Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Der demographische Wandel in Schleswig-Holstein

Auswirkungen und Handlungsfelder am Beispiel des IHK-Bezirks Lübeck

Der demographische Wandel in Schleswig-Holstein
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefanie Dreyer
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 121 Seiten
  • Dateigröße: 2,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9874-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9874-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9874-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dreyer, Stefanie Mai 2006: Der demographische Wandel in Schleswig-Holstein, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Innovationspotenzial, Familienpolitik

Diplomarbeit von Stefanie Dreyer

Einleitung:

Der demographische Wandel zählt zu den bedeutendsten Prozessen, der insbesondere die Industrienationen des europäischen Kontinents in den kommenden Jahrzehnten nachhaltig prägen wird. So wird auch die Bundesrepublik Deutschland aufgrund einer steigenden Lebenserwartung bei gleichzeitigem Rückgang der Geburtenzahlen deutliche Veränderungen in Richtung einer sich verringernden und zunehmend alternden Bevölkerung zu verzeichnen haben. Während der Umfang der Bevölkerung jedoch erst in einigen Dekaden merklich abnimmt, wird die altersstrukturelle Verschiebung bereits in den nächsten Jahren in Erscheinung treten.

Diese demographische Entwicklung macht vor dem nördlichsten der deutschen Bundesländer nicht Halt. Auch Schleswig-Holstein steht vor weitreichenden Veränderungen und großen Herausforderungen, die eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensbereiche nachhaltig beeinflussen und einen gesellschaftlichen Wandel herbeiführen werden. Die Bevölkerungsentwicklung wird jedoch regional recht unterschiedlich ausfallen, so dass ein differenzierter Handlungsbedarf auf allen sowohl gesellschaftlichen, politischen als auch wirtschaftlichen Ebenen besteht, dem bereits heute größte Aufmerksamkeit gezollt werden muss.

Die Thematik des demographischen Wandels ist zwar mittlerweile zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden. Noch immer ist jedoch die Handlungsnotwendigkeit nicht in ausreichender Weise im Bewusstsein der Entscheidungsträger gefestigt, so dass zu befürchten ist, dass auf die bevorstehenden demographischen Herausforderungen nicht rechtzeitig reagiert und eine optimale Umsetzung bestehender Handlungsmaßnahmen versäumt wird.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit ist es, der Wirtschaft und der Kommunalpolitik des IHK-Bezirks Lübeck die Thematik des demographischen Wandels sowie die daraus unmittelbar resultierenden arbeitsmarktökonomischen Fragestellungen und deren Folgen darzulegen, ein nötiges Problembewusstsein zu schärfen sowie mögliche Handlungsfelder der Kompensation aufzuzeigen.

Die Basis der Arbeit bildet in Kapitel 2 eine Aufbereitung vorausberechneter Daten zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung Gesamtdeutschlands sowie des Landes Schleswig-Holstein mit einem Fokus auf dem IHK-Bezirk Lübeck. Berücksichtigung finden dabei der allgemeine Bevölkerungsaufbau, insbesondere jedoch die Veränderung des künftigen Arbeitskräftepotenzials hinsichtlich Größe, Alterszusammensetzung und Qualifikationsstruktur sowie die daraus resultierenden Effekte auf den Arbeitsmarkt. Betrachtet werden in Kapitel 3 zudem die Ursachen dieser demographischen Entwicklung.

Das Kapitel 4 behandelt die Zusammenhänge sowie die Auswirkungen des demographisch bedingten Arbeitskräfterückgangs auf das wirtschaftliche Wachstum. Hierbei werden unter Anwendung volkswirtschaftlicher Modelle der Wachstumstheorie (mögliche) Folgen der zuvor dargestellten Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials auf den Standort Deutschland sowie das Land Schleswig-Holstein betrachtet.

Überleitend zum praxisnahen Teil der Arbeit werden in Kapitel 5 mögliche Handlungs- und Steuerungsfelder, die maßgeblichen Einfluss auf den Wachstumsprozess einer Wirtschaft haben, aufgezeigt und analysiert. Hinsichtlich der Quantität des Produktionsfaktors Arbeit finden dabei die Aspekte Geburtenrate, Migration, Erwerbspersonenquote sowie der Arbeitszeitansatz Betrachtung. Zudem sind der Einfluss von physischem Kapital, Arbeitsproduktivität und technischem Fortschritt Bestandteil der volkswirtschaftlichen Analyse.

Das abschließende Kapitel 6 widmet sich der Umsetzung eines der zuvor betrachteten Handlungsfelder. Anhand gezielter Praxismaßnahmen werden der Wirtschaft und der Politik im IHK-Bezirk Lübeck die Vorteilhaftigkeit einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Sinne einer bevölkerungsorientierten Familienpolitik als ein entscheidender Produktions- und Wachstumsfaktor dargelegt, damit die Innovationsdynamik und Wettbewerbsfähigkeit der Region auch in Zukunft zu erhöhter Standortattraktivität und einer Profilierung im Standortwettbewerb führt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis V
Symbol- und Formelverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise 2
1.2 Motivation für die gewählte Thematik 3
2. Der demographische Wandel 4
2.1 Anmerkungen zu den statistischen Daten 4
2.1.1 Datengrundlage 4
2.1.2 Kritische Würdigung der Projektionen 6
2.2 Der demographische Wandel in Deutschland 7
2.2.1 Die Entwicklung von Bevölkerungszahl und -struktur 7
2.2.2 Die Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials 9
2.2.3 Zusammenfassung 12
2.3 Der demographische Wandel in Schleswig-Holstein 12
2.3.1 Die Entwicklung der Bevölkerungszahl 13
2.3.2 Die Veränderung der Altersstruktur 14
2.3.3 Die Altersstruktur im IHK-Bezirk Lübeck 16
2.3.3.1 Die Hansestadt Lübeck 16
2.3.3.2 Der Kreis Herzogtum Lauenburg 17
2.3.3.3 Der Kreis Ostholstein 19
2.3.3.4 Der Kreis Segeberg 20
2.3.3.5 Der Kreis Stormarn 21
2.3.4 Zusammenfassung 22
2.4 Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Arbeitskräfteangebot in Schleswig-Holstein 22
2.4.1 Umfang und Struktur der künftigen Erwerbspersonen 23
2.4.2 Auswirkungen des veränderten Arbeitskräfteangebots 25
2.5 Aktueller Stand der demographischen Entwicklung 28
3. Ursachen des demographischen Wandels 31
3.1 Die Kosten-Nutzen-Analyse 31
3.2 Der Opportunitätskostenansatz 32
3.3 Zusammenfassende Bewertung 34
4. Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf das wirtschaftliche Wachstum 35
4.1 Das neoklassische Wachstumsmodell 35
4.1.1 Darstellung des Modells 36
4.1.2 Aussagekraft und Kritikpunkte des Modells 38
4.2 Das Overlapping Generations Model (OLG) 39
4.2.1 Ein Modellbeispiel 39
4.2.2 Wachstum im OLG-Modell 41
4.2.3 Aussagekraft und Kritikpunkte des OLG-Modells 42
4.3 Wirtschaftliches Wachstum in Schleswig-Holstein 42
5. Handlungsfelder zum Erhalt von Wachstum und Innovationsfähigkeit 43
5.1 Einsatzfaktor Arbeit 44
5.1.2 Erhöhung der Geburtenrate 44
5.1.3 Erhöhung der Zuwanderung 45
5.1.3.1 Zuwanderung auf Bundesebene 45
5.1.3.2 Zuwanderung in Schleswig-Holstein 46
5.1.4 Erhöhung der Erwerbspersonenquote 48
5.1.5 Verlängerung der Lebensarbeitszeit 50
5.1.6 Anhebung von Wochen- und Jahresarbeitszeit 53
5.2 Einsatzfaktor Kapital – Erhöhung des Kapitalstocks 55
5.3 Erhöhung von Arbeitsproduktivität und technischem Fortschritt 58
5.4 Zusammenfassung 62
6. Wachstumspfad Familienfreundlichkeit 63
6.1 Handlungsfelder der IHK Lübeck 63
6.2 Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil 64
6.3 Maßnahmen im IHK-Bezirk Lübeck 66
7. Fazit 68
Anhangsverzeichnis 70
Anhang 72
Quellenverzeichnis 104

Automatisiert erstellter Textauszug:

Sie wird durch die gewichteten Wachstumsraten des physischen Kapitals ( K), des individuellen Humankapitals ( h) und der Potenzialerwerbsquote ( E), der Veränderung der Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter ( P) sowie der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit ( T) und durch die gewichtete Wachstumsrate der totalen Faktorproduktivität ( A) bestimmt. Betrachtet man dieses volkswirtschaftliche Modell vor dem Hintergrund der dargestellten demographischen Entwicklung, so lassen sich die Zusammenhänge zwischen dem Erwerbspersonenrückgang und dem wirtschaftlichen Wachstum deutlich erkennen. Sinkt die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter und ceteris paribus die Anzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, so hat dies unmittelbar Auswirkung auf die Wachstumsrate einer Volkswirtschaft. Anders herum argumentiert führen eine kollektive Erhöhung der Arbeitszeit, eine Erhöhung der Potenzialerwerbsquote sowie eine Steigerung des individuellen Humankapitals dazu, dass ceteris paribus die Wachstumsrate des Outputs steigt. Die in Formel 7 enthaltenen Determinanten sind somit generell in der Lage, die rückläufige Rate des wirtschaftlichen Wachstums zu kompensieren.131 Welche einzelnen Maßnahmen genau getroffen werden können und in welchem Ausmaß diese den demographisch bedingten Entwicklungen entgegenwirken, wird in Kapitel 5 betrachtet. 4.1.2 Aussagekraft und Kritikpunkte des Modells Die theoretischen Zusammenhänge zwischen Bevölkerungswachstums- bzw. Schrumpfungsrate und der Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes sind mittels einer formalen Darstellung des neoklassischen Wachstumsmodells hergeleitet worden. Das Modell ist dabei ein stark vereinfachtes wirtschaftstheoretisches Wachstumsmodell mit einer Reihe beeinflussbarer Faktoren. Insbesondere wegen der ihm zugrunde liegenden Annahmen der Vollbeschäftigung der Produktionsfaktoren, konstanter Skalenerträge, der Exogenität des technischen Fortschritts132 [...]

Die folgende Darstellung erfolgt in Anlehnung an Bergheim, St.; Neuhaus, M. (2002), S. 10-12, BMFSFJ (2005c), S. 8-10 sowie Maußner, A.; Klump, R. (1996), S. 23-30 sowie 35-77. In der Literatur auch als Technologieniveau und totale Faktorproduktivität benannt. Bei der hier angewandten neoklassischen Produktionsfunktion handelt es sich bereits um eine Erweiterung des Grundmodells um den technischen Fortschritt, der in diesem Modell der Neoklassik als exogen bestimmt angesehen wird. Der neoklassischen Produktionsfunktion liegen dabei folgende Annahmen und Eigenschaften zugrunde: geschlossenen Volkswirtschaft, nicht vorhandene Arbeitslosigkeit, Homogenität der Arbeitskräfte, konstante Skalenerträge in der Produktion, positive, abnehmende Grenzerträge, die INADA Bedingungen und die Essentiality. Die Zeitindizes werden im Folgenden zur Vereinfachung weggelassen. Im ursprünglichen Modellrahmen der neoklassischen Wachstumstheorie wurde unterstellt, dass jeder Arbeiter gleich produktiv ist. Durch die Einführung des neuen Aspekts des Humankapitals ist es nun möglich, den Einfluss von Bildung auf das Wachstum darzustellen. [...]

In der öffentlichen Debatte wird im Hinblick auf die bevorstehende demographische Entwicklung in der Regel noch immer die Finanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt. Es wird jedoch nicht nur das System der sozialen Versorgung, die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung unter Druck geraten, auch die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wird nachhaltig beeinflusst. Denn zwischen der dargestellten Bevölkerungsentwicklung und dem wirtschaftlichen Wachstum bestehen komplexe Wechselwirkungen, die in der Vergangenheit lange ignoriert wurden. So sind Regionen mit starkem Wirtschaftswachstum eher in der Lage qualifizierte Arbeitskräfte an sich zu binden als Regionen, die durch vergleichsweise geringe wirtschaftliche Dynamik geprägt sind. Auf der anderen Seite hat auch das Arbeitskräftepotenzial erheblichen Einfluss auf das Wachstum einer Volkswirtschaft sowie einzelner Regionen. Der demographische Wandel führt, wie in Kapitel 2 dargestellt, dazu, dass auf mittlere und lange Sicht sowohl in Deutschland insgesamt als auch in den einzelnen Regionen des Landes mit einer deutlichen Alterung der Einwohner sowie erheblichen Bevölkerungsverlusten umzugehen sein wird. Gerade in strukturschwachen Regionen des Landes besteht dabei die Gefahr, dass insbesondere junge und qualifizierte Arbeitskräfte die Region verlassen, was zur Folge hat, dass die ohnehin schon sehr geringen Geburtenzahlen weiter sinken. Die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten schrumpft und altert somit vergleichsweise stark gegenüber denen, die von hoher wirtschaftlicher Dynamik geprägt sind.121 [...]

Arbeit zitieren:
Dreyer, Stefanie Mai 2006: Der demographische Wandel in Schleswig-Holstein, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Innovationspotenzial, Familienpolitik

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren