein, inwieweit sich die Krankenkassen an den gesetzlichen Auftrag halten. Akzeptieren sie die Vorgabe des Kontrahierungszwanges, grundsätzlich kein Mitglied ablehnen zu dürfen, oder versuchen sie diese gesetzliche Barriere durch Zielgruppenpolitik zu kompensieren? Sind Tendenzen bereits anhand ihrer Medien zu erkennen oder findet eine gleichberechtigte Information der unterschiedlichen Personenkreise statt? Untrennbar mit diesen Fragestellungen verbunden ist eine Betrachtung der vom Gesetzgeber und den staatlichen Kontrollorganen vorgegebenen Normen und Rahmenrichtlinien. In dieser Arbeit werden außerdem die Positionen von Krankenkassen, Sozialpartnern sowie Koalitions- und Oppositionsparteien gegenüber einer wettbewerblichen Ausrichtung des GKV-Systems dargestellt. Wegen der in diesem Jahr anstehenden Bundestagswahl beinhaltet dies die Problematik, innovative und langfristige Vorschläge und Konzeptionen von reinen Wahlkampfpositionen trennen zu müssen.
Gang der Untersuchung:
Das erste Kapitel ist ein Rückblick auf die historisch gewachsene Struktur der GKV. Es beinhaltet eine Übersicht über den Aufbau der GKV und dessen Einbettung in das Sozialversicherungssystem der Bundesrepublik Deutschland. Nach einer Betrachtung der Kostendämpfungs- und Gesundheitsreformbestrebungen der siebziger- und achtziger Jahre befaßt es sich im besonderen mit dem Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) von 1993, das, wie bereits erwähnt, die mehr als hundert Jahre alte Struktur der GKV grundlegend veränderte. Vor allem das daraus resultierende allgemeine Krankenkassenwahlrecht für den Großteil der GKV-Mitglieder und dessen Auswirkungen werden Schwerpunkte dieses Kapitels bestimmen.
Das zweite Kapitel beleuchtet die hohe Brisanz, die mit der Einführung von Wettbewerbskomponenten in ein historisch gewachsenes, öffentlich-rechtliches System der mittelbaren Exekutive verbunden ist. Es stellt eine Überleitung vom Wettbewerb im allgemeinen und marktwirtschaftlichen Verständnis zum Wettbewerb in der GKV her und behandelt vor diesem Hintergrund die Stellungnahmen von unterschiedlichen Organisationen und Verbänden zum GKV-Wettbewerb.
Der Hauptteil dieser Arbeit befaßt sich im dritten und vierten Kapitel mit dem Spannungsverhältnis von Solidarität und Wettbewerb, den Auswirkungen, die wettbewerbliche Mechanismen in der GKV hervorrufen, und inwieweit diese mit dem Solidaritätsprinzip der GKV in Einklang gebracht werden können.
Das dritte Kapitel überträgt die Voraussetzungen und Funktionen des Anbieterwettbewerbs auf die GKV und erläutert die Begriffe Solidarität und Subsidiarität. Außerdem befaßt es sich mit den Wirkungen von Angebot und Nachfrage im GKV-System und behandelt die Problematik der Zielgruppenpolitik und Risikoselektion.
Die Schwerpunkte des vierten Kapitels werden auf ausgewählte Publikationen gesetzlicher Krankenkassen gerichtet sein. Es wird untersucht, ob diese Medien der gesetzlichen Aufklärungspflicht gerecht werden, und sie die Bedürfnisse aller Mitgliedergruppen erfüllen, oder ob Tendenzen einer Zielgruppenpolitik erkennbar sind.
Inhaltsverzeichnis:
| Anlagenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Die gesetzliche Krankenversicherung als Teil der sozialen Sicherung | 4 |
| 1.1 | Die Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) | 6 |
| 1.1.1 | Die Strukturprinzipien der GKV | 9 |
| 1.2 | Reformbestrebungen in der GKV bis zur Einführung des Gesundheitsstrukturgesetzes (GSG) 1993 | 14 |
| 1.2.1 | Die Kostendämpfungsmaßnahmen der siebziger Jahre | 14 |
| 1.2.2 | Das Gesundheitsreformgesetz (GRG) von 1988/89 | 16 |
| 1.3 | Das Gesundheitsstrukturgesetz von 1993-Inhalte und Ziele | 18 |
| 1.3.1 | Die Organisationsreform der GKV | 19 |
| 1.3.1.1 | Der Risikostrukturausgleich | 22 |
| 1.4 | Das Zuweisungs-und Wahlsystem nach altem Recht | 23 |
| 1.4.1 | Verfassungsrechtliche und sozialpolitische Bedenken gegen das Zuweisungsmodell | 24 |
| 1.4.2 | Die Kassenwahlfreiheit nach neuem Recht | 26 |
| 1.4.3 | Der Kontrahierungszwang nach § 175 Abs.1 Satz 1 SGB V | 27 |
| 1.4.4 | Zeitpunkt des Kassenwechsels | 28 |
| 2 | Wettbewerb und gesetzliche Krankenversicherung | 30 |
| 2.1 | Verschiedene Definition des Wettbewerbs | 31 |
| 2.1.1 | Allgemeine Definition des Wettbewerbsbegriffes | 31 |
| 2.2 | Der Wettbewerb in der GKV | 33 |
| 2.2.1 | Aufgaben und Ziele des GKV-Wettbewerbs aus Sicht der lnitiatoren des GSG | 34 |
| 2.2.2 | Kassenwettbewerb und staatliche Aufsicht | 34 |
| 2.2.3 | Wettbewerbsfunktionen aus Sicht der Krankenkassen | 35 |
| 2.2.4 | Positionen von Verbänden und Parteien zum GKV-Wettbewerb | 36 |
| 2.2.4.1 | Wettbewerbskonzepte von Arbeitgeberverbänden, Sachverständigenrat und Regierungsparteien | 37 |
| 2.2.4.2 | Wettbewerbskonzepte von DGB, Krankenkassenverbänden und Oppositionsparteien | 39 |
| 2.2.4.3 | Wettbewerbsposition der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) | 42 |
| 3 | Die Krankenkassen im Spannungsverhältnis von Wettbewerb und Solidarität | 43 |
| 3.1 | Die Suche nach geeigneten Wettbewerbsfeldern | 43 |
| 3.2 | Beispielhafte Übertragung der Voraussetzungen und Funktionen des Anbieterwettbewerbs auf die Krankenkassen | 46 |
| 3.3 | Solidarität und Wettbewerb | 55 |
| 3.3.1 | Solidarität | 55 |
| 3.3.2 | Subsidiarität | 56 |
| 3.4 | Solidarischer Wettbewerb - ein Widersprach in sich? | 58 |
| 3.5 | Wirkung von Angebot und Nachfrage im Gesundheitswesen | 59 |
| 3.5.1 | Gesundheit als besonderes Gut | 60 |
| 3.5.2 | Die Konsumentensouveränität des Patienten | 60 |
| 3.5.3 | Die Preiselastizität medizinischer Leistungen | 61 |
| 3.5.4 | Das Gut Krankenversicherung | 61 |
| 3.5.5 | Kosten und Leistungstransparenz | 62 |
| 3.5.6 | Verteilung der Gesundheitsausgaben | 63 |
| 3.6 | Entwicklungstendenzen des Krankenkassenwettbewerbs | 64 |
| 3.6.1 | Zielgruppenpolitik und Risikoselektion | 66 |
| 3.6.2 | Kontrahierungszwang-Instrument gegen Risikoselektion | 68 |
| 3.6.3 | Kassenwettbewerb vor dem GSG | 70 |
| 3.6.4 | Risikoselektion nach dem GSG | 72 |
| 3.6.5 | Zielgruppenbestimmung durch neue Organisationsformen und Serviceangebote | 75 |
| 4 | Publikationen und andere Medien als Instrumente der Zielgruppenpolitik | 78 |
| 4.1 | Trends im Marketing der Krankenkassen | 79 |
| 4.1.1 | Kundenorientierung | 78 |
| 4.1.2 | Präsenz in der Öffentlichkeit | 79 |
| 4.1.3 | Mitgliederzeitschriften und andere Publikationen | 79 |
| 4.2 | Pressearbeit der Krankenkassen | 80 |
| 4.2.1 | Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene | 80 |
| 4.3 | Aufklärungspflicht der Krankenkassen | 83 |
| 4.3.1 | Publikationen für die sogenannten Risikogruppen | 85 |
| 4.3.2 | Zielgruppenpolitik durch Fehlinformationen über das allgemeine Kassenwahlrecht | 86 |
| 4.4 | Der Begriff Gesundheit als Identifikationsmerkmal | 91 |
| 4.5 | Zielgruppenorientierung durch Illustrationen | 93 |
| 4.6 | Zielpruppenpolitik durch Kommunikationstechnik | 94 |
| 4.7 | Rentner als neue Zielgruppe? | 97 |
| Schlußbetrachtung | 99 | |
| Literaturverzeichnis | 105 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832420024
Arbeit zitieren:
Neuwerk, Helge Mai 1998: Die gesetzliche Krankenversicherung zwischen Solidarität und Wettbewerb, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wettbewerb, Zielgruppen, Solidarität, Markt, Krankenversicherung



