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Zusammenfassung:
Wirtschaft ist ein weit gefasster Begriff für ein sehr umfassendes Phänomen, das jeden von uns zu jeder Zeit betrifft. Sie stellt weder eine reine, nur an Universitäten gelehrte und erforschte Wissenschaft dar, noch ein Arbeitsfeld, mit dem sich lediglich Menschen mit kaufmännischen Berufen auseinandersetzen. Wirtschaft ist erheblich mehr als nur das, sie bestimmt u.a. den Alltag der Menschen, die alle Teil eines umfassenden Wirtschaftsprozesses sind. Aus diesem Grund ist die Beschäftigung mit Wirtschaft eine unabdingliche Notwendigkeit, mit der sich jeder Bürger im eigenen Interesse auseinandersetzen sollte.
Von Bedeutung hierbei ist vor allem die Auseinandersetzung mit der Sprache der Wirtschaft. Da der Umgang mit Fachsprachen für den Laien jedoch im Allgemeinen nicht an der Tagesordnung steht, fällt vielen Menschen die Auseinandersetzung mit Fachsprachen in ganz alltäglichen Situationen oftmals schwer. Dies trifft nicht nur auf die Wirtschaftssprache zu, sondern gleichermaßen auch auf den Umgang mit Behörden-, Rechts- oder technisch-naturwissenschaftlicher Fachsprache. Ein entscheidendes Problem liegt dabei offensichtlich im Bereich der Lexik, da die Terminologie eines Fachgebietes zunächst für jeden Laien eine Hürde darstellt. Ein weiteres Hindernis, das den meisten Menschen als solches wesentlich seltener bewusst wird, ist eine in Fachsprachen veränderte Grammatik, die neben dem terminologischen Aspekt für Laien zu Schwierigkeiten im Umgang mit der Sprache und damit auch mit dem Fachgebiet führen kann.
Da der terminologische Aspekt von Fachsprachen aller Art sowohl in Diplomarbeiten als auch in anderen wissenschaftlichen Arbeiten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet worden ist, sollen in der vorliegenden Arbeit syntaktische und grammatische Aspekte im Vordergrund stehen. Ziel der Arbeit ist die Untersuchung zweier englischsprachiger wirtschaftswissenschaftlicher Textkorpora auf ihren Fachlichkeitsgrad. Bei den zur Untersuchung heran gezogenen Texten handelt es sich um Auszüge aus Lehrbüchern für Studierende der Wirtschaftswissenschaften sowie um aus einer englischsprachigen Wirtschafts- und Finanztageszeitung stammende Presseartikel. Diese werden anhand unterschiedlicher grammatischer Kriterien im Rahmen einer quantitativen Analyse auf die Häufigkeit der Verwendung bestimmter Merkmale untersucht und in der Ergebnisauswertung der Untersuchung einander gegenüber gestellt.
Hintergrund der Analyse ist die Überlegung der Autorin dieser Arbeit, dass, obgleich es sich bei beiden Textsorten um fachsprachliche Texte handelt, die den Lehrbüchern entnommen Texte eine höhere Fachlichkeit aufweisen müssten als die wirtschaftsbezogenen Presseartikel, da letztere hinsichtlich des Mediums, in dem sie veröffentlich werden, für ein erheblich breiteres Publikum verfasst sein sollten. Im Zusammenhang mit dieser Überlegung ergeben sich eine Reihe von zusätzlichen Fragestellungen. So soll in der vorliegenden Arbeit u.a. der Frage nach der Zielgruppenorientierung der Wirtschaftspresse nachgegangen werden, einer Überlegung, die ihrerseits wiederum eng an die Problematik des Einflusses von Fachsprache auf die alltägliche Gemeinsprache gebunden ist. Ist der Sprachstil von Wirtschaftssprache sowohl auf lexikalischer als auch auf syntaktischer Ebene zu komplex für den Laien? Zielt die Wirtschaftsberichterstattung nur auf eine relativ kleine Leserschar von Experten ab? Inwieweit kann von Laien der Umgang mit Wirtschaftsfachsprache erwartet werden? Diese Fragen sollen u.a. in einem einführenden Kapitel (vgl. Kapitel 2) angesprochen werden. Zudem soll in diesem Kapitel ein kurzer Überblick über die in der Fachsprachenforschung immer noch ungeklärte Diskussion hinsichtlich der Definition von Fach- und so genannter Gemeinsprache sowie ein kurzer Einblick in die Forschungslandschaft auf dem Gebiet der Wirtschaftslinguistik gegeben werden. Außerdem soll aufgrund der rein auf englischsprachige Texte bezogenen Orientierung dieser Arbeit im selben Kapitel die Bedeutung des Englischen, vor allem in Bezug auf die Entwicklung der Wissenschaftssprache, diskutiert werden.
Die in der vorliegenden Arbeit durchgeführte Untersuchung mit Hilfe ausgewählter Fachlichkeitsmerkmale der englischen Wissenschaftssprache erfolgt insbesondere in Anlehnung an die von Biber (1988, 1995) im Rahmen seiner Registeruntersuchungen gemachten Beobachtungen hinsichtlich der grammatischen Gemeinsamkeiten bestimmter Textsorten. Daher soll der Ansatz Bibers in Kapitel 3 unter Hervorhebung der für diese Arbeit relevanten Aspekte vorgestellt werden. Vor dem Hintergrund der bereits erwähnten Problematik im Umgang mit fachsprachlichen Texten werden zudem in Anlehnung an Halliday und Martin (1993) grammatische Besonderheiten und daraus resultierende Schwierigkeiten mit der englischen Wissenschaftssprache erläutert. Hierbei soll speziell die Notwendigkeit der Beschäftigung mit wissenschaftlicher oder fachlicher Sprache im Vordergrund stehen.
Kapitel 4 widmet sich der korpusbasierten Analyse hinsichtlich ausgewählter grammatischer Merkmale, die bei häufiger Verwendung als Indiz für die Fachlichkeit eines Textes gelten. Dabei werden einige, in Kapitel 3 beschriebene Merkmale heraus gegriffen und auf ihr Vorkommen in den beiden Textkorpora untersucht. Anschließend werden die zwei untersuchten Textkorpora anhand der ermittelten Ergebnisse einander vergleichend gegenüber gestellt.
Kapitel 5 dient letztendlich der Zusammenfassung der in der vorliegenden Arbeit gemachten Beobachtungen und ermittelten Ergebnisse. Hierbei soll noch einmal auf die eingangs in dieser Arbeit diskutierten Fragestellungen eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis:
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