Das filmische Universum des Stephen Frears: Genrevielfalt und Erzählkonstanten
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Helga Bechmann
- Abgabedatum: Dezember 1996
- Umfang: 159 Seiten
- Dateigröße: 8,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0122-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0122-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0122-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bechmann, Helga Dezember 1996: Das filmische Universum des Stephen Frears: Genrevielfalt und Erzählkonstanten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Auteur-Theorie, Filmanalyse, Neues britisches Kino, Regisseure, Stephen Frears
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Magisterarbeit von Helga Bechmann
Einleitung:
Der englische Regisseur Stephen Frears wird im allgemeinen als vielseitiger Film-"Handwerker" eingestuft, der sich - im Gegensatz zum auteur-Regisseur - den durch das Drehbuch vorgegebenen Themen und Genres unterordnet, ohne einen persönlichen Stil zu entwickeln. Unterstützt wird diese Annahme durch Frears bescheidene Selbsteinschätzung als "facilitator", der seinen Schauspielern und Technikern möglichst große künstlerische Freiheiten einräumt. Frears Filme sind - auf den ersten Blick - sehr unterschiedlichen Genres zugehörig, die von der realistischen Alltagsstudie bis zum Kostümfilm rangieren.
Eine Reihe von Filmkritikern zweifelt jedoch das Bild von Frears als reinen Handwerker an und gesteht ihm einen individuellen Stil zu. Dieser wurde bisher nicht in umfassender Weise untersucht und definiert. Das wird in dieser Arbeit versucht.
Frears Werk weist überraschend starke Konstanten auf. Vorlieben für bestimmte Themen beeinflussen ihn bei der Auswahl von Projekten. Wiederkehrende filmische Erzählstrukturen haben zu frappierenden Parallelen in seinen Filmen geführt und deren oberflächliche Genrevielfalt auf diese Weise unterwandert. Vielfalt zeigt sich auch werkimmanent und wird so bei Frears zum Programm: In jedem seiner Filme wird das Hauptgenre durch Versatzstücke aus anderen Genres gebrochen. Die Vermischung von Genres kann daher auch als ein idiosynkratisches Merkmal aller Frears-Filme betrachtet werden.
Ähnlich wie einige zu auteurs erhobene Regisseure des klassischen Hollywood-Kinos hat Frears sich innerhalb der Konventionen des Mainstream-Kinos ein eigenes filmisches Universum geschaffen. Bei der Umsetzung von Drehbüchern stellt Frears die Protagonisten und ihre psychologische Entwicklung in den Vordergrund und legt besonderen Wert auf die Herausarbeitung von Subtexten. Ambiguitäten, Grenzüberschreitungen und Außenseitererfahrungen bestimmen das "Klima" von Frears Filmen. Er erzielt das Aufbrechen vermeintlicher gesellschaftlicher und psychologischer Gewißheiten durch Ironien, Paradoxien, ethnisches und sexuelles "crossing over", durch Spiegelungen, Rollentauschs, Ellipsen, offene Erden und eine Fülle distanzschaffender Mittel.
Frears Karriere ist vom ständigen Wechsel zwischen Fernseh- und Kino-Produktionen geprägt. Seit 1988 dreht der Regisseur auch US-amerikanische Produktionen. Der regelmäßige Fach- und (Produktions-) Ortswechsel macht Frears zu einem Grenzgänger. Als Wanderer zwischen den Welten reflektieren Frears Figuren seine von Wechseln bestimmte Arbeitsweise. Diese Annäherung zwischen Frears und den von ihm bevorzugten Charakteren unterstreicht die Vermutung, daß Frears Filme keineswegs die Zufallsprodukte eines auf Bestellung arbeitenden Regisseurs sind.
Zur genaueren Analyse werden die sechs Filme My Beautiful Laundrette (GB 1985), Prick Up Your Ears (GB 1987), Sammy and Rosie Get Laid (GB 1987), Dangerous Liaisons (USA 1988), The Grifters (USA 1990) und Accidental Hero (USA 1992) herangezogen. Zur Orientierung des Lesenden wurden für diese Filme Sequenzprotokolle erstellt. Auf Bloody Kids (GB 1979) und The Hit (GB 1984) sowie auf Frears bislang letzte drei Filme - The Snapper (GB 1993), Mary Reilly (USA 1996) und The Van (GB 1996) - wird kursorisch eingegangen.
Die bibliographische Grundlage der Arbeit bilden einschlägige Werke der Filmwissenschaft (insbesondere über das Neue Britische Kino), Artikel und Rezensionen aus deutschen, englischen, amerikanischen und französischen (Film-) Zeitschriften sowie ein im Rahmen des Filmfest Hamburg 1996 geführtes Interview mit Stephen Frears.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| Zum Forschungsstand | 3 | |
| I. | Stephen Frears und seine Position im britischen und internationalen Kino | 5 |
| I.1 | Die Situation der britischen Filmindustrie | 5 |
| I.2 | Frears als TV-Regisseur: Arbeitsbedingungen bei der BBC | 6 |
| I.3 | Channel 4 und das New British Cinema | 10 |
| I.4 | Frears als Kino-Regisseur | 13 |
| Il. | Die auteur-Theorie/La politigue des auteurs | 21 |
| II.1. | Historische Entwicklung der politique des auteurs | 21 |
| II.2 | Die Verwendung der auteur-Theorieinder modernen Filmtheorie | 24 |
| II.3 | Frears als Nachfolger der klassischen Hollywood-auteurs | 25 |
| III. | Thematische und technische Erzählkonstanten im Frears'schen Universum | 30 |
| III.1 | Thematische Schwerpunkte | 30 |
| III.2. | Stilistische Umsetzung der thematischen Aspekte | 34 |
| IV. | Genrevielfalt und Erzählkonstanten in sechs Frears-Filmen | 39 |
| IV.1 | My Beautiful Laundrette (GB 1985) | 40 |
| IV.2 | Prick Up Your Ears (GB 1987) | 53 |
| IV.3 | Sammy and Rosie Get Laid (GB 1987) | 66 |
| IV.4 | Dangerous Liaisons (USA 1988) | 80 |
| IV.5 | The Grifters (USA 1990) | 94 |
| IV.6 | Accidental Hero (USA 1992) | 104 |
| Auswertung und Ausblick | 115 | |
| Filmographie | 122 | |
| Bibliographie | 123 | |
| Anhang: Sequenzprotokolle | ||
| My Beautiful Laundrette | i | |
| Prick Up Your Ears | v | |
| Sammy and Rosie Get Laid | viii | |
| Dangerous Liaisons | xi | |
| The Grifters | xv | |
| Accidental Hero | xix |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832401221
Arbeit zitieren:
Bechmann, Helga Dezember 1996: Das filmische Universum des Stephen Frears: Genrevielfalt und Erzählkonstanten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Auteur-Theorie, Filmanalyse, Neues britisches Kino, Regisseure, Stephen Frears



