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Die ethisch-ökologischen Geldanlagen in Deutschland

Eine Analyse ihrer Marktchancen unter besonderer Berücksichtigung der Anlegerperspektive

Die ethisch-ökologischen Geldanlagen in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Erbach
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 655,7 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5229-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5229-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5229-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Erbach, Alexander August 2001: Die ethisch-ökologischen Geldanlagen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ökofonds, social responsible investments, prinzipienorientierte, Umwelt, Ethik

Diplomarbeit von Alexander Erbach

Schon seit Jahrzehnten wird die Regenerierbarkeit der natürlichen Lebensgrundlagen überstrapaziert. Erhaltung und Schutz einer lebenswerten Umwelt sind aber die Voraussetzung für den Menschen gerecht werdende Daseinsbedingungen und nehmen deshalb in der Bevölkerung der 1.Welt eine wachsende Präferenz ein. Aus diesem Grund werden sich auch die Unternehmen auf diese am Markt wirksam werdenden Tendenzen einstellen. Diese Präferenz muss sich jedoch noch im Anlageverhalten der privaten Haushalte in Deutschland entwickeln, denn bei einem Geldvermögen von derzeit etwa knapp 7 Billionen DM sind bislang in Deutschland nur geringe Beträge in ethisch-ökologischen Geldanlagen investiert. Nach Umweltnutzen ausgerichtete Geldanlagen finden ihren Ursprung in den 70er Jahren. Sie sind ein Zweig der ethischen Geldanlagen, deren Entstehung mit der Publikation des Club of Rome 1972 „Die Grenzen des Wachstums“ begann, als erstmals eine breite Öffentlichkeit auf unsere globalen Umweltprobleme aufmerksam gemacht wurde:

- eine sich noch beschleunigende Industrialisierung.

- das rapide Bevölkerungswachstum.

- damit verbunden eine weltweite Unterernährung.

- die Ausbeutung der Rohstoffreserven.

- die Zerstörung des Lebensraums.

Es setzte sich weltweit eine Sensibilisierung durch und in der Wissenschaft wurden Konzepte wie der „Brundtlandtbericht“ entwickelt, die von Sustainable Development sprachen. Danach können nicht nur die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, sondern auch die künftiger Generationen. Es folgten weitere Veröffentlichungen, wie beispielsweise das „Zukunftsfähige Deutschland“ folgten, indem das Sustainable Development eine erste mögliche Operationalisierung fand.

Diese Arbeit möchte die kapitalmarktfähigen und ökologieorientierten Geldanlangen untersuchen aus dem Blickwinkel beziehungsweise aus der Interessenlage des privaten Geldanlegers heraus. Nach der Einleitung, in der die Begriffe definiert werden, folgt ein Rückblick der bisherigen Entwicklung ökologieorientierter Geldanlagen. In den folgenden beiden Kapiteln werden dann zunächst das Angebot und anschließend die Nachfrage ökologieorientierter Geldanlagen untersucht werden. Während auf der Angebotsseite, die maßgeblichen ökologieorientierten Finanzmarktprodukte vorgestellt werden, stelle ich bei der Untersuchung der Nachfrageseite diverse Befragungen vor, die uns bei der Beurteilung der Marktchancen ökologieorientierter Finanzmarktprodukte weitere Aufschlüsse geben werden.

Bei der hier gewählten Perspektive aus der Sicht des Anlegers möchte ich noch hinzufügen, dass ich davon ausgehe, dass aktiver Umweltschutz, Bestreben schädliche Umwelteinflüsse möglichst gering zu halten und die Erhaltung der natürlichen Umwelt zu den Zielen eines Geldanlegers hinzugerechnet werden können. Aus diesem Grund soll darauf verzichtet werden, der Ökologie eine eigene Perspektive zu geben, was durchaus denkbar wäre. Die Perspektive des Finanzdienstleisters soll nur in dem Maße berücksichtigt werden, wie sie für die Anlegerperspektive hilfreich ist.

Eine geografische Abgrenzung liegt im deutschsprachigen Raum, im Mittelpunkt der Betrachtungen liegt die Bundesrepublik Deutschland. Dennoch gehört auch der angelsächsische Raum am Rande zur Analyse, um in bestimmten Punkten Vergleiche anzustellen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 2
1.1 Ethik und Ökologie 4
1.1.1 Definition der Ethik im Zusammenhang mit Geldanlagen 4
1.1.2 Definition Ökologie 5
1.2 Nachhaltige Entwicklung und ökologieorientierte Geldanlagen 5
2. Entwicklung der ethisch-ökologischen Geldanlagen 8
2.1 Anmerkungen zum Begriff: Ethisch-ökologische Geldanlagen 8
2.2 Die Entstehung der prinzipienorientierten Anlagen 9
2.3 Entstehung prinzipienorientierter Anlagen im deutschsprachigen Raum 11
2.4 Unterschiede in der Entwicklung und deren Ursachen 13
3. Angebot ökologieorientierter Geldanlagen 15
3.1 Finanzmarkt 15
3.2 Finanzmarktinstrumente 17
3.3 Eigenkapitalbasierte Direktanlagemöglichkeiten 20
3.3.1 Anlage in Aktien an der Börse 20
„Grüne Pioniere“ 21
Umwelttechnik-Unternehmen 22
Öko-Effizienz 22
3.3.2 Außerbörsliche Anlagen in Aktien 22
3.3.3 Beteiligungen 23
3.4 Fondsinvestment 25
3.4.1 Unterscheidungskriterien und Rechtliche Grundlagen 25
3.4.2 Fondsinvestment in Deutschland und Harmonisierung der Bestimmungen in der EU 27
Größenordungen 27
Harmonisierung der EU-Richtlinien 27
3.4.3 Ökologieorientierte Investmentfonds und Zertifikate 29
Gruppen ökologieorientierter Investmentfonds 29
Zertifikate 30
3.5 Sparbuch, Sparbriefe und Festgelder 31
3.6 Lebensversicherungen 32
4. Nachfrage ökologieorientierter Geldanlagen 33
4.1 Befragung der ökologieorientierten Anlegerinteressen 33
4.1.1 Repräsentative Befragung unter allen Geldanlegern 33
4.1.2 Nichtrepäsentative Befragung von ökologisch orientierten Anlegern 35
4.2 Markteinschätzung von Anbietern ökologieorientierter Geldanlagen 41
4.2.1 Fondsanbieter ökologieorientierter Geldanlagen 41
Investitionsbereitschaft 41
Potentiale der Fondsgruppen 43
Anlagekriterien 45
Performance 45
Kommunikation 47
Entscheidende Erfolgsfaktoren 47
Zusammenfassung 48
4.2.2 Deutsche Banken und Kapitalanlagegesellschaften 48
Investitionsbereitschaft 48
Potentiale der Fondsgruppen 50
Anlagekriterien 51
Performance 52
Kommunikation 53
Entscheidende Erfolgsfaktoren 53
Zusammenfassung 53
5. Marktchancen von ethisch-ökologischen Geldanlagen 54
5.1 Determinanten der Anlageentscheidung 55
5.1.1 Finanzanalyse 56
Rendite 56
Risiko 57
Liquidität 57
5.1.2 Umwelt- und Sozialanalyse 58
Negativkriterien 58
Positivkriterien 59
Aktivismusstrategie 59
5.1.3 Ratings und Performancemessung 60
5.2 Rolle der Banken 61
5.2.1 Geschäftsbanken 62
5.2.2 Öko-Banken 64
5.2.3 Ökologieorientierte Innovationen der Banken 65
6. Zusammenfassung und Ausblick 68
6.1 Entwicklung 68
6.2 Angebot 68
6.3 Ergebnisse aus Befragungen 69
6.4 Marktchancen 71
Anhang 1 Anlagegrundsätze ökologischer Investmentfonds 75
Anhang 2 Stand des Natur-Aktien-Index (NAX) 79
Anhang 3 Umweltaktienübersicht 82
Anhang 4 ökologieorientierte Investmentfonds 83
Anhang 5 Umweltzertifikate 84
Anhang 6 Erklärung der Banken zur Umwelt und langfristig tragfähigen Entwicklung (UNEP-Erklärung) von 1992 85
Anhang 7 1999 Report on Socially Responsible Investing Trends in the United States 89
Anhang 8 Graugrüne Liste des Wiener Börsenbriefs Öko-Invest vom 6.6.2001 93
Anhang 9 Umweltfonds-Untersuchung vom 18.12.2000 95
Internetseiten 95
Literaturverzeichnis 98
Erklärung 102

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zielsetzungen verfolgen.“101 Hierbei wurde zum einen festgestellt, dass zwar 33% der Männer, jedoch nur 24% der Frauen von der Existenz wussten und zum anderen lässt sich der Trend festschreiben, dass mit steigendem Bildungsgrad auch das Wissen um die Existenz solcher Anlagen steigt.102 Weitere Ergebnisse beziehen sich auf die ethischen und ökologischen Gesichtspunkte der Geldanlagen, sowie an diejenigen, die eine geringere Rendite in Kauf nehmen. Ihnen stellte man die Frage, wie hoch ihr maximaler Gewinnverzicht wäre. Die Beantwortung der vorletzten Frage ergab, dass 88% der Befragten besonderen Wert auf die Reinhaltung der Umweltmedien legten und noch 84% die Vermeidung und Verminderung von Schadstoffen und Abfällen als besonders wichtig erachten. Von wesentlich geringerer Bedeutung dagegen, wird die Vermeidung von Beziehungen zu Staaten, welche die Menschenrechte missachten (78%), Vermeidung von Investitionen bei Waffen produzierenden Unternehmen (78%), sowie Tierversuche (76%) und Investitionen in die Atomenergie (72%) erachtet. Die letzte Frage ergab, dass 60% der Westdeutschen auf ein Zehntel oder mehr bereit waren zu verzichten. Dabei fällt auf, dass bei der Gruppe der Haushaltseinkommen bis 2.000 DM 71% dazu bereit [...]

Verstreichen zwei Monate, ohne das diese Behörde den Vertrieb untersagt hat, darf der Fonds vertrieben werden.72 Diese Regelung wird in der Regel in der Weise von deutschen Banken ausgenutzt, als das sie insbesondere in Luxemburg aufgelegt werden, um sie dann in Deutschland zu vertreiben, was im übrigen bei prinzipienorientierten Investmentfonds nicht anders ist.73 Bei den letztgenannten Investmentfonds kam der Umstand hinzu, dass der Begriff Ethik ein „interpretationsbedürftiger moralischer Begriff sei“74, der unterschiedlich ausgelegt werden könne, weshalb das BAKred sich schwer tut, ein ‚Etikett‘ der moralisch- ökologischsozialen Forderungen zu erfüllen. So versuchte die Bank für Sozialwirtschaft (BfS) 1988 vergeblich, zwei ethische Rentenfonds aufzulegen und wich dann 1989 nach Luxemburg aus.75 Die erste Zulassung für einen prinzipienorientierten Fonds in Deutschland erfolgte erst 1990 mit dem Focus Umwelttechnologie Fonds Euroinvest der Focus Wertpapierverwaltungsund [...]

aufnehmen. Zwar ist deren Beitrag zum Umweltschutz höher, das Risiko einer Anlage ist aber in der Regel höher. 3.4.2 Fondsinvestment in Deutschland und Harmonisierung der Bestimmungen in der EU Größenordungen Zum dritten Quartal 2000 betrug das in ethisch-ökologieorientierte Fonds investierte Volumen 2,91 Mrd.67 Bereits zum Jahresende 1998 hatte die deutsche Investmentbranche allein über 200 Mrd. DM in den deutschen Kapitalmarkt investiert, was rund 11 % des Kurswertes aller deutschen börsennotierten Aktiengesellschaften ausmacht. Ende 1998 waren 207 Mrd. EUR in Publikumsfonds investiert, wovon wiederum 80 Mrd. EUR in Aktienfonds untergebracht wurden und somit das Volumen der Aktienfonds erstmals das der Rentenfonds, die ein Volumen von 64 Mrd. EUR ausmachten, überholte.68 An dritter Stelle lagen bereits die offenen Immobilienfonds. Harmonisierung der EU-Richtlinien 1985 wurde die Richtlinie 85/611 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften gemeinsame sogenannte Anlagen betreffend in bestimmte Organismen für [...]

Arbeit zitieren:
Erbach, Alexander August 2001: Die ethisch-ökologischen Geldanlagen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ökofonds, social responsible investments, prinzipienorientierte, Umwelt, Ethik

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