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eLearning: Lernprozess und Lernfortschrittskontrolle

eLearning: Lernprozess und Lernfortschrittskontrolle
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Lau
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 4,2 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6899-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6899-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6899-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lau, Christoph April 2003: eLearning: Lernprozess und Lernfortschrittskontrolle, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lernerfolg, Lerntheorien, Lerngrundlagen, Lernkontrolle, eLearning-Tools

Diplomarbeit von Christoph Lau

Einleitung:

Seit Beginn der 90er-Jahre haben sich die technologischen Möglichkeiten der Wissensvermittlung in geradezu atemberaubender Weise verändert. Mit dem zunehmenden Einsatz von PC und Internet können Informationen und Wissen immer schneller vermittelt und von fast überall auf der Welt abgerufen werden. Damit bekommen auch konventionelle Methoden des Lernens und des Wissenstransfers eine neue, elektronische Dimension.

In Folge dessen erfreut sich eLearning als relativ junge Lern- und Lehrform seit einiger Zeit zunehmender Popularität.

„Jeder, der heute für die Vermittlung von Wissen verantwortlich ist, kommt früher oder später mit dem Thema eLearning in Berührung. Der Druck auf die öffentlichen und privaten Bildungsanbieter sowie die berufliche Aus- und Weiterbildung mit der rasanten [technologischen, d. Verf.] Entwicklung Schritt zu halten steigt. Fragen nach dem richtigen Konzept, der technologischen Infrastruktur, dem geeigneten Content [= Inhalt, d. Verf.], der besten Methode, dem Aufwand, den Kosten und dem besten Anbieter werden laut.“ Nach der ersten Euphorie tritt nun immer mehr die Erkenntnis in den Vordergrund, dass nicht allein die technischen Realisierungsmöglichkeiten ausschlaggebend für eine gute Lernanwendung sind, sondern dass Lernen an sich ein hoch komplexer Prozess ist, der bei verschiedenen Menschen unterschiedlich verläuft und nach wie vor ein gutes Zusammenspiel von Lerninhalten, Lerndidaktik und -methodik über die Qualität des Lernprozesses entscheiden.

Aus diesem Grund steht im ersten Teil der vorliegenden Arbeit die Betrachtung des Lernprozesses im eLearning im Mittelpunkt, während im zweiten Teil die Lernfortschrittskontrolle als eine wichtige Methode zur Unterstützung und Sicherung des Lernerfolgs fokussiert wird. Da in internetbasierten Lernanwendungen zunächst einmal kein persönliches Feedback gegeben werden kann, wird der Lernfortschrittskontrolle in der Entwicklung von eLearning-Anwendungen ein besonderer Stellenwert zugeschrieben.

Als Grundlage für die folgenden Vertiefungen werden am Anfang der Arbeit zunächst die Begriffe Lernen und eLearning definiert und die unterschiedlichen Lerntheorien vorgestellt, die im Zusammenhang mit der Entwicklung von eLearning-Anwendungen gebräuchlich sind.

Im Mittelpunkt des folgenden Kapitels steht die Frage, welche Faktoren für das Erreichen eines Lernerfolgs eine Rolle spielen. Darüber hinaus wird die Bedeutung dieser einzelnen Faktoren genauer beleuchtet. Insbesondere bei dem Faktor Lernarrangement, den dazugehörigen Lernstrategien und Lernwerkzeugen werden die sehr spezifischen Möglichkeiten von eLearning-Anwendungen deutlich. Da die verschiedenen Informations- und Kommunikationsformen im Zusammenhang mit dem Thema Lernen von herausragender Bedeutung sind, werden diese besonders hervorgehoben.

Der erste Teil dieser Arbeit endet mit einer Zusammenfassung, in der die Konsequenzen aus den verschiedenen Lerntheorien, Lerngrundlagen und Lernfaktoren für das Lernen mit eLearning-Anwendungen herausgearbeitet werden.

Der zweite Teil der vorliegenden Arbeit widmet sich der Frage der Lernfortschrittskontrolle. Auch hier werden zunächst allgemeine Grundlagen erörtert, um dann die spezifischen Methoden und Möglichkeiten der Lernfortschrittskontrollen im eLearning vorzustellen. Dabei geht es jedoch nicht nur um eine Aufzählung bereits vorhandener Methoden. Vielmehr liegt ein besonderer Schwerpunkt auf innovativen Formen der Lernfortschrittskontrolle, mit denen auch Fähigkeiten, Fertigkeiten, Charaktereigenschaften und Einstellungen der Lernenden erfasst werden können.

Praktisch erläutert werden die Ausführungen über die verschiedenen Aspekte der Lernfortschrittskontrolle durch eine Projektbeschreibung, die aufzeigt, wie in einer Blended-Learning-Anwendung der Werkstatt für integrative Arbeit der Universität Kassel mit der Frage der Lernfortschrittskontrolle umgegangen wird.

Im letzten Kapitel werden die vorhergehenden Ausarbeitungen noch einmal zusammengeführt und bewertet.

Im Anhang findet sich ein Selbsttest, der bei der Einordnung des eigenen Lerntyps Orientierung geben kann, ein Handout zum Thema Feedback und exemplarische Anweisungen zur Erstellung eines Lerntagebuchs sowie die Literaturliste.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde in dieser Arbeit fast ausschließlich die männliche Form verwendet. Gemeint sind immer Männer und Frauen, wenn die Darstellungen nicht explizit auf Männer oder Frauen beschränkt wurden.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 3
Inhaltsverzeichnis 4
Inhaltsverzeichnis (Grafik) 8
Abbildungsverzeichnis 9
Tabellenverzeichnis 10
1. Einleitung 11
Lernprozess 13
2. Grundlagen 14
2.1 Definitionen 14
2.1.1 Definition Lernen 14
2.1.2 Definitionsansätze für den Begriff eLearning 15
2.2 Lerntheorien 18
2.2.1 Behaviorismus 18
2.2.1.1 Reiz-Reaktions-Lernen 19
2.2.1.2 Instrumentelles Lernen 20
2.2.1.3 Lernen am Modell 21
2.2.1.4 Programmierte Instruktion 22
2.2.1.5 Kritik 23
2.2.2 Kognitivismus 24
2.2.2.1 Gestaltpsychologie 27
2.2.2.2 Ganzheitspsychologie 29
2.2.3 Konstruktivismus 29
2.2.3.1 cognitive apprenticeship 34
2.2.4 Situiertes Lernen 36
3. Lernerfolg 38
3.1 Die Person des Lernenden 40
3.1.1 Vorwissen des Lernenden 40
3.1.2 Kognitive Stile und Lerntypen 41
3.1.3 Kognitionspsychologische Aspekte 45
3.1.3.1 Das menschliche Gehirn 45
3.1.3.2 Gedächtnismodelle 46
3.1.3.3 Dual Coding 47
3.1.3.4 Mentale Modelle 49
3.1.3.5 Weitere Gesetzmäßigkeiten 50
3.1.4 Motivation 50
3.2 Lernziel 53
3.3 Lernumgebung 55
3.4 Lernarrangement 58
Übung 58
Anwendung 59
Transfer 59
3.4.1 Lernstrategien 60
3.4.1.1 Directed Learning 61
3.4.1.2 Self-directed Learning 62
3.4.1.3 Collaborative Learning 64
3.4.2 eLearning-Arten und -Tools 66
3.4.2.1 Computer Based Training 66
3.4.2.2 Business TV 67
3.4.2.3 Web Based Training 67
3.4.2.4 Asynchrone Informations- und Kommunikationsformen 68
World Wide Web 68
Electronic Mail 69
Mailing Lists 69
Diskussionsforen 70
3.4.2.5 Synchrone Informations- und Kommunikationsformen 71
Chat 71
Videokonferenz 71
Audiokonferenz 72
Whiteboard 72
Application Sharing 73
3.4.2.6 Blended Learning 7
3.4.2.7 Groupware 76
3.5 Konsequenzen für das Lernen mit eLearning-Anwendungen 77
Lernfortschrittskontrolle 81
4. Sinn und Ziel der Lernfortschrittskontrolle 82
4.1 Funktionen und Ziele der Lernfortschrittskontrolle 82
Berichtsfunktion 83
Motivationsfunktion 83
Diagnosefunktion 83
Disziplinierungsfunktion 83
4.1.1 Standards 84
Normorientierter Vergleich in der Lerngruppe 84
Vergleich der individuellen Norm 84
Vergleich am Lernziel 85
Situativer Vergleich 85
4.1.2 Kriterien 87
Objektivität 87
Zuverlässigkeit (Reliabilität) 87
Gültigkeit (Validität) 87
4.1.3 Ganzheitlichkeit und Handlungsorientierung der Lernfortschrittskontrollen 89
5. Methoden und Möglichkeiten 91
5.1 Computergestützte Lernfortschrittskontrollen 91
5.1.1 Keine Kontrolle 92
5.1.2 Zeit- und Seitenerfassung 92
5.1.3 Multiple-Choice-Aufgaben 92
5.1.4 Zuordnungs- und Umordnungsaufgaben 94
5.1.5 Freitextaufgaben 96
5.1.6 Kalkulationsaufgaben 98
5.1.7 Anwendungsaufgaben 98
5.1.8 Simulationen und Planspiele 98
5.1.9 Testwerkzeuge 99
5.1.10 Einsatz von computergestütztenLernfortschrittskontrollen 100
5.2 Innovative Formen der Lernfortschrittskontrolle 101
5.2.1 Gruppendiskussion 102
5.2.2 Präsentation 103
5.2.3 Lerntagebuch 104
5.2.4 Lernportfolio 105
5.2.5 Rollenspiel 106
5.2.6 Integrierte, handlungsorientierte und komplexe Prüfungsaufgaben 107
6. Modell der Werkstatt für integrative Arbeit 109
6.1 Lerntagebuch 111
6.2 Individuelle Übungen am Computer 111
6.3 Individuelle Ausarbeitungen 112
6.3.1 Karteikarten 112
6.4 Übungen/Diskussionen in der Lerngruppe 112
6.5 Case-Work 112
6.6 Abschließende Präsenzphase 113
6.6.1 Peer-Rating 113
6.6.2 Moderator-Rating 113
6.7 Wertigkeit 114
7. Abschließende Betrachtungen 115
Anhang 117
Anhang 1: Lerntyp 118
Anhang 2: Feedback 121
Anhang 3: Lerntagebuch 124
Anhang 4: Literatur 130
Anhang 5: Erklärung 140

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unter Business TV werden Videoübertragungen für geschlossene Nutzergruppen (in der Regel in Firmen oder Organisationen) verstanden. Im Gegensatz zu einer Videokonferenz ist das Kommunikationsmodell beim Business TV jedoch eine 1:m (one to many) Situation. Ursprünglich wurde diese Methode als reines Unternehmensfernsehen konzipiert. Inzwischen wird sie jedoch zunehmend zur Information oder Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter verwendet, wobei der Einsatz interaktiv (Rückmeldungen über das Telefon oder per eMail) oder passiv (ohne Rückkanal) erfolgen kann. So können Trainingsprogramme aus einem zentralen Studio live oder als Aufzeichnung (z.B. Informations- und Produktvideos) an den Arbeitsplatz der Mitarbeiter gesendet werden, wo diese mit Hilfe eines Fernsehgeräts oder eines Multimedia-Computers das Programm empfangen. Geschieht der Empfang über ein Fernsehgerät, so sieht sich der Nutzer nicht mit der Notwendigkeit konfrontiert, sich in die Benutzung spezieller Software oder die Bedienung eines Computers einarbeiten zu müssen. Da der Einsatz und die Produktion von Business TV sehr kostspielig ist (Studio für die Aufnahme oder Live-Übertragung der Sendungen, etc.) wird diese Trainingsmethode in der Regel nur von größeren Firmen (z.B. Daimler Chrysler AG) in der betrieblichen Weiterbildung eingesetzt.192 3.4.2.3 Web Based Training [...]

Auf der Suche nach verbesserten Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Beschäftigten begannen große Unternehmen relativ früh, den Einsatz computerunterstützter Trainingsprogramme auszuprobieren. IBM setzte bereits in den späten 60er Jahren Computer Based Trainings (CBTs) zur Qualifikation der eigenen Mitarbeiter ein.188 Mit Beginn der 90er-Jahre stand Dank der Entwicklung leistungskräftigerer Computer endlich eine Technik zur Verfügung, die den Einsatz multimedialer Lernprogramme aussichtsreich erscheinen ließ. Diese Computer Based Trainings werden vorwiegend auf CD-ROM angeboten. Bei der Darstellung der Lerninhalte werden häufig Textbausteine mit Sprach-, Bild- und Videomaterial kombiniert. Bei dieser Lernform bearbeiten die Lernenden selbständig in Interaktion mit der Lernsoftware ein Lernprogramm, wobei der Computer die Wissensüberprüfung und u.U. die Steuerung des Lernprozesses übernimmt. Interaktivität beschränkt sich hier auf die Kommunikation mit dem Lernprogramm, wobei „... in Wirklichkeit keine Interaktion stattfindet, sondern nur im Voraus einprogrammierte Antworten abgerufen werden.“189 Die unterschiedlichsten Lernsysteme werden als Computer Based Trainings angeboten. Dies reicht von einfachen Erklärungssystemen zur Weitergabe bestimmter Informationen über Übungs- und Testsysteme (Drill & Practice) bis zu kompletten Simulationen, Lern- und Planspielen.190 Im Gegensatz zu Web Based Trainings (WBTs) werden unter diesem Begriff in der Regel Offline-Lernangebote (also Lernangebote, die keine Verbindung mit dem Internet oder einem anderen Computer benötigen) verstanden. Da die Entwicklungs- und Produktionskosten für Computer Based Trainings relativ hoch sind, ist die Erstellung eines entsprechenden Lernprogramms erst ab einer Verkaufszahl zwischen 200 und 500 Stück ökonomisch vertretbar.191 [...]

elektronischer Kommunikationswerkzeuge zusammenarbeiten und Anwendungen gemeinsam nutzen (Application-Sharing: z.B. für die gemeinsame Bearbeitung eines Dokuments). Weitere Methoden und Varianten des Collaborative Learnings sind:186 • Rollenspiele: Die Lernenden übernehmen aktiv Rollen in einem Rollenspiel, wodurch das Problembewusstsein der Einzelnen für bestimmte Situationen durch das Hineindenken in neue Situationen und den Rollenaustausch gefördert werden kann. Die Wahrnehmung für neue Problemlösungen kann verbessert werden.187 • Strukturierte Diskussionen: Bei einer strukturierten Diskussion greift der Lehrende als Moderator in den Diskussionsverlauf ein, so dass gewährleistet ist, dass alle Lernenden zu Wort kommen und das vorgegebene Thema bearbeitet wird. • Geschlossene Diskussion: Im Unterschied zu der strukturierten Diskussion ist bei dieser Methode die Gruppe der Diskutierenden von Beginn an geschlossen. • Freie Diskussion: Bei der freien Diskussion bestimmen die Lernenden das Thema, den Verlauf und die Struktur der Diskussion. Der Lehrende hat als Moderator nur koordinierende und motivierende Funktion oder steht bei Problemen zur Verfügung. • Learning Partnerships/Learning Cycles: Bei dieser Methode werden Lerngruppen gebildet, die sich mit der gleichen Aufgabe befassen. Die Lernenden können sich gegenseitig unterstützen. Wenn es sich bei den Lernenden um Mitarbeiter eines Unternehmens handelt, die während ihrer Arbeitszeit an einem konkreten Projekt arbeiten, so spricht man von Learning Cycles. Der Lehrende kann bei Problemen vermittelnd und koordinierend eingreifen. • Online-Umfragen/Abstimmungen: Das Ziel dieser Methode ist, eine Meinungsumfrage unter den Lernenden bzw. eine Abstimmung zu einem Thema durchzuführen. Dabei sind Online-Umfragen keine expliziten Lernmethoden, können jedoch teamzentrierte Lernszenarien unterstützen. [...]

Arbeit zitieren:
Lau, Christoph April 2003: eLearning: Lernprozess und Lernfortschrittskontrolle, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lernerfolg, Lerntheorien, Lerngrundlagen, Lernkontrolle, eLearning-Tools

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