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Prostitution und Sozialarbeit

Gegenwärtige Situation in der BRD und deren für die Sozialarbeit relevante Aspekte

Prostitution und Sozialarbeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Philip Uhrmann
  • Abgabedatum: Juni 1998
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1221-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1221-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1221-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Uhrmann, Philip Juni 1998: Prostitution und Sozialarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bundesrepublik, Mönchengladbach, Frauen, Prostitution, Sozialarbeit

Diplomarbeit von Philip Uhrmann

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit hat einen dreiteiligen Aufbau. Zunächst widmet sich der Verfasser dem Themenkomplex Prostitution.

Nach der näheren Bestimmung des Begriffs soll versucht werden, die historische Entwicklung der Prostitution zu beleuchten mit der Absicht, Zwangsläufigkeiten der aktuellen Situation abzuleiten und so etwas wie eine Doppelmoral, die zweifellos herrscht, hinsichtlich des Themas transparent zu machen. Daran anschließend, teilweise parallel soll beschrieben werden, mit welcher rechtlichen Realität eine Frau, die als Prostituierte arbeitet, konfrontiert ist.

Prostitution, oder vielmehr: die Prostituierten werden vielfach zum Politikum - gerade auf kommunaler Ebene. Engagements oder Nicht-Engagements der deutschen Parteien und auch der Kirchen werden hier wiedergegeben und hinterfragt.

In Mönchengladbach werden Sozialarbeiter ausgebildet, Sozialarbeiter, deren Klientel u. U. die Prostituierten sein können (was noch zu untersuchen ist). Exemplarisch werden das Sexgeschäft in dieser Stadt und - daraus abgeleitet - allgemein die Bedingungen der Tätigkeit als Prostituierte dargestellt. Für Mönchengladbach wurde unter Mithilfe des dortigen Gesundheitsamtes eine beschränkte Befragung der örtlichen Prostituierten durchgeführt, die an dieser Stelle ausgewertet wird.

Resümierend werden nochmals zentrale Aspekte der Prostitution angeführt.

Der zweite Teil bezieht sich grundlegend auf die soziale Arbeit.

Nach einer begrifflichen Klärung und einem historischen Exkurs wird versucht, ein Bild der Sozialarbeit heutigen Datums zu entwerfen, wobei das Augenmerk gerichtet ist auf die Aufgaben und Arbeitsbereiche der Sozialarbeit und die Ansprüche, die an sie als Teil des sozialen Systems der BRD gerichtet sind.

Abschließend soll von sozialarbeiterischer Warte aus Stellung genommen zu den prostitutionsspezifischen Problemlagen und Themen und festgestellt werden, wo sich tatsächlich eine Art Zuständigkeit abzuzeichnen scheint.

Der letzte Teil der Arbeit stellt dar, wo und von wem bereits soziale Arbeit im Bereich der Prostitution geleistet wird. Hierzu wirft der Verfasser einen Blick auf ein in Deutschland etabliertes Hurenprojekt, dessen Geschichte für Anschaulichkeit sorgen soll.

Die Arbeit beschließen soll ein Ausblick auf sich abzeichnende Entwicklungen der Situation prostitutiv Tätiger und künftige Veränderungen der Sozialen Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Inhalt 2
Einleitung 4
Aufbau der Arbeit 6
Prostitution 8
Begriffsbestimmung 8
"A whore is a woman that fucks for money" 8
Der Begriff der Prostituierten 9
Von der klassischen Hetäre zum postmodernen Bodygirl 10
Huren und das deutsche Recht 19
"Je schlimmer, desto legaler" 19
Schutz der Öffentlichkeit 19
Schutz der Prostituierten 22
Gesundheitsrechtliche Bestimmungen 23
Das Anstandsgefühl aller Billig- und Gerechtdenkenden 24
Die Dirne in der Demokratie 28
CDU 29
CSU 30
SPD 31
Die GRÜNEN 32
PDS 33
ÖDP 34
Christliche Mitte 35
STATT-Partei 36
KPD-Roter Morgen 37
CHANCE 2000 38
z. B. Mönchengladbach 39
Einige Daten zur Vitusstadt 39
Mönchengladbachs Huren 40
Das Gesundheitsamt Mönchengladbach 55
Das Ordnungsamt Mönchengladbach 57
Die Polizei Mönchengladbach 60
Safer City Mönchengladbach 62
Resümee - Besondere Problematiken im Bereich der Prostitution 64
Soziale Arbeit 67
Bewegte Huren und Projekte in der BRD 75
Hurenbewegung 75
z. B. Hydra e.V. 77
Eine Art Pressespiegel 80
Ausblick 85
Quo vadis Prostitution? 85
Quo vadis Soziale Arbeit? 86
Literatur 89
Anhang 92
Erklärung 105

Automatisiert erstellter Textauszug:

Riecker ist sich relativ sicher: „Neben vielen Clubs und Bordellen ist auch der Straßenstrich fast überall in deutschen Großstädten fest in der Hand von Zuhältern“123, und auch Hydra e. V. widerspricht dem nicht grundsätzlich.124 Dennoch möchte daß Projekt einschränken, daß „Frauen, die von Zuhältern zur Prostitution gezwungen werden, [...] Einzelfälle [sind]“125. Angemerkt wird allerdings, daß „der Übergang vom Zuhälter als Lebenspartner der Prostituierten, der seine Frau bei der Arbeit schützt und organisatorisch unterstützt, bis zum Zuhälter als Mitglied einer [mafiaartigen] Zuhälterorganisation [...] fließend [ist]“126. Anschließend sollte geprüft werden, ob sich aus einem eventuell vorhandenen Management bereits Konflikte mit dem Gesetz ergeben haben. Die Hinweise zum § 181 a StGB (s. o.) haben bereits anzudeuten versucht, daß dies schnell und teilweise auch unberechtigt (wenn der Paragraph einzig als zugunsten der Frauen verfaßt anzusehen ist) geschehen kann. Den Zwang zur Koordination ihrer Tätigkeit mit einem Wirtschafter innerhalb der Arbeitsplatzsituation oder mit einem Ehepartner/ Freund – was durchaus dem Vorwurf der Zuhälterei genügen könnte -, bejahten nur 2 Frauen, die restlichen meinten, selbständig (auch innerhalb der Clubs) zu arbeiten. Dies ist anzuzweifeln, da zumindest bestimmte Mindestpreisbindungen und Arbeitszeitregelungen in den Etablissements existieren, die die einzelnen Prostituierten nicht individuell verändern können. Die Frage nach der Kenntnis der gegenwärtigen Rechtslage, die sich auf Prostitution bezieht, schätzten in diesem Zusammenhang 80 % als gut bis sehr gut ein, dem obige Aussagen wohl widersprechen. Einschränkend ist jedoch hinzuzufügen, ob die Detailkenntnisse, die der Verfasser während des Erstellens der Arbeit teilweise erwerben konnte, tatsächlich das Maß der Dinge sein können. 21. Monatliche Einkünfte Die Phantasieschätzungen, die teilweise hinsichtlich des Einkommens einer Prostituierten angestellt werden und die auch häufig Frauen erst auf die Idee kommen läßt, die Prostitution einer sog. soliden Arbeit vorzuziehen, waren der Hintergrund der Frage nach dem monatlichen Einkommen einer Mönchengladbacher Prostituierten. U. U. etwas unglücklich im Aufbau, sollte gleichzeitig eine Einschätzung der zweifelsohne hohen laufenden Kosten (Unterkunft, Hygiene, Berufskleidung etc.) möglich werden. Als Einheit mit der Frage nach dem Arbeits- [...]

Häufung bei „die Erwartung, mehr Geld verdienen zu können als in einem soliden Beruf“ und „der Spaß an der Arbeit/ am Sex“. Auch wenn der Aspekt, daß eine Prostituierte ihrer Arbeit lustvoll nachgeht, bereits mit einem Tabu belegt ist120, sei er hier noch mal angezweifelt121, ebenso die Vorstellung, in der Prostitution leicht zu unerhörtem Reichtum zu kommen122. 17. Beratung beim Einstieg Ist der Ansatz der, daß Prostitution letztendlich eine anzuerkennende Dienstleistungsbranche ist, dann ist nicht nur nach einer Beratung zu fragen, deren Ziel es ist, einen Ausstieg aus der Prostitution zu bewirken, sondern auch nach einer, die einen geregelten Einstieg ermöglicht. Oben ist angeführt worden, mit wie vielen rechtlichen Vorschriften die Tätigkeit als Hure einher geht – diese zu kennen, vermeidet spätere Konflikte mit dem Gesetz. Ebenso scheint es von Bedeutung, die besonderen hygienischen Bedingungen des Geschäfts mit dem eigenen Körper anzusprechen und Grundkenntnisse im geschäftsfördernden und sichernden Umgang mit der zukünftigen Kundschaft vor Antritt der Arbeit kennenzulernen. Ob in der Regel eine solche Einstiegsberatung geleistet wird, sollte hier erfragt werden und auch, durch wen. Nur 2 der 10 Frauen, deren Aussagen hier immer wieder bemüht werden, stiegen ohne vorherige Beratung in die Prostitution ein. Die übrigen nutzten den Erfahrungsschatz erfahrener Kolleginnen, die ihnen Informationen zur Hygiene, zum Umgang mit dem Freier, weniger jedoch zu bestimmten Praktiken („mir haben die Freier gezeigt wie es funksjunirt“, aus den Bögen) oder der gesetzlichen Situation geben konnten. 3 gaben an, sich durch das hiesige Gesundheitsamt informiert zu haben, was schließlich auch dessen Auftrag entspricht. 18. Management Untersucht werden sollten die Antworten auf die Frage, ob irgend jemand für die beruflichen Geschicke der Frauen verantwortlich zeichnet, hinsichtlich dessen, daß zum Aspekt der Zuhälterei mehrere Thesen im Umlauf sind: a) Zuhälterei ist weitverbreitet. b) Zuhälterei ist ein Mythos, der Großteil der Frauen arbeitet unabhängig. [...]

einen pornographischen Film anzusehen und/ oder in Kontakt mit den Damen zu treten, die sowohl sexuelle Dienste innerhalb des Filmtheaters oder außerhalb in angeschlossenen Separées anbieten; Mönchengladbachs letztes Sex – Kino wurde unlängst geschlossen) und anderes (was z. B. sein kann: Peepshows, Telefonsex, Saunen, Studios etc. – die Vielfalt ist hier nicht bis ins Letzte aufzuführen). Wie angedeutet, besitzen alle Arbeitsplätze ihre eigenen Bedingungen, die für die Frauen bestimmte Vor – oder Nachteile bedeuten, die diese wiederum unterschiedlich be – oder entlastend empfinden können. Die Frage schloß sich an, ob Arbeitsplatz und private Wohnung eine Einheit darstellen oder nicht. Hieraus kann sich eine besondere Problemlage ergeben: dem Verlust des Arbeitsplatzes – ob freiwillig oder unfreiwillig ist hierbei nicht von Belang – schließt sich unmittelbar der Verlust des Obdachs an, was wiederum Auswirkungen auf die Möglichkeit hat, eine neue Arbeit antreten zu können usw. 9 der 10 Fragebogenteilnehmerinnen nannten einen Club als Arbeitsplatz, eine schaffte in einer Wohnung an. Alle Frauen verneinten, daß Arbeitsplatz und eigene Wohnung miteinander identisch sind, womit zumindest für diese die Gefahr der Obdachlosigkeit bei Arbeitsplatzverlust wenig wahrscheinlich ist. 16. Beweggründe beim Einstieg Sowohl die kriminologische als auch die soziologische Literatur bieten eine Vielzahl von Begründungen an, warum eine Frau eine prostitutive Tätigkeit aufnimmt, solche, denen andererseits Erklärungsansätze des Feminismus oder der Hurenbewegungen konträr gegenüber stehen. Im Einzelnen sollen diese Argumentationen hier allerdings nicht ausgeführt, sondern nur gemäß Hydra e. V. bemerkt werden, daß nicht davon auszugehen ist, „daß Prostitution eine Form abweichenden Sozialverhaltens, krimineller Veranlagung oder neurotischer Charakterstruktur ist“119. Der zugrundeliegende Bogen fragte dementsprechend auch nach eher pragmatisch orientierten Motivationen wie der Hoffnung auf „schnelles Geld“ oder dem Vergnügen, das die Arbeit bereiten kann. Während das Gesundheitsamt von familiären Problemen, einer spezifischen sozialen Situation, dem Glauben, kurzfristig Schulden abbauen zu können, und der immer wiederkehrenden Vermittlung durch einen Freund oder Lebenspartner als Anlässen, die prostitutive Tätigkeit aufzunehmen, ausgeht, fand sich in den Antworten (bis zu zwei waren möglich) jeweils eine [...]

Arbeit zitieren:
Uhrmann, Philip Juni 1998: Prostitution und Sozialarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bundesrepublik, Mönchengladbach, Frauen, Prostitution, Sozialarbeit

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