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Strategieentwicklungsprozesse

Konzepte und empirische Ergebnisse

Strategieentwicklungsprozesse
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Astrid Knigge
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6924-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6924-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6924-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Knigge, Astrid April 2003: Strategieentwicklungsprozesse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strategisches Management, Strategieprozess, Strategieprozessforschung, Strategy Process Research, Strategieforschung

Diplomarbeit von Astrid Knigge

Problemstellung:

Der Begriff der Strategie und des strategischen Managements sind aus der aktuellen Betriebswirtschaft nicht mehr wegzudenken. Das Themengebiet genießt wachsenden Zulauf, wie die Anzahl der Journale und der Fachliteratur in diesem Bereich belegen. Ständig kommen neue Konzepte und Instrumente des strategischen Managements, sowie Forschungen zu diesem Gebiet aus der aktuellen betriebswirtschaftlichen Diskussion hervor. Dies lässt bereits erahnen, dass der eigentliche Prozess der Strategieentwicklung ein noch nicht vollkommen erforschter Prozess ist und dass Debatten, wie Strategien in Unternehmungen entstehen, nicht abreißen.

Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt eindeutig auf der Betrachtung des Prozesses der Strategieentwicklung. Dazu ist es notwendig, einige ausgewählte Konzepte und Ergebnisse empirischer Untersuchungen zu betrachten, um einen Überblick über den Stand der Forschung in diesem Bereich zu erhalten.

Die vorliegende Arbeit geht neben der fokussierten Strategieprozessforschung auch auf die benachbarten Themengebiete wie Strategieinhaltsforschung ein, sofern es zum besseren Verständnis des Themengebietes der Strategieprozesse in Unternehmungen beiträgt.

Zuerst erfolgt eine Einordnung des Themas in die Betriebswirtschaft. Dabei wird deutlich, dass es und warum es zu keinem einheitlichen Begriffsverständnis in Bezug auf strategisches Management und Strategie kommen kann. Im nächsten Schritt folgt die Identifizierung zweier grundlegender theoretischer Perspektiven des strategischen Managements, aus denen sich zwei unterschiedliche Prozessmodelle, die präskriptiven Modelle der synoptischen Planung und die deskriptiven Inkrementalmodelle der Strategieentwicklung begründen lassen. In Kapitel 4 und 5 werden einige Konzepte und empirische Ergebnisse im Zusammenhang mit Strategieentwicklungsprozessen genauer erläutert, um einen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung auf diesem Gebiet zu geben. Es wird dargelegt, dass eine integrative Erforschung des Bereichs angestrebt werden sollte, um auf diese Art und Weise tiefer gehende Ergebnisse für Theorie und Praxis zu erhalten.

Anzumerken ist, dass im Rahmen dieser Arbeit angesichts der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Literatur und insbesondere der Vielzahl an Studien, die auf unterschiedlichsten Annahmen basieren, kein vollumfänglicher Überblick über das Themengebiet geleistet werden kann. Als Datenbasis werden schwerpunktmäßig die Zeitschriften Strategic Management Journal, Journal of Management, Long Range Planning, Sloan Management Review, die Betriebswirtschaft sowie aufschlussreiche Bücher und Artikel herangezogen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1. Problemstellung 1
2. Entwicklung des strategischen Managements 2
3. Zwei theoretische Perspektiven des strategischen Managements 7
4. Konzepte zu Strategieentwicklungsprozessen 17
4.1 Einleitung 17
4.2 Sach-rationale Konzepte 17
4.2.1 Strategiekonzept von Andrews 17
4.2.2 Konzept von Welge/Al-Laham 21
4.3 Unstrukturierte-evolutionäre Konzepte 26
4.3.1 Logischer Inkrementalismus von Quinn 26
4.3.2 Grassroot-Modell von Mintzberg 29
5. Empirische Forschung zu Strategieentwicklungsprozessen 33
5.1 Einleitung 33
5.2 Empirische Ergebnisse sach-rationalorientierter Strategieprozessforschung 35
5.2.1 Studie von Dooley, Fryxell und Judge 35
5.2.2 Studie von Papadakis/Barwise 39
5.3 Empirische Ergebnisse unstrukturiert-evolutionärer Strategieprozessforschung 42
5.3.1 Studie von Marginson 42
5.3.2 Studie von Markóczy 47
5.4 Integrativer Rahmen der Strategieprozessforschung und empirische Ergebnisse 51
6. Zusammenfassung und Ausblick 57
Literaturverzeichnis 63

Automatisiert erstellter Textauszug:

vorgibt, wie z.B. die Herstellung und Entwicklung nur qualitativ hochwertiger Produkte, die mit dem Qualitätsimage der Unternehmung vereinbar sind. Die Details aber, also die Auswahl der Produkte, werden Mitarbeitern auf tieferen hierarchischen Ebenen überlassen. So stellt die Schirm-Strategie auf die Richtlinien bezogen eine geplante Strategie, was aber die Ausgestaltung der Details angeht eine emergente Strategie dar.168 Das Management muss sich bewusst sein, dass die Strategien einer Unternehmung in jeder organisatorischen Einheit der Unternehmung entstehen können, aber auch dass Strategien häufiger ihren Ursprung auf unteren Ebenen der Organisation haben. Für das Management gilt es, die erkannten Strategien, die viel versprechend erscheinen, zu fördern, während andere, die nicht so sinnvoll erscheinen, zu unterbinden sind oder evtl. abzuwarten ist, wie diese sich noch entwickeln. Wichtig ist, dass sich die Unternehmung an die entwickelnden Strategien (Strategien als Muster) anpasst und nicht umgekehrt. Das Management sollte ferner ein Gespür dafür entwickeln, wann eine etablierte strategische Orientierung auszuschöpfen oder wann ein Wandel und damit eine neue Orientierung vonnöten ist.169 Für Mintzberg vollzieht sich demnach die Strategieentwicklung und -umsetzung ähnlich dem unternehmungsbezogenen Lernprozess.170 Strategien können nicht ad hoc durch einen formalen Planungsansatz gebildet werden, sie entstehen eher aus individuellen Problemlösungen von unteren hierarchischen Ebenen der Organisation. [...]

durch den Verkauf an französische Restaurants zu einer weiteren Einnahmequelle werden.162 „4. Die Prozesse der Vermehrung können bewusst sein, müssen aber nicht. Sie können auch gemanagt werden, müssen aber nicht.“163 Der Prozess der Strategiebildung muss nicht formal gesteuert oder geplant werden. Der Prozess kann einfach durch kollektives Handeln entstehen. Wird eine Strategie als wertvoll für die Unternehmung anerkannt, kann es sinnvoll sein, ihre weitere Entwicklung zu steuern.164 „5. Neue Strategien, die unter Umständen kontinuierlich entstehen, durchdringen die Organisation in Zeiten der Veränderung, die Perioden einer integrierten Kontinuität unterbrechen.“165 Mintzberg unterscheidet in Unternehmungen Phasen der Stabilität und des Umbruchs. Während der stabilen Phasen verfolgen Unternehmungen eine gegebene strategische Orientierung. Veränderung vollzieht sich nur in Blickrichtung dieser strategischen Orientierung, so dass dasselbe Tun unter dem Blickwinkel der Verbesserung des Bestehenden geschieht. Etablierte Strategien werden ausgenutzt. Die wirklich neuen emergenten Strategien werden in dieser Zeit nicht beachtet, bzw. unter Kontrolle gehalten. In Zeiten des Wandels hingegen, wo eine strategische Neuorientierung notwendig ist, greift man auf diese emergenten Strategien zurück, experimentiert mit ihnen bis man eine neue strategische Orientierung hat. Sind diese Phasen nicht klar voneinander getrennt, hat dies eine Zerstörung der produktiven Kapazitäten des Systems zur Folge, weil sich Erfolg nur in den stabilen Phasen einstellt.166 „6. Diesen Prozess zu managen bedeutet nicht, sich vorher Strategien auszudenken, sondern ihr Entstehen zu erkennen und angemessen zu intervenieren.“167 Das Management hat die Aufgabe, ein Unternehmungsklima zu schaffen, dass möglichst viele Strategien hervorbringt. Das Management muss folglich eine leitende SchirmStrategie (Umbrella-Strategy) definieren, flexible Strukturen schaffen, geeignete Prozesse entwickeln, die ein solches Klima hervorbringen. Eine Schirm-Strategie ist für Mintzberg eine Strategie, in der das Topmanagement weit gefasste Richtlinien [...]

ternehmungen vollzieht.151 Zu Mintzbergs untersuchten Unternehmungen gehören eine Supermarktkette (Steinbergs), eine große Fluggesellschaft (Air Canada), eine Filmagentur (National Film Board of Canada) und ein Autohersteller (VW Canada).152 Mintzberg erarbeitet auf der Grundlage dieser empirischen Studien ein alternatives Konzept der Strategiebildung, das er als “Grassroot Model of Strategy Formation“ bezeichnet.153 Das von Mintzberg konstruierte Konzept der Strategiebildung besteht aus sechs Aspekten: 154 „1. Strategien wachsen zu Beginn wie Unkraut im Garten. Sie werden nicht wie Tomaten im Treibhaus kultiviert.“155 Darunter ist zu verstehen, dass der Prozess der Strategiebildung nicht in ein bestimmtes Schema oder in eine Form gepresst werden sollte, so dass sich eine Strategie im Sinn eines Musters156 noch entwickeln kann.157 „2. Die Strategien können überall Wurzeln schlagen, praktisch überall, wo Leute lernfähig sind und Mittel dazu haben, diese Fähigkeiten auszubauen.“158 Mintzberg ist der Meinung, dass es nicht einen besten Weg der Strategiebildung gibt.159 Strategien können zufällig entstehen, z.B. in einem Teil der Unternehmung, das mit einem Problem konfrontiert ist, wo eine Strategie im Sinne eines sich ergebenden Musters entsteht. Strategien können aber auch durch allmähliches oder spontanes abgestimmtes Handeln verschiedener Personen entstehen. Kurz gesagt lässt sich der Entstehungspunkt einer Strategie nicht vorhersehen.160 „3. Solche Strategien werden zur organisatorischen Realität, wenn sie kollektiv, werden, d.h. wenn die Muster sich verbreiten und das Verhalten der Organisation insgesamt durchdringen.“161 Die sich entwickelnden Strategien können die bereits praktizierten, intendierten Strategien ersetzen. Dies muss aber keineswegs negativ behaftet sein, denn durch eine andere Perspektive, kann die emergente Strategie wertvoll sein. Bspw. sind für einen Salatbauern Weinbergschnecken eine Plage, sie können aber [...]

Arbeit zitieren:
Knigge, Astrid April 2003: Strategieentwicklungsprozesse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strategisches Management, Strategieprozess, Strategieprozessforschung, Strategy Process Research, Strategieforschung

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