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Handelsmarken in Multi-Channel-Systems

Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten

Handelsmarken in Multi-Channel-Systems
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thorsten Feßler
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 668,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5477-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5477-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5477-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Feßler, Thorsten November 2001: Handelsmarken in Multi-Channel-Systems, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konsumentenverhalten, Mehrkanalsysteme, Electronic Commerce, Electronic Retailing

Diplomarbeit von Thorsten Feßler

Einleitung:

Die Entwicklung des stationären Handels ist in Deutschland in den letzten Jahren von einer Stagnation der Umsätze geprägt. Zudem ist damit zu rechnen, dass sich die Handelsumsätze in den nächsten Jahren in erheblichem Umfang hin zu neuen Anbietern und/oder neuen Vertriebskonzepten verlagern werden. Daher werden Handelsunternehmen immer mehr dazu gezwungen, neue Vertriebswege zu erschließen, wobei insbesondere das Internet eine herausragende Rolle spielt. Hierbei eröffnen Mehrkanalstrategien die Möglichkeit, die Stärken der einzelnen Kanäle zu verbinden. Mit Hilfe der Einführung von Handelsmarken ist es möglich, dem zunehmendem Preiswettbewerb im Internet zu entkommen und sich darüber hinaus von der Konkurrenz zu differenzieren.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, die Anforderungen an das Handelsmarkenmanagement in Mehrkanalsystemen („Multi-Channel-Systems“) einerseits theoretisch herzuleiten, andererseits aber auch die Relevanz dieser Schlussfolgerungen an Beispielen aus der Praxis deutlich zu machen. Zudem werden konkrete Hinweise darauf gegeben, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich hieraus für die Einführung von Handelsmarkenprodukten in Mehrkanalsystemen und insbesondere im Internet anbieten. Diese Ausführungen können zu einem großen Teil auch auf Herstellermarkenprodukte übertragen werden.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel wird anhand der Entwicklungen der Nutzerstrukturen und anhand eines Vergleichs der Vor- und Nachteile der beiden Vertriebskanäle herausgearbeitet, welche Chancen sich aus dem Aufbau eines Mehrkanalsystems für den Anbieter ergeben. Um in vollem Umfang von diesen Chancen profitieren zu können, müssen aber zunächst vielfältige strategische Herausforderungen bewältigt werden, insbesondere die Integration der Vertriebskanäle, die Entwicklung einer Markenstrategie und das Fulfilment. Anhand konkreter Fälle aus der Praxis werden hierzu die verschiedenen Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt.

Mit der Einführung von Handelsmarken ergeben sich neben den schon genannten Vorteilen auch die Möglichkeiten, die eigene Ertragssituation zu verbessern, das Sortiment weiter zu optimieren und die Kundenbindung zu stärken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Handelsmarken in den letzten Jahren eine immer stärkere Akzeptanz in den Handelsunternehmen und auch bei den Verbrauchern gefunden haben. Neben einer Darstellung dieser Entwicklung und der Ziele einer Handelsmarkenpolitik wird im zweiten Kapitel auf aktuelle Tendenzen und auf Prognosen zur Handelsmarkenpolitik eingegangen.

Im dritten Teil der Arbeit werden dann die Anforderungen näher untersucht, die sich an den Vertrieb von Handelsmarken in Mehrkanalsystemen und dabei speziell im Electronic Retailing stellen. Die Grundlage hierfür bilden zunächst einmal aktuelle Konsumententrends und die Charakteristika der Online-Shopper. Zudem werden drei zentrale Faktoren herausgearbeitet, die vom Konsumentenverhalten ausgehend den Erfolg von Handelsmarken entscheidend bestimmen: die Preissensibilität, das wahrgenommene Kaufrisiko und die Markenwechselneigung der Konsumenten. Hierzu wird untersucht, worin die Determinanten dieser Faktoren bestehen und welche Voraussetzungen diesbezüglich im Internet gegeben sind. Aus diesen Beobachtungen werden schließlich konkrete Schlussfolgerungen für das Handelsmarkenmanagement in Mehrkanalsystemen und im Electronic Retailing gezogen.

Basierend auf den Ausführungen des dritten Kapitels werden im letzten Teil der Arbeit konkrete Hinweise zu Gestaltungsmöglichkeiten gegeben. Dabei wird zunächst analysiert, welche Produkte sich als Handelsmarken für den Vertrieb über das Internet anbieten und welche Besonderheiten sich für den Einsatz der Marketinginstrumente zur Handelsmarkenführung in Mehrkanalsystemen ergeben. Einen weiteren Schwerpunkt innerhalb dieses Kapitels bildet die Informationspolitik der Online-Händler, da sie einen wichtigen Ansatzpunkt bietet, um das wahrgenommene Kaufrisiko der Kunden zu reduzieren und damit die Absatzmöglichkeiten von Handelsmarkenprodukten zu erhöhen. Abschließend wird betrachtet, inwieweit Online-Händler sich die neuartigen Internet-Technologien für ihre Handelsmarken absatzfördernd zu Nutze machen können.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Multi-Channel-Systems - Chancen und Herausforderungen für den Lebensmittelhandel 3
2.1 Begriffsabgrenzungen 3
2.1.1 Multi-Channel-Systems 3
2.1.2 Electronic Retailing 4
2.2 Zur Entwicklung des Electronic Commerce 5
2.3 Vergleich von E-Retailing und stationärem Handel aus Kundensicht 7
2.3.1 Vorteile des Electronic Retailing 7
2.3.2 Vorteile des stationären Handels 8
2.4 Chancen für traditionelle Händler durch den Aufbau von Multi-Channel-Systems 10
2.5 Herausforderungen und mögliche Strategien für den Aufbau von Multi-Channel-Systems 11
2.5.1 Integration der Vertriebskanäle 11
2.5.2 Markenstrategie 12
2.5.3 Fulfilment 14
2.6 Momentane Situation im Multi-Channel-Bereich 15
2.6.1 Situation im deutschen Einzelhandel 15
2.6.2 Situation im Online-Lebensmittelhandel 16
3. Handelsmarkenmanagement im deutschen Lebensmittelhandel 19
3.1 Zum Begriff der Handelsmarke 19
3.2 Erscheinungsformen von Handelsmarken 20
3.3 Ziele der Handelsmarkenpolitik 22
3.3.1 Unternehmensbezogene Ziele 22
3.3.2 Kundenbezogene Ziele 23
3.3.3 Konkurrenzbezogene Ziele 23
3.3.4 Herstellerbezogene Ziele 24
3.4 Bisherige Entwicklung in Deutschland 24
3.4.1 Entwicklungsphasen der Handelsmarken 24
3.4.2 Gründe für die zunehmende Verbreitung der Handelsmarken 25
3.5 Aktuelle Tendenzen in der Handelsmarkenführung 28
3.5.1 Trend zur Premium-Handelsmarke 28
3.5.2 Trend zur internationalen Handelsmarke 29
3.6 Prognose der zukünftigen Entwicklung von Handelsmarken 31
4. Anforderungen an das Handelsmarkenmanagement in Multi-Channel-Systems aus Konsumentensicht 33
4.1 Relevante Konsumententrends 33
4.1.1 Convenience 33
4.1.2 Polarisierung der Nachfrage 34
4.1.3 Der kritische, fordernde Konsument 36
4.1.4 Wachsendes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein 36
4.2 Lebensmittelkäufe im Internet: Abgrenzung und Käufertypen 37
4.2.1 Einordnung des Lebensmittelkaufes in eine Typologie des Online-Kaufverhaltens 37
4.2.2 Käufertypen im Online-Lebensmittelhandel 39
4.3 Erfolgsfaktoren für Handelsmarken in Multi-Channel-Systems 40
4.3.1 Preisorientierung der Konsumenten 40
4.3.1.1 Determinanten und Ausprägungen der Preisorientierung 40
4.3.1.2 Ausmaß der Preisorientierung im Internet 42
4.3.1.3 Schlussfolgerungen für das Handelsmarkenmanagement in Multi-Channel-Systems 44
4.3.2 Das wahrgenommene Qualitätsrisiko 45
4.3.2.1 Begriffsbestimmung und Bedeutung für Handelsmarken 45
4.3.2.2 Determinanten des Grades des wahrgenommenen Qualitätsrisikos 46
4.3.2.3 Gründe für eine geringere Qualitätsvermutung bei Handelsmarken 47
4.3.2.4 Schlussfolgerungen für das Handelsmarkenmanagement in Multi-Channel-Systems 49
4.3.3 Die Markenwechselneigung der Konsumenten 50
4.3.3.1 Einflussfaktoren der Markenwechselneigung 50
4.3.3.2 Vergleich der Markenwechselneigung in den beiden Vertriebskanälen 50
4.3.3.3 Schlussfolgerungen für das Handelsmarkenmanagement in Multi-Channel-Systems 52
5. Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen des Handelsmarkenmanagements in Multi-Channel-Systems 54
5.1 Eignung von Produkten als Handelsmarken in Multi-Channel-Systems 54
5.1.1 Eignung verschiedener Warengruppen zum Online-Vertrieb 54
5.1.2 Determinanten der Eignung von Warengruppen für die Einführung von Handelsmarken 55
5.1.3 Mögliche Produktkategorien für Handelsmarken in Multi-Channel-Systems 57
5.2 Einsatz der Marketinginstrumente zur Handelsmarkenführung in Multi-Channel-Systems 59
5.3 Informationspolitik zu Handelsmarken im Internet 62
5.3.1 Bestimmungsfaktoren des Umfangs der angebotenen Informationen 62
5.3.2 Möglichkeiten der Reduktion von wahrgenommenen Qualitätsrisiken im Internet 63
5.4 Einsatz von Entscheidungshilfen im Internet 65
6. Resümee 68
Literaturverzeichnis V
Eidesstattliche Erklärung XVI

Automatisiert erstellter Textauszug:

meisten Produkten ein nur geringes produktbezogenes Involvement vorliegt207, was damit einhergeht, dass vor dem Kauf nur wenige Informationen zum Produkt nachgefragt werden208. Ausgelöst durch verschiedene Lebensmittelskandale sowie durch die Diskussionen um Gen-Food ist das Involvement der Konsumenten in bestimmten Produktbereichen (z.B. Fleischwaren) in den letzten Jahren allerdings gestiegen209. Daher kann man das Verbraucherverhalten in diesen Bereichen dem informationsorientierten Mind-Set zuordnen, d.h. die Nachfrager informieren sich zunächst über die angebotenen Produkte, bevor sie einen Kauf tätigen. 4.2.2 Käufertypen im Online-Lebensmittelhandel Bezüglich der Frage, welche Kundentypen am ehesten zum virtuellen Lebensmittelkauf neigen, können nach einer Studie von Roland Berger in Europa insbesondere zwei Kundensegmente identifiziert werden210. Dies ist zunächst die Gruppe der sogenannten „Time Starved“. Sie lassen sich damit beschreiben, dass sie höheren Einkommensgruppen angehören, ganztägig arbeiten und stets Zeitknappheit empfinden. Da sie technologiebegeistert sind und der Lebensmitteleinkauf für sie nur ein notwendiges Übel darstellt, das ihnen die knappe Freizeit verkürzt, besteht eine hohe Affinität zum OnlineLebensmittelhandel. Die zweite Gruppe bilden die sogenannten „Modern Responsibles“. Dies sind junge Familien, bei denen die Angehörigen oft ganztägig arbeiten und die viel Zeit mit der Familie verbringen möchten. Auch sie sind starke Internet-Nutzer. Diller und Mitarbeiter kommen bei einer Erhebung im Lebensmittelhandel zu dem Ergebnis, dass berufstätige Singles mit 55% ein starkes Interesse an innovativen Distributionssystemen wie dem Internet-Handel haben. Jedoch ist dieses Interesse bei doppelverdienenden Haushalten nur gering ausgeprägt211. Die Motive für den Lebensmitteleinkauf im Internet liegen vor allem in der Zeitersparnis und in der größeren Convenience im Vergleich zum stationären Handel. Dagegen werden solche Konsumenten weniger zum Electronic Shopping [...]

oder dass sie einfach nicht erhältlich sind198. Allerdings können mit ökologischen Produkten neben dem Umweltbewusstsein weitere Motive angesprochen werden, insbesondere die mit der Umweltverträglichkeit und Natürlichkeit assoziierte Gesundheitsverträglichkeit der Produkte199. Das wachsende Gesundheitsbewusstsein schlägt sich vor allem im Ernährungsbewusstsein der Konsumenten nieder, wobei für die Verbraucher auch der Genuss eine große Rolle spielt200. Es bietet sich nun für die Handelsmarkenpolitik an, solche Produkte auf den Markt zu bringen, die diesem gesteigerten Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein entsprechen. Um den Zweifeln an der Funktionalität und Qualität dieser Produkte entgegenzutreten und zudem die höheren Preise solcher Produkte zu rechtfertigen, ist dann eine intensive Informationspolitik zu betreiben, wobei insbesondere die Glaubwürdigkeit der Informationen entscheidend ist201. Zudem sollten die Produkte dem Genusstreben der Verbraucher entsprechen, wobei es wichtig ist, dass die Produkte nicht zu einfach aufgemacht sind, sondern durch die Produkt- und Verpackungsgestaltung ein positives Lebensgefühl ausstrahlen202. 4.2 Lebensmittelkäufe im Internet: Abgrenzung und Käufertypen Kaufverhaltens Es existieren verschiedene Ansätze, um das Konsumentenverhalten im Internet zu erklären. Nach dem Konzept der „Mind-Sets“ kann das Konsumentenverhalten im Internet nach spezifischen kognitiven Orientierungen typologisiert werden203. Auf der ersten Stufe wird danach unterschieden, ob ein Internet-Nutzer ziel- oder erlebnisorientiert vorgeht204. Im letzteren Fall besteht die kognitive Orientierung des Konsumenten darin, dass er neue Erfahrungen sammeln und seine Neugierde befriedigen möchte, ohne dabei ein genaues Ziel vor Augen zu haben. Bei einer zielorientierten Vorgehensweise strebt der Konsument dage198 199 [...]

4.1.3 Der kritische, fordernde Konsument Da die Verbraucher heutzutage besser ausgebildet sind und sie durch die verschiedenen Medien besser informiert werden, sind sie kritischer und wählerischer, was sich in verschiedenen Entwicklungen zeigt. Sie eignen sich vermehrt Produktkenntnisse an, achten in stärkerem Maße auf die Qualität der Waren und sind misstrauischer gegenüber den Erklärungen und Informationen der Anbieter. Beim Produktkauf stehen dessen Funktionalität und vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund. Es ist anzunehmen, dass diese rational bewussten Kaufentscheidungen über alle Produktgruppen hinweg verstärkt getroffen werden, auch bei Niedrigpreisartikeln194. Da diese Entwicklung mit einer sinkenden Markentreue der Konsumenten verbunden ist, ergibt sich hieraus eine große Chance für solche Handelsmarken, die von der Qualität her mit den führenden Herstellermarken auf einer Stufe stehen. Es kann den Kunden hierbei ein Mehrwert dadurch geboten werden, dass sie ein gleichwertiges Produkt zu einem geringeren Preis erhalten. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Handelsmarkenprodukte sicherzustellen, ist die Einrichtung eines funktionierenden Qualitätsmanagements notwendig195. Zudem muss die Qualität der Produkte dem Kunden signalisiert werden, indem ihm zusätzliche Informationen vermittelt werden. Schließlich kann der Kunde durch ein professionelles Beschwerdemanagement eingebunden werden196. 4.1.4 Wachsendes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein Die Ursachen für das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher liegen in der verbesserten Aufklärung über die Folgen der Herstellung und des Konsums von Gütern und in den zuletzt vermehrt aufgetretenen Lebensmittelskandalen (MKS, BSE)197. Jedoch besteht weiterhin eine Lücke zwischen dem bekundeten Umweltinteresse und dem tatsächlichen Kaufverhalten. Dies kann unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass die Preise ökologischer Produkte den Konsumenten zu hoch erscheinen, dass sie als qualitativ minderwertig eingeschätzt werden [...]

Arbeit zitieren:
Feßler, Thorsten November 2001: Handelsmarken in Multi-Channel-Systems, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konsumentenverhalten, Mehrkanalsysteme, Electronic Commerce, Electronic Retailing

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