Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jan Plagmann
- Abgabedatum: September 2006
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 6,0 MB
- Note: 1,6
- Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
- Bibliografie: ca. 40
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0128-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0128-3 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0128-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Plagmann, Jan September 2006: Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Soziometrie, Gruppendynamik, Segeln, Team, Kohäsion
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Diplomarbeit von Jan Plagmann
Einleitung:
Die Idee für diese Untersuchung entstand während eines Segeltörns im Mittelmeer im Frühjahr 2005. Während das Schiff mit achterlichem Wind und dem Vollmond im Rücken in Richtung Balearen segelte, erfuhr die Crew über das Radio, dass der deutsche Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde. Diese Information löste eine kontroverse Diskussion aus. Die Stimmung an Bord veränderte sich von einer Minute zur nächsten. Es entstand eine emotional geführte Debatte mit politischer Gesinnung. In den folgenden Tagen wurden Aussagen von Besatzungsmitgliedern mit Witz aber auch mit Spott zitiert. Sie waren ein deutliches Zeichen für eine sich entwickelnde Gruppendynamik.
Bis zum Anlegen im nächsten Hafen etwa 48 Stunden später, war die Mannschaft fast unabhängig von den öffentlichen Medien. Sie war alleine mit der Diskussion um die sachliche Information, dass ein Deutscher zum Papst gewählt wurde. Aus der Information, die für das Leben an Bord eigentlich keinerlei Bedeutung hatte, hatte sich eine dynamische Diskussion entwickelt. Die bekannte Bildüberschrift „Wir sind Papst“ und die sonstige mediale Berichterstattung, kannte zu diesem Zeitpunkt noch keiner.
Es stellt sich die Frage, ob die Information der Papstwahl eine solche Diskussion ausgelöst hätte, wären wir nicht zum größten Teil von der Gesellschaft isoliert gewesen.
In der Sozialpädagogik wird der gesellschaftliche Lebensraum eines Schiffes als eine Möglichkeit der Therapie für gesellschaftsauffällige Menschen angesehen. In der Soziologie gibt es Vertreter, die in dem Lebensraum Schiff eine geschlossene Gesellschaft erkennen und ihn als ideales Untersuchungsfeld betrachten. Und auch im aktuellen Segelsport, sei es das Blauwassersegeln im Breitensport oder der Volvo-Ocean-Race im Leistungsport, wird das Thema der Gruppendynamik an Bord berücksichtigt.
So entstand die Idee, eine Untersuchung der Gruppendynamik während eines mehrwöchigen Segeltörns durchzuführen. Es soll überprüft werden, wie die gegebenen Voraussetzungen die Atmosphäre der Gruppe unter sozial isolierten Bedingungen beeinflusst. Für diese Untersuchung diente die Überführung einer Segelyacht aus der Karibik über die Azoren nach Lissabon.
Problemstellung:
Wollte man die komplette Untersuchungsidee in einem Satz zusammenfassen, könnte der so lauten: Es wurde die soziale und emotionale Entwicklung der Crewmitglieder im Einzelnen, sowie die daraus resultierende Gruppendynamik anhand einer spezifischen Beobachtung in dem Zeitraum untersucht, in dem das Schiff sich auf See befand.
Die menschlichen Verhaltensweisen gegenüber Mitmenschen sind Charaktereigenschaften, die bei jeder Person unterschiedlich ausgeprägt und definiert sind. Sie lassen sich zu großen Teilen zurückführen auf die Sozialisation während der Kindheit. In dieser Zeit lernt fast jeder Mensch die gesellschaftlichen Normen, die für sein jeweiliges Umfeld gerade notwendig sind. Jeder Mensch hat unterschiedliche Normen. Manchmal gehen sie über die bürgerlichen Gesetze hinaus. So sind im Abendland die ursprünglichsten aller Normen wohl die Zehn Gebote der Bibel.
Erwachsene Menschen sind in der Lage ihre Verhaltensweisen den sozialen Anforderungen ihrer Umgebung anzupassen. Doch ebenso ist jeder Mensch in der Lage sich diesen Normen zu widersetzen. Das kann aus Unwissenheit, im Affekt oder auch vorsätzlich passieren. Der Extremfall wird in einer Studie mit verhaltensauffälligen Jugendlichen wie folgt definiert: „Der nicht normgerecht verlaufene Sozialisationsprozeß kann nach Maass [1981] zu einem Wertesystem führen, das sich gegen das der Gesellschaft richtet,…“ Die täglichen Nachrichten geben dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Fest steht, dass jeder Mensch mal die eine oder andere Norm überschreitet.
Wie angedeutet begeben sich die Besatzungsmitglieder einer Schiffsreise in einen abgeschlossenen Lebensraum, einem „Soziotop“. Goffman (1973) nennt diese Situation eine totale Institution und definiert es so: „Eine totale Institution lässt sich als Wohn- und Arbeitsstätte einer Vielzahl ähnlich gestellter Individuen definieren, die für längere Zeit von der übrigen Gesellschaft abgeschnitten sind und miteinander ein abgeschlossenes, formal reglementiertes Leben führen.“ Als Beispiel nennt er auch das Schiff.
Die Normen, die jedes Besatzungsmitglied für sich in Anspruch nimmt, bringt es auch mit an Bord. Da jeder Segeltörn besondere Voraussetzungen und Anforderungen hat, sollten zusätzlich zu den gesellschaftlich anerkannten Normen weitere schiffsangepasste Normen für eine solche Fahrt aufgestellt werden. Arbeitsorganisatorische Normen sollten ebenso berücksichtigt werden wie soziale Normen.
Diese Untersuchung soll helfen, die zwischenmenschlichen Entwicklungen innerhalb der Gruppe zu veranschaulichen und eine Möglichkeit bieten, sie, sofern möglich, auf die äußeren und sich verändernden Faktoren zurück zu führen.
Eine Befragung und Beobachtung der Gruppe selbst ist also zwingend notwendig. Dafür musste jede Person an dieser Beobachtung beteiligt werden, denn die Voraussetzung mussten für alle Gruppenmitglieder die gleichen sein. Die genauen Voraussetzungen der einzelnen Untersuchungsinhalte werden in den jeweiligen Methodikkapiteln näher erläutert.
An dieser Stelle werden die Voraussetzungen beschrieben, die allgemein für die Untersuchung einer Gruppenentwicklung gelten. Drei wesentliche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden.
1. Die Gruppe kommt unter natürlichen Bedingungen zusammen bzw. wird, wie in diesem Fall, unter natürlichen Bedingungen von der normalen Gesellschaft getrennt.
Die Faktoren, die Einfluss auf die soziale und emotionale Persönlichkeit haben, sind gegenüber dem normalen Alltag extrem verändert. Die Crew ist von vielen möglichen Einflussfaktoren befreit, weil sie sich in einer Umgebung aufhält, die sich stark von der gesellschaftlichen Realität unterscheidet.
2. Die Gruppe hat ein gemeinsames Ziel.
Die Crew will das Schiff in den nächsten Hafen segeln. Dieses übergeordnete gemeinsame Ziel steht über jedem anderen persönlichen Ziel.
3. Die Crewmitglieder kommen freiwillig zusammen und haben eine gemeinsame Identifikationsmöglichkeit.
Die Crewmitglieder wurden zu dieser Fahrt weder gezwungen noch bezahlt. Außerdem wurde die Untersuchung von allen als Bestandteil der Reise anerkannt.
Inhaltsverzeichnis:
| Danksagung | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Vorwort | 1 |
| 2. | Einleitung | 2 |
| 2.1 | Problemstellung | 3 |
| 2.2 | Problemvoraussetzungen | 4 |
| 3. | Fragestellung | 6 |
| 4. | Theorie | 8 |
| 4.1 | Untersuchungsunabhängige Vorbereitungen | 9 |
| 4.1.1 | Unwägbarkeiten | 11 |
| 4.1.1.1 | Allgemeine Unwägbarkeiten | 11 |
| 4.1.1.2 | Besondere Unwägbarkeiten | 13 |
| 4.1.1.3 | Sozialpsychologische Unwägbarkeiten | 14 |
| 4.1.2 | Crewbelegung | 17 |
| 4.1.3 | Aufgabenverteilung | 19 |
| 4.1.3.1 | Skipper / Führung | 20 |
| 4.1.3.2 | Co Skipper | 20 |
| 4.1.3.3 | Sicherheitsaspekte | 21 |
| 4.1.3.4 | Navigation | 21 |
| 4.1.3.5 | Wetter | 22 |
| 4.1.3.6 | Verpflegung | 22 |
| 4.1.3.7 | Verstauung | 22 |
| 4.1.3.8 | Dokumentation | 23 |
| 4.2 | Untersuchungsabhängige Vorbereitungen | 23 |
| 4.2.1 | Die äußeren Faktoren | 24 |
| 4.2.1.1 | Nicht beeinflussbare Faktoren | 24 |
| 4.2.1.2 | Beeinflussbare Faktoren | 25 |
| Materielle Einflüsse | 25 | |
| Soziale Einflüsse | 26 | |
| 4.2.1.3 | Der Schlaf | 27 |
| 4.3 | Das Interview | 27 |
| 4.4 | Die Arbeitsorganisation | 28 |
| 4.4.1 | Die Organisationskriterien | 29 |
| 4.4.2 | Der Wachplan | 30 |
| 4.4.2.1 | Anmerkung | 31 |
| 4.4.2.2 | Zeitumstellung | 32 |
| 5. | Die Methodik | 33 |
| 5.1 | Die Soziometrie | 33 |
| 5.1.1 | Definition | 33 |
| 5.1.1.1 | Der Sozius | 33 |
| 5.1.1.2 | Die Metrik | 35 |
| 5.1.2 | Die Befragung | 36 |
| 5.1.2.1 | Die provozierte Soziomatrix | 36 |
| 5.1.2.2 | Die entschärfte Soziomatrix | 36 |
| 5.1.3 | Form der Auswertung | 37 |
| 5.2 | Die Interaktionsanalyse | 38 |
| 5.2.1 | Wahl der Datenerhebung | 38 |
| 5.2.2 | Die Beobachtung | 39 |
| 5.2.3 | Beobachterfehler | 42 |
| 5.3 | Das System SYMLOG | 43 |
| 5.3.1 | Geschichte | 43 |
| 5.3.2 | Definition | 43 |
| 5.3.2.1 | Die drei Dimensionen | 44 |
| Die F-B Dimension | 44 | |
| Die P-N Dimension | 45 | |
| Die U-D Dimension | 45 | |
| 5.3.3 | Datenerhebung | 46 |
| 5.3.3.1 | Beobachterschulung | 48 |
| 5.3.4 | Verarbeitung der Datenerhebung | 49 |
| 6. | Darstellung der Ergebnisse | 50 |
| 6.1 | Wahrnehmung der äußeren Faktoren | 50 |
| 6.1.1 | Der Seegang / die Dünung | 50 |
| 6.1.2 | Die Wellenhöhe | 52 |
| 6.1.3 | Der Kontakt zur Außenwelt | 54 |
| 6.1.4 | Die Kontaktaufnahme mit der Außenwelt | 55 |
| 6.1.5 | Die Verpflegung | 56 |
| 6.1.6 | Das Wetter | 58 |
| 6.1.7 | Der Schlaf | 60 |
| 6.1.7.1 | Die Qualität des Schlafes | 60 |
| 6.1.7.2 | Der Schlafrhythmus | 61 |
| 6.1.8 | Zusammenfassung | 62 |
| 6.2 | Ergebnisse der Soziometrie | 63 |
| 6.2.1 | Ergebnisse der provozierten Soziomatrix | 63 |
| 6.2.1.1 | Wahl des Wachpartners nach Sympathie | 63 |
| 6.2.1.2 | Wahl des Wachpartners nach Kompetenz | 64 |
| 6.2.1.3 | Soziogramme | 64 |
| 6.2.2 | Auswertung der entschärften Soziomatrix | 65 |
| 6.2.2.1 | Wahl des Wachpartners nach Sympathie | 66 |
| 4. Seetag | 66 | |
| 7. Seetag | 66 | |
| 10. Seetag | 66 | |
| 13. Seetag | 66 | |
| 16. Seetag | 67 | |
| Zusammenfassung | 67 | |
| 6.2.2.2 | Wahl des Wachpartners nach Kompetenz | 68 |
| 6.2.2.3 | Nach Kabinengemeinschaft | 69 |
| Vorschiffkabine | 69 | |
| Mitschiffkabine | 69 | |
| Steuerbordachterkammer | 70 | |
| Backbordachterkammer | 70 | |
| Zusammenfassung | 70 | |
| 6.2.2.4 | Nach Wachgemeinschaft | 70 |
| Beliebtheit | 71 | |
| Kompetenz | 71 | |
| Zusammenfassung | 72 | |
| 6.3 | Ergebnisse der Interaktionsanalyse | 73 |
| 6.3.1 | Gesamtfelddiagramm | 73 |
| 6.3.2 | Interaktionsanalyse vor der Reise | 75 |
| 6.3.2.1 | Entwicklung zum Tag nach der Ankunft | 76 |
| 6.3.2.2 | Vergleich zur provozierten Soziomatrix | 76 |
| 6.3.3 | Interaktionsanalyse während der Reise | 79 |
| 6.3.3.1 | Verlauf der P-N Dimension | 79 |
| 6.3.3.2 | Verlauf der F-B Dimension | 80 |
| 6.3.3.3 | Verlauf der U-D Dimension | 80 |
| 6.3.3.4 | Zusammenfassung | 81 |
| 6.3.4 | Vergleich der Wachpartner | 82 |
| 6.3.5 | Vergleich der Kabinenpartner | 85 |
| 6.3.6 | Zusammenfassung | 87 |
| 7. | Interpretation der Ergebnisse | 88 |
| 7.1 | Die äußeren Faktoren | 88 |
| 7.2 | Die soziometrischen Daten | 91 |
| 7.2.1 | Die Soziomatrix | 91 |
| 7.2.2 | Das Soziogramm | 92 |
| 7.2.3 | Einzelpersonen | 93 |
| 7.3 | Die Interaktionsanalyse | 94 |
| 7.3.1 | Interaktionsanalyse im Verlauf der Reise | 95 |
| 7.3.2 | Vergleich der Gemeinschaften | 98 |
| 7.4 | Vergleich der äußeren Faktoren mit den intrasozialen Untersuchungen | 99 |
| 7.5 | Vergleich der äußeren Faktoren mit der Interaktionsanalyse | 100 |
| 7.6 | Vergleich der Interaktionsanalyse mit der provozierten Soziomatrix | 101 |
| 8. | Diskussion | 105 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 107 |
| 10. | Anhang | 109 |
| Sicherheitscheck | 110 | |
| Grafiken der äußeren Faktoren | 114 | |
| Wahrnehmung des Seegangs | 114 | |
| wahrgenommene Wellenhöhe | 115 | |
| allgemeine Wahrnehmung des Kontakts zur Außenwelt | 116 | |
| Bewertungen des tatsächlichen Kontakts zur Außenwelt | 117 | |
| Wahrnehmung der Verpflegung | 118 | |
| Wahrnehmung des Wetters | 119 | |
| Wahrnehmung der Qualität des Schlafes | 120 | |
| Soziometrie | 121 | |
| Platzierungsverlauf der Beliebtheit | 121 | |
| Platzierungsverlauf der Kompetenz | 122 | |
| Entschärfte Soziometrie | 123 | |
| am 4. und 7. Tag | 123 | |
| am 10. und 13. Tag | 124 | |
| am 16. Tag | 125 | |
| Interaktionsanalyse | 126 | |
| Gesamtfelddiagramme | 126 | |
| Vor der Abreise und 4. Tag | 126 | |
| 10. und 16. Tag | 127 | |
| Tag nach der Ankunft und Gesamtdurchschnitt | 128 | |
| Wachplan | 129 | |
| Wacheinteilung | 130 |
Inhaltsverzeichnis:
| Danksagung | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Vorwort | 1 |
| 2. | Einleitung | 2 |
| 2.1 | Problemstellung | 3 |
| 2.2 | Problemvoraussetzungen | 4 |
| 3. | Fragestellung | 6 |
| 4. | Theorie | 8 |
| 4.1 | Untersuchungsunabhängige Vorbereitungen | 9 |
| 4.1.1 | Unwägbarkeiten | 11 |
| 4.1.1.1 | Allgemeine Unwägbarkeiten | 11 |
| 4.1.1.2 | Besondere Unwägbarkeiten | 13 |
| 4.1.1.3 | Sozialpsychologische Unwägbarkeiten | 14 |
| 4.1.2 | Crewbelegung | 17 |
| 4.1.3 | Aufgabenverteilung | 19 |
| 4.1.3.1 | Skipper / Führung | 20 |
| 4.1.3.2 | Co Skipper | 20 |
| 4.1.3.3 | Sicherheitsaspekte | 21 |
| 4.1.3.4 | Navigation | 21 |
| 4.1.3.5 | Wetter | 22 |
| 4.1.3.6 | Verpflegung | 22 |
| 4.1.3.7 | Verstauung | 22 |
| 4.1.3.8 | Dokumentation | 23 |
| 4.2 | Untersuchungsabhängige Vorbereitungen | 23 |
| 4.2.1 | Die äußeren Faktoren | 24 |
| 4.2.1.1 | Nicht beeinflussbare Faktoren | 24 |
| 4.2.1.2 | Beeinflussbare Faktoren | 25 |
| Materielle Einflüsse | 25 | |
| Soziale Einflüsse | 26 | |
| 4.2.1.3 | Der Schlaf | 27 |
| 4.3 | Das Interview | 27 |
| 4.4 | Die Arbeitsorganisation | 28 |
| 4.4.1 | Die Organisationskriterien | 29 |
| 4.4.2 | Der Wachplan | 30 |
| 4.4.2.1 | Anmerkung | 31 |
| 4.4.2.2 | Zeitumstellung | 32 |
| 5. | Die Methodik | 33 |
| 5.1 | Die Soziometrie | 33 |
| 5.1.1 | Definition | 33 |
| 5.1.1.1 | Der Sozius | 33 |
| 5.1.1.2 | Die Metrik | 35 |
| 5.1.2 | Die Befragung | 36 |
| 5.1.2.1 | Die provozierte Soziomatrix | 36 |
| 5.1.2.2 | Die entschärfte Soziomatrix | 36 |
| 5.1.3 | Form der Auswertung | 37 |
| 5.2 | Die Interaktionsanalyse | 38 |
| 5.2.1 | Wahl der Datenerhebung | 38 |
| 5.2.2 | Die Beobachtung | 39 |
| 5.2.3 | Beobachterfehler | 42 |
| 5.3 | Das System SYMLOG | 43 |
| 5.3.1 | Geschichte | 43 |
| 5.3.2 | Definition | 43 |
| 5.3.2.1 | Die drei Dimensionen | 44 |
| Die F-B Dimension | 44 | |
| Die P-N Dimension | 45 | |
| Die U-D Dimension | 45 | |
| 5.3.3 | Datenerhebung | 46 |
| 5.3.3.1 | Beobachterschulung | 48 |
| 5.3.4 | Verarbeitung der Datenerhebung | 49 |
| 6. | Darstellung der Ergebnisse | 50 |
| 6.1 | Wahrnehmung der äußeren Faktoren | 50 |
| 6.1.1 | Der Seegang / die Dünung | 50 |
| 6.1.2 | Die Wellenhöhe | 52 |
| 6.1.3 | Der Kontakt zur Außenwelt | 54 |
| 6.1.4 | Die Kontaktaufnahme mit der Außenwelt | 55 |
| 6.1.5 | Die Verpflegung | 56 |
| 6.1.6 | Das Wetter | 58 |
| 6.1.7 | Der Schlaf | 60 |
| 6.1.7.1 | Die Qualität des Schlafes | 60 |
| 6.1.7.2 | Der Schlafrhythmus | 61 |
| 6.1.8 | Zusammenfassung | 62 |
| 6.2 | Ergebnisse der Soziometrie | 63 |
| 6.2.1 | Ergebnisse der provozierten Soziomatrix | 63 |
| 6.2.1.1 | Wahl des Wachpartners nach Sympathie | 63 |
| 6.2.1.2 | Wahl des Wachpartners nach Kompetenz | 64 |
| 6.2.1.3 | Soziogramme | 64 |
| 6.2.2 | Auswertung der entschärften Soziomatrix | 65 |
| 6.2.2.1 | Wahl des Wachpartners nach Sympathie | 66 |
| 4. Seetag | 66 | |
| 7. Seetag | 66 | |
| 10. Seetag | 66 | |
| 13. Seetag | 66 | |
| 16. Seetag | 67 | |
| Zusammenfassung | 67 | |
| 6.2.2.2 | Wahl des Wachpartners nach Kompetenz | 68 |
| 6.2.2.3 | Nach Kabinengemeinschaft | 69 |
| Vorschiffkabine | 69 | |
| Mitschiffkabine | 69 | |
| Steuerbordachterkammer | 70 | |
| Backbordachterkammer | 70 | |
| Zusammenfassung | 70 | |
| 6.2.2.4 | Nach Wachgemeinschaft | 70 |
| Beliebtheit | 71 | |
| Kompetenz | 71 | |
| Zusammenfassung | 72 | |
| 6.3 | Ergebnisse der Interaktionsanalyse | 73 |
| 6.3.1 | Gesamtfelddiagramm | 73 |
| 6.3.2 | Interaktionsanalyse vor der Reise | 75 |
| 6.3.2.1 | Entwicklung zum Tag nach der Ankunft | 76 |
| 6.3.2.2 | Vergleich zur provozierten Soziomatrix | 76 |
| 6.3.3 | Interaktionsanalyse während der Reise | 79 |
| 6.3.3.1 | Verlauf der P-N Dimension | 79 |
| 6.3.3.2 | Verlauf der F-B Dimension | 80 |
| 6.3.3.3 | Verlauf der U-D Dimension | 80 |
| 6.3.3.4 | Zusammenfassung | 81 |
| 6.3.4 | Vergleich der Wachpartner | 82 |
| 6.3.5 | Vergleich der Kabinenpartner | 85 |
| 6.3.6 | Zusammenfassung | 87 |
| 7. | Interpretation der Ergebnisse | 88 |
| 7.1 | Die äußeren Faktoren | 88 |
| 7.2 | Die soziometrischen Daten | 91 |
| 7.2.1 | Die Soziomatrix | 91 |
| 7.2.2 | Das Soziogramm | 92 |
| 7.2.3 | Einzelpersonen | 93 |
| 7.3 | Die Interaktionsanalyse | 94 |
| 7.3.1 | Interaktionsanalyse im Verlauf der Reise | 95 |
| 7.3.2 | Vergleich der Gemeinschaften | 98 |
| 7.4 | Vergleich der äußeren Faktoren mit den intrasozialen Untersuchungen | 99 |
| 7.5 | Vergleich der äußeren Faktoren mit der Interaktionsanalyse | 100 |
| 7.6 | Vergleich der Interaktionsanalyse mit der provozierten Soziomatrix | 101 |
| 8. | Diskussion | 105 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 107 |
| 10. | Anhang | 109 |
| Sicherheitscheck | 110 | |
| Grafiken der äußeren Faktoren | 114 | |
| Wahrnehmung des Seegangs | 114 | |
| wahrgenommene Wellenhöhe | 115 | |
| allgemeine Wahrnehmung des Kontakts zur Außenwelt | 116 | |
| Bewertungen des tatsächlichen Kontakts zur Außenwelt | 117 | |
| Wahrnehmung der Verpflegung | 118 | |
| Wahrnehmung des Wetters | 119 | |
| Wahrnehmung der Qualität des Schlafes | 120 | |
| Soziometrie | 121 | |
| Platzierungsverlauf der Beliebtheit | 121 | |
| Platzierungsverlauf der Kompetenz | 122 | |
| Entschärfte Soziometrie | 123 | |
| am 4. und 7. Tag | 123 | |
| am 10. und 13. Tag | 124 | |
| am 16. Tag | 125 | |
| Interaktionsanalyse | 126 | |
| Gesamtfelddiagramme | 126 | |
| Vor der Abreise und 4. Tag | 126 | |
| 10. und 16. Tag | 127 | |
| Tag nach der Ankunft und Gesamtdurchschnitt | 128 | |
| Wachplan | 129 | |
| Wacheinteilung | 130 |
Textprobe:
Kapitel 5.1.1.1, Der Sozius:
Die Soziometrie ist die wissenschaftliche Untersuchung des Sozius, also dem Menschen als ein Teilnehmer der Gesellschaft. Die Soziometrie hat sich als eine von drei sozialen Denkströmungen entwickelt. Die Soziologie entwickelte sich in Frankreich, der wissenschaftliche Sozialismus in Deutschland und Russland und die Soziometrie überwiegend in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die beiden verwandten Wissenschaften sollen Erwähnung finden, damit im Weiteren keine Verwechslungen stattfinden können. Viele methodische Inhalte und Anwendungen ähneln sich zwar, jedoch liegt die Rechtfertigung für diese Untersuchung in der Soziometrie.
„Der Zweck der Soziometrie ist schließlich das Erfassen und Messen des Sozius.“ Der Mensch kann nur dann als Sozius betrachtet werden, wenn er in Beziehung mit anderen Menschen steht und so eine Gruppe bildet.
Was macht aus einer Ansammlung an Menschen eine Gruppe? Zwei wesentliche Merkmale einer Gruppe sind 1. eine enge soziale Interaktion und 2. ihre gemeinsamen Normen und Ziele. Das übergeordnete Ziel dieser Reise ist die Überquerung des Atlantiks mit einem Segelboot. Dieses Vorhaben macht die Crew zu einer Gruppe und legitimiert die soziometrische Untersuchung.
Weiter heißt es: „Sie müssen zur Zeit des Testes im Begriffe sein, sich auf ein gemeinsames Ziel hinzubewegen und ein gemeinsames Problem zu lösen, je nachdem welches Kriterium ihre sozialen Entscheidungen motiviert.“ Die Besatzung des Schiffes ist im sozialen Sinne voneinander abhängig. Jede Person in diesem Raum Schiff ist ein Sozius, so auch im Sinne Lewins. Wellhöfer verweist auf Lewin und sagt: „…dass individuelles Verhalten nie isoliert von sozialen Situationen und Einflussfaktoren betrachtet werden kann. Es gibt keinen ‚sozialen ‚Faraday-Käfig’, der das Individuum von den Ausstrahlungen des sozialen Kraftfeldes abschirmen kann.“ Doch der soziale Raum des Segelschiffes wird unter sozialpädagogischen Aspekten als „totale Institution“ bezeichnet. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, ist ein Merkmal der totalen Institution die räumliche Trennung von der übrigen Gesellschaft. So kann die Metapher des sozialen Faraday-Käfigs zwar nicht auf das Individuum angewendet werden, dennoch ist es eine passende Bezeichnung für die soziale Gruppe auf einem Segelschiff.
Unter dem Aspekt der sozialen Deprivation beschreibt Schunk es treffend: „Eine soziometrische Untersuchung würde die Besatzung eines Schiffes als weitgehend isolierte Gruppe erscheinen lassen, die nur minimale Interaktionsbeziehungen zu anderen potentiellen Interaktionspartnern außerhalb ihrer eigenen Gruppe hat“.
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Arbeit zitieren:
Plagmann, Jan September 2006: Eine empirische Untersuchung zur Soziometrie und Gruppendynamik während eines dreiwöchigen Segeltörns über den Nordatlantischen Ozean, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Soziometrie, Gruppendynamik, Segeln, Team, Kohäsion



