Diplomarbeiten
(Fachbereiche): Sprachwissenschaften Anglo-Amerikanistik Anglistik

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Titel Linguistische Klassifizierung und Analyse von englischen Produktnamen 
Untertitel  
AutorIn Maria del Mar Beltrán Prieto 
Seiten 130 Seiten 
Hochschule Gerhard-Mercator-Universität Duisburg Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 1998 
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 75001295 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe  
Einleitung:

Während die Analyse der Werbesprache per se einen festen Platz in der Linguistik hat, sind Produktnamen, als ein Bestandteil der Werbung, eher selten vom linguistischen Standpunkt aus untersucht worden. So konstatiert Koß, daß "Warennamen (...) ein von der Onomastik noch relativ wenig untersuchtes Gebiet" darstellen. Kalverkämper bekräftigt Koß' Aussage, indem er festhält, daß die interdisziplinäre Öffnung der Linguistik zur Rechtswissenschaft recht jung ist und speziell die Warenzeichen (Markenartikelnamen) noch nicht die Beachtung der Linguistik - und insbesondere der Onomastik - gefunden haben, die ihnen gebührt.

Die Gründe für das mangelnde Interesse an Produktnamen sind verschiedener Natur. Gläser gibt als möglichen Grund für diese Zurückhaltung an, daß Warennamen nicht primär in den Kompetenzbereich der Linguistik fallen, sondern eher in den der Warenkunde, Wirtschaftswerbung, des Patentwesens, des Urheberrechts sowie der Standardisierungsausschüsse gehören.

Als weiteren Grund nennt Koß die Grenzstellung von Produktnamen zwischen Appellativen und Eigennamen. Über diese Gründe hinaus läßt sich seitens der Linguistik eine ablehnende Haltung zur Produktnamenkunde feststellen. Diese Gesinnung manifestiert sich explizit in offener Kritik. Römer ist vorgeworfen worden, sie habe die Werbung "zu wenig getadelt". Sie weist die Vorwürfe allerdings zurück, indem sie auf den Titel ihres Werkes verweist - er laute schließlich "Die Sprache der Anzeigenwerbung" und nicht "Die sittlichen Prinzipien der Werbung" oder "Die Rolle der Werbung in der kapitalistischen Gesellschaft". Darüber hinaus macht sie geltend, daß es lächerlich sei "Die Werbung zu kritisieren, weil sie ausspricht, was ist oder was sich die meisten wünschen".

Obwohl die Linguistik in bezug auf Produktnamen Zurückhaltung übt, und diese in Definitionen zur Onomastik nicht explizit erwähnt werden, läßt sich nicht von der Hand weisen, daß die Analyse von Produktnamen in den Bereich der Onomastik fällt. Denn diese Teildisziplin der Linguistik befaßt sich mit der Erforschung der "Gesamtheit" oder des "Systems der Namen/Eigennamen".

Die Analyse von Produktnamen stellt demnach weder eine Sensation noch einen Skandal dar; sie ist vielmehr Ausdruck einer konsequent betriebenen, offenen Wissenschaft. Daß die Linguistik eine solche Wissenschaft ist, hat sie bereits durch interdisziplinäre Forschungsansätze, die u.a. die Grundlage für die Psycholinguistik bilden, unter Beweis gestellt. Obwohl von einem etablierten Zweig der Produktnamenanalyse noch nicht gesprochen werden kann, finden Produktnamen in neuerer Zeit "in der onomastischen Forschung zunehmendes Interesse" (Koß). So ist bei Produktnamen, die - wie Kalverkämper bereits erwähnt - einer interdisziplinären Betrachtungsweise bedürfen, teilweise schon eine Öffnung der Linguistik zum Marketing, zum Patentrecht und zur Psychologie erfolgt. Diese Hinwendung muß allerdings noch verstärkt werden, wozu auch diese Arbeit beitragen möchte.

Inhaltsverzeichnis:

1. Sensation oder Skandal?: Die Linguistik erobert den Supermarkt 4
1.1 Stand der Forschung 5
1.2 Terminologie 8
1.3 Ziel und Aufbau der Arbeit 10
2. Der Produktname 12
2.1 Zur linguistischen Bestimmung von PN 13
2.2 Marketingorientierte Anforderungen 16
2.3 Typologien von Produktnamen 19
2.3.1 Klassifizierung von PN nach Wortarten 20
2.3.2 Klassifizierung von PN nach dem Grad des semantischen Bezugs zum Produkt 21
2.3.2.1 Beschreibende Namen 21
2.3.2.2 Assoziative Namen 22
2.3.2.3 Erfundene Namen 22
2.3.3 Klassifizierung von PN nach Wortbildungsverfahren 24
2.3.3.1 Compounding 25
2.3.3.2 Affixation 25
2.3.3.3 Conversion 26
2.3.3.4 Clipping 26
2.3.3.5 Acronyms 27
2.3.3.6 Phrasing 28
2.3.3.7 Sentence Names 29
2.3.3.8 Blends 29
2.3.3.9 Borrowings 30
2.3.3.10 Coinage 31
2.4 Linguistische Elemente bei PN 31
2.4.1 Graphie 32
2.4.2 Morphologische Elemente 33
2.4.3 Stilmittel 35
2.4.4 Lautliche Aspekte 37
2.4.4.1 Phonetischer Symbolismus 37
2.4.4.2 Paronymie 39
2.5 Zusammenfassung 39
3. Die Kreation von Produktnamen 41
3.1 Methoden 41
3.1.1 Kreative Gruppen 42
3.1.2 Computer Aided Creation (C.A.C.) 44
3.1.3 Recherche in Datenbanken 46
3.1.4 Dokumentarische Untersuchungen 47
3.1.5 Selektionsprozess 48
3.2 Juristische Beschränkungen 50
3.3 Zusammenfassung 55
4. Lexikalisierung von PN 57
5. Linguistische Klassifizierung und Analyse englischer Produktnamen aus dem Bereich der Lebensmittel 61
5.1 Das Corpus 61
5.2 Die Analyse 63
5.2.1 Wortarten 64
5.2.2 Semantische Relation zwischen Produkt und PN 65
5.2.2.1 Beschreibende PN 66
5.2.2.2 Assoziative PN 67
5.2.2.3 PN ohne semantischen Bezug zum Produkt 68
5.2.3 Wortbildungsverfahren 68
5.2.3.1 Sentence Names 69
5.2.3.2 Blends 70
5.2.3.3 Acronyms 70
5.2.3.4 Clipping 71
5.2.3.5 Conversion 71
5.2.3.6 Borrowings 71
5.2.3.7 Affixation 73
5.2.3.8 Compounds 74
5.2.3.9 Phrasing 75
5.2.3.10 Coinage 76
5.2.4 Graphie 77
5.2.5 Morphologie 78
5.2.5.1 Natürliche Präfixe 78
5.2.5.2 Natürliche Suffixe 79
5.2.5.3 Kommerzielle Affixe 81
5.2.5.4 Suffixe fremder Sprachen 82
5.2.5.5 Herstellermorpheme 83
5.2.6 Stilmittel 84
5.2.7 Lautliche Aspekte 84
5.2.8 Semantik 85
5.2.8.1 Ambiguität 85
5.2.8.2 Redundanz 87
5.2.8.3 Sprachstil 87
5.2.8.4 Wortfelder 88
5.2.8.5 Farbsymbolismus 88
5.2.9 Identifikationsanalogien 89
5.2.10 PN mit ungesicherter Etymologie 89
5.3 Die Ergebnisse 90
6. Retrospektive und Eroberungsperspektiven 94
Abstract 97
Bibliographie 99
Anhang 108
 
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