Der deutsch-polnische Ausgleich 1933 -1934
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Markus Hesse
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 590,3 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9547-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9547-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9547-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hesse, Markus August 2003: Der deutsch-polnische Ausgleich 1933 -1934, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Hitler, Pilsudski, Außenpolitik, Nichtangriffspakt, Minderheitenpolitik
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Magisterarbeit von Markus Hesse
Einleitung:
Am 26. Januar 1934 wurde ein deutsch - polnischer Nichtangriffspakt unterzeichnet. Von deutscher Seite war es vor allem Reichskanzler Adolf Hitler, der diesen Vertrag überwiegend aus eigenem Willen zur Unterzeichnung brachte. Dieser Ausgleich zwischen dem Deutschen Reich und Polen stand nicht im Einklang mit der bis zu diesem Zeitpunkt vertretenen Politik des Auswärtigen Amtes, der Reichswehr oder anderer politischer Eliten. Ferner entrüstete dieser außenpolitische Wandel nicht nur die Anhängerschaft der NSDAP, sondern darüber hinaus die große Mehrheit der deutschen politischen Öffentlichkeit. Seit der Unterzeichnung des Versailler Vertrages bestand Einigkeit in nahezu allen politischen Parteien und gesellschaftlichen Schichten, dass eine Änderung des schlechten Verhältnisses zu Polen nur durch eine Revision der deutschen Ostgrenze erreicht werden könnte. Keine deutsche Regierung hatte bis zum Regierungsantritt Hitlers einen Kriegsverzicht gegenüber Polen ausgesprochen oder gar vertraglich fixiert. Unter diesen Umständen verhärtete sich die deutsch - polnische Feindschaft, bis die Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes ein Jahr nach Amtsantritt Hitlers eine mehrjährige Phase der Entspannung einleitete.
Die polnische Außenpolitik versuchte nach dem Versailler Friedensvertrag in erster Linie, den neu entstandenen polnischen Nationalstaat zu schützen und in seinen Grenzen zu bewahren. Erschwert wurde diese Politik Polens durch seine geopolitische Lage, da es in direkter Nachbarschaft zwischen zwei potenziellen Feinden und angehenden Großmächten, dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, lag. Polen war der Gefahr durch die deutsch - russische Zusammenarbeit, die 1922 in Rapallo und 1926 in Berlin vertraglich fixiert worden war, ausgesetzt. Daher strebte der polnische Staatschef Pilsudski eine Steigerung des politischen und militärischen Potenzials Polens an, um den territorialen Status quo zu erhalten.
Durch das Bündnis mit Frankreich von 1921 wurde Polen Teil des französischen „cordon sanitaire“ zur Stärkung seiner außenpolitischen Sicherheit. Nach erneuten deutsch - polnischen Spannungen 1931 ließ sich Polen auf eine Annäherung mit der Sowjetunion ein, die zum Abschluss eines sowjetisch - polnischen Nichtangriffspaktes am 25.07.1932 führte. Während zum Zeitpunkt der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler noch Spekulationen um einen Präventivschlag Pilsudskis gegen das Deutsche Reich kursierten, wandelte sich jedoch im Laufe des Jahres 1933 die polnische Außenpolitik gegenüber seinem westlichen Nachbarn, so dass die Unterzeichnung des deutsch - polnischen Nichtangriffspaktes möglich wurde.
Die deutsch - polnische Annäherung stieß, vor allem im nationalsozialistischen Deutschland, aber auch in Polen, auf Unverständnis und Widerspruch. Wie und warum kam es zu diesem überraschenden außenpolitischen Wandel? Mit dieser Frage will sich diese Arbeit auseinandersetzen. Darüber hinaus werden die kurz- und langfristigen Ziele der beteiligten Vertragsparteien dargestellt und untersucht. Die Entwicklung des Ausgleichs wird von deutscher und von polnischer Seite beleuchtet und gegenüber gestellt. Diese Methode lässt Rückschlüsse auf Vorgehensweise und Zielsetzung der Vertragspartner zu.
Vor allem die Zielsetzung Hitlers gegenüber Polen bei Abschluss des Vertrages, die bislang nicht eindeutig geklärt worden ist, wird Berücksichtigung finden. So wertet Rolf Ahmann den deutsch - polnischen Pakt von 1934 als „Noch-Nichtangriffsvertrag [...], also als Vertrag, hinter dem letztlich das Ziel einer späteren Aufhebung der zunächst tolerierten Souveränität des Vertragspartners stand.“ Dagegen vertritt Günther Wollstein die These, dass Hitlers Verständigungspolitik „ein durchaus ernstgemeinter Versuch [war], das genannte schlechte Verhältnis der Weimarer Zeit zu beenden.“ Wollstein zufolge bekundeten Hitlers Ausführungen „ein Favorisieren des Modells einer Juniorpartnerschaft [Polens].“ Der für diese Arbeit einzugrenzende Zeitraum erstreckt sich von Januar 1933 bis März 1934, wobei die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler den Ausgangspunkt bildet, da diese die Umwandlung Deutschlands von einer Demokratie in eine totalitäre Diktatur bedeutete und somit eine entscheidende Zäsur war. Der mit dem Januar 1933 einsetzenden chronologischen Darstellung des deutsch - polnischen Ausgleichs wird ein Kapitel über die Voraussetzungen und Vorentwicklungen der deutsch - polnischen Verhandlungen vorangestellt, in dem kurz die Ausgangslage Deutschlands und Polens dargestellt wird.
Die folgenden Kapitel orientieren sich an vier Phasen des Ausgleichs. Die erste Phase ist von Krisen und Konfrontationen gekennzeichnet, die Deutschland und Polen an den Rand einer bewaffneten Auseinandersetzung brachten. Diese Phase beginnt mit der Machtübernahme Hitlers im Januar 1933 und endet mit dem Gespräch zwischen dem Reichskanzler und dem polnischen Gesandten Wysocki im Mai 1933. Zentrale Gegenstände der Untersuchung sind hier Hitlers Einstellung zu Polen und Pilsudskis Pläne eines Präventivkriegs. Wegen des starken Einflusses der Regierungschefs auf die Außenpolitik, spielen deren persönliche Ansichten und Konzepte eine herausragende Rolle.
Die zweite Phase wird eingeleitet vom deutschen Entgegenkommen unter polnischem außenpolitischen Druck. Diese Phase erstreckt sich vom Mai bis September 1933 und wird von dem bereits erwähnten Gespräch eingeleitet. Den Schlusspunkt bildet das Scheitern des Viererpaktes. Der Vergleich der Entspannungspolitik des Deutschen Reiches mit den entscheidenden Faktoren der polnischen Außenpolitik soll zeigen, welche Umstände und Sachverhalte auf deutscher und polnischer Seite ausschlaggebend für die gegenseitige Annäherung waren. Dadurch ergeben sich wiederum Erkenntnisse über die Zielsetzung der beiden Vertragspartner. Ein Sonderproblem im Verhältnis zwischen Polen und Deutschland war die Situation und Lage Danzigs, da der Umfang der polnischen Rechte trotz der Garantie des Völkerbundes für den Status der Freien Stadt nie eindeutig geklärt werden konnte. Um Danzig wurde zur Zeit der Weimarer Republik eine dauerhafte politische Auseinandersetzung geführt. Daher wird auch die Sonderrolle der Freien Stadt und deren Einfluss auf das deutsch - polnische Verhältnis dargestellt und untersucht.
Anschließend wird in der dritten Phase der Weg zu den deutsch - polnischen Verträgen illustriert. Es wird geprüft, inwiefern der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund im Oktober 1933, der den Ausgangspunkt für diese Phase darstellt, Einfluss auf die Verhandlungen um eine vertragliche Fixierung der Annäherung hatte. Im Folgenden soll die Untersuchung und der Vergleich des deutschen und polnischen Vertragsentwurfes Aufschlüsse über die Intentionen der beiden Regierungen geben. Bewusst ausführlich zitierte wesentliche Teile des Vertrages, der Entwürfe und anderer Quellen sollen den Gang der Darstellung und Untersuchung kontrollierbar und nachvollziehbar gestalten.
Die Endphase dieser Untersuchung wird durch die Unterzeichnung des deutsch - polnischen Nichtangriffspaktes am 26.01.1934 eingeleitet. Im folgenden Monat ergänzte die deutsch - polnische Vereinbarung zur Meinungsbildung vom 24.02.1934 die Annäherung. Der Endpunkt dieser Untersuchung ist der 07. März 1934, an dem ein Protokoll zur Regelung der Wirtschaftsbeziehungen vom Deutschen Reich und Polen unterzeichnet worden ist, welches den außenpolitischen Wandel abschließt.
Ein Ausblick auf die Auswirkungen des deutsch - polnischen Ausgleichs rundet die Arbeit ab. Dabei werden die Reaktionen der Großmächte Frankreich, Großbritannien und Rußland ausgeführt, um die Interdependenz zwischen den deutsch - polnischen Beziehungen und der europäischen Politik zu verdeutlichen. Danach werden die Auswirkungen auf die polnische Politik gegenüber der deutschen Minderheit, und umgekehrt die Auswirkungen auf die deutsche Politik gegenüber der polnischen Minderheit dargestellt. Da die Minderheitenpolitik zur Zeit der Weimarer Republik ein permanenter Streitpunkt war, soll festgestellt werden, ob dieser Gegensatz durch den Nichtangriffspakt abgebaut werden sollte und wurde. Dadurch lassen sich ebenfalls Rückschlüsse ziehen, ob der Ausgleich wirklich ein ernst gemeinter Versuch der Konfliktlösung oder ein Aufschieben der aktuell bestehenden Probleme war. In einer Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und bewertet.
Eine Arbeit, die sich mit dem deutsch - polnischen Ausgleich befasst, muss sich im wesentlichen auf die Außenpolitik der beiden beteiligten Staaten untereinander beschränken. Daher stehen die deutsch - polnischen Beziehungen hier im Vordergrund, die im größeren Zusammenhang und interdependenten Geflecht der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik 1933 bis 1934 dargelegt werden. Auf gegenseitige Wechselwirkungen und Einflüsse der Außenpolitik der Vertragspartner und der europäischen Großmächte wird hingewiesen, sofern es aufschlussreich für die Entwicklung der deutsch - polnischen Beziehungen ist. Für einen detaillierten Überblick über die deutsche Außenpolitik sei stellvertretend auf die grundlegenden Arbeiten von Günther Wollstein, Hans-Adolf Jacobsen und Gerhard Weinberg hingewiesen. Ebenso sei für die polnische Außenpolitik auf die maßgeblichen Werke von Hans Roos, Roman Debicki und Jan Karski verwiesen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 3 |
| 1.1 | FRAGESTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT | 3 |
| 1.2 | QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND | 7 |
| 2. | VORAUSSETZUNGEN UND VORENTWICKLUNGEN DER DEUTSCH-POLNISCHEN VERHANDLUNGEN | 12 |
| 2.1 | DIE INTERNATIONALE LAGE POLENS | 12 |
| 2.2 | DIE INTERNATIONALE LAGE DES DEUTSCHEN REICHES | 16 |
| 2.3 | DAS DEUTSCH - POLNISCHE VERHÄLTNIS BIS ZUM 30.01.1933 | 20 |
| 2.3.1 | Ziele der polnischen Außenpolitik gegenüber dem Deutschen Reich | 20 |
| 2.3.2 | Ziele der deutschen Außenpolitik gegenüber Polen | 21 |
| 3. | ERSTE PHASE: ERNEUTE KRISEN UND KONFRONTATIONEN | 24 |
| 3.1 | HITLERS EINSTELLUNG ZU POLEN UND SEINE ÄUßERUNGEN IM WAHLKAMPF | 24 |
| 3.2 | DIE „WESTERPLATTENAFFÄRE“ IM MÄRZ 1933 | 28 |
| 3.3 | PILSUDSKIS PLÄNE EINES PRÄVENTIVKRIEGS | 30 |
| 4. | ZWEITE PHASE: VERBESSERUNG DER BEZIEHUNGEN | 32 |
| 4.1 | ENTSPANNUNGSPOLITIK DES DEUTSCHEN REICHES | 32 |
| 4.1.1 | Die Unterredung Hitler - Wysocki vom 02.05.1933 | 32 |
| 4.1.2 | Hitlers Friedensrede vom 17.05.1933 | 36 |
| 4.1.3 | Die Sonderrolle Danzigs | 38 |
| 4.1.4 | Die deutsche Presse als Faktor in den deutsch - polnischen Beziehungen | 40 |
| 4.2 | POLEN UND DIE ALLMÄHLICHE ANNÄHERUNG | 44 |
| 4.2.1 | Pilsudskis außenpolitische Prioritäten | 44 |
| 4.2.2 | Die außenpolitische Konzeption Jozef Becks | 46 |
| 4.2.3 | Polen und die Unterzeichnung des Viererpaktes | 48 |
| 5. | DRITTE PHASE: AUF DEM WEG ZU DEN DEUTSCH - POLNISCHEN VERTRÄGEN | 51 |
| 5.1 | DIE BEMÜHUNGEN UM EINEN DEUTSCH - POLNISCHEN AUSGLEICH | 51 |
| 5.2 | DER AUSTRITT DEUTSCHLANDS AUS DEM VÖLKERBUND | 54 |
| 5.3 | DAS TREFFEN HITLER - LIPSKI UND DIE GEWALTVERZICHTSERKLÄRUNG | 56 |
| 5.4 | DER DEUTSCHE VERTRAGSENTWURF | 60 |
| 5.5 | DER POLNISCHE VERTRAGSENTWURF | 63 |
| 6. | VIERTE PHASE: DIE DEUTSCH - POLNISCHEN VERTRÄGE VON 1934 | 65 |
| 6.1 | DER DEUTSCH - POLNISCHE NICHTANGRIFFSPAKT VOM 26.01.1934 | 65 |
| 6.2 | DAS PRESSEABKOMMEN VOM 24.02.1934 | 69 |
| 6.3 | DAS WIRTSCHAFTSABKOMMEN VOM 07.03.1934 | 71 |
| 7. | AUSWIRKUNGEN DES DEUTSCH - POLNISCHEN AUSGLEICHS | 73 |
| 7.1 | REAKTIONEN IN PARIS, LONDON UND MOSKAU | 73 |
| 7.2 | AUSWIRKUNGEN AUF DIE MINDERHEITENPOLITIK | 77 |
| 7.2.1 | Die Situation der deutschen Minderheit in Polen | 77 |
| 7.2.2 | Die Situation der polnischen Minderheit im Reich | 80 |
| 7.3 | DIE DEUTSCHE OSTFORSCHUNG | 82 |
| 8. | SCHLUSSBETRACHTUNGEN | 87 |
| 9. | QUELLENVERZEICHNIS | 97 |
| 9.1 | UNVERÖFFENTLICHTE QUELLEN | 97 |
| 9.2 | VERÖFFENTLICHTE QUELLEN | 97 |
| 9.2.1 | Aktenwerke, Dokumentationen und Editionen | 97 |
| 9.2.2 | Selbstzeugnisse (Reden, Werke, Memoiren, Tagebücher) | 98 |
| 10. | LITERATURVERZEICHNIS | 100 |
| 11. | ANHANG | 110 |
| ANHANG A | 110 | |
| ANHANG B | 111 | |
| ANHANG C | 112 | |
| ANHANG D | 114 | |
| ANHANG E | 115 |
Oberst Jozef Beck hatte als polnischer Außenminister ab 1932 einen erheblichen Einfluss auf die deutsch - polnischen Beziehungen, obwohl er Pilsudski verantwortlich und somit von ihm abhängig war. Schon bevor Beck zum Nachfolger Zaleskis ernannt wurde, instruierte Pilsudski ihn bezüglich des neuen außenpolitischen Kurses.199 Weihnachten 1931 war der polnische Staatschef der Meinung, dass ein Ausgleich Polens mit der Sowjetunion und somit eine Annäherung in einigen Monaten erfolgen würde. Dadurch könnte sich Polen aus der Vormundschaft Frankreichs und vom Völkerbund lösen.200 Außerdem bedeutete dies die Möglichkeit, „gegenüber Deutschland und in zweiter Linie auch gegenüber Danzig, Litauen und der ČSR künftig eine energische, aktivere Außenpolitik zu betreiben.“201 Einige Monate nach seinem Amtsantritt verdeutlichte Beck die Grundzüge seiner Außenpolitik in einem Exposé in der auswärtigen Kommission des Sejm am 15. Februar 1933.202 In seinen Ausführungen hebt Beck die Bedeutung von Nichtangriffspakten im Allgemeinen und den polnisch sowjetischen [...]
Weltkrieg kämpfte er zeitweise an der Seite der Mittelmächte gegen Rußland, das für ihn zeitlebens der Hauptfeind Polens blieb.193 Zweitens waren führende Köpfe der NSDAP, wie Hitler, Goebbels und Göring, keine Preußen. Daher vermutete der Marschall, dass ihre Politik weniger starke antipolnische Züge tragen würde als die ihrer Vorgänger.194 Darüber hinaus erwartete Pilsudski, dass Hitler als Österreicher vorrangig auf den Anschluss seines Geburtslandes hinarbeiten würde.195 Drittens forcierte die NSDAP gemäß ihrer Doktrin eine Umgestaltung und Neustrukturierung im Inneren des Landes. Mit diesem Wandel in der Innenpolitik könne auch ein außenpolitischer Kurswechsel einher gehen, wie Pilsudski vermutete. Darüber hinaus war davon auszugehen, dass diese Umgestaltung einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen und sich das Reich in dieser Periode um außenpolitische Entspannung bemühen würde.196 Diese Vermutung äußerte Pilsudski gegenüber Wysocki in einem Gespräch über die Lage des Deutschen Reiches: [...]
Nationalsozialisten eine Schwächung der deutsch - sowjetischen Zusammenarbeit, die seit der Unterzeichnung des Vertrages von Rapallo eine Bedrohung für den polnischen Staat war.191 Während die DNVP eine Kooperation mit der Sowjetunion gegen Polen nicht grundsätzlich ablehnte, widersprach die Ideologie der NSDAP einem Zusammengehen mit Kommunisten oder Bolschewisten. Insofern deckte sich diese antirussische Einstellung Hitlers mit der Pilsudskis. Letzterer hatte schon als Student Kontakt zu einer antizaristischen Vereinigung, aufgrund dessen er nach dem Attentat auf den Zaren zu fünfjähriger Verbannung nach Sibirien verurteilt wurde.192 Von diesem Zeitpunkt an widmete sich Pilsudski der Organisation des polnischen Widerstandes gegen die russische Teilungsmacht und dem Aufbau einer militärischen Organisation. Im Ersten [...]
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Arbeit zitieren:
Hesse, Markus August 2003: Der deutsch-polnische Ausgleich 1933 -1934, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Hitler, Pilsudski, Außenpolitik, Nichtangriffspakt, Minderheitenpolitik



