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Harry Pross - Ein Leben für freie Medien und unzensierte Meinungen
| Autor/in | Sascha Lippmann |
| Umfang | 129 Seiten |
| Hochschule / Bildungseinrichtung | Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland |
| Art der Arbeit | Magisterarbeit |
| Abgabe | 2004 |
| Note | 2 |
| Sprache | Deutsch |
| Bestellnummer | 35009184 |
| Bezugspreis eBook (PDF-Datei) als CD-ROM |
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Inhaltsangabe
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Zusammenfassung:
"Jeder Mensch braucht Raum, um sich entwickeln zu können. Das gilt nicht nur für den horizontalen Raum seiner Bewegungen auf der Erde, sondern auch für den seiner Gedanken." Wie kaum ein zweiter deutscher Kommunikations- und Medienwissenschaftler hat sich Pross mit dem Verhältnis von Medien, Öffentlichkeit und Politik über mehrere Jahrzehnte durch reichhaltig gesammelte Erfahrung aus Theorie und Praxis gleichermaßen auseinandergesetzt. "Sein Hauptthema war die Wechselbeziehung zwischen Politik und Publizistik", sein Lebensthema aber das der Meinungsfreiheit. Bereits Mitte der 70er Jahre stellte H.P. fest, dass das bewusste Eintreten einer Gesellschaft für Demokratie und dabei insbesondere für Meinungsfreiheit sehr stark davon abhängig ist, inwieweit Medienschaffende die Möglichkeit haben, frei agieren zu können. Er ist davon überzeugt, dass die ökonomischen und politischen Verhältnisse die Medienentwicklung beeinflussten, aber auch umgekehrt gelte, dass Wirtschaft und Politik von den Medien nicht als unabhängig angesehen werden können. Dabei sollten die Medienträger nicht einzeln betrachtet, sondern im Zusammenhang untereinander berücksichtigt werden. Das Auftreten des Rundfunks Mitte der 20er Jahre hat nach Pross eine schnellere und vielseitigere Information ermöglicht, was nicht ohne Rückwirkung auf die Presse geblieben sei. Ebenso habe die Ausbreitung des Fernsehens in der Bildberichterstattung neue Maßstäbe gesetzt. Auch dies war ein Vorgang, der unvermeidlicherweise den (Bild-)Journalismus in der Presse verändern musste. Das Auftreten jeden neuen Mediums in der Menschheitsgeschichte veränderte laut Pross den ganzen publizistischen Prozess, da dieser nur als Ensemble aller Medien aufgefasst werden könne. Der neu hinzugekommenen Informationstechnik mussten sich daher auch die Politiker wiederholt anpassen. Gleichwohl Freiheitsrechte in der Bundesrepublik von Anfang an im Grundgesetz verankert worden sind, bedurften und bedürfen sie der täglich erneuerten Bestätigung im Alltag. Geradezu ist es eine moralische Verpflichtung, sie auch mit Leben zu füllen. Besonders den in der Öffentlichkeit tätigen Menschen fällt ein besonderer Auftrag zu, sich dafür aktiv einzusetzen, selbst wenn oder gerade weil Widerstände im Spannungsfeld zwischen freier Meinung und Machtinteressen sich auftun und angestellte wie freischaffende Journalisten im Regelfall sich in einer schwächeren Position befinden. Wie sieht Pross in der heutigen Zeit seinen eigenen Berufsstand? Er lässt hierüber verlauten, dass Journalisten es interessant fänden, zwischen den Interessen anderer Leute zu sein. Schon das Wort Interesse hieße wörtlich genommen dazwischen sein. Dies erforderte subjektive Sensibilität und Intuition. Beides sei aber gefährdet durch den eigenen Bemächtigungsdrang, der Lust und Unlust, etwas zu thematisieren. Zur Kultivierung des Ödlands des Cyberspace im elektronischen Zeitalter heute, hätten Journalisten einen umso wirkungsvolleren Beitrag zu leisten. Pross ist ein hartnäckiger Kritiker, der das Recht auf eine eigene Meinung zum obersten Prinzip erhoben hat. Dass Meinungen und Werte in jeder Weltgegend auch die gleich hohe Chance auf Verbreitung (zumeist über die Massenmedien) finden müssen, hält er für eine elementare Frage, da der ausreichende Zugang zu Informationen ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität eines jeden Menschen ist. Als moderner Aufklärer und Streiter für ein echtes, demokratisches Bewusstsein sagte er deutlich: "Dinge nicht beim Namen zu nennen, ist eine Schurkerei gegen die Freiheit und Würde des Menschen. Nur was benannt ist, kann verstanden werden." Aus den bitteren Erfahrungen des II. Weltkriegs heraus, stellt er die Frage: "Wo ist der entscheidende Einschnitt, der einen zur Besinnung bringt?" Die Medienindustrie mit ihrem Gewinnstreben nehme den Leuten einen großen Teil ihrer Aufmerksamkeitsarbeit durch das Vorsetzen von Unterhaltung ab und manipulierte dabei unsere Gefühle. Das Streben nach Erkenntnis leide darunter und dies sei doch der eigentliche Zweck unseres Daseins. Pross kann als ein beispielgebender Wissenschaftler, harter Analysierer und sachkundiger Beobachter bei der Ausbildung und Weiterentwicklung der Kommunikationsgeschichte für die Bundesrepublik und darüber hinaus gelten Trotz seiner unbestrittenen Verdienste für die Forschung und Praxis, die es im weiteren zu untersuchen gilt, möchte ich das Werk von Pross auch unter kritischen Gesichtspunkten würdigen und einige Rezensionen seiner Werke dabei heranziehen. Die Fragestellung bei diesen Überlegungen lautet: Was sind die grundlegenden Theorien und Überzeugungen von Pross bezogen auf das Verhältnis zwischen Medien, Politik und Öffentlichkeit, und wie hat sich die Kommunikationskultur unter Berücksichtigung zeitlicher Veränderungen insgesamt bis heute fortentwickelt? War am Ende des 20. Jahrhunderts die Meinungsfreiheit in Deutschland mehr vorhanden als zu Beginn? Stimmen die dabei von Pross aufgestellten Thesen mit der Wirklichkeit überein? Inhaltsverzeichnis:
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| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Leben und Werk | 8 |
| 2.1 | Leben | 8 |
| 2.1.1 | Kindheit und Jugend | 8 |
| 2.1.2 | Der berufliche Weg: Zwischen Praxis und Theorie | 11 |
| 2.1.3 | Beurteilung durch Kollegen und eine kurze Zusammenfassung seines Lebens | 18 |
| 2.2 | Eine Einführung in das Werk | 21 |
| 2.2.1 | Versuch der Beschreibung seines Gesamtschaffens | 21 |
| 2.2.2 | Nähere Vorstellung ausgewählter Werke | 25 |
| 2.2.2.1 | 'Vor und nach Hitler' | 25 |
| 2.2.2.2 | 'Die Protestgesellschaft: von der Wirksamkeit des Widerspruchs' | 26 |
| 2.2.3 | Zusammenfassung | 30 |
| 3. | Theoretische Annahmen | 32 |
| 3.1 | Begriffe aus dem Kommunikationsbereich | 32 |
| 3.1.1 | Einführung | 32 |
| 3.1.2 | Zeichenbegriffe | 35 |
| 3.1.3 | Protest und Anarchie | 37 |
| 3.1.4 | Rituale | 40 |
| 3.2 | Zum Begriff und zur Bedeutung der Signalökonomie für Pross | 41 |
| 3.3 | Zusammenfassung | 45 |
| 4. | Der Kampf um Meinungsfreiheit im 20 Jahrhundert | 46 |
| 4.1 | Aufgaben der Medien aus Sicht von Pross | 46 |
| 4.2 | Behinderungen der Meinungsfreiheit und die Folgen: Historische Beispiele im Kontext der Zeit | 49 |
| 4.2.1 | Medienlenkung und Pressekonzentration 1900 bis 1945 | 49 |
| 4.2.2 | Eine Bilanz der nationalsozialistischen Presseunfreiheit und der Neubeginn infolge der Lizensierungszeit | 57 |
| 4.2.3 | Kulturkritik und Fernsehen - als Beispiel: Adolf Grimme | 60 |
| 4.2.4 | Adenauers Staatsfernsehen und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes | 63 |
| 4.2.5 | Die Abkehr vom obrigkeitsstaatlichen Denken der Medien? - Die Spiegelaffäre | 67 |
| 4.2.6 | Konzentrationsprozesse im Pressewesen: Beispiel: 'Ein-Zeitungs-Kreise' | 75 |
| 4.3 | 'Der Mensch im Mediennetz' | 80 |
| 4.3.1 | Qualitätsverluste und die Abkehr von 'primärer' Kommunikation | 81 |
| 4.3.2 | Das Bildmedium als Übermittler von Ritualen | 86 |
| 4.3.3 | Die Kommerzialisierung des Fernsehens und das 'Duale System' | 90 |
| 4.3.3.1 | Zur grundlegenden Entwicklung | 90 |
| 4.3.3.2 | Kritische Beobachtung und Sichtweise von Pross | 94 |
| 4.4 | Auseinandersetzung des Verfassers dieser Arbeit bezüglich der Pross'schen Wahrnehmung der Wirklichkeit (Zusammenfassung) | 99 |
| 5. | Würdigung und Kritik zum Leben und Schaffen des Intellektuellen Pross | 104 |
| 5.1 | Engagement für Medienfreiheit und Demokratie | 104 |
| 5.2 | Engagement für soziale Gerechtigkeit und Dialog der Wissenschaften | 108 |
| 5.2 | Beurteilung von einigen Werken durch Rezensionen mit Kommentaren des Verfassers dieser Arbeit | 113 |
| 6. | Fazit: Pross = Optimist - Pessimist, Realist - Idealist? | 119 |
| Literaturverzeichnis: | 123 | |
| 1. | Werke von Pross | 123 |
| 2. | Sekundärliteratur | 126 |
| Abkürzungsverzeichnis | 129 | |