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Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean

Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Plagmann
  • Abgabedatum: September 2006
  • Umfang: 141 Seiten
  • Dateigröße: 6,0 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 40
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0128-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0128-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0128-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Plagmann, Jan September 2006: Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Soziometrie, Gruppendynamik, Segeln, Team, Kohäsion

Diplomarbeit von Jan Plagmann

Einleitung:

Die Idee für diese Untersuchung entstand während eines Segeltörns im Mittelmeer im Frühjahr 2005. Während das Schiff mit achterlichem Wind und dem Vollmond im Rücken in Richtung Balearen segelte, erfuhr die Crew über das Radio, dass der deutsche Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde. Diese Information löste eine kontroverse Diskussion aus. Die Stimmung an Bord veränderte sich von einer Minute zur nächsten. Es entstand eine emotional geführte Debatte mit politischer Gesinnung. In den folgenden Tagen wurden Aussagen von Besatzungsmitgliedern mit Witz aber auch mit Spott zitiert. Sie waren ein deutliches Zeichen für eine sich entwickelnde Gruppendynamik.

Bis zum Anlegen im nächsten Hafen etwa 48 Stunden später, war die Mannschaft fast unabhängig von den öffentlichen Medien. Sie war alleine mit der Diskussion um die sachliche Information, dass ein Deutscher zum Papst gewählt wurde. Aus der Information, die für das Leben an Bord eigentlich keinerlei Bedeutung hatte, hatte sich eine dynamische Diskussion entwickelt. Die bekannte Bildüberschrift „Wir sind Papst“ und die sonstige mediale Berichterstattung, kannte zu diesem Zeitpunkt noch keiner.

Es stellt sich die Frage, ob die Information der Papstwahl eine solche Diskussion ausgelöst hätte, wären wir nicht zum größten Teil von der Gesellschaft isoliert gewesen.

In der Sozialpädagogik wird der gesellschaftliche Lebensraum eines Schiffes als eine Möglichkeit der Therapie für gesellschaftsauffällige Menschen angesehen. In der Soziologie gibt es Vertreter, die in dem Lebensraum Schiff eine geschlossene Gesellschaft erkennen und ihn als ideales Untersuchungsfeld betrachten. Und auch im aktuellen Segelsport, sei es das Blauwassersegeln im Breitensport oder der Volvo-Ocean-Race im Leistungsport, wird das Thema der Gruppendynamik an Bord berücksichtigt.

So entstand die Idee, eine Untersuchung der Gruppendynamik während eines mehrwöchigen Segeltörns durchzuführen. Es soll überprüft werden, wie die gegebenen Voraussetzungen die Atmosphäre der Gruppe unter sozial isolierten Bedingungen beeinflusst. Für diese Untersuchung diente die Überführung einer Segelyacht aus der Karibik über die Azoren nach Lissabon.

Problemstellung:

Wollte man die komplette Untersuchungsidee in einem Satz zusammenfassen, könnte der so lauten: Es wurde die soziale und emotionale Entwicklung der Crewmitglieder im Einzelnen, sowie die daraus resultierende Gruppendynamik anhand einer spezifischen Beobachtung in dem Zeitraum untersucht, in dem das Schiff sich auf See befand.

Die menschlichen Verhaltensweisen gegenüber Mitmenschen sind Charaktereigenschaften, die bei jeder Person unterschiedlich ausgeprägt und definiert sind. Sie lassen sich zu großen Teilen zurückführen auf die Sozialisation während der Kindheit. In dieser Zeit lernt fast jeder Mensch die gesellschaftlichen Normen, die für sein jeweiliges Umfeld gerade notwendig sind. Jeder Mensch hat unterschiedliche Normen. Manchmal gehen sie über die bürgerlichen Gesetze hinaus. So sind im Abendland die ursprünglichsten aller Normen wohl die Zehn Gebote der Bibel.

Erwachsene Menschen sind in der Lage ihre Verhaltensweisen den sozialen Anforderungen ihrer Umgebung anzupassen. Doch ebenso ist jeder Mensch in der Lage sich diesen Normen zu widersetzen. Das kann aus Unwissenheit, im Affekt oder auch vorsätzlich passieren. Der Extremfall wird in einer Studie mit verhaltensauffälligen Jugendlichen wie folgt definiert: „Der nicht normgerecht verlaufene Sozialisationsprozeß kann nach Maass [1981] zu einem Wertesystem führen, das sich gegen das der Gesellschaft richtet,…“ Die täglichen Nachrichten geben dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Fest steht, dass jeder Mensch mal die eine oder andere Norm überschreitet.

Wie angedeutet begeben sich die Besatzungsmitglieder einer Schiffsreise in einen abgeschlossenen Lebensraum, einem „Soziotop“. Goffman (1973) nennt diese Situation eine totale Institution und definiert es so: „Eine totale Institution lässt sich als Wohn- und Arbeitsstätte einer Vielzahl ähnlich gestellter Individuen definieren, die für längere Zeit von der übrigen Gesellschaft abgeschnitten sind und miteinander ein abgeschlossenes, formal reglementiertes Leben führen.“ Als Beispiel nennt er auch das Schiff.

Die Normen, die jedes Besatzungsmitglied für sich in Anspruch nimmt, bringt es auch mit an Bord. Da jeder Segeltörn besondere Voraussetzungen und Anforderungen hat, sollten zusätzlich zu den gesellschaftlich anerkannten Normen weitere schiffsangepasste Normen für eine solche Fahrt aufgestellt werden. Arbeitsorganisatorische Normen sollten ebenso berücksichtigt werden wie soziale Normen.

Diese Untersuchung soll helfen, die zwischenmenschlichen Entwicklungen innerhalb der Gruppe zu veranschaulichen und eine Möglichkeit bieten, sie, sofern möglich, auf die äußeren und sich verändernden Faktoren zurück zu führen.

Eine Befragung und Beobachtung der Gruppe selbst ist also zwingend notwendig. Dafür musste jede Person an dieser Beobachtung beteiligt werden, denn die Voraussetzung mussten für alle Gruppenmitglieder die gleichen sein. Die genauen Voraussetzungen der einzelnen Untersuchungsinhalte werden in den jeweiligen Methodikkapiteln näher erläutert.

An dieser Stelle werden die Voraussetzungen beschrieben, die allgemein für die Untersuchung einer Gruppenentwicklung gelten. Drei wesentliche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden.

1. Die Gruppe kommt unter natürlichen Bedingungen zusammen bzw. wird, wie in diesem Fall, unter natürlichen Bedingungen von der normalen Gesellschaft getrennt.

Die Faktoren, die Einfluss auf die soziale und emotionale Persönlichkeit haben, sind gegenüber dem normalen Alltag extrem verändert. Die Crew ist von vielen möglichen Einflussfaktoren befreit, weil sie sich in einer Umgebung aufhält, die sich stark von der gesellschaftlichen Realität unterscheidet.

2. Die Gruppe hat ein gemeinsames Ziel.

Die Crew will das Schiff in den nächsten Hafen segeln. Dieses übergeordnete gemeinsame Ziel steht über jedem anderen persönlichen Ziel.

3. Die Crewmitglieder kommen freiwillig zusammen und haben eine gemeinsame Identifikationsmöglichkeit.

Die Crewmitglieder wurden zu dieser Fahrt weder gezwungen noch bezahlt. Außerdem wurde die Untersuchung von allen als Bestandteil der Reise anerkannt.

Inhaltsverzeichnis:

Danksagung I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis IX
1. Vorwort 1
2. Einleitung 2
2.1 Problemstellung 3
2.2 Problemvoraussetzungen 4
3. Fragestellung 6
4. Theorie 8
4.1 Untersuchungsunabhängige Vorbereitungen 9
4.1.1 Unwägbarkeiten 11
4.1.1.1 Allgemeine Unwägbarkeiten 11
4.1.1.2 Besondere Unwägbarkeiten 13
4.1.1.3 Sozialpsychologische Unwägbarkeiten 14
4.1.2 Crewbelegung 17
4.1.3 Aufgabenverteilung 19
4.1.3.1 Skipper / Führung 20
4.1.3.2 Co Skipper 20
4.1.3.3 Sicherheitsaspekte 21
4.1.3.4 Navigation 21
4.1.3.5 Wetter 22
4.1.3.6 Verpflegung 22
4.1.3.7 Verstauung 22
4.1.3.8 Dokumentation 23
4.2 Untersuchungsabhängige Vorbereitungen 23
4.2.1 Die äußeren Faktoren 24
4.2.1.1 Nicht beeinflussbare Faktoren 24
4.2.1.2 Beeinflussbare Faktoren 25
Materielle Einflüsse 25
Soziale Einflüsse 26
4.2.1.3 Der Schlaf 27
4.3 Das Interview 27
4.4 Die Arbeitsorganisation 28
4.4.1 Die Organisationskriterien 29
4.4.2 Der Wachplan 30
4.4.2.1 Anmerkung 31
4.4.2.2 Zeitumstellung 32
5. Die Methodik 33
5.1 Die Soziometrie 33
5.1.1 Definition 33
5.1.1.1 Der Sozius 33
5.1.1.2 Die Metrik 35
5.1.2 Die Befragung 36
5.1.2.1 Die provozierte Soziomatrix 36
5.1.2.2 Die entschärfte Soziomatrix 36
5.1.3 Form der Auswertung 37
5.2 Die Interaktionsanalyse 38
5.2.1 Wahl der Datenerhebung 38
5.2.2 Die Beobachtung 39
5.2.3 Beobachterfehler 42
5.3 Das System SYMLOG 43
5.3.1 Geschichte 43
5.3.2 Definition 43
5.3.2.1 Die drei Dimensionen 44
Die F-B Dimension 44
Die P-N Dimension 45
Die U-D Dimension 45
5.3.3 Datenerhebung 46
5.3.3.1 Beobachterschulung 48
5.3.4 Verarbeitung der Datenerhebung 49
6. Darstellung der Ergebnisse 50
6.1 Wahrnehmung der äußeren Faktoren 50
6.1.1 Der Seegang / die Dünung 50
6.1.2 Die Wellenhöhe 52
6.1.3 Der Kontakt zur Außenwelt 54
6.1.4 Die Kontaktaufnahme mit der Außenwelt 55
6.1.5 Die Verpflegung 56
6.1.6 Das Wetter 58
6.1.7 Der Schlaf 60
6.1.7.1 Die Qualität des Schlafes 60
6.1.7.2 Der Schlafrhythmus 61
6.1.8 Zusammenfassung 62
6.2 Ergebnisse der Soziometrie 63
6.2.1 Ergebnisse der provozierten Soziomatrix 63
6.2.1.1 Wahl des Wachpartners nach Sympathie 63
6.2.1.2 Wahl des Wachpartners nach Kompetenz 64
6.2.1.3 Soziogramme 64
6.2.2 Auswertung der entschärften Soziomatrix 65
6.2.2.1 Wahl des Wachpartners nach Sympathie 66
4. Seetag 66
7. Seetag 66
10. Seetag 66
13. Seetag 66
16. Seetag 67
Zusammenfassung 67
6.2.2.2 Wahl des Wachpartners nach Kompetenz 68
6.2.2.3 Nach Kabinengemeinschaft 69
Vorschiffkabine 69
Mitschiffkabine 69
Steuerbordachterkammer 70
Backbordachterkammer 70
Zusammenfassung 70
6.2.2.4 Nach Wachgemeinschaft 70
Beliebtheit 71
Kompetenz 71
Zusammenfassung 72
6.3 Ergebnisse der Interaktionsanalyse 73
6.3.1 Gesamtfelddiagramm 73
6.3.2 Interaktionsanalyse vor der Reise 75
6.3.2.1 Entwicklung zum Tag nach der Ankunft 76
6.3.2.2 Vergleich zur provozierten Soziomatrix 76
6.3.3 Interaktionsanalyse während der Reise 79
6.3.3.1 Verlauf der P-N Dimension 79
6.3.3.2 Verlauf der F-B Dimension 80
6.3.3.3 Verlauf der U-D Dimension 80
6.3.3.4 Zusammenfassung 81
6.3.4 Vergleich der Wachpartner 82
6.3.5 Vergleich der Kabinenpartner 85
6.3.6 Zusammenfassung 87
7. Interpretation der Ergebnisse 88
7.1 Die äußeren Faktoren 88
7.2 Die soziometrischen Daten 91
7.2.1 Die Soziomatrix 91
7.2.2 Das Soziogramm 92
7.2.3 Einzelpersonen 93
7.3 Die Interaktionsanalyse 94
7.3.1 Interaktionsanalyse im Verlauf der Reise 95
7.3.2 Vergleich der Gemeinschaften 98
7.4 Vergleich der äußeren Faktoren mit den intrasozialen Untersuchungen 99
7.5 Vergleich der äußeren Faktoren mit der Interaktionsanalyse 100
7.6 Vergleich der Interaktionsanalyse mit der provozierten Soziomatrix 101
8. Diskussion 105
9. Literaturverzeichnis 107
10. Anhang 109
Sicherheitscheck 110
Grafiken der äußeren Faktoren 114
Wahrnehmung des Seegangs 114
wahrgenommene Wellenhöhe 115
allgemeine Wahrnehmung des Kontakts zur Außenwelt 116
Bewertungen des tatsächlichen Kontakts zur Außenwelt 117
Wahrnehmung der Verpflegung 118
Wahrnehmung des Wetters 119
Wahrnehmung der Qualität des Schlafes 120
Soziometrie 121
Platzierungsverlauf der Beliebtheit 121
Platzierungsverlauf der Kompetenz 122
Entschärfte Soziometrie 123
am 4. und 7. Tag 123
am 10. und 13. Tag 124
am 16. Tag 125
Interaktionsanalyse 126
Gesamtfelddiagramme 126
Vor der Abreise und 4. Tag 126
10. und 16. Tag 127
Tag nach der Ankunft und Gesamtdurchschnitt 128
Wachplan 129
Wacheinteilung 130

Inhaltsverzeichnis:

Danksagung I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis IX
1. Vorwort 1
2. Einleitung 2
2.1 Problemstellung 3
2.2 Problemvoraussetzungen 4
3. Fragestellung 6
4. Theorie 8
4.1 Untersuchungsunabhängige Vorbereitungen 9
4.1.1 Unwägbarkeiten 11
4.1.1.1 Allgemeine Unwägbarkeiten 11
4.1.1.2 Besondere Unwägbarkeiten 13
4.1.1.3 Sozialpsychologische Unwägbarkeiten 14
4.1.2 Crewbelegung 17
4.1.3 Aufgabenverteilung 19
4.1.3.1 Skipper / Führung 20
4.1.3.2 Co Skipper 20
4.1.3.3 Sicherheitsaspekte 21
4.1.3.4 Navigation 21
4.1.3.5 Wetter 22
4.1.3.6 Verpflegung 22
4.1.3.7 Verstauung 22
4.1.3.8 Dokumentation 23
4.2 Untersuchungsabhängige Vorbereitungen 23
4.2.1 Die äußeren Faktoren 24
4.2.1.1 Nicht beeinflussbare Faktoren 24
4.2.1.2 Beeinflussbare Faktoren 25
Materielle Einflüsse 25
Soziale Einflüsse 26
4.2.1.3 Der Schlaf 27
4.3 Das Interview 27
4.4 Die Arbeitsorganisation 28
4.4.1 Die Organisationskriterien 29
4.4.2 Der Wachplan 30
4.4.2.1 Anmerkung 31
4.4.2.2 Zeitumstellung 32
5. Die Methodik 33
5.1 Die Soziometrie 33
5.1.1 Definition 33
5.1.1.1 Der Sozius 33
5.1.1.2 Die Metrik 35
5.1.2 Die Befragung 36
5.1.2.1 Die provozierte Soziomatrix 36
5.1.2.2 Die entschärfte Soziomatrix 36
5.1.3 Form der Auswertung 37
5.2 Die Interaktionsanalyse 38
5.2.1 Wahl der Datenerhebung 38
5.2.2 Die Beobachtung 39
5.2.3 Beobachterfehler 42
5.3 Das System SYMLOG 43
5.3.1 Geschichte 43
5.3.2 Definition 43
5.3.2.1 Die drei Dimensionen 44
Die F-B Dimension 44
Die P-N Dimension 45
Die U-D Dimension 45
5.3.3 Datenerhebung 46
5.3.3.1 Beobachterschulung 48
5.3.4 Verarbeitung der Datenerhebung 49
6. Darstellung der Ergebnisse 50
6.1 Wahrnehmung der äußeren Faktoren 50
6.1.1 Der Seegang / die Dünung 50
6.1.2 Die Wellenhöhe 52
6.1.3 Der Kontakt zur Außenwelt 54
6.1.4 Die Kontaktaufnahme mit der Außenwelt 55
6.1.5 Die Verpflegung 56
6.1.6 Das Wetter 58
6.1.7 Der Schlaf 60
6.1.7.1 Die Qualität des Schlafes 60
6.1.7.2 Der Schlafrhythmus 61
6.1.8 Zusammenfassung 62
6.2 Ergebnisse der Soziometrie 63
6.2.1 Ergebnisse der provozierten Soziomatrix 63
6.2.1.1 Wahl des Wachpartners nach Sympathie 63
6.2.1.2 Wahl des Wachpartners nach Kompetenz 64
6.2.1.3 Soziogramme 64
6.2.2 Auswertung der entschärften Soziomatrix 65
6.2.2.1 Wahl des Wachpartners nach Sympathie 66
4. Seetag 66
7. Seetag 66
10. Seetag 66
13. Seetag 66
16. Seetag 67
Zusammenfassung 67
6.2.2.2 Wahl des Wachpartners nach Kompetenz 68
6.2.2.3 Nach Kabinengemeinschaft 69
Vorschiffkabine 69
Mitschiffkabine 69
Steuerbordachterkammer 70
Backbordachterkammer 70
Zusammenfassung 70
6.2.2.4 Nach Wachgemeinschaft 70
Beliebtheit 71
Kompetenz 71
Zusammenfassung 72
6.3 Ergebnisse der Interaktionsanalyse 73
6.3.1 Gesamtfelddiagramm 73
6.3.2 Interaktionsanalyse vor der Reise 75
6.3.2.1 Entwicklung zum Tag nach der Ankunft 76
6.3.2.2 Vergleich zur provozierten Soziomatrix 76
6.3.3 Interaktionsanalyse während der Reise 79
6.3.3.1 Verlauf der P-N Dimension 79
6.3.3.2 Verlauf der F-B Dimension 80
6.3.3.3 Verlauf der U-D Dimension 80
6.3.3.4 Zusammenfassung 81
6.3.4 Vergleich der Wachpartner 82
6.3.5 Vergleich der Kabinenpartner 85
6.3.6 Zusammenfassung 87
7. Interpretation der Ergebnisse 88
7.1 Die äußeren Faktoren 88
7.2 Die soziometrischen Daten 91
7.2.1 Die Soziomatrix 91
7.2.2 Das Soziogramm 92
7.2.3 Einzelpersonen 93
7.3 Die Interaktionsanalyse 94
7.3.1 Interaktionsanalyse im Verlauf der Reise 95
7.3.2 Vergleich der Gemeinschaften 98
7.4 Vergleich der äußeren Faktoren mit den intrasozialen Untersuchungen 99
7.5 Vergleich der äußeren Faktoren mit der Interaktionsanalyse 100
7.6 Vergleich der Interaktionsanalyse mit der provozierten Soziomatrix 101
8. Diskussion 105
9. Literaturverzeichnis 107
10. Anhang 109
Sicherheitscheck 110
Grafiken der äußeren Faktoren 114
Wahrnehmung des Seegangs 114
wahrgenommene Wellenhöhe 115
allgemeine Wahrnehmung des Kontakts zur Außenwelt 116
Bewertungen des tatsächlichen Kontakts zur Außenwelt 117
Wahrnehmung der Verpflegung 118
Wahrnehmung des Wetters 119
Wahrnehmung der Qualität des Schlafes 120
Soziometrie 121
Platzierungsverlauf der Beliebtheit 121
Platzierungsverlauf der Kompetenz 122
Entschärfte Soziometrie 123
am 4. und 7. Tag 123
am 10. und 13. Tag 124
am 16. Tag 125
Interaktionsanalyse 126
Gesamtfelddiagramme 126
Vor der Abreise und 4. Tag 126
10. und 16. Tag 127
Tag nach der Ankunft und Gesamtdurchschnitt 128
Wachplan 129
Wacheinteilung 130

Textprobe:

Kapitel 5.1.1.1, Der Sozius:

Die Soziometrie ist die wissenschaftliche Untersuchung des Sozius, also dem Menschen als ein Teilnehmer der Gesellschaft. Die Soziometrie hat sich als eine von drei sozialen Denkströmungen entwickelt. Die Soziologie entwickelte sich in Frankreich, der wissenschaftliche Sozialismus in Deutschland und Russland und die Soziometrie überwiegend in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die beiden verwandten Wissenschaften sollen Erwähnung finden, damit im Weiteren keine Verwechslungen stattfinden können. Viele methodische Inhalte und Anwendungen ähneln sich zwar, jedoch liegt die Rechtfertigung für diese Untersuchung in der Soziometrie.

„Der Zweck der Soziometrie ist schließlich das Erfassen und Messen des Sozius.“ Der Mensch kann nur dann als Sozius betrachtet werden, wenn er in Beziehung mit anderen Menschen steht und so eine Gruppe bildet.

Was macht aus einer Ansammlung an Menschen eine Gruppe? Zwei wesentliche Merkmale einer Gruppe sind 1. eine enge soziale Interaktion und 2. ihre gemeinsamen Normen und Ziele. Das übergeordnete Ziel dieser Reise ist die Überquerung des Atlantiks mit einem Segelboot. Dieses Vorhaben macht die Crew zu einer Gruppe und legitimiert die soziometrische Untersuchung.

Weiter heißt es: „Sie müssen zur Zeit des Testes im Begriffe sein, sich auf ein gemeinsames Ziel hinzubewegen und ein gemeinsames Problem zu lösen, je nachdem welches Kriterium ihre sozialen Entscheidungen motiviert.“ Die Besatzung des Schiffes ist im sozialen Sinne voneinander abhängig. Jede Person in diesem Raum Schiff ist ein Sozius, so auch im Sinne Lewins. Wellhöfer verweist auf Lewin und sagt: „…dass individuelles Verhalten nie isoliert von sozialen Situationen und Einflussfaktoren betrachtet werden kann. Es gibt keinen ‚sozialen ‚Faraday-Käfig’, der das Individuum von den Ausstrahlungen des sozialen Kraftfeldes abschirmen kann.“ Doch der soziale Raum des Segelschiffes wird unter sozialpädagogischen Aspekten als „totale Institution“ bezeichnet. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, ist ein Merkmal der totalen Institution die räumliche Trennung von der übrigen Gesellschaft. So kann die Metapher des sozialen Faraday-Käfigs zwar nicht auf das Individuum angewendet werden, dennoch ist es eine passende Bezeichnung für die soziale Gruppe auf einem Segelschiff.

Unter dem Aspekt der sozialen Deprivation beschreibt Schunk es treffend: „Eine soziometrische Untersuchung würde die Besatzung eines Schiffes als weitgehend isolierte Gruppe erscheinen lassen, die nur minimale Interaktionsbeziehungen zu anderen potentiellen Interaktionspartnern außerhalb ihrer eigenen Gruppe hat“.

Arbeit zitieren:
Plagmann, Jan September 2006: Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Soziometrie, Gruppendynamik, Segeln, Team, Kohäsion

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