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eCRM im Kontext des Internetmarketing in Japan

Eine kritische Bestandaufnahme

eCRM im Kontext des Internetmarketing in Japan
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Christian Schulz
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 2,1
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6861-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6861-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6861-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schulz, Christian April 2003: eCRM im Kontext des Internetmarketing in Japan, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: eCRM, Japan, Internet, Marketing, Kundenbeziehungsmanagement

Magisterarbeit von Christian Schulz

Einleitung:

In der sich heute immer weiter herauskristallisierenden Informationsgesellschaft müssen alte Marketingstrategien durch neue ersetzt werden. Dabei scheint das Customer Relationship Management (CRM) zu einem immer gebräuchlicheren Schlagwort für die Idee zu werden, den einzelnen Kunden mehr Bedeutung zuzumessen, als dies vormals der Fall war.

Das Internet als das erfolgreichste neue Kommunikationsmedium der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts und des gerade begonnenen neuen Jahrtausends scheint dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Zum einen bestimmt es die neuen Rahmenbedingungen für den Markt und seine Mechanismen mit, indem es beispielsweise regionale Schranken auflöst und zu einer Liberalisierung der Information führt. Zum anderen stellt es auch gleichzeitig ein mächtiges Instrument dar, neue Formen des Marketings zu entwickeln und zu verwirklichen.

Der Markt für Customer Relationship Management-Lösungen in Japan soll bis zum Jahr 2006 ein Volumen von fast 7 Milliarden US-Dollar erreichen. Das würde einem jährlichen Wachstum von 18 Prozent in diesem Segment entsprechen. Allein für den Teilbereich der IT Servicedienstleistungen für das CRM wird ein jährliches Wachstum von 19 Prozent erwartet.

Japan hat den Ruf, ein Land der neuesten Technologie zu sein. Besonders in der Konsumer- und Unterhaltungsindustrie sieht es so aus, dass japanische Unternehmen wie Sony weltweit den Ton angeben. Darüber hinaus scheint auch der Ausspruch „Der Kunde ist König.“ in Japan eine wirkliche Bedeutung zu haben.

Dieser Arbeit liegt nun die Frage zugrunde, inwiefern in Japan Konzepte des CRM auch durch den Einsatz von Informationstechnologie und im Speziellen den Möglichkeiten des Internets verwirklicht werden.

Da Japan allerdings zu Beginn der Entfaltung der ökonomischen Nutzung des Internets in seiner eigenen Entwicklung auf diesem Gebiet hinter den USA und anderen Industriestaaten zurücklag, stellt sich die Frage, ob sich dies auch bis heute negativ auf den Bereich des elektronischen CRM ausgewirkt hat. Außerdem mögen auch anderen kulturelle oder wirtschaftlich- technische Faktoren diese Entwicklung speziell beeinflussen.

Ziel dieser Arbeit wird es nicht sein, die zeitliche Entwicklung des Kundenbeziehungsmanagements im Internetmarketing in Japan vorzustellen, sondern es soll vielmehr versucht werden, die momentane Situation darzustellen und zu bewerten. Dazu stehen die beiden folgenden Fragestellungen im Vordergrund:

Wie sieht die Strategie japanischer Unternehmen in Bezug auf das eCRM im Allgemeinen und für das Internet im Speziellen aus?

Wie stellt sich die Situation von Internetportalen japanischer Unternehmen aus Sicht des Kunden dar?

Im Zentrum der Betrachtung steht dabei vor allem die Beziehung zwischen Unternehmen und Endkunden (B2C). Da für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen (B2B) zwar fundamental auch die gleichen CRM-Ansätze gelten, aber auch Besonderheiten wie beispielsweise der persönliche Kontakt einen anderen Rang haben, wird dieser Fall in dieser Arbeit nicht gesondert betrachtet werden.

Die Arbeit basiert zum einen auf der Auswertung insbesondere japanischen aber auch anderen Quellmaterials und zum anderen auf den Ergebnissen zweier für diese Arbeit durchgeführten empirischen Untersuchungen. Dazu wurden zunächst verantwortliche Manager von 18 japanischen Unternehmen bezüglich deren CRM-Strategien befragt. Die Befragung wurde online im Internet durchgeführt und auf Wunsch anonymisiert. Der Fragenkatalog entstand aus den Überlegungen des zweiten und dritten Kapitels dieser Arbeit.

Unabhängig davon wurden 20 japanische B2C-Internetportale anhand eines Kriterienkatalogs analysiert. Dabei standen die Anforderungen und Sichtweisen des Kunden im Vordergrund. Obwohl versucht wurde, die Bewertungskriterien, basierend auf der Auswertung verschiedener Quellen, möglichst objektiv zu gestalten, sind kleinere subjektive Tendenzen bei der tatsächlichen Bewertung nicht ganz auszuschließen.

Diese Arbeit gliedert sich in 4 Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird nach einer kleinen Einführung in das Thema ein Überblick über die Begriffswelt und Strategie des CRM gegeben. Darauf aufbauend wird das in dieser Arbeit zu untersuchende electronic Customer Relationship Management (eCRM) herausgearbeitet.

Im zweiten Teil werden die Instrumente des eCRM analysiert und damit zugleich der Kriterienkatalog für die Untersuchung der japanischen Internetportale erstellt. Dabei steht, gemäß den Grundlagen des CRM, die Sichtweise des Kunden im Vordergrund.

Der dritte Abschnitt stellt den Hauptteil der Arbeit dar. Nach einer kurzen Besprechung der speziellen japanischen Einflussfaktoren auf das eCRM in Japan werden in der Hauptsache anhand der Ergebnisse aus der Befragung japanischer Unternehmensmanager die eCRM-Strategien japanischer Unternehmen analysiert. Im Anschluss wird mit Hilfe der Resultate aus der Bewertung der 20 japanischen Internetportale versucht, die momentane Situation japanischer Unternehmenswebseiten darzustellen. Hier sollen sich zudem die Ergebnisse aus beiden Untersuchungen in ihrer Gesamtheit gegenseitig ergänzen.

Im letzten Teil der Arbeit werden drei aussichtsreiche japanische Internetportale vorgestellt. Dabei soll unter anderem gezeigt werden, wie speziell in der japanischen Umgebung eine erfolgreiche eCRM-Strategie umgesetzt werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 5
2. Grundlagen 9
2.1 Modernes Marketingverständnis 9
2.2 Der Begriff CRM 10
2.2.1 Definition CRM 10
2.2.2 Definition eCRM 11
2.3 Ziele des CRM 11
2.4 (e)CRM Strategien 13
2.5 Einflussfaktoren 16
2.5.1 Unternehmensintern 16
2.5.2 Unternehmensextern 17
2.6 (e)CRM - Technologien 17
3. Instrumente des eCRM 19
3.1 Übersicht 19
3.2 Prozessportale 21
3.2.1 Kunden- und CRM- Prozesse 21
3.2.2 Bewertungskriterien für Prozessportale 22
3.2.2.1 Kosten- und Zeitersparnis 23
3.2.2.2 Zusatznutzen 24
3.2.2.3 Vertrauen und Zufriedenheit 26
3.2.2.4 E-Mail 27
3.2.2.5 Mobiles CRM 29
3.2.2.6 Datenschutz und Datenerhebung 30
3.3 Communities 33
4. eCRM in Japan 36
4.1 Einflussfaktoren 36
4.1.1 Politische Faktoren 36
4.1.2 Kulturell- gesellschaftliche Faktoren 38
4.1.3 Wirtschaftlich- technische Faktoren 40
4.2 eCRM-Strategien in japanischen Unternehmen 44
4.2.1 Allgemeine CRM-Strategie 46
4.2.2 Internetportale aus Sicht japanischer Unternehmen 51
4.3 Zur Situation - Japanische Unternehmen im Internet 58
4.3.1 Kosten- und Zeitersparnis 59
4.3.2 Zusatznutzen 60
4.3.3 Vertrauen und Zufriedenheit 61
4.3.4 E-Mail 61
4.3.5 Mobiles CRM 62
4.3.6 Datenerhebung und Datenschutz 63
5. Fallstudien 65
5.1 So-Net 65
5.1.1 Strategie E-Sony 65
5.1.2 Portalsite - So-Net 67
5.1.3 eCRM-Analyse - So-Net 70
5.2 Toyota - Gazoo 72
5.3 Yubitoma 78
6. Schluss 83
7. Anhang A 85
8. Anhang B 96
9. Literatur- und Quellenverzeichnis 102

Automatisiert erstellter Textauszug:

(Eigene Darstellung; N = 18) Wie lässt sich diese Verteilung bewerten? Anscheinend wird im Bereich des Topmanagements das CRM als strategische Ressource angesehen, die im Besonderen durch die Mitarbeiter der unteren Ebene durchgesetzt werden soll. Der Idealfall wäre eine hohe Gleichverteilung auf alle Bereiche des Unternehmens. Allerdings lassen sich im Hinblick auf den hohen Zeitverbrauch für eine ganzheitliche Umsetzung einer CRMStrategie in einem Unternehmen die in der Abbildung 4 dargestellten Verhältnisse durchaus als positiv werten. An dieser Stelle sei aber auch erwähnt, dass die Einführung einer kundenorientierten Gesamtstrategie besonders auf Mitarbeiterebene mit Schwierigkeiten verbunden ist. Nach einer Untersuchung der Nihon Keizai Shinbun aus dem Jahr 2000 gibt es bei den Mitarbeitern in japanischen Unternehmen besonders beim Verständnis der Inhalte und Ziele des CRM, der Einbringung von Eigeninitiative, dem Wandel des traditionellen warenproduzierenden Managements und der Zuordnung von Prioritäten (Wer [...]

(Eigene Darstellung) Für jede gestellte Frage hatten die Befragten die Möglichkeit „Weiß nicht“ als Antwort auszuwählen. Dies lässt Rückschlüsse auf die Vertrautheit und Bedeutung des Themas bei den Managern der Unternehmen zu. Von insgesamt 702 gegebenen Antworten wurden 78 mit „Weiß nicht“ beantwortet. Da einige Fragen durchaus spezielles Wissen und Kenntnisse voraussetzen, ist durch diese 11-prozentige (Ausfall-) Quote durchaus auf eine hohe Sensibilisierung für das CRM in den untersuchten Unternehmen zu schließen. Die Befragung teilt sich inhaltlich in zwei Themenkomplexe auf. Zum einen wurde nach der allgemeinen Strategie bzw. Situation bezüglich des CRM gefragt. Zum anderen stand das Prozessportal als Hauptinstrument des eCRM im Vordergrund der Befragung. [...]

Für das Fiskale Jahr 2002 planten 50% aller Unternehmen indes eine weitere Erhöhung ihrer Investitionen in IT mit den vornehmlichen Zielen, die Effizienz, Marketingfähigkeiten und die Produktivität zu erhöhen73. Ein weiterer wichtiger Faktor für den E-Commerce sind die Distributionskanäle, auf die zurückgegriffen werden kann. In Japan ist hier vor allem das engmaschige Netz der Convenience Stores (Konbini) zu erwähnen. Diese 24 Stunden geöffneten Geschäfte für den alltäglichen Bedarf bieten eine große Bandbreite von Dienstleistungen an. Es ist oft möglich Faxe zu versenden, Rechnungen zu bezahlen oder Pakete abzuholen. In Japan gibt es von diesen Konbini-Stores landesweit mittlerweile 42.000 Geschäfte74. 2002 wurden beispielsweise bereits 10 Prozent aller Zahlungsvorgänge aus Internetgeschäften über diese Konbinis abgewickelt75. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in Japan nach Startschwierigkeiten besonders im privaten Sektor die Nutzung des Internets gut verbreitet ist. Allerdings lassen sich hier auch immer noch Steigerungen erreichen. Außerordentlich weit entwickelt ist indessen der Mobiltelefon-Sektor in Japan, was zu einer enormen Internet-Nutzung über mobile Services führt. Es gibt wirklich kaum wesentliche Unterschiede bei der Quantität der Internet-Nutzung in Japan im weltweiten Vergleich. Die Nutzer des Internets in Japan rekrutieren sich aus allen Altersgruppen mit nur einer geringen Tendenz zu jüngeren Japanern. Auf der anderen Seite scheint in den Unternehmen bis jetzt der Einsatz von Informationsnetzwerksystemen nicht besonders populär. Dennoch sind im Allgemeinen stetige Investitionen in IT zu erkennen. Dies kann in der immer noch anhaltenden Wirtschaftskrise durchaus als Zeichen dafür gewertet werden, dass IT in der Strategie japanischer Unternehmen eine große Rolle spielt. [...]

Arbeit zitieren:
Schulz, Christian April 2003: eCRM im Kontext des Internetmarketing in Japan, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
eCRM, Japan, Internet, Marketing, Kundenbeziehungsmanagement

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