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Die akustischen Wortwelten einer Welterfinderin

Zu den Hörspielen Friederike Mayröckers

Die akustischen Wortwelten einer Welterfinderin
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Maria Frickenstein
  • Abgabedatum: Juli 1996
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 14,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5247-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5247-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5247-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Frickenstein, Maria Juli 1996: Die akustischen Wortwelten einer Welterfinderin, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Spracherotik, Jandl, Mayröcker, Autobiografie, Hörspiel

Magisterarbeit von Maria Frickenstein

Einleitung:

Friederike Mayröcker gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. In enger Korrespondenz zu ihrer umfangreichen Prosa und Lyrik stehen auch über zwanzig Hörspiele und akustische Prosa-Adaptionen. Seit 1967 entstanden zunächst gemeinsame Produktionen mit dem Schriftsteller Ernst Jandl. Aber schnell fand Friederike Mayröcker durch eigenwillige Methoden einen unverkennbaren Stil. Sie löste sich von den sprachmanipulativen Experimenten ihrer Anfangszeit und arbeitete fortan mit Bewusstseinsabläufen, persönlichen Erlebnissen und Wahrnehmungen. In der literarischen Szene beispiellos veräußert die 77-jährige Autorin Leben und Schreiben in gleicher Weise radikal, das eine nie ohne das andere. Ihre Texte sind stets selbstreferentiell, ihre poetologischen Aussagen immer prosaisch. Intertextualität ist ein wesentliches Merkmal ihrer Texte, denn wie ein Netzwerk sind sie ineinander verschachtelt und vernetzt. Friederike Mayröcker nutzt visuelles und akustisches Material und schätzt beim Schreiben im Chaos ihres Arbeitszimmers den kontrollierten Zufall. Insbesondere aber lässt sie der Sprache ihr Eigenleben, beschwört so eine geheimnisvolle Magie der Wörter und Wortketten. Unverkennbar ist die spracherotische Wirkung ihrer Wortwelten, denn stets in neuen Varianten eröffnen ihre unnachahmlichen akustischen Kompositionen synästhetische Assoziationen.

Friederike Mayröcker ist Trägerin zahlreicher Preise. So erhielt sie u.a. 1982 den Großen Österreichischen Staatspreis, 1993 den Friedrich-Hölderlin-Preis, 2001 den Karl Sczuka-Hörspielpreis und den Georg-Büchner-Preis.

„Die akustischen Wortwelten einer Welterfinderin“ ist eine wissenschaftliche Untersuchung ihrer Hörspiele, die der mayröckerischen Schreibart und ihrer prosaischen Verknüpfung auf die Spur kommen möchte. Zunächst gilt die Untersuchung einer detaillierten Hörspielanalyse, um später die Beziehung zu Zeit und Raum, Figurenkonstellation, Atmosphäre, Kunst und Eros zu ergründen. Angegliedert ist ein umfangreiches Hörspielverzeichnis. Zudem verweist der Anhang auf ihre Literatur- und Hörspielpreise und ihre Mitgliedschaften in literarischen Vereinigungen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung: Erste Annäherung an Friederike Mayröcker 4
1. Das Hörspiel ist ein absolutes Kunstprodukt 6
1.1 Ein Wort zuvor 6
1.2 Friederike Mayröcker und das Neue Hörspiel 9
1.3 Sprache und Sprachmanipulation 11
1.4 Technik - Geräusche - Musik 23
1.5 Anspruch und Realisation 26
2. Prosa und Hörspiel 29
3. „Ich sehe nirgends eine Story“ 39
3.1 Makrostrukturen - Formale Aspekte, oder: „Die Ordnung ordnet nichts“ 41
3.1.1 Wahrnehmen statt Verstehen: „Zwölf Häuser - oder Mövenpink“ 41
3.1.2 Ein akustisches Wortgeflecht: „Botschaften von Pitt“ 46
3.1.3 Die Ordnung löst sich auf: „tischordnung“ 48
3.1.4 Hörspiel als Spiel: „für vier“ 50
3.2 Makrostrukturen - Inhaltliche Aspekte 53
3.2.1 Halluzinogene Wort-Landschaften: „LAND ART“ 53
3.2.2 Übrig bleiben Fragen: „message comes“ 56
3.2.3 Zwei Sprachen eines Todes: „gefälle“ 57
3.3 Mikrostrukturen 59
3.3.1 Zeit - Raum - Bewußtsein 60
3.3.1.1 Vom subjektiven Charakter der Zeit 60
3.3.1.2 Niemandszeit im Niemandsland 62
3.3.2 Die Vielstimmigkeit der Figuren 66
3.3.3 Vom Eigenleben der Sprache 70
3.3.4 Bild - Erinnerung - Biographie: „So ein Schatten ist der Mensch“ 75
4. Atmosphäre 83
4.1 Die schauerliche Atmosphäre in „schwarmgesang“ 83
4.2 Die romantische Atmosphäre in „Bocca della Verità“ 86
5. Offene Grenzen: Bildende Kunst - Literatur - Musik 88
6. Kunst und Eros: „Die Umarmung, nach Picasso“ 93
6.1 Die Erotik der Wörter 93
6.2 Die Sinnlichkeit der Kunst 97
7. Schlußbetrachtung, oder: „Eine unüberhörbare poetische Stimme“ 101
7.1 Zusammenfassung 101
7.2 Ausblick 103
8. Literatur- und Hörspielpreise 104
9. Mitgliedschaften 104
10. Abbildungsnachweis 105
HÖRSPIELVERZEICHNIS 106
a) Hörspiele 106
b) Hörspiele (gemeinsam mit Ernst Jandl) 112
c) Prosaadaptionen 113
d) Nicht realisierte Hörspiele 116
LITERATURVERZEICHNIS 118
I. Primärliteratur 118
a) Theaterstücke , Musiktheater 118
b) Interviews, Reden, Briefe, Lesungen, Kommentare 118
c) Lyrik, Prosa und Hörspieltexte 120
d) Andere Autoren und Autorinnen 122
II. Sekundärliteratur 125
a) Zeitungsartikel, Aufsätze, Vorträge, Rundfunkessays 125
b) Sonstiges 129

Arbeit zitieren:
Frickenstein, Maria Juli 1996: Die akustischen Wortwelten einer Welterfinderin, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Spracherotik, Jandl, Mayröcker, Autobiografie, Hörspiel

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