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eHealth und Telemedizin in Österreich

Chancen und Risiken für niedergelassene Ärzte

eHealth und Telemedizin in Österreich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bernhard Zach
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 170 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technikum Joanneum GmbH Österreich
  • Bibliografie: ca. 64
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3123-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zach, Bernhard Januar 2004: eHealth und Telemedizin in Österreich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Telemedizin, eHealth, Arzt, medizinische Informatik, Medizin

Diplomarbeit von Bernhard Zach

Einleitung:

Motivation für das Thema:

Die Kombination von Informationsmanagement und Medizin ist die Grundlage dieser Diplomarbeit. Bei e-Health handelt sich um ein innovatives Thema, das in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen und somit der Einsatz neuer Technologien bei Diagnose, Behandlung und Verwaltung wird immer deutlicher. Mit dem Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation wird diese Arbeit von einem kompetenten Partner betreut.

Vorstellung des Institutes:

Das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation wurde 1989 an der Karl-Franzens-Universität Graz gegründet. Mittlerweile ist das Institut Teil der neu gegründeten Medizinischen Universität Graz.

Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Medizinischen Informatik sind beispielsweise:

- Elektronische multimediale Krankenakte.

- Wissenserschließung in medizinischen Datenbanken.

- Bildinformations- und Kommunikationssysteme (PACS).

- Aus- bzw. Weiterbildung von StudentInnen und MedizinerInnen.

Forschungsgebiete und Aufgaben im Bereich der Medizinischen Statistik und Biometrie umfassen unter anderem:

- Entwicklung und Evaluierung von statistischen Methoden.

- Überlebensanalysen.

- Statistische Beratung (‘Statistische Ambulanz’) bei medizinischen Forschungsprojekten Aufgaben in der Lehre.

Themenabgrenzung:

Was wird behandelt:

Der zentrale Punkt dieser Arbeit ist der niedergelassene Arzt und seine Position im immer aktueller werdenden Themengebiet e-Health. Als Ausgangspunkt dient der Allgemeinmediziner, da dieser den Eintrittspunkt des Patienten in die Behandlungskette darstellt. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie über die Grenzen der Praxissoftware hinaus ist der zentrale Punkt dieser Diplomarbeit. Hierbei wird vor allem auf die Bedürfnisse und Wünsche der Ärzte eingegangen.

Als Folge der äußerst interessanten Kombination von Informationstechnologie und Medizin, sowie dem hohen Innovationsgrad der Disziplin kommt es jedoch auf dem Gebiet der Medizinischen Informatik zu Produktentwicklungen, für die kein Verwendungszweck bzw. keine Nachfrage gegeben ist. Man sollte sich vor der Entwicklung einer neuen Applikation auf die Frage konzentrieren, ob für diese überhaupt ein Bedarf gegeben ist, ob die gesellschaftlichen Voraussetzungen gegeben sind und ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine Einführung überhaupt zulassen. Es sollte nicht mit der Suche nach einem Verwendungszweck für eine schon entwickelte Technologie begonnen werden.

Die Sicht der Ärzte wird somit als eigener großer Punkt in Form einer Umfrage behandelt.

Was wird nicht behandelt:

e-Health bezieht sich laut Definition auf alle Bereiche und Beteiligte im Gesundheitswesen. Vielfach wird auf die wichtige Rolle des Patienten beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie hingewiesen. Er ist bisher auch der größte Nutznießer des Informationszeitalters. Es gibt bereits zahlreiche Studien bzw. Publikationen über die Akzeptanz und die Rolle des Patienten beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen. Der Patient wird nur am Rande, als Kunde und Kommunikationspartner des niedergelassenen Arztes, behandelt.

Der Markt an Praxissoftware ist gesättigt. An die 90 % der Ärzte verwenden den PC für die Verwaltung von Patientendaten. Diese Software in Ihren Grundfunktionen wird in dieser Diplomarbeit nicht gesondert behandelt.

Das Krankenhaus bietet die größten Einsatzmöglichkeiten für moderne Technologien. Es gibt zahlreiche Projekte die sich mit Einsatzmöglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologie im Krankenhaus befassen. Die Krankenanstalten werden in dieser Diplomarbeit aber nicht den Schwerpunkt bilden, sondern nur als Kommunikationspartner der niedergelassenen Ärzte behandelt.

Des Weiteren muss erwähnt werden, dass nicht auf alle Initiativen und Projekte in Österreich eingegangen werden kann. Viele Bildungseinrichtungen und Privatunternehmen forschen und entwickeln derzeit auf dem Gebiet e-Health. Alle gesondert aufzulisten würde den Rahmen dieser Diplomarbeit sprengen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 6
Abkürzungsverzeichnis 7
Abstract 10
Kurzfassung 12
1. Einleitung 15
1.2 Vorstellung des Institutes 15
1.3 Themenabgrenzung 16
1.3.1 Was wird behandelt 16
1.3.2 Was wird nicht behandelt 17
2. Grundlagen von e-Health 18
2.1 Begriffsbestimmung: Medizinische Informatik, Gesundheitstelematik, Telemedizin, e-Health 20
2.1.1 Medizinische Informatik 21
2.1.2 Gesundheitstelematik 22
2.1.3 Telemedizin 22
2.1.4 e-Health 23
2.1.5 Schlussfolgerung 24
2.2 Medizin 25
2.2.1 Allgemeinmedizin 25
2.2.2 Chirurgie 25
2.2.3 Dermatologie 26
2.2.4 Innere Medizin 26
2.2.5 Kardiologie 26
2.2.6 Ophthalmologie 27
2.2.7 Onkologie 27
2.2.8 Pathologie 27
2.2.9 Radiologie 27
2.3 Informationsmanagement in der Medizin 28
2.3.1 Aufgaben des Informationsmanagements 28
2.3.2 Ein konkretes Beispiel 29
2.4 Das Gesundheitswesen in Österreich und seine Akteure 31
2.4.1 Statistische Grundlagen 31
2.4.2 Struktur des österreichischen Gesundheitswesens und die Interessen der Akteure 32
3. e-Health und niedergelassene Ärzte 39
3.1 Das System Arztpraxis 39
3.1.1 Grundlagen 40
3.1.2 Wirtschaftsfaktor Arzt 41
3.1.3 Ziele des niedergelassenen Arztes 41
3.1.4 Praxisinterne Arbeitsprozesse 42
3.1.5 Externe Informations- und Kommunikationsprozesse 45
3.1.6 Technologisierungsgrad 51
3.2 Stärken- / Schwächenanalyse 54
3.2.1 Stärken der Praxis 54
3.2.2 Schwächen der Praxis 55
3.2.3 Schlussfolgerung / Nutzenpotentiale 59
3.2.4 Schlussfolgerung / Risiken 61
3.3 e-Health - Angebote, Dienstleistungen und Initiativen im niedergelassenen Bereich 62
3.3.1 WHO 63
3.3.2 EU Richtlinien 63
3.3.3 Bundespolitik 67
3.3.4 Landespolitik 71
3.3.5 Sozialversicherung 72
3.3.6 Ärztekammer 74
3.3.7 Koordinationsstellen und telemedizinische Zentren 77
3.3.8 Angebote von Bildungseinrichtungen, Forschungsinstitutionen und Privatunternehmen 78
3.3.9 Schlussfolgerung 85
3.4 Einflussfaktoren 86
3.4.1 Akzeptanz 87
3.4.2 e-Health Politik 89
3.4.3 Ausbildung der Ärzte 94
3.4.4 Wirtschaft / Industrie 97
3.4.5 Gesellschaft 98
3.4.6 Schlussfolgerung 100
3.5 Beeinflussung und Relevanz der Einflussfaktoren 100
3.6 Zukunftsszenario 2020 104
3.6.1 Technologiefeindliches Extremszenario 105
3.6.2 Normalentwicklung 105
3.6.3 Technologiefreundliches Extremszenario 106
3.6.4 Schlussfolgerung 107
4. Produkt- und Dienstleistungsentwicklung 109
4.1 PC 110
4.1.1 Elektronische Patientenakte 110
4.1.2 Elektronisches Rezept mit integrierter Interaktionsüberprüfung 112
4.1.3 Elektronische Überweisung 113
4.1.4 Elektronische Terminvergabe 114
4.1.5 Elektronische Krankschreibung und Gesundmeldung 117
4.1.6 System zu automatischen Patientenregistrierung 118
4.1.7 Online Fortbildungsangebot 119
4.1.8 Datensicherung 120
4.1.9 Erinnerungsdienste für Patienten 121
4.1.10 Tägliche Abrechnung 122
4.1.11 Informationsangebot im Internet - Evidence Based Medicine 123
4.1.12 Patientenportal 125
4.1.13 Web - Basierte Praxissoftware 128
4.1.14 Vertretungsbörse 129
4.1.15 System für die elektronische Einholung der Chefarztbewilligung 130
4.2 Mobile Anwendungsgebiete 130
4.2.1 PDA System zur Übermittlung von Krankenhausbefunden 130
4.2.2 Schnittstelle Praxissoftware / PDA 131
4.2.3 Einsatz des ‘Global Positioning Systems’ (GPS) 132
4.2.4 Wartezeit - SMS Informationssystem 134
4.2.5 Notfall-Informationssystem der lokalen Einsatzzentrale des Rettungsdienstes 135
4.3 Zusammenfassung 137
5. Die Sicht der Ärzte - eine empirische Studie 139
5.1 Hypothesen 139
5.2 Umfragemethode 140
5.3 Konzeption des Fragebogens 141
5.4 Ergebnisse / Datenanalyse 142
5.4.1 Überprüfung der Hypothesen 143
5.4.2 Informationsbedarf im Internet 154
5.4.3 Wünsche, Ängste und Ideen der Ärzte 155
6. Schlussfolgerung 157
Anhang: Fragebogen 159
Literaturverzeichnis 163
Online 165
Zeitschriften 170
Interviews 171
Sonstiges 171

Textprobe:

Kapitel 2.4, Das Gesundheitswesen in Österreich und seine Akteure:

Die Republik Österreich liegt in Zentraleuropa und hat gegenwärtig auf einer Fläche von 83855 km² 8,11 Millionen Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 97 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht.

Statistische Grundlagen:

Die letzte Volkszählung ergab eine Einwohnerzahl von 8,11 Millionen, was einen starken Anstieg in den letzten Jahrzehnten bedeutet. Die Lebenserwartung der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark erhöht. So wird die durchschnittliche Österreicherin mit 81,2 Jahren um 7,8 Jahre, der durchschnittliche Österreicher mit 75,4 um 8,9 Jahre älter als noch vor 30 Jahren. Einen starken Anstieg an Ärzten konnte man in den letzten 30 Jahren verzeichnen.

Bereits in jedem zweiten Haushalt ist ein Computer vorhanden, mehr als ein drittel der Haushalte besitzen einen Internetzugang. Am weitesten verbreitet sind Mobiltelefone. In 3 von 4 Haushalten ist mindestens ein Mobiltelefon vorhanden. Die Zahl der niedergelassenen Ärzte ist in den letzten 30 Jahren im Vergleich zur Bevölkerungszahl überproportional gestiegen. Der Anstieg ist bei Fachärzten ist dabei besonders stark. Diese demographische Entwicklung hat besonders auf das Gesundheitswesen große Auswirkungen. Der große Zuwachs alter und hochbetagter Menschen bringt Herausforderungen für die Gesundheitspolitik und besonders für die Telemedizin mit sich.

Struktur des österreichischen Gesundheitswesens und die Interessen der Akteure:

Die Struktur des Gesundheitswesens in Österreich ist durch die Interaktion öffentlicher, privat-gemeinnütziger und privater Akteure bestimmt.

Im National- und Bundesrat werden von den Ministerien eingebrachte Gesetzesvorschläge parlamentarische behandelt. Das BMSG überwacht als Aufsichtsbehörde die Einhaltung der Gesetze, die von der Standesvertretung der Ärzte (Ärztekammer) und den Trägern der sozialen Krankenversicherung zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung umgesetzt werden. Durch die Bezahlung des verpflichtenden Krankenversicherungsbeitrages erhalten die Patienten einen Rechtsanspruch auf Behandlung durch einen Leistungserbringer. Der Arzt kann von den Patienten frei gewählt werden. Zwischen den Standesvertretungen der Ärzte und der sozialen Krankenversicherung werden periodisch Verhandlungen geführt, in der die Anzahl der Vertragspartner, das Honorierungsschema und die Menge der verfügbaren Leistungen vertraglich festgelegt werden.

Die Beziehungen zwischen den Krankenanstalten und den Krankenversicherungen sind im B-KAG, L-KAG und im ASVG geregelt. Die soziale Krankenversicherung finanziert mehr als die Hälfte der Kosten der Spitäler. Der Versorgungsauftrag obliegt den Ländern, der von den Spitalserhaltern umgesetzt wird. Investitions-, Erhaltungs- und Teile der Betriebskosten werden von Bund, Ländern und Spitalserhaltern bezahlt. Im Jahr 1997 wurden neun Landesfonds zur Finanzierung der Krankenanstalten eingerichtet, welche mit budgetierten Mitteln der sozialen Krankenversicherung und steuerlichen Mitteln gespeist werden.

Entscheidungsträger:

Die zwei Ministerien, deren Handlungen unmittelbare Auswirkungen auf das österreichische Gesundheitswesen haben, sind das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen sowie das Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, wobei das BMGF seit 2003 in einigen Bereichen der Rechtsnachfolger des BMSG ist. Aus allen Teilzielen, die auf den offiziellen Seiten der Parteien und Ministerien zu finden sind ergeben sich drei übergeordnete Ziele. Dies sind, bezogen auf die Gesundheitspolitik, die Kostensenkung bei der Leistungserbringung, die optimale medizinische Versorgung für alle Bevölkerungsschichten und die Verbesserung des Gesundheitszustandes der österreichischen Bevölkerung durch Präventionsmaßnahmen und professionelle medizinische Forschung. Diese Interessen ergeben ein Spannungsfeld, da beispielsweise die optimale medizinische Versorgung ebenso wie professionelle medizinische Forschung zu einer Steigerung der Investitionskosten führen. Andererseits senken diese Ausgaben die langfristigen Kosten für die Behandlung erkrankter Menschen.

Kostenträger:

Es gibt in Österreich 28 Sozialversicherungsträger welche im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger zusammengefasst sind. Der Hauptverband nimmt die Interessen der Sozialversicherung wahr und vertritt sie nach außen. Die österreichische Sozialversicherung hat einen wichtigen Einfluss auf sozialen Frieden, Wohlstand und das demokratische Gefüge in Österreich. Sie ist eine Pflichtversicherung, die dem Versicherten das Recht auf Leistung bei Krankheit, Unfall und Alter sichert. Mehr als 98% der österreichischen Bevölkerung sind durch sie versichert. Die Beiträge sind nicht nach Risiko sonder nach Einkommen gestaffelt. Die Verwaltung obliegt Vertretern, die von den Interessensvertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer entsendet werden (‘Selbstverwaltung’). Diese Organisationsform garantiert Unabhängigkeit vom Staat und größtmögliche Nähe zu den Versicherten.

Die Sozialversicherung legt großen Wert auf die Gesundheitsvorsorge und das Verständnis der Versicherten für eine gesunde Lebensweise. Die finanzielle Stabilität ist ein wichtiges Ziel der Sozialversicherung. Dies liegt auf der Hand, da jeglicher Behandlungsfall und jede Inanspruchnahme medizinischer Leistung der Sozialversicherung Kosten verursacht.

Leistungserbringer:

Jene Einrichtungen, die die unmittelbare Leistung am oder für den Patienten erbringen werden als Leistungserbringer bezeichnet. Dies sind niedergelassene Ärzte, Krankenanstalten und ihre Ambulanzen, Rettungsdienste sowie der Pflege- und Rehabilitationsbereich. Die jeweiligen Versorgungsleistungen werden von diesen unterschiedlichen Stufen des Gesundheitssystems erbracht. Dabei ist wichtig, dass Leistungen der nächsthöheren Stufe erst dann erbracht werden sollte, wenn diese auf der vorgelagerten Stufe nicht mehr erbracht werden können.

Die unterste Stufe der Versorgung ist der Hausarzt, der auch Allgemeinmediziner oder praktischer Arzt genannt wird. Teuerste und oberste Stufe ist das Krankenhaus.

Arbeit zitieren:
Zach, Bernhard Januar 2004: eHealth und Telemedizin in Österreich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Telemedizin, eHealth, Arzt, medizinische Informatik, Medizin

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