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Die gemeinsame Agrarpolitik der EU vor dem Hintergrund der Osterweiterung

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU vor dem Hintergrund der Osterweiterung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anja-Maria Käßer
  • Abgabedatum: Mai 2000
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6707-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6707-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6707-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Käßer, Anja-Maria Mai 2000: Die gemeinsame Agrarpolitik der EU vor dem Hintergrund der Osterweiterung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Agrarpolitik der EU, Osterweiterung und WTO, Landwirtschaft, EU-Beitritt, Finanzierung Osterweiterung

Diplomarbeit von Anja-Maria Käßer

Zusammenfassung:

In der Arbeit wurde der Frage nachgegangen, ob die GAP in der Konzeption der Agenda 2000-Beschlüsse auf die Beitrittsländer transferiert werden kann. Es wurde die These aufgestellt, daß die GAP, im Hinblick auf die Osterweiterung, nicht auf dem heutigen Stand fortgesetzt werden kann. Die Ausweitung des agrarpolitischen Instrumentariums der gegenwärtigen GAP auf die mittelosteuropäischen Länder (MOEL-5) würde die Finanzierbarkeit des EU-Agrarhaushalts und die Einhaltung handelsrechtlicher Verträge aufs Spiel setzen. Anhand nachvollziehbarer Szenarien wurde versucht diese These zu belegen. Für die mittlere Frist bis 2006 wurden plausible Szenarien für die drei entscheidenden Kostendeterminanten (a) Überschußproduktion, (b) Preisdifferenz zwischen EU und Weltmarkt sowie (c) Vergabe der Direktzahlungen an die MOEL-5, entworfen. Die selben Determinanten sind für die Einhaltung zukünftiger WTO-Verpflichtungen ausschlaggebend.

Es wurde zusätzlich argumentiert, daß selbst die Anwendung von Maßnahmen zur Begrenzung der Produktionsmengen sowie Übergangsregelungen keine geeigneten Lösungen darstellen, um den Beitritt zu verbilligen und gleichzeitig die GAP auf dem gegenwärtigen Stand beizubehalten.

Daran schloss die Frage an, wie eine Optimierung der GAP gestaltet sein müßte, damit der Transfer im Hinblick auf Agrarhaushalt und eingegangene WTO-Verpflichtungen bewältigt werden könnte. Dementsprechend wurden Politikempfehlungen für den agrarpolitischen Annäherungsprozeß zwischen EU und Beitrittsländern gegeben, die für beide Problemkomplexe zugleich Lösungspotential besitzen.

Inhaltsverzeichnis:

A. EINLEITUNG 6
B. LITERATURBERICHT 10
C. ANALYSERAHMEN UND ARBEITSHYPOTHESEN 12
I. DIE GEMEINSAME AGRARPOLITIK DER EU 13
II. DIE SITUATION DER AGRARSEKTOREN IN DEN BEITRITTSLÄNDERN 17
1. Agrarstruktur 18
2. Agrarpolitiken seit Beginn des Transformationsprozesses 22
3. Agrar-Außenhandel 25
4. Ergebnis 26
III. ANALYSE DER IMPLIKATIONEN DER OSTERWEITERUNG AUF DEN AGRARHAUSHALT DER EU 28
1. Vorgehen 28
2. Szenarien der Kostendeterminanten 32
2.1 Überschußproduktion als Kostendeterminante 32
2.1.1 Gegenwärtige Produktion 33
2.1.2 Differenz zwischen EU- und MOEL-5-Preisen 35
2.1.3 Strukturelle Defizite 39
2.1.4 Inländischer Verbrauch 41
2.1.5 Selbstversorgungsgrad 44
2.1.5 Ergebnis 46
2.2 Abstand zwischen Weltmarktpreisen und GAP-Preisen als Kostendeterminante 47
2.2.1 Güterangebot des Weltmarktes 48
2.2.2 Güternachfrage des Weltmarktes 49
2.2.3 Ergebnis 50
2.3 Direktzahlungen als Kostenfaktor 52
2.3.1 Ausschluß von bzw. Ausweitung auf die Beitrittsländer 52
2.3.2 Ergebnis 55
3. Gesamtvergleich der ermittelten Szenarien mit den Hypothesen der Europäischen Kommission 56
4. Gegenüberstellung von finanziellen Belastungen und verfügbarem Etat 59
5. Strategien zur Kostensenkung unter Beibehaltung der GAP 62
5.1 Begrenzung der Produktionsmengen 62
5.2 Übergangsregelungen 64
5.3 Ergebnis 67
6. Politikempfehlungen 68
IV. ANALYSE DER HANDELSRECHTLICHEN IMPLIKATIONEN DER OSTERWEITERUNG 71
1. Verpflichtungen der EU aus der Uruguay-Runde 72
2. Verpflichtungen der Beitrittsländer aus der Uruguay-Runde 75
3. Einschätzungen zur kommenden WTO-Runde und den handelsrechtlichen Konsequenzen des Beitritts 77
4. Politikempfehlungen 81
D. FAZIT 83

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Selbstversorgungsgrade der MOEL-5 liegen für die wichtigsten Agrarprodukte in der Regel geringfügig unter denen der EU. Für Getreide ist bis auf Slowenien und Estland bei allen Beitrittsländern die Selbstversorgung erreicht. Mit dem Beitritt können die MOEL-5 daher schon bei mäßigen Produktionszuwächsen, die einen stockenden bzw. zögerlich steigenden Verbrauch übertreffen, rasch zu Nettoexporteuren von Getreide werden. Diese Aussichten sind sehr realistisch. Wie oben dargelegt wurde, sind geringfügige Preissteigerungen auch für Getreide beim Beitritt absehbar, Ertragssteigerungen liegen also nahe. Insofern als der Getreideanbau relativ wenig Anlagekapital verlangt, sondern lediglich flächenintensiv ist, läßt sich dieser Verdacht noch erhärten. Strukturelle Defizite sind hier also weniger wirkmächtig als in anderen Bereichen und der Bonus, den die Beitrittsländer in bezug auf die Flächenausstattung haben, kann genutzt werden (BML 1995, S. 4). Desgleichen ist der Selbstversorgungsgrad der MOEL-5 für Milch bereits heute relativ hoch. Wie oben dargelegt, sind hier maßgebliche beitrittsbedingte Preiserhöhungen zu erwarten. Dennoch werden die Produktionszuwächse für Milch im Vergleich zur Verbrauchszunahme nicht um soviel größer ausfallen (Weber/Schulze 2000, S. 12). Die Qualität von Milch ist in den Beitrittsländern nämlich nach wie vor sehr gering, die Lagerfähigkeit in den Betrieben ist zum Teil ungenügend und mittelfristig sind Modernisierungen in der Milch verarbeitenden Industrie nicht zu erwarten. Wenn aber ein Gutteil der mittelosteuropäischen Milch, ob minderer Qualität erst gar [...]

Außerdem läßt die vorgefundene Konvergenz der Konsummuster den Schluß zu, daß es in den Beitrittsländern zu einer vermehrten Präferenz von Non-Food-Produkten kommen wird.71 "Die Ausgaben für Nahrungsmittel gehen zugunsten moderner Konsumgüter und Dienstleistungen zurück. Gesundheit und Telekommunikation liegen in der Werteskala hoch im Kurs." (Vom Wodka zum Bier 1999, S. 11). Damit kann die oben aufgestellte Vermutung, daß die quantitative Lebensmittelnachfrage in den MOEL-5 in den kommenden Jahren in etwa gleich bleiben wird, bekräftigt werden. Insgesamt kann als plausibles Szenarium für den mittelfristigen Verbrauch angenommen werden, daß sich die mengenmäßige Binnennachfrage nach Nahrungsmitteln in den MOEL-5 mittelfristig nicht merklich verändern wird.72 [...]

Realeinkommen der Verbraucher und damit die Nachfrage. Genauso wie die Einkommenselastizität ist aber auch Preiselastizität der Nachfrage bei Lebensmitteln gering. Die vorausgesagten Preissteigerungen werden deshalb nur einen mäßigen Rückgang der mengenmäßigen Nachfrage induzieren. Der Rückgang des Konsums wird außerdem maßgeblich von der Substitutionsbeziehung zwischen den Gütern beeinflußt. Die Ersatz verteuerter Lebensmittel durch billigere wird wahrscheinlich aber nicht im gleichen Verhältnis stattfinden, wie der beitrittsbedingte Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Der Großteil des Konsums konzentriert sich ja bereits heute schon auf qualitativ weniger hochwertige und günstige Lebensmittel. Insgesamt wird eine geringe positive Nachfragereaktion wegen steigender Löhne durch einen geringen preisbedingten Nachfragerückgang in etwa negiert werden. Nach den meisten Projektionen zu urteilen, wird der Nahrungsmittelverbrauch deshalb mittelfristig auf dem gegenwärtigen Stand stehenbleiben bzw. nur unwesentlich zunehmen (Weingarten 2000, S. 9; Europäische Kommission 1998c, S. 31). Eine weitere Methode, um Schlüsse über die zukünftige Nachfrageentwicklung in den Beitrittsländern ziehen zu können, haben Elsner/Hartmann (1998, S. 23) gewählt. Auf empirischer Basis haben sie die Konsummuster in den MOEL-5 in den vergangenen Jahren untersucht. Dabei war abzulesen, daß sich das Konsumverhalten in den Beitrittsländern immer mehr dem in der EU angleicht, wenn auch nicht für alle Länder und alle Produkte. Nicht zuletzt die Marktöffnung der Bewerberländer für Produkte aus dem Westen sowie Investitionen und Ansiedlungen internationaler Lebensmittelkonzerne sind der Grund dafür. Wenn eine sukzessive Angleichung der Konsummuster mit dem Westen abzusehen ist, lassen sich folgende Voraussagen machen: Gegenwärtig sorgen die geringen Konsumenteneinkommen meist noch für eine große Nachfrage nach günstigen, wenig veredelten Lebensmitteln (Europäische Kommission 1997d, S.2). Sobald die Einkommen steigen, wird eine Orientierung hin zu moderneren, höher verarbeiteten Nahrungsmitteln stattfinden. Im Zuge der Angleichung an Konsummuster der EU ist ferner davon auszugehen, daß der Fleischkonsum zurück geht, eine Richtung, in die die empirischen Daten der vergangenen Jahre bereits weisen (Elsner/ Hartmann 1998, S. 10). Statt quantitativ erheblich mehr nachzufragen, werden die mittelosteuropäischen Konsumenten nach und nach wenig verarbeitete Lebensmittel durch qualitativ höherwertige ersetzen. Insgesamt implizieren diese Überlegungen, daß die quantitative Nachfrage nach Nahrungsmitteln kaum zunehmen wird. Wenn überhaupt, dann wird der Verbrauch von landwirtschaftlichen Rohgütern vor allem im Zuge höherer Veredelungsverluste bei steigender Nachfrage nach modernen Lebensmitteln wachsen. [...]

Arbeit zitieren:
Käßer, Anja-Maria Mai 2000: Die gemeinsame Agrarpolitik der EU vor dem Hintergrund der Osterweiterung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Agrarpolitik der EU, Osterweiterung und WTO, Landwirtschaft, EU-Beitritt, Finanzierung Osterweiterung

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