Theoretische Konzeption und praktische Implementierung von Lernsoftware für ausgewählte Bereiche des Operations Research: Transportalgorithmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Lautner
- Abgabedatum: Juni 2004
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 768,5 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8322-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8322-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8322-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lautner, Stefan Juni 2004: Theoretische Konzeption und praktische Implementierung von Lernsoftware für ausgewählte Bereiche des Operations Research: Transportalgorithmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Modifizierte Distributionsmethode, MODI-Methode, Java Applet, Eclipse Projekt, Server-Version
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Diplomarbeit von Stefan Lautner
Einleitung:
Der Transport von Waren, vom Ort der Produktion zu den Märkten, war schon immer ein bedeutender Bestandteil in der Wirtschaft. Für den Standort eines Unternehmens ist auch heute noch die Anbindung an die Verkehrswege von entscheidender Bedeutung, da der Transport von Waren einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor darstellt.
Im Zeitalter der Globalisierung und des Internets rücken die Entfernungen zwischen dem Ort der Produktion und dem Ort des Konsums immer weiter auseinander. Große internationale Konzerne produzieren in Ländern mit niedrigen Arbeitslöhnen und können trotz riesiger Transportstrecken bessere Preise als lokale Produzenten, anbieten. Der Vorteil der billigeren Produktion gegenüber möglichen Konkurrenten kann nur solang ein Vorteil sein, bis die Kosten für den Transport der Waren zum Markt den Produktionskostenvorteil aufheben. Aus diesem Grund sollten die Transportkosten so niedrig wie möglich gehalten werden, denn mit der Einsparung von Transportkosten steigt der Gewinn des Unternehmens. Die Kostensenkung durch eine Reduzierung der Transportkosten wird mit der Planung und Auswahl von optimalen Transportwegen erreicht. Durch ein Unternehmen sind häufig folgende Entscheidungen zu treffen: Was wird von welchen Produktionsstandort, zu welchem Markt, zu welcher Zeit und zu welchen Kosten transportiert. Diese Entscheidungen sind so komplex und wichtig für das Unternehmen, dass fundierte Methoden angewendet werden müssen, die den Entscheidungsträgern eines Unternehmens die Entscheidungsfindung erleichtern.
Die Notwendigkeit logistischer und anderer kriegsstrategischer Entscheidungen während des zweiten Weltkrieges erforderten die Entwicklung mathematischer Methoden für eine optimale Lösung der Entscheidungsprobleme. Aus diesem kriegsstrategischen Zusammenhang entstand in England und den USA ab dem Jahr 1940 das Operations Research (OR), dass sich genau mit dieser Thematik auseinandersetzte.
Eine Definition, was Operations Research besonders charakterisiert, wurde durch die OR-Gesellschaft „Operational Research Society“ beschrieben: „Unter Operations Research versteht man die Anwendung von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf das Problem der Entscheidungsfindung in der Unsicherheits- oder Risikosituation, mit dem Ziel, den Entscheidungsträgern bei der Suche nach optimalen Lösungen eine quantitative Basis zu liefern. Dabei können grundsätzlich Erkenntnisse aus allen wissenschaftlichen Disziplinen herangezogen werden“.
Die Erkenntnisse und Methoden des Operations Research hielten nach Beendigung des zweiten Weltkrieges Einzug in mathematische Planungsmethoden der Privatwirtschaft und sind durch den großen Konkurrenzdruck zwischen den Unternehmen unabdingbar geworden. Das Optimalitätsstreben, die modellanalytische Vorgehensweise, die genaue Problemquantifizierung der Entscheidungsprobleme und die Möglichkeiten der Entscheidungsvorbereitung, welche sich in den OR-Methoden wiederspiegeln, machen das Operations Research sehr attraktiv für Privatunternehmen. Vor allem das Optimalitätsstreben deckt sich mit der unternehmerischen Zielsetzung der Gewinnmaximierung. Dies führte dazu, dass die OR-Methoden nicht nur an Universitäten, sondern auch in der Wirtschaft weiterentwickelt wurden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich das Operations Research bis 1975 vorwiegend mit betriebswirtschaftlichen Problemstellungen auseinandersetzte. Anwendungsgebiete im privatwirtschaftlichen Bereich umfassen:
- Telekommunikation.
- Logistik (z.B. Transport- und Tourenplanung).
- Produktionsplanung und –steuerung.
- Projektmanagement und –steuerung.
- Investitions- und Finanzplanung.
Durch die Entwicklung der Computertechnik wurden in den letzten 10 Jahren das Operations Research um neue Anwendungsgebiete der Informatik z.B. Kommunikationsnetze, organisatorische Integration von Datenverarbeitungssystemen in betriebliche Strukturen (CIM), Simulation u.a. erweitert.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | I |
| II. | Abkürzungsverzeichnis | II |
| III. | Symbolverzeichnis | III |
| IV. | Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | IV |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Transportoptimierung | 3 |
| 2.1 | Einführung in die Transportoptimierung | 3 |
| 2.2 | Definition und Modellformulierung des Transportproblemes | 4 |
| 2.3 | Initialisierung des Transportproblemes | 8 |
| 2.4 | Die Eröffungsverfahren | 11 |
| 2.4.1 | Das Nord-West-Ecken-Verfahren | 11 |
| 2.4.2 | Das Kostenminimierungsverfahren | 14 |
| 2.4.3 | Das Vogelsche Approximationsverfahren | 15 |
| 2.4.4 | Degeneration des Transportproblemes | 16 |
| 2.5 | Die Modifizierte Distributionsmethode | 17 |
| 3. | Konzeption der Lernsoftware | 23 |
| 3.1 | Theoretische Konzeption | 23 |
| 3.2 | Spezifika einer Lernsoftware | 27 |
| 3.3 | Auswertung der Anwendererwartung (Fragebogen) | 31 |
| 3.4 | Zusammenfassung: Der SOLL-Zustand | 35 |
| 4. | Praktische Implementierung der Lernsoftware | 40 |
| 4.1 | System- und Komponentenentwurf | 40 |
| 4.2 | Implementierung der Transportalgorithmen | 44 |
| 4.2.1 | Implementierung Nord-West-Ecken-Verfahren | 44 |
| 4.2.2 | Implementierung Kostenminimierungsverfahren | 48 |
| 4.2.3 | Implementierung Vogelsches Approximationsverfahren | 49 |
| 4.2.4 | Implementierung des MODI-Verfahrens | 51 |
| 4.3 | Besonderheiten bei der Implementierung einer Lernsoftware | 57 |
| 4.4 | Erweiterungsfähigkeit der Software | 60 |
| 5. | Zusammenfassung | 63 |
| V. | Anhang | 67 |
| VI. | Literaturverzeichnis | 75 |
Nach der Analyse des IST-Zustandes, der Darstellung von Systemspezifika einer Lernsoftware und der Analyse der Zielgruppenerwartung erfolgt die Zusammenfassung der Erkenntnisse als SOLL-Zustand. Der SOLL-Zustand bildet damit eine verbale Beschreibung dessen, was zu Implementieren ist. Geteilt werden sollen die Anforderungen an die Lernsoftware in zwei Teile. Der erste Teil beschreibt kurz die allgemeinen Anforderungen an die Software. Der zweite Teil geht auf die spezifischen Anforderungen, die Merkmalsdimensionen87 einer Lernsoftware ein. (1) Allgemeine Anforderungen an die Software: Implementiert werden soll eine Software die Transportalgorithmen berechnet. Sie muss über eine grafische Oberfläche verfügen. Ausgehend von dieser zentralen Forderung waren keine weiteren Anforderungen gestellt wurden. Die bedeutende Restriktion für eine grafische Oberfläche ist die Bildschirmauflösung. Aus der Umfrage ergab sich, dass die Software für eine Auflösung von 1024x768 Bildpunkten konzipiert werden soll. Der Beschluss eine Lernsoftware zu implementieren kommt durch den Fakt zustande, das Software für lineare Programmierung meist nur Solver sind. Ein Nachvollziehen des Rechenweges ist nicht möglich, zusätzliche Erklärungen werden nicht gegeben. Als die zu verwendende Programmiersprache wird Java festgelegt. Eine Restriktion durch ein fest vorgeschriebenes Betriebssystem existiert nicht. [...]
ab. 42% der Befragten äußert sich positiv auf diese Frage. Die Bereitschaft für die Verwendung einer Lernsoftware sollte unter den Befragten gegeben sein. Das Haupteinsatzgebiet der Lernsoftware liegt laut Umfrageergebnis in der Prüfungsvorbereitung. 93% der befragten Studenten wollen die Software dazu nutzten. Nur 50% wünschen eine Vorlesungsergänzung oder eine theoretische Prüfungsvorbereitung durch die Lernsoftware. Ein Vorlesungsersatz wird abgelehnt, nur 6% würde die Software als Vorlesungsersatz nutzen wollen. Zusätzlich zu den vorgegebenen Antworten wurde die Verwendung in Poolübungen, als mögliches Einsatzgebiet der Lernsoftware, vorgeschlagen. Frage 3.4 dient der Erfassung der Liste von unverzichtbaren Funktionen einer Lernsoftware. Obwohl in Frage 3.1 nur 40% eine Korrektur erwarten, wollen nun 83% der Befragten eine Korrektur und Fehleranzeige. Mit diesem Wert kann nur der Schluss gezogen werden, dass wenige der Studenten wissen, was genau eine Lernsoftware charakterisiert. Mit Bezug auf das Ergebnis von Frage 3.3, dem Einsatz als Prüfungsvorbereitung, der von 93% angegeben wurde, ist es nicht verwunderlich, dass 83% der Befragten eine Erläuterung der einzelnen Rechenschritte wünschen. Interpretiert werden kann dieser Wert folgendermaßen: Für das Bestehen der Diplomprüfung ist nach Meinung der befragten Studenten nicht das Verstehen des Wissensgebietes notwendig, es ist nur notwendig zu wissen, wie gerechnet werden muss. Diese Interpretation kann durch den Wert für den Wunsch nach einer Erläuterung der Theorie von nur 47% unterstützt werden. Wichtig ist den Befragten auch eine grafische Erläuterung, sowie eine intuitive Bedienung. Interaktivität, ebenso wie die Kontrollinstanz ein bedeutendes Merkmal einer Lernsoftware, wird nur von 42% erwartet. Im Zusammenhang mit dem Wunsch nach der Erläuterung der einzelnen Rechenschritte, ist die Bereitschaft der Studenten, selber Berechnungen durchzuführen, bedenklich gering. Übungsaufgaben und Kontrollen in Tests werden von nur knapp 50% gewünscht. Auf die Frage 3.5 nach grafischer- oder textorientierter Lernsoftware antworten 100% mit einer grafisch orientierten Lernsoftware. 4% der Befragten würden auch eine textorientierte Lernsoftware akzeptieren. Merkwürdig ist das Ergebnis zu Frage 3.6. Obwohl 100% der Befragten über einen Zugang zum Internet verfügen, 34 [...]
Zuspruch bei den Studenten findet. Der Grund liegt in der schlechten Unterstützung des Lernprozesses durch fehlende Erklärungen zu Lösungswegen und in der für die Studenten zu komplizierten Bedienbarkeit und Handhabung. Die Note 3,75 für die Bedienbarkeit und Handhabung ist nicht nachvollziehbar, da die Eingabe der linearen Programme sehr einfach und leicht gestaltet ist. Wahrscheinlich ist der Grund für die schlechte Bewertung die Textbasiertheit von "Lindo" und der damit verbundene Aufwand bei der Arbeit mit dem Solver. Als positiv empfanden die Befragten in Frage 2.4 die hohe Ausführungsgeschwindigkeit, die Möglichkeit der Berechnung der Sensitivitätsanalyse und die Ausgabestruktur der Ergebnisse. Diese als positiv empfundenen Eigenschaften soll auch die zu erstellende Lernsoftware erfüllen können. Um die Gründe für die Ablehnung der Studenten in Erfahrung zu bringen, wurde Frage 2.5 in den Fragenkatalog aufgenommen. Die schlechte Bedienbarkeit, die einfache Oberfläche und das Fehlen einer grafischen Unterstützung wird als besonders benutzerunfreundlich angesehen. Zur Verteidigung von "Lindo" muss angemerkt werden, dass die Software aus dem Jahr 1996 stammt. Die Meinung der Studenten bestätigt die Entwicklungsrichtung hin zu grafischen Benutzeroberflächen. (3) Auswertung Fragebogen Block 3 – Lernsoftware: Im dritten Block wurden Fragen über die Erwartung an eine Lernsoftware gestellt. Zur Frage 3.1 verstehen nur 85% der Befragten unter einer Lernsoftware, dass Wissen vermittelt werden sollte. Der selbe Anteil erwartet eine Übungssoftware. Warum nur 40% eine Korrektur erwarten, ist unverständlich. Die Kontrollinstanz ist eine der Systemspezifikationen, die eine Software als Lernsoftware kennzeichnet86. Die Frage, ob bereits mit einer Lernsoftware gearbeitet wurde, die mathematische Algorithmen vermittelt, zielt auf die Akzeptanz für die Arbeit mit einer Lernsoftware [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483227
Arbeit zitieren:
Lautner, Stefan Juni 2004: Theoretische Konzeption und praktische Implementierung von Lernsoftware für ausgewählte Bereiche des Operations Research: Transportalgorithmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Modifizierte Distributionsmethode, MODI-Methode, Java Applet, Eclipse Projekt, Server-Version




