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Systematik der Geldwäschetechniken
Eine kritische Analyse

Autor/in Sascha Kirsch
Umfang 116 Seiten
Hochschule / Bildungseinrichtung Universität des Saarlandes Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2006
Note 1,3
Sprache Deutsch
Bestellnummer 91009732
Bezugspreis eBook (PDF-Datei) als CD-ROM eBook EUR 48,00 inkl MwSt.

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Bezugspreis Paperback (eBook-Ausdruck auf Papier) Paperback EUR 48,00 inkl. MwSt.
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Inhaltsangabe
Einleitung:

Das Phänomen der Geldwäsche ist vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten verstärkt in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Neben anfänglich eher juristisch geprägten wissenschaftlichen Untersuchungen wurde es nach und nach zunehmend auch aus der betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Perspektive beleuchtet.

Außerdem findet die Geldwäsche dank ihres offenkundigen Bezuges zur Kriminalität nicht selten in reißerischen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie Artikeln der Printmedien Berücksichtigung und bietet bei wirtschaftskriminellen Handlungen immer wieder neuen Raum für ethische bzw. moralische Fragen und Diskussionen. In Verbindung mit Organisierter Kriminalität und mafiosen Strukturen haben Teile der geldwäschespezifischen Terminologie zudem längst Einzug in Film und Fernsehen erhalten.

Nicht zuletzt durch die terroristischen Anschläge vom 11.September 2001 wurde auch die Finanzierung von Terrorismus zum zentralen Thema für führende politische Entscheidungsträger. Eine Analyse der globalen Finanzströme und Kanäle, welche von Geldwäschern und Terroristen für ihre Zwecke genutzt werden, erhält somit auch eine entscheidende (sicherheits-)politische Relevanz.

Mittlerweile befassen sich mehrere internationale sowie länderspezifische, nationale Organisationen und Institutionen mit der Erforschung, Analyse und Bekämpfung der Geldwäsche. Sie versuchen mit der Dynamik, welche durch die Globalisierung und der damit verbundenen Deregulierung der Finanzmärkte ausgelöst wurde, Schritt zu halten, um der Vielzahl von neu entwickelten Techniken der Geldwäsche durch eine permanente Modifizierung und Verfeinerung der Bekämpfungsmaßnahmen zu begegnen.

In der Tat haben diese Organisationen und Institutionen durch ihre Arbeit immer neue Techniken in immer neuen Bereichen der Finanzwelt zu Tage gefördert. Dadurch wird jedoch die Frage aufgeworfen, inwieweit bestehende Darstellungen, Modelle oder Systematisierungen von Techniken überhaupt noch zeitgemäß sind, d. h. sich nach wie vor für einen Bekämpfungsansatz, anhand dessen sich konkrete Maßnahmen und Gesetze entwickeln lassen, eignen, bzw. ob eine sinnvolle Systematik der Techniken der Geldwäsche überhaupt noch realisiert werden kann. Diese Fragestellungen sollen im Verlauf dieser Arbeit näher untersucht werden.

Gang der Untersuchung:

Hierzu werden zunächst die Grundlagen der Thematik eingeführt. Neben den Definitionen von Geldwäsche, organisierter Kriminalität und Terrorismusfinanzierung sind auch die beteiligten Komponenten des Geldwäscheprozesses sowie die Hauptinstitutionen, welche sich mit der Bekämpfung von Geldwäsche befassen, von Interesse.

Die traditionellen Modelle der Geldwäsche versuchen eine eher idealtypische Annäherung an die Thematik und sind für die Problemstellung dieser Arbeit von unterschiedlicher Bedeutung. Daher erfahren sie im Anschluss an ihre eingehende Darstellung auch eine Bewertung.

Im eigentlichen Hauptteil der Arbeit wird schließlich die Vielzahl und die Variantenvielfalt von neu entstanden aktuellen Techniken der Geldwäsche detailliert und umfangreich beleuchtet.

Im Anschluss erfolgt eine Bewertung von Systematiken dieser Techniken im Hinblick auf ihre Relevanz und Effektivität bei der Bekämpfung des Phänomens der Geldwäsche. Da Geldwäsche eine internationale Thematik darstellt, findet hierbei die vorwiegend englische Terminologie Anwendung.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Verzeichnis der Anlagen im Anhang VII
1. Einleitung 2
2. Begriffsbestimmungen 3
2.1. Geldwäsche - Money Laundering 3
2.2. Organisierte Kriminalität 3
2.3. Terrorismusfinanzierung 6
3. Komponenten des Geldwäscheprozesses 8
3.1. Vorbemerkungen 8
3.2. Strohmänner 8
3.3. Shell Corporations 8
3.4. Front Companies 8
3.5. Offshore-Zentren 9
4. Internationale Organisationen zur Erfassung und Analyse von Geldwäschetechniken 11
4.1. Financial Action Task Force on Money Laundering 11
4.2. Egmont Group der Financial Intelligence Units 12
5. Traditionelle Modelle der Geldwäsche 15
5.1. Vorbemerkungen 15
5.2. Phasenmodelle 15
5.2.1. Zwei-Phasen-Modell nach Bernasconi 15
5.2.2. Drei-Phasen-Modell der US-Zollbehörde 16
5.2.2.1. Vorbemerkungen 16
5.2.2.2. Phase 1: Placement 17
5.2.2.3. Phase 2: Layering 17
5.2.2.4. Phase 3: Integration 18
5.3. Kreislaufmodelle 19
5.3.1. Kreislaufmodell nach Zünd 19
5.3.2. Zyklusmodell des Federal Reserve Systems 21
5.4. Vier-Sektoren-Modell nach Müller 22
5.5. Zielmodell nach Ackermann 25
5.6. Beurteilung der Modelle 30
6. Techniken der Geldwäsche 33
6.1. Vorbemerkungen 33
6.2. Structuring und Smurfing 34
6.3. Schmuggel 35
6.4. Over- and Under-Invoicing 37
6.5. Alternative Remittance Systems 38
6.5.1. Vorbemerkungen 38
6.5.2. Cuckoo Smurfing unter Einbindung von ARS 41
6.5.3. Führen von Zweitbüchern bei inoffiziellen ARS-Dienstleistern 43
6.5.4. Cash Pooling-Accounts und Kompensationsgeschäfte 43
6.5.5. Over- and Under-Invoicing durch ARS-Dienstleister 44
6.6. Gold- und Diamantenmärkte 45
6.6.1. Vorbemerkungen 45
6.6.2. Direkter Ankauf von Gold- u. Diamanten 45
6.6.3. Nutzung von branchenbezogenen Frontbetrieben 46
6.7. Politically Exposed Persons 46
6.7.1. Vorbemerkungen 46
6.7.2. Einsatz von Strohmännern und Finanzvermittlern 47
6.7.3. Einbeziehung von Offshore-Zentren und Juristischen Personen 47
6.8. Gatekeeper 48
6.8.1. Vorbemerkungen 48
6.8.2. Nutzung von Treuhand- und Anderkonten 49
6.8.3. Einbindung von Offshore-Zentren und Juristischen Personen 50
6.9. Derivate und Derivathandel 51
6.9.1. Vorbemerkungen 51
6.9.2. Geldwäsche mit Derivaten 52
6.10. Wertpapiere und Wertpapierhandel 54
6.10.1. Vorbemerkungen 54
6.10.2. Barkauf von Wertpapieren 55
6.10.3. Pump-and-Dump-Verfahren 55
6.10.4. Kauf von Inhaberwertpapieren 55
6.10.5. Ankauf von Schecks 56
6.11. Versicherungen 56
6.11.1. Vorbemerkungen 56
6.11.2. Verwendung von Lebensversicherungen mit Einmalprämienpolicen 57
6.11.3. Frühzeitiger unwirtschaftlicher Rückkauf von Policen 57
6.11.4. Versicherungsbetrug mit illegal erworbenen Luxusgütern 58
6.11.5. Barzahlungen zum Kauf von Versicherungen 58
6.11.6. Rücktritt innerhalb gesetzlicher Widerrufsfristen 59
6.11.7. Kollusion zwischen Kundenvermittlern und Mitarbeitern der Versicherungen 59
6.11.8. Prämienzahlungen durch Dritte 59
6.11.9. Verwendung internationaler Versicherungsverträge 59
6.11.10. Betrügerisch handelnde Kunden, Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften 60
7. Systematiken der Geldwäschetechniken 61
7.1. Vorbemerkungen 61
7.2. Systematisierung nach dem Drei-Phasen-Modell der US-Zollbehörde 61
7.2.1. Schwachstellen der Systematisierung 64
7.3. Systematisierung der Egmont Group 65
7.3.1. Vorbemerkungen 65
7.3.2. Kategorien der Egmont Group 66
7.3.2.1. Verbergen in Unternehmensstrukturen 66
7.3.2.2. Missbrauch von Unternehmensstrukturen 66
7.3.2.3. Verwendung gefälschter Identitäten, Dokumente oder Einbindung von Strohmännern 66
7.3.2.4. Ausnutzung rechtlicher Diskrepanzen auf internationaler Ebene 66
7.3.2.5. Verwendung anonymer Vermögenswerte 67
7.3.2.6. Sonstige Fälle und Techniken 67
7.3.3. Abgeleitete Indikatoren der Egmont Group 68
7.3.3.1. Hohe Bargeldumsätze 68
7.3.3.2. Atypischer oder unwirtschaftlicher Transfer von Geldern in Verbindung mit fremden Rechtssystemen 68
7.3.3.3. Ungewöhnliche Geschäftstätigkeiten oder Transaktionen 68
7.3.3.4. Kurze Abfolge von Transaktionen mit hohem Volumen 68
7.3.3.5. Unrealistisches Vermögen im Vergleich zum Kundenprofil 68
7.3.3.6. Verhaltene Angaben zur Vermögensherkunft 69
7.3.4. Schwachstellen der Systematisierung 69
7.4. Systematisierung der Techniken nach Vortaten 70
7.4.1. Schwachstellen der Systematisierung 71
7.5. Systematisierung nach dem neugefassten Definitionsrahmen der FATF 72
7.5.1. Vorbemerkungen 72
7.5.2. Grundlegende Definitionen mit Beispielen 73
7.5.2.1. Methode 73
7.5.2.2. Technik 73
7.5.2.3. Mechanismus 73
7.5.2.4. Instrument 74
7.5.2.5. Schema 74
7.5.2.6. Typologie 74
7.5.2.7. Trend 75
7.5.2.8. Indikator 76
7.5.3. Schwachstellen der Systematisierung 77
8. Fazit und Ausblick 78
Anhang 80
Literaturverzeichnis 81
Verzeichnis der Gesprächspartner 87
Eidesstattliche Erklärung 88
Anhang A: Die 40 Empfehlungen der FATF (englisch) 89
Anhang B: Liste der Financial Intelligence Units of the World 102

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