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Eine experimentelle Untersuchung der Wirkung von Werbebannern im Internet

Eine experimentelle Untersuchung der Wirkung von Werbebannern im Internet
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Diana Dressler
  • Abgabedatum: Januar 2000
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 848,8 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6287-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6287-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6287-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dressler, Diana Januar 2000: Eine experimentelle Untersuchung der Wirkung von Werbebannern im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Banner-Wahrnehmung, Werbebanner, Online-Marketing, Internet, Internet-Marketing

Diplomarbeit von Diana Dressler

Problemstellung:

Während noch vor wenigen Jahren die klassischen Werbemedien zur Unternehmenskommunikation vollkommen ausreichten, hat sich heute die Werbelandschaft grundlegend verändert. Das Internet als neues Kommunikationsmedium revolutioniert komplexe gesellschaftliche Strukturen und hat damit nicht zuletzt Einfluss auf die Marketingplanung der Unternehmen.

Einerseits stellt die zunehmende Informationsüberflutung und die dadurch immer bedeutsamer werdende Individualisierung der Kommunikation Unternehmen vor die Aufgabe, neue Formen der bedürfnisorientierten Ansprache zu finden. Andererseits bietet das Internet als Plattform der direkten Zusammenkunft von Konsumenten und Unternehmen gerade diese Möglichkeiten einer zielgerichteten Ansprache. Insofern stellt es, gemeinsam mit anderen Multimedia-Technologien, eine neue und bedeutende Herausforderung für die Marketingplanung dar. Online-Werbung kann zu Wettbewerbsvorteilen gegenüber konkurrierenden Unternehmen beitragen und daher die langfristige strategische Positionierung vieler Produkte und Dienstleistungen sichern.

So werden Online-Aktivitäten immer öfter zu einem festen Bestandteil im Kommunikations-Mix der Unternehmen. Die alleinige Präsenz im Internet in Form einer Website ist jedoch angesichts der enormen Fülle von Internetangeboten und der komplexen Struktur des WWW (WorldWideWeb) nicht ausreichend. Mit Hilfe geeigneter Werbeaktivitäten kann eine bessere Erreichbarkeit und damit Beeinflussung der Konsumenten erfolgen.

Als überwiegende Werbeform im Internet hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt die Schaltung von Werbebannern durchgesetzt. Voraussetzung für deren effektiven Einsatz ist jedoch die Planbarkeit sowie die quantitative Erfolgsmessung und qualitative Werbewirkungsmessung. Die Einsatzplanung und die quantitative Erfolgsmessung dieser Werbeform (i.w.S. ökonomischer Werbeerfolg) sind seit der Nutzung des Mediums für Werbezwecke ständig verbessert worden. Durch den Interaktivitätscharakter des Internet ist eine relativ gute Auswertung der direkten Werberesponse möglich, ob durch sogenannte Ad-Click-Raten (Anteil der Nutzer, die auf ein Banner klicken und damit zur Web-Site des Werbetreibenden gelangen) oder durch andere auf das neue Medium ausgerichtete Abrechnungsgrößen. Der Prozess von der werblichen Ansprache der Konsumenten bis hin zur Kaufentscheidung kann fast nahtlos nachvollzogen werden. Darüber hinaus können Streuverluste bei sorgfältiger Online-Werbeplanung stark reduziert werden, was einen entscheidenden Vorteil des Internet gegenüber klassischen Werbemaßnahmen darstellt.

Abgesehen von diesen rein technischen Abrechnungs- und Planungsmöglichkeiten ist es jedoch bedeutsam, die außerökonomische Werbewirkung im Hinblick auf die visuelle Wahrnehmung und Erinnerung an Werbebanner und deren Werbebotschaften zu untersuchen. Die sich ständig erhöhende Anzahl kommerzieller Betreiber von virtuellen Internet-Shops, Suchmaschinen, elektronischen Magazinen und anderen inhaltstragenden Seiten und die damit verbundene gesteigerte Werbeaktivität führt dazu, dass die Wirkung von Bannerwerbung angezweifelt wird. Dies basiert nicht nur auf der Tatsache, dass der Nutzer des WWW selbst entscheiden kann, ob und wie oft er sich der Werbebotschaft einer Site aussetzen will, Zweifel an der Wirksamkeit einer Bannerschaltung entstehen auch durch die zu beobachtende Abnahme von Ad-Clicks. Dies sind auch Gründe dafür, warum sich im Internet fortlaufend neue Formen und Formate von Bannern und anderen Werbemitteln herausbilden. Sie sollen bewirken, dass der Nutzer seine Aufmerksamkeit und auch sein Interesse einem besonderen unter unzähligen Angeboten widmet. Die Gestaltung und Platzierung eines Werbebanners auf einer Webseite können daher wichtige Planungselemente sein, die die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung des Internet-Nutzers beeinflussen und damit die Präsenz des Firmen-, Marken- oder Produktnamens in der begrenzten Zahl der individuellen kaufrelevanten Alternativen (evoked set) verbessern können.

Auffällig ist jedoch, dass ein Großteil der Studien, die sich mit der erfolgreichen Gestaltung und Platzierung von Banner-Werbung beschäftigen, die Ad-Clicks als Erfolgsmaßzahl nutzen. Dies geschieht dadurch, dass Werbebanner vornehmlich zur Steigerung des Publikumsverkehrs der Unternehmenspräsenz im Internet gedacht sind. Der Aspekt, Banner als Träger bzw. als Verkörperung einer Werbebotschaft und somit als eigenständiges Werbemittel zu betrachten, wurde erst später miteinbezogen.

Ziel dieser Arbeit ist somit nicht nur die Darstellung des aktuellen Erkenntnisstandes zur Werbeform Banner und die Vorstellung von Techniken und Ergebnissen der quantitativen Erfolgskontrolle. Sie soll insbesondere einen Beitrag zur Analyse der außerökonomischen Werbewirkung von Bannerwerbung im qualitativen Sinne, d.h. im Hinblick auf die Werbeerinnerung leisten. Wie also wirkt ein Werbebanner auf den Großteil derjenigen Adressaten, die nicht darauf geklickt haben? Diese Betrachtungsweise erweitert die alleinige Untersuchung der spontanen Verhaltensreaktionen (Ad-Clicks), die ohne Zweifel das primäre Ziel von Bannerwerbung darstellen, um andere Komponenten wie Wahrnehmungsvorgänge und Erinnerungswirkungen in Abhängigkeit von unterschiedlichen Bannergrößen und Platzierungen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 8
1.1 Problemstellung der Arbeit 8
1.2 Gang der Untersuchung 10
2. Online-Werbung als interaktiver Bestandteil des Marketing-Mix 11
2.1 Rahmenbedingungen 11
2.1.1 Die Entwicklung von Online-Medien 11
2.1.2 Marktbedingungen 15
2.2 Charakteristika des Internet im intermedialen Bereich 16
2.2.1 Interaktive Medien aus der Sicht der klassischen Kommunikation 16
2.2.2 Besonderheiten der Online-Kommunikation 19
2.2.3 Besonderheiten der Kommunikation durch Werbebanner 20
2.3 Werbemittelformen und quantitative Erfolgskontrolle der Online-Werbung im WorldWideWeb 21
2.3.1 Überblick über Werbemittelformen im WorldWideWeb 21
2.3.2 Gestaltungselemente und Platzierungsmöglichkeiten von Werbebannern 26
2.3.3 Quantitative Kennzahlen und Methoden zur Messung des Erfolges von Bannerschaltungen 31
3. Determinanten der Wahrnehmung und Erinnerung von Werbebannern 37
3.1 Ansatzpunkte zur Analyse des Konsumentenverhaltens im WorldWideWeb 37
3.2 Die Aktivierung und das Involvement beider Wahrnehmung von Werbebannern 39
3.2.1 Das Informationsverhalten der Nutzer 39
3.2.2 Die Aktivierung als Voraussetzung zur Informationsaufnahme 41
3.2.3 Das Involvement-Konstrukt 42
3.3 Die Informationsverarbeitung und -speicherung aus Sicht der Verhaltenstheorie bei der Werbebannererinnerung 44
3.3.1 Der Informationsverarbeitungsprozess 44
3.3.2 Ansätze zur Untersuchung der visuellen Informationsverarbeitung 47
3.3.3 Ansätze zur Untersuchung und Messung der Informationsspeicherung 50
3.4 Empirische Studien zur Wahrnehmung und Erinnerung von Werbebannern 52
4. Die experimentelle Untersuchung: Fragestellung, Untersuchungsdesign und Durchführung 55
4.1 Fragestellung und Formulierung der Hypothesen 55
4.1.1 Hypothesen zum Zusammenhang zwischen Bannergröße und Erinnerungsleistung 56
4.1.2 Hypothesen zum Zusammenhang zwischen Bannerplatzierung und Erinnerungsleistung 57
4.2 Die Gestaltung der Test-Web-Sites und des Untersuchungsdesigns 59
4.3 Experimentelle Durchführung 61
5. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse 64
5.1 Beschreibung der Stichprobe und deskriptive Ergebnisse 64
5.2 Zusammenhang zwischen Bannergröße und Erinnerungsleistung 68
5.3 Zusammenhang zwischen Bannerplatzierung und Erinnerungsleistung 70
5.4 Weitere Ergebnisse 73
6. Schlussbetrachtungund Ausblick 76
Literaturverzeichnis 78
Anhang 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Experiment fand in einem gesondert ausgestatteten Raum in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin in der Zeit vom 9.-23. November 1999 statt. Da in diesem Raum Seminare und Versuche aus der experimentellen Wirtschaftsforschung durchgeführt werden, musste die Nutzungszeit über mehrere Tage verteilt werden. Der Raum enthält ca. zwanzig Netzwerk-Rechner, die jeweils durch eine kleine Wand voneinander getrennt sind (siehe Anhang A Seite 1). Jeder PC ist mit den notwendigen Zusatzgeräten ausgestattet (Tastatur, Maus), die Bildschirme haben ein Format von 17'' (Zoll). Als Web-Browser ist auf jedem PC der Internet Explorer 4.0 installiert. Aufgrund von Schwankungen, die im Internet zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen auftreten können und eine Beeinträchtigung der Ladezeiten von Webseiten zur Folge haben, wurden alle Testseiten vor Beginn der Versuchsphase auf der internen Festplatte abgelegt. So wurde gewährleistet, dass angeforderte Seiten aus dem Navigationsmenü und damit auch die Test-Anzeigen als Stimuli unter den gleichen Bedingungen geladen wurden. 61 [...]

Abb. 4.1b: Testanordnung des kleinen Banners auf dem Bildschirm abhängig von der Platzierung (nicht maßstabsgetreu) Die gesamten Test-Web-Sites bestanden aus einer einfachen Navigationsstruktur mit zwei Ebenen, wobei die erste Ebene ausschließlich die Einstiegsseite (Startseite) darstellte, die bei allen Versionen gleich war und Instruktionen für das Experiment enthielt (siehe Anhang A Seite 1). Nach einem Klick auf den 'Eingang' der Seite konnte dann der Inhalt der nachfolgenden Seiten betrachtet werden, der gemäß den Abbildungen 4.1a und b im rechten Textfenster enthalten war. Diese zweite Navigationsebene enthielt neun Rubriken, die über die linke Navigationsleiste durch einen Klick auf die jeweilige Schaltfläche verlinkt waren (siehe Anhang A Seite 2-3). Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Rubriken blieb der linke Navigationsrahmen und der Banner-Rahmen bestehen, wodurch sich beim Scrollen nur der Inhalt des Text-Fensters veränderte. Der Hintergrund der Rahmen für die Banner und den Inhalt war neutral (hellgrau) gehalten, so dass sich Texte, Grafiken und Farben gut abheben konnten. Nur der linke Navigationsrahmen war blau hinterlegt, da die Schaltflächen hellgrau waren. 60 [...]

Zur Überprüfung der Hypothesen wurde ein zweiteiliges Labor-Experiment durchgeführt. Nach der Exposition der Test-Web-Site, die für diesen Zweck erstellt wurde, erfolgte eine Befragung der Versuchspersonen (siehe folgenden Abschnitt). Um zwei verschiedene Bannergrößen und zwei verschiedene Platzierungen zu untersuchen, wurde eine Web-Site erstellt. Diese Site beinhaltete studentenrelevante Themen (Rubriken), wodurch der Informationscharakter der meisten Internetinhalte hinsichtlich bestimmter Zielgruppen nachgeahmt wurde, da fast alle teilnehmenden Versuchspersonen Studierende waren. Die Rubriken beinhalteten z.B. Informationen über das BaföG (Bundesausbildungsförderungs-Gesetz), über die Organisation des Uni-Sport-Programms oder über Auslandsaufenthalte, Praktika und Studenten-Jobs. Somit dürfte dieser Fokus auf eine bestimmte, jedoch insgesamt wichtige Nutzergruppe die Aussagefähigkeit der Ergebnisse nur begrenzt schmälern. Die Textinhalte konnten durch Scrollen an der rechten Leiste vollständig gelesen werden, der Umfang jeder Rubrik war annähernd gleich bemessen. Jeder Versuchsperson wurde inhaltlich die gleiche Web-Site präsentiert, nur hinsichtlich der Stimuli (Banner) gab es Modifizierungen. Es ergaben sich daher vier verschiedene Versionen der Web-Site, die jeweils eine andere Bannergröße und eine andere Bannerposition enthielten. Die Test-Banner wurden neben einem linksseitigen Navigationsrahmen in einem gesonderten Rahmen (Frame) platziert. [...]

Arbeit zitieren:
Dressler, Diana Januar 2000: Eine experimentelle Untersuchung der Wirkung von Werbebannern im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Banner-Wahrnehmung, Werbebanner, Online-Marketing, Internet, Internet-Marketing

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