Diplomarbeiten
(Fachbereiche): Sprachwissenschaften Germanistik

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Titel Kulturelle Norm und semantischer Wandel 
Untertitel Die Bedeutung von Anredepronomina in literarischen Übersetzungen am Beispiel Englisch - Deutsch 
AutorIn Franziska Strobl 
Seiten 105 Seiten 
Hochschule Universität Bielefeld Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 2004 
Preis 74,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 75008531 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe  
Einleitung:

Umgangsformen.

Mich ichze ich.

Dich duze ich.

Sie sieze ich.

Uns wirze ich.

Euch ihrze ich.

Sie sieze ich.

Ich halte mich an die Regeln (Kurt Marti).

Welche semantischen Veränderungen ergeben sich bei der subjektiv-interpretativen Übersetzung der Anredepronomina durch den Übersetzer? Wirken nicht die Charaktere im Plot häufig anders, wenn sie einen unbeholfenen Umgang mit den deutschen Höflichkeitsnormen aufweisen? Welche Wirkung hat die Verwendung des Du oder Sie in situationsspezifischen Dialogen auf den Leser/ für den Plot?

Da mich diese Fragen zu interessieren begannen, habe ich beschlossen, meine Magisterarbeit darüber zuschreiben. Dabei wurde mir deutlich, dass eine adäquate Bearbeitung Methoden aus Soziolinguistik (Anredepronomen), Textlinguistik (Diskursanalyse) und Literaturwissenschaft (Struktur- und Wirkungsveränderung innerhalb der Werke) erfordert und insofern in hohem Maße interdisziplinär angelegt sein muss. Dennoch sehe ich nur in dieser Weise eine der Problematik angemessene Herangehensmöglichkeit.

Erst durch Betrachtung der Historie, durch Bestimmung der gesellschaftlichen Anrede- und Übersetzungsnormen, durch Analyse der in der Literatur vorkommenden Situationen und der dort verwendeten Anredeformen kann auf die eventuell entstandenen Veränderungen eingegangen werden.

Ziel dieser Arbeit ist anhand der dargelegten Analysen und Beispielen aus ausgewählten literarischen Werken einen normativen Weg zur Übersetzung linguistisch ambivalenter Textstellen im Bereich der Anrede zu finden.

Gang der Untersuchung:

Zu Beginn wird eine kurze historische Darstellung der Entwicklung der Anredepronomina im Englischen und Deutschen gegeben, welche fürderhin mit der heutigen Situation kontrastiert wird.

Daraus ergeben sich Schemata für die gebräuchlichen Anredenormen und situativen Bräuche. Dafür werden verschiedene Werke aus Sozio- und Psycholinguistik konsultiert sowie Umgangsformen- und Fremdsprachenlehrwerke beider Sprachen aus der heutigen Zeit.

Ziel dieses Vorgehens ist es Kriterien herauszuarbeiten, die den jeweiligen Gebrauch der Anredepronomen einleiten, erfordern oder möglich machen und deren Bedeutung zu untersuchen. Anhand dieser Kriterien und diskursanalytischer Unterteilungen wird dann auf Textstellen ausgewählter literarischer Werke eingegangen: Lolita (Nabokov), Disgrace (Coetzee), The Human Stain (Roth), The Weight of Water (Shreve).

Die Charaktere werden vorgestellt sowie (in schematischer Form) ihr Verhältnis zueinander. Hierauf werden für das Thema der Arbeit relevante Stellen herausgearbeitet und beschrieben sowie die Originalversion mit der deutschen Übersetzung verglichen.

Nach einer "normativ-neutralen" Betrachtung in der Originalsprache werden die nämlichen Segmente in der Übersetzung eingeteilt und kategorisiert, um dadurch zu ihren sprachlichen Unterschieden und somit dem damit einhergehenden Bedeutungswandel zu gelangen.

Als Fazit wird anhand der dargestellten Kategorien und Untersuchungen eine Methode vorgeschlagen, semantische Kohärenz in interkulturellen Übersetzungen bezüglich der Anredepronomina zu erlangen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINFÜHRUNG 5
2. DIE BEDEUTUNG, LEISTUNG UND FUNKTION VON ANREDEPRONOMINA 7
2.1 GESCHICHTE DER DEUTSCHEN ANREDEPRONOMINA AB DEM 18. JAHRHUNDERT 13
2.2 GESCHICHTE DER ENGLISCHEN ANREDEPRONOMINA BIS 1800 16
2.3 KONTRASTIVE DARSTELLUNG DER GEGENWARTSNORMEN ENGLISCH - DEUTSCH 20
3. ANREDEFORMEN IN LITERARISCHEN TEXTEN 27
3.1 BEDEUTUNG VON FIGURENREDE IN LITERARISCHEN TEXTEN 29
3.2 DIE BEDEUTUNG VON ANREDEFORMEN IN FIGURENREDE 32
3.3 ASPEKTE UND PROBLEME BEIM ÜBERSETZUNGSPROZESS 36
4. ANALYSEKRITERIEN ZUR BETRACHTUNG DER WERKE 39
5. AUSWAHLKRITERIEN UND ÄUßERE DARSTELLUNG DER VERWENDETEN WERKE 42
5.1 LOLITA (NABOKOV) 44
5.1.1 DIE HANDLUNG 45
5.1.2 DIE BEZIEHUNGEN DER CHARAKTERE 46
5.1.3 DIE RELEVANTEN SITUATIONEN 49
5.1.4 SPRACHKONTRASTIVE INTERPRETATION DER SITUATIONEN 53
5.2 DISGRACE (COETZEE) 58
5.2.1 DIE HANDLUNG 58
5.2.2 DIE BEZIEHUNGEN DER CHARAKTERE 59
5.2.3 DIE RELEVANTEN SITUATIONEN 63
5.2.4 SPRACHKONTRASTIVE INTERPRETATION DER SITUATIONEN 66
5.3 THE HUMAN STAIN (ROTH) 72
5.3.1 DIE HANDLUNG 73
5.3.2 DIE BEZIEHUNG DER CHARAKTERE 74
5.3.3 DIE RELEVANTEN SITUATIONEN 76
5.3.4 KONTRASTIVE INTERPRETATION IN BEIDEN SPRACHEN 79
5.4 THE WEIGHT OF WATER (SHREVE) 83
5.4.1 DIE HANDLUNG 83
5.4.2 DIE BEZIEHUNG DER CHARAKTERE 84
5.4.3 DIE RELEVANTEN SITUATIONEN 87
5.4.4 SPRACHKONTRASTIVE INTERPRETATION DER BEIDEN SPRACHEN 89
6. FAZIT 93
LITERATURVERZEICHNIS 97
PRIMÄRLITERATUR 97
SEKUNDÄRLITERATUR 97
AUFSÄTZE 100
 
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