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Eine empirische Untersuchung des Wassersporttourismus auf der Nordseeinsel Sylt

Eine empirische Untersuchung des Wassersporttourismus auf der Nordseeinsel Sylt
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Felix Sinsel
  • Abgabedatum: September 2010
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 4,0 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 44
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1520-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sinsel, Felix September 2010: Eine empirische Untersuchung des Wassersporttourismus auf der Nordseeinsel Sylt, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sporttourismus, Wassersport, Sylt, Surfen, Tourismus

Bachelorarbeit von Felix Sinsel

Einleitung:

Relevanz des Themas:

Die Nordseeinsel Sylt gilt als eine der beliebtesten deutschen Urlaubsinseln. Neben der Ostseeinsel Rügen werden hier die meisten Übernachtungen pro Jahr registriert. So wurden im Jahr 2009 bei 867.955 Gästen knapp 7 Mio. Übernachtungen mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 8,0 Tagen gezählt. Neben den weißen Stränden und den exquisiten Restaurants bietet Sylt viele Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Diese reichen von Golf über Pferdepolo, mit seinem international renommierten Wettkampf ‘Polo Masters Sylt’, bis hin zu verschiedenen Volksläufen. Doch wird von Sylt als Sportparadies gesprochen, dann bezeichnet dies vor allem die perfekten Bedingungen für Wassersport, in erster Linie Surfsport. Auf der Wattseite der Insel, im Osten gelegen, findet der ambitionierte Sportler sehr gute Möglichkeiten um dem Kite- und Windsurfen nachzugehen, an der Westküste gibt es bei guten Bedingungen ebenso die Möglichkeit zum Wellenreiten. Auf Grund dieses Angebotes reist eine bis heute noch unbekannte Anzahl von Touristen nach Sylt um dort ihrer Leidenschaft, dem Wassersport, nachzugehen. Wassersporttourismus findet in der Wissenschaft bis jetzt noch kaum Beachtung und ist mit einem Forschungsdefizit belastet. So erhebt lediglich der Deutsche Tourismusverband Daten über Personen, die in Deutschland Wassersport im Urlaub oder in ihrer Freizeit betreiben. Dabei beziffert er, dass circa 6,34 Millionen Wassersportler in Deutschland ‘mehr oder minder aktiv’ sind, von denen maximal 3,8 Mio. Surfsport betreiben. Nach Meinung des Deutschen Tourismusverbandes sind die Nord- und Ostseeküsten deutschlandweit als die besten Surfreviere bekannt. Auf Sylt gibt es zwei Surfschulen und alljährlich wird dort die Deutsche Meisterschaft und der World Cup im Windsurfen (Colgate World Cup, 2010) sowie der World Cup im Kitesurfen (Seat World Cup, 2010) ausgetragen. Es ist davon auszugehen, dass der Wassersporttourismus für Sylt eine nicht unerhebliche Einnahmequelle darstellt. Ferner gewinnt nach Dreyer der Sporttourismus immer mehr an Bedeutung, die Tourismusbranche sieht ein deutlich zunehmendes Interesse am Zusammenwirken von Tourismus und Sport. Für Freyer gilt der Sporttourismus als neuer Hoffnungsträger für den Tourismus.

Zielsetzung der Arbeit:

Die vorliegende Arbeit ist eine empirische Untersuchung des Wassersporttourismus auf der Nordseeinsel Sylt. Die Untersuchung wird das bestehende Image von Sylt mit den wahrgenommen Leistungen vergleichen und anhand dieser Ergebnisse den Stellenwert des Wassersports für die Touristen ermitteln. Zusätzlich soll diese Arbeit dazu beitragen, das bestehende Forschungsdefizit im Wassersporttourismus zu verringern.

Im Vordergrund dieser Arbeit stehen drei Fragen:

F.1: Wie wird das Image von Sylt unter sportlichen Aspekten wahrgenommen?

F.2: Besteht ein geschlechtsspezifischer Unterschied beim Stellenwert des Sportes im Urlaub?

F.3: Besteht ein Zusammenhang zwischen Alter und sportlicher Betätigung im Urlaub?

Aufbau der Arbeit:

Zunächst erläutert die Arbeit die theoretischen und praktischen Grundlagen der relevanten Themen. Dabei werden teilweise Zusammenhänge zwischen den theoretischen Grundlagen und Sylt hergestellt. Anschließend wird der Forschungsstand dargelegt und das theoretische Modell gebildet. Im Hauptteil der Arbeit wird auf Grundlage einer Stichprobe mit 263 Befragten eine empirische Untersuchung durchgeführt. Anschließend erfolgt die Diskussion der Ergebnisse sowie schlussendlich das Fazit.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Relevanz des Themas 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1 Destinationen als Wettbewerbseinheiten im Tourismus 3
2.1.1 Definition Destination 3
2.1.2 Charakteristika von Destinationen 5
2.1.3 Destinationsmanagement 7
2.1.4 Die Destination Sylt an der deutschen Nordseeküste 9
2.2 Image 10
2.2.1 Definition Image 10
2.2.2 Erscheinungsformen des Images im Marketing 11
2.3 Tourismus 12
2.3.1 Definition Tourismus 12
2.3.2 Die konstitutiven Elemente des Tourismus 13
2.4 Sporttourismus- Eine wachsende Branche 14
2.4.1 Sporttourismus- Eine junge Wissenschaft 14
2.4.2 Definition Sporttourismus 15
2.4.3 Definition Wassersporttourismus 17
2.4.4 Der Markt für Sporttourismus 17
2.4.4.1 Nachfragetypen im Sporttourismus 19
2.4.4.2 Die Angebotsseite des Sporttourismus 20
3. Forschungsstand 22
3.1 Destinationsimage 22
3.2 Wassersport- und Sporttourismus 24
3.3 Übersicht des Forschungsstandes 26
3.4 Theoretisches Modell und Hypothesenbildung 27
4. Empirische Untersuchung 29
4.1 Methodik 29
4.1.1 Fragebogen 29
4.1.2 Die Stichprobe 30
4.2 Statistische Grundbegriffe 31
4.2.1 Die drei Testgütekriterien 31
4.2.2 Skalen 31
4.2.3 Statistisches Hypothesenpaar und Irrtumswahrscheinlichkeit 32
4.2.4 Korrelationsanalyse 33
4.2.5 Mittelwertvergleiche 33
4.3 Darstellungen der Ergebnisse 34
4.3.1 Soziodemographische Daten 34
4.3.2 Reisemotiv 36
4.3.3 Ausgeübte sportliche Aktivität 37
4.3.4 Ausgaben auf Sylt 38
4.3.5 Übernachtungsart 39
4.3.6 Reisen mit sportlichen Aktivitäten 40
4.4 Überprüfungen der Modellhypothesen 42
5. Diskussion 45
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse 45
5.2 Fazit 46
Literaturverzeichnis 48
Abstract 52
Anhang 53

Textprobe:

Kapitel 2.4, Sporttourismus- Eine wachsende Branche:

Nach Freyer gilt der Sporttourismus als neuer Hoffnungsträger für den Tourismus. Der Wunsch nach authentischen Erlebnissen, nach Körpererfahrung, Individualisierung und Einmaligkeit lässt sich als immer wichtiger in der heutigen Zeit einordnen. ‘Wie kaum ein anderer Bereich vermittelt der Sport diese Eindrücke und besser als anderswo lässt er sich in den Ferien realisieren’. Die Tourismusindustrie hat darauf reagiert und nutzt verstärkt sportliche Angebote zur Kundenakquise. Aktivurlaub, Fitness und Wellness werden als die neuen Wachstumsfelder beschrieben, obwohl weiterhin der klassische Ruhe- und Erholungsurlauber im verstärkten Interesse der Urlaubsanbieter steht.

2.4.1, Sporttourismus- Eine junge Wissenschaft:

Beide Mutterdisziplinen, Sportwissenschaft und Tourismuswissenschaft, haben für sich alleine betrachtet eine lange Tradition vorzuweisen. Für die Sportwissenschaft besteht an fast jeder Hochschule in Deutschland eine Sportfakultät und auch die Tourismuswissenschaft hat sich durch die Erkenntnis aus verschiedenen Wissenschaftszweigen etabliert. Die Schnittmenge aus beiden Disziplinen, der Sporttourismus, ist eine noch junge Wissenschaft und weitgehend unerforscht. Leider sind die genauen Wünsche der potentiellen Urlauber, wie auch das gesamte Marktpotential noch unzureichend geklärt, für die weitere Entwicklung von Sporttourismus sind Experten gefragt. Einen Schritt in diese Richtung geht nun die Deutsche Sporthochschule Köln. Seit letztem Jahr wird ein Master of Arts für Sporttourismus und Erholungsmanagement angeboten. Damit ist die Sporthochschule die erste Einrichtung ihrer Art die in diese neue Nische vorstößt und sich dem wachsenden Sporttourismusmarkt mit seinen Anforderungen anpasst.

2.4.2, Definition Sporttourismus:

Bisher mangelt es an anerkannten und gängigen Definitionen von Sporttourismus. Ein guter Ansatz um Sporttourismus zu definieren bietet die von der Welt Tourismus Organisation veröffentlichte Definition von Tourismus. Demnach umfasst Tourismus:

‘die Aktivitäten von Personen, die an Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschäfts-, oder bestimmten anderen Zwecken nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten’.

In der gängigen Fachliteratur werden die drei bekannten konstitutiven Elemente Zeit, Ort und Motiv betont. Sie dienen dazu den Begriff Tourismus besser zu beschreiben und diese Begriffe sind auch in der nun folgenden Definition von Sporttourismus äußerst wichtig. Wird die Begriffserläuterung von Tourismus nun auf Sporttourismus übertragen, ergibt sich nach Freyer folgende Definition: ‘Sport-Tourismus ist das vorübergehende Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes sowie der Aufenthalt in der Fremde aus sportlichen Motiven’. Die drei konstitutiven Elemente der Definition bergen noch Unklarheit. So ist nach der Tourismusdefinition der WTO jede Reise mit mindestens einer Übernachtung eine touristische Reise. Alle anderen Aufenthalte ohne Übernachtung gelten als Ausflüge oder als (Tages-) Besuche.

Nach Freyer werden in Deutschland in der statistischen Auswertung Reisen mit mindestens vier Übernachtungen erst wissenschaftlich ernst genommen. Die Frage ist somit, ob Reisen ohne Übernachtung zum Sporttourismus zählen. Das zweite konstitutive Element der Definition sorgt ebenfalls für Unklarheit. So ist der Ort nicht ausreichend erläutert, da nicht deutlich erkennbar ist ab welchem Kriterium von ‘Fremde’ gesprochen wird. Das letzte konstitutive Element der Definition von Freyer, das ‘sportliche Motiv’, muss ebenfalls kritisch betrachtet werden. Ob sich etwa Ausbildungsmotive (Training), oder Krankheitsmotive (Rehabilitation, Prävention) unter die sportlichen Motive einordnen lassen sei dahingestellt. Freyer sieht ebenfalls die Schwächen in seiner Definition und unternimmt einen zweiten Definitionsversuch indem er die aktiven Sportler von den passiven Sportlern trennt. Zum einen spricht er von Sporttourismus bei aktiv Sporttreibenden wenn: ‘sie ihren üblichen Aufenthaltsort verlassen und in eine Destination reisen, um dort Sport auszuüben’. Bei den sport-passiven Personen spricht er von Sporttourismus wenn: ‘sie ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort verlassen und in eine Destination reisen, um sich dort Sport anzuschauen’. Hier folgt er der Definition von Turco, Riley und Swart, die Sporttourismus folgendermaßen definieren:

‘These sports tourists travel outside their usual environment for the primary purpose of active (participant/ organizer/ official) or passive (supporter/spectator) engagement in a competitive sport’.

Weiterhin bieten die drei Autoren für den aktiven Sportler eine ‘weiche’ Definition, welche folgendermaßen lautet:

‘These sports tourists travel outside their usual environment for the primary purpose of active (participant/ spectators) engagement in a recreational sport’.

Aus allen Definitionen lässt sich folgender Grundgedanke ableiten und eine eigene Definition formulieren:

‘Sporttourismus bezeichnet das Verlassen der natürlichen Umgebung, dem Heimatort, für mehr als eine Nacht, um in der Fremde, entweder aktiv oder passiv an einem Sportgeschehen teilzunehmen. Passives Sporterleben bezeichnet dabei das Zuschauen bei Sportereignissen, das aktive Betreiben einer Sportart kann unterschiedlich intensiv geschehen’.

Zusätzlich zu den beiden Formen des Sporttourismus (aktiv oder passiv) gibt es in der Literatur auch noch das Verständnis einer dritten Form, dem feierlichen Sporttourismus (engl. = celebratory sport tourism). Dabei handelt es sich um Touristen die Stadien und Ruhmeshallen besuchen oder zu Feierlichkeiten mit einem bestimmten Motto reisen. Auf diese Form wird in dieser Arbeit nicht näher eingegangen.

Arbeit zitieren:
Sinsel, Felix September 2010: Eine empirische Untersuchung des Wassersporttourismus auf der Nordseeinsel Sylt, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sporttourismus, Wassersport, Sylt, Surfen, Tourismus

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