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Zwangsversteigerungen im mitteldeutschen Raum

Die Diplomarbeit wurde 2006 mit dem 6. Wissenschaftspreis des Verbandes der privaten Bausparkassen ausgezeichnet
Zwangsversteigerungen im mitteldeutschen Raum
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: David Hillger
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 139 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Hochschule Anhalt, Standort Bernburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9698-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9698-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9698-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Diplomarbeit wurde 2006 mit dem 6. Wissenschaftspreis des Verbandes der privaten Bausparkassen ausgezeichnet
  • Arbeit zitieren: Hillger, David Juni 2005: Zwangsversteigerungen im mitteldeutschen Raum, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Immobilie, Grundstück, Schnäppchen, Haus, Auktion

Diplomarbeit von David Hillger

Problemstellung:

„Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht.“ Molière (1622-73) Immobilien gelten im Allgemeinen als wertsicher und werden von einer breiten Schicht der Bevölkerung als Vermögensanlage gesehen. So erwirbt jeder Deutsche ca. 0,8 mal im Leben Eigentum dieser Materie.

Das Immobilienvermögen (inkl. Grundstückswert) wurde im Jahr 2003 auf 7,2 Bill. € geschätzt. Dies entspricht 85 Prozent des deutschen Anlagevermögens.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich der Kauf von Eigenheimen, Grundstücken und gewerblichen Flächen hoher Beliebtheit erfreut. Gerade in Zeiten einer unsicheren Wirtschaftslage scheint „unbeweglicher Besitz“ eine sichere Alternative zu sein.

Doch wie sicher sind Immobilien wirklich? „Der Traum vom Eigenheim...treibt viele Menschen in den finanziellen Ruin.“ war erst kürzlich in einem Artikel der Mitteldeutschen Zeitung zu lesen, mit dem auf die steigende Zahl der Zwangsversteigerungen in Sachsen-Anhalt aufmerksam gemacht werden sollte.

So standen laut Aufterbeck im Jahr 2003 von einem gesamtdeutschen Immobilienumsatz in Höhe von 138,3 Mrd. €, Immobilien im Verkehrswert von 18,8 Mrd. € bei den zuständigen Amtsgerichten zur Versteigerung an. Diese besorgniserregende Tendenz lässt es nötig erscheinen, sich umfassend mit der Materie auseinander zu setzen.

Die folgende Arbeit verfolgt das Ziel, sowohl Sachverständigen und Angestellten von Gutachterausschüssen als auch Mitarbeitern von Versicherungen und Finanzierungsinstituten, schließlich aber auch privaten und gewerblichen Bietinteressenten von Wohneigentum und Kapitalanlagen sowie Betroffenen von Zwangsversteigerungen detaillierte Auskunft über Verfahrensweisen, Tendenzen und objektive Gesamteinschätzung der Zwangsversteigerungen am Beispiel einer repräsentativen Region im Mitteldeutschen Raum zu geben.

Gang der Untersuchung:

Unter Mitteldeutschland / Mitteldeutschem Raum versteht man im Allgemeinen das Gebiet der beiden ostdeutschen Freistaaten Sachsen und Thüringen sowie das Bundesland Sachsen-Anhalt.

Da es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich gewesen wäre, den gesamten Raum hinsichtlich der oben angeführten Zielstellung zu untersuchen und zudem von mehreren Amtsgerichten aus datenschutzrechtlichen Gründen die Einsicht in die Akten verwährt wurde, hat sich der Autor auf eine repräsentative Auswahl von sechs Landkreisen in Sachsen-Anhalt sowie auf die beiden kreisfreien Städte Halle (Sachsen-Anhalt) und Leipzig (Sachsen) konzentriert. Die Ergebnisse erlauben somit einen Vergleich ländlicher und städtischer Siedlungsgebiete im Mitteldeutschen Raum.

Der vorliegenden Arbeit liegt ein umfangreiches Literatur- und Aktenstudium zu Grunde. Sowohl die Darstellungen der rechtlichen Grundlagen als auch die Ausführungen zur Einbettung des Zwangsversteigerungsmarktes in den Immobilienmarkt stützen sich auf Recherchen von elektronischen und Printmedien, deren bibliographische Angaben dem Literaturverzeichnis entnommen werden können.

Für die Analyse des Zwangsversteigerungsmarktes im Mitteldeutschen Raum hat der Autor in den Archiven der jeweiligen Amtsgerichte alle im Jahr 2003 zu den Akten gelegten Zwangsversteigerungsfälle untersucht, bei denen es zum Wechsel des Eigentümers gekommen war.

Die Daten der Stadt Leipzig sind dem Autor vom Gutachterausschuss zur Verfügung gestellt worden. Ein Einblick konnte nur unter Verpflichtung auf das Datengeheimnis und die damit verbundenen Datenschutzbestimmungen gestattet werden. Die Erhebungen werden demzufolge nur anonymisiert wiedergegeben.

Da nicht immer gewährleistet werden kann, dass dem Autor alle Zwangsversteigerungsfälle vorlagen, können die dieser Arbeit zugrunde liegenden empirisch gewonnenen Daten nicht den Anspruch der Vollständigkeit erheben, sondern lediglich Trends und Größenordnungen wiedergeben.

Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel unterteilt.

Einer kurzen Einleitung folgen im zweiten Kapitel Einblicke in die gesetzlichen Grundlagen des Zwangsversteigerungsrechts. Dieser Abschnitt führt den Leser außerdem in die Begrifflichkeiten, Abläufe und Besonderheiten von Versteigerungsverfahren ein.

Zwangsversteigerungen sind ein besonderer Teil des Immobilienmarktes. Die Entwicklungen, die Nachfrage und die Preise am „normalen Markt“ sollten stark mit den Verkehrswerten, die die Gutachter für die Zwangsversteigerungsobjekte errechnen, korrelieren. Daher werden im dritten Kapitel zunächst grundlegende Informationen und Tendenzen am gegenwärtigen Immobilienmarkt gegeben. Dabei hat sich der Autor bemüht, neben den gesamtdeutschen Betrachtungen besonders auch regionale Aspekte zu berücksichtigen.

Anschließend wird der Zwangsversteigerungsmarkt und dessen Entwicklungen innerhalb Deutschlands dargestellt.

Die Zunahme von Zwangsversteigerungen liegt in den Veränderungen ökonomischer Zusammenhänge begründet. Sie ergeben sich aus dem Wandel der Bedingungen für den Immobilienerwerb und aus den Anforderungen an die Erwerber. Art und Struktur des sozialen Geflechts, das einen Immobilienerwerber umgibt, erweisen sich in mehreren Ursachenkomponenten als relevante Erklärung für Zwangsversteigerungen. Im dritten Teil wird dazu der Versuch unternommen, diese Ursachen näher zu ermitteln. Das Kapitel schließt mit einer Prognose zur weiteren Entwicklung.

Gegenstand des vierten Kapitels ist die empirische Untersuchung von Zwangsversteigerungen im Mitteldeutschen Raum für 2003. Hier wird zunächst die Gesamtheit der Ergebnisse betrachtet. Anschließend richtet sich der Blick auf die sieben Einzelsegmente.

Da die meisten Daten zu Wohnimmobilien vorlagen, liegt auch hier der Schwerpunk der Betrachtung.

Den Abschluss der Diplomarbeit bilden eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse und einige Überlegungen, wie die Erlösquoten im Verfahren optimiert werden könnten. Um den Text fortlaufend lesen zu können, wurde das Gros der erstellten Tabellen dem Anhang beigefügt.

Inhaltsverzeichnis:

I. ABSTRAKT I
II. VORWORT II
III. INHALTSVERZEICHNIS III
IV. ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
V. TABELLENVERZEICHNIS VII
VI. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IX
1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG 1
1.2 UNTERSUCHUNGSGEBIET UND METHODEN DER UNTERSUCHUNG 2
1.3 GLIEDERUNG DER ARBEIT 3
2. ZWANGSVERSTEIGERUNGEN ALS RECHTLICHES INSTRUMENT 4
2.1 GRUNDLAGEN DES HEUTIGEN ZWANGSVERSTEIGERUNGSGESETZES 4
2.1.1 Historische Hintergründe des Zwangsversteigerungsgesetzes 4
2.1.2 Immobiliarzwangsversteigerungen im Kontext verschiedener gesetzlicher Regelungen 5
2.1.3 Arten der Versteigerung im Zwangsversteigerungsgesetz 5
2.2 GRUNDSÄTZE DER ZWANGSVERSTEIGERUNG 6
2.2.1 Objekte der Zwangsversteigerung 6
2.2.1.1 Definition von Grundstück und Immobilie 7
2.2.1.2 Wohneigentum, Teileigentum und Wohnrechte 7
2.2.1.3 Erbbaurecht 8
2.2.1.4 Bruchteile an Grundstücken (ideelle Miteigentumsanteile) 8
2.2.1.5 Bestandteile und Zubehör 9
2.2.2 Beteiligte Personen und deren Rechte 10
2.2.3 Zuständigkeit 12
2.2.4 Verfahrensgrundsätze 12
2.2.4.1 Amtsbetrieb 12
2.2.4.2 Rangordnung der Rechte 13
2.2.4.3 Übernahmegrundsatz 13
2.2.4.4 Einzel- und Gesamtverfahren 14
2.2.5 Vollstreckungsvoraussetzungen 14
2.2.5.1 Titel 14
2.2.5.2 Vollstreckungsklausel 14
2.2.5.3 Zustellung 15
2.3 VORRAUSSETZUNGEN UND VERFAHREN DER ZWANGSVERSTEIGERUNG 15
2.3.1 Antragsprüfung, Anordnungsbeschluss und Beitritt weiterer Gläubiger 15
2.3.2 Beschlagnahme des Grundstücks 16
2.3.3 Einstweilige Einstellung oder Aufhebung des Verfahrens 16
2.3.3.1 Einstellung 16
2.3.3.2 Aufhebung des Verfahrens 17
2.3.4 Aktivitäten vor dem Versteigerungstermin 18
2.3.4.1 Festsetzung und Auswirkungen des Verkehrswertes 18
2.3.4.2 Bestimmung des Versteigerungstermins 20
2.3.4.3 Meistgebot und geringstes Gebot 20
2.3.4.4 Weitere Versteigerungsbedingungen 21
2.3.5 Versteigerungstermin 21
2.3.5.1 Bekanntmachungsteil 21
2.3.5.2 Bietstunde 22
2.3.5.3 Vollmacht 23
2.3.5.4 Gebot 23
2.3.5.5 Sicherheitsleistung 23
2.3.6 Zuschlag 24
2.3.6.1 Zuschlagsentscheidung 24
2.3.6.2 Zuschlagserteilung 25
2.3.6.3 Zuschlagsversagungsgründe 25
2.3.7 Verteilung des Versteigerungserlöses 26
2.3.7.1 Verteilungstermin 26
2.3.7.2 Teilungsplan 26
2.3.7.3 Ausführung des Teilungsplanes 27
3. ZWANGSVERSTEIGERUNG ALS TEIL DES IMMOBILIENMARKTES 28
3.1 IMMOBILIENMARKT 28
3.1.1 Kennzeichen des Immobilienmarktes 28
3.1.2 Markteinflussfaktoren 30
3.2 TENDENZEN IN DER IMMOBILIENWIRTSCHAFT 30
3.2.1 Wohnimmobilien 30
3.2.1.1 Wohnungsmärkte 30
3.2.1.2 Wohnflächen 31
3.2.1.3 Wohnneubau 31
3.2.1.4 Wohneigentum allgemein und nach dem Alter der Eigentümer 33
3.2.1.5 Gebrauchte Immobilien vs. Neubauten 35
3.2.1.6 Änderung der Personenanzahl pro Haushalt 35
3.2.2 Gewerbeimmobilien / Büroimmobilien 37
3.2.3 Auswirkung des Strukturwandels auf die Wohnungswirtschaft 38
3.2.4 Demografische und wanderungsbedingte Entwicklung 39
3.2.5 Finanzierungen und Einfluss von Basel II 41
3.3 FREIHÄNDIGER VERKAUF VS. ZWANGSVERSTEIGERUNG 42
3.3.1 Informationsstand 42
3.3.2 Erwerbsnebenkosten 43
3.3.3 Temporärer Zwang 43
3.4 ENTWICKLUNG DER ZWANGSVERSTEIGERUNGEN IN DEUTSCHLAND 43
3.4.1 Entwicklung der Summe der Termine und der Verkehrswerte 44
3.4.2 Regionale Entwicklung der Termine 45
3.4.3 Termine pro Einwohner 46
3.4.4 Termine in größeren Städten 46
3.4.5 Summe der Verkehrswerte in den einzelnen Regionen 47
3.4.6 Verkehrswerte im Durchschnitt 48
3.4.7 Erlöse im Verhältnis zum Verkehrswert 49
3.4.8 Dauer der Zwangsversteigerungsverfahren 49
3.4.9 Anteile der Verfahrensabschlüsse bei Zwangsversteigerungsverfahren 50
3.4.10 Analyse der Zwangsversteigerungen in den Jahren 2003 / 2004 50
3.5 URSACHEN VON ZWANGSVERSTEIGERUNGEN 51
3.5.1 Arbeitslosigkeit 52
3.5.2 Entwicklung der Scheidungen 54
3.5.3 Insolvenzen 55
3.5.4 Zunahme der Immobilienfinanzierung 56
3.6 PROGNOSE FÜR DIE ENTWICKLUNG DER ZWANGSVERSTEIGERUNGEN 58
4. ANALYSE DES ZWANGSVERSTEIGERUNGSMARKTES IM MITTELDEUTSCHEN RAUM 60
4.1 DAS UNTERSUCHUNGSGEBIET 60
4.2 AUSWERTUNG DER DURCHGEFÜHRTEN ZWANGSVERSTEIGERUNGEN IM UNTERSUCHUNGSGEBIET 62
4.2.1 Gesamtheit der Segmente 62
4.2.1.1 Regionale Aufteilung der durchgeführten Zwangsversteigerungen 62
4.2.1.2 Verteilung der einzelnen Segmente im Untersuchungsgebiet 63
4.2.1.3 Verkehrswerte der einzelnen Segmente 64
4.2.1.4 Erlöswerte der einzelnen Segmente 64
4.2.1.5 Erlöswertquote der Verkehrswerte in den Segmenten 65
4.2.1.6 Bieter, Gebote und Termine 65
4.2.1.7 Sonstiges 66
4.2.2 Ein- und Zweifamilienhäuser 67
4.2.2.1 Regionale Aufteilung der Zwangsversteigerungen von Ein- und Zweifamilienhäusern 67
4.2.2.2 Verkehrswert der Objekte 68
4.2.2.3 Zuschlagswerte 68
4.2.2.4 Anteil des Erlöswertes vom Verkehrswert 68
4.2.2.5 Regionaler Vergleich der durchschnittlich gezahlten Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser 69
4.2.2.6 Baujahr der Immobilien 70
4.2.2.7 Grundstücksgrößen und Bodenwerte 70
4.2.2.8 Größe und Preis der Wohnfläche 71
4.2.2.9 Bieter, Gebote und Termine 72
4.2.2.10 Sonstiges 73
4.2.3 Wohn- und Teileigentum 74
4.2.3.1 Regionale Aufteilung der durchgeführten Zwangsversteigerungen von Wohn- und Teileigentum 74
4.2.3.2 Verkehrswerte der Objekte 75
4.2.3.3 Zuschlagswerte 75
4.2.3.4 Abweichung des Erlöswertes von den Verkehrswerten 76
4.2.3.5 Regionalvergleich der durchschnittlich am Markt gezahlten Preise für Wohn- und Teileigentum 76
4.2.3.6 Bau- und Sanierungsjahr 77
4.2.3.7 Zuschlagswert im Verhältnis zur Wohnfläche in €/m² 77
4.2.3.8 Wohnflächen 78
4.2.3.9 Bieter, Gebote und Termine 78
4.2.3.10 Sonstiges 79
4.2.4 Mehrfamilienhäuser 80
4.2.4.1 Regionale Aufteilung der durchgeführten Zwangsversteigerungen 80
4.2.4.2 Verkehrswert der Objekte 81
4.2.4.3 Zuschlagswerte 81
4.2.4.4 Abweichung des Erlöswertes vom Verkehrswert 81
4.2.4.5 Regionalvergleich der durchschnittlich am Markt gezahlten Preise für Mehrfamilienhäuser 82
4.2.4.6 Baujahr der Immobilien 83
4.2.4.7 Grundstücksgrößen und Bodenwerte 83
4.2.4.8 Größe und Preise der Wohnflächen 84
4.2.4.9 Bieter, Gebote und Termine 85
4.2.4.10 Sonstiges 86
4.2.5 Gewerbeobjekte 86
4.2.5.1 Regionale Aufteilung der Zwangsversteigerungen von Gewerbeobjekten 86
4.2.5.2 Verkehrswerte der Objekte 87
4.2.5.3 Zuschlagswerte 88
4.2.5.4 Abweichung der Erlösquote vom Verkehrswert 88
4.2.5.5 Baujahr 88
4.2.5.6 Preis- und Größe von Grundstücken und Gewerbeflächen 89
4.2.5.7 Bieter, Gebote und Termine 89
4.2.5.8 Sonstiges 90
4.2.6 Unbebautes Land / Bauland 91
4.2.6.1 Regionale Aufteilung der durchgeführten Zwangsversteigerungen 91
4.2.6.2 Verkehrswert der Objekte 91
4.2.6.3 Zuschlagswerte 92
4.2.6.4 Erlöswerte vom Verkehrswert 92
4.2.6.5 Größe und Wert der Grundstücke 92
4.2.6.6 Bieter, Gebote und Termine 92
4.2.6.7 Sonstiges 93
4.2.7 Acker- und Waldflächen 93
4.2.7.1 Regionale Aufteilung der durchgeführten Zwangsversteigerungen 93
4.2.7.2 Verkehrswerte der Objekte 94
4.2.7.3 Zuschlagswerte 94
4.2.7.4 Abweichungen der Erlöswertanteile zum Verkehrswert 94
4.2.7.5 Größe und Wert der Grundstücke 95
4.2.7.6 Bieter, Gebote und Termine 95
4.2.7.7 Sonstiges 96
4.2.8 Erbbaurecht 96
5. SCHLUSSWORT UND AUSBLICK 97
VII. ANHANG 100
VIII. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 126
IX. EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG 131

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die deutschen Büroimmobilienmärkte sind seit dem Ende des Börsenbooms 2000 von hohen Leerstandsquoten betroffen. Auch 2004 hat sich dieser Abwärtstrend nicht verändern können. Diese Entwicklung zeigt sich besonders in der Bankenmetropole Frankfurt, dem größten Bürostandort Deutschlands. Hier stieg die Quote der freien Flächen zwischen von 2003 und 2004 von 15,4 auf 18,9 Prozent. Aber auch die anderen großen Bürostandorte wiesen 2004 hohe Leerstandsquoten zwischen 7,5 Prozent (München) und 17,2 Prozent (Düsseldorf) auf.117 Das Gesamtangebot hat sich auf Grund der langen Bauzeit an den neun Hauptstandorten (Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln, Hamburg, und Leipzig) auf 10 Mio. m² (+ 7 Prozent) erhöht (2003: 9,3 Mio. m²). Dabei vergrößerte sich der Leerstand um 15 Prozent auf rund 9,3 Mio. m². Dies hatte zur Folge, dass die Mieten 2004 weiter unter Druck standen.118 Die Zahlen zeigen, dass gerade für den kapitalintensiven und konjunkturanfälligen Markt der Büroimmobilien in Deutschland angespannte Zeiten herrschen. Würden nicht große Fonds/Banken hinter einigen Büroobjekten (z. B. Deka Immobilien in Frankfurt) stehen, gäbe es auch hier vermehrt Insolvenzen. Dies gilt auch für den Bürostandort Leipzig, in dem nach der Wende sehr hohe Mieten gezahlt wurden. Diese lösten einen Bauboom aus, der weit über die Nachfrage ging. Heute ist hier der günstigste unter den größeren Büromärkten Deutschlands. So wird ein Großteil der Büroflächen im Wertebereich zwischen 6,00 bis 6,50 €/m², in Neben- und Randlagen für etwa 5,00 €/m² vermietet.119 [...]

Die steigende Lebenserwartung der Deutschen wird erhebliche Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten haben, hieß es auf einem Forum der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) in Berlin. Demnach werden bis 2010 die über 64 Jährigen um 2,5 Mio. zunehmen, bis 2020 sogar um 4,2 Mio. Dagegen werden die "Jungen" unter 35 Jahren im gleichen Zeitraum um 2,2 und später 3,8 Mio. abnehmen.114 Für die Immobilienwirtschaft bedeutet dies, dass die Gesamtzahl der Haushalte im Zuge der Singularisierung zunächst weiter steigt, während die Zahl der Haushaltsmitglieder sinkt. Immer mehr und immer ältere Menschen werden allein leben. Bis etwa 2020 entsteht daher eine steigende Nachfrage nach kleineren, aber altersgerechten Wohnungen in Innenstadtlagen. Später werden bezahlbare Seniorenwohnungen, Alten- und Pflegeeinrichtungen benötigt. Betrachtet man die Entwicklung der Haushalte in Sachsen, ist festzustellen, dass deren Zahl seit Jahren entgegen der sinkenden Einwohnerzahl steigt. Im Zeitraum 1991-2003 ist ein Rückgang der Bevölkerung um 7,5 Prozent festzustellen, dagegen ist die Zahl der Haushalte um etwa 4,7 Prozent gestiegen. Aber auch hier nimmt die Zahl der durchschnittlich in einem Haushalt lebenden Personen ab. Wohnten Anfang der 90er Jahre noch rund 2,3 Personen in einem Haushalt, sind es 2003 nur noch rund 2,0 Personen.115 Gründe hierfür sind zum einen die sinkende Zahl der Kinder je Haushalt, zum anderen die steigende Zahl der Single- und Zwei-Personen-Haushalte. Seit 1991 ist der Anteil des traditionellen Familientyps (Ehepaar mit Kindern) in Sachsen um fast 30 Prozent zurückgegangen. Diese Familienform wird zunehmend durch Alleinerziehende, Singles und kinderlose Paare abgelöst. Zudem ist die Zahl älterer Menschen, die überwiegend in Ein- und Zweipersonenhaushalten leben, ständig gestiegen. Diese Bevölkerungsgruppe wird auch in Zukunft durch den Anstieg der Lebenserwartung weiter wachsen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen lässt sich erklären, warum trotz des erheblichen, jährlichen Bevölkerungsschwundes die Haushaltszahlen weiter gestiegen sind. Diese Entwicklung vollzieht sich in den anderen Neuen Bundesländern ähnlich. [...]

Die Mehrheit der neuen Eigentümer (52 Prozent) haben im Zeitraum 2001 bis 2003 in den Alten Ländern gebrauchte Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen erworben. Bestandskäufe haben damit erstmals den Neubau überflügelt (nach 43 Prozent von 1998 bis 2000). Trotz der Eigenheimzulage, die bis Ende 2003 die Neubauobjekte bevorzugte, hat die gebrauchte Immobilie die Führungsrolle bei der Wohneigentumsbildung übernommen. Daher kann man davon ausgehen, dass nach dem Abbau der Neubauförderung und dem Rückgang in der Neubautätigkeit die Nachfrage zwangsläufig noch stärker auf bestehende Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gelenkt wird. Für die Neuen Bundesländer ist ein ähnlicher Trend erkennbar. Hier liegt jedoch eine andere Ausgangssituation vor. Aufgrund des Nachholbedarfs bei Einfamilienhäusern in attraktiven Lagen, entfallen noch immer mehr als die Hälfte auf Neubauten (56 Prozent). Trotzdem ist deren Anteil seit dem Zeitraum von 1998 bis 2000 (Neubauanteil bei fast 70 Prozent) bereits deutlich gefallen.111 Grund für den Kauf gebrauchter Immobilien ist neben dem Umfeld vor allem der günstige Preis. Bei den Wohneigentumskäufern der Jahre 2001 bis 2003 waren Neubauten in Westdeutschland mit 224.000 Euro im Schnitt rund anderthalbmal so teuer wie Gebrauchtimmobilien (150.000 Euro). In Ostdeutschland sind neue Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen mit 183.000 Euro sogar doppelt so teuer wie Objekte aus dem Bestand (91.000 Euro). Investitionen in Sanierung und Modernisierung betrugen dann für freistehende Eigenheime rund 23.000 € (West) und 34.000 € (Ost). In die gebrauchten Eigentumswohnungen musste dagegen nur 9.000 € (West) bzw. 12.000 € (Ost) investiert werden.112 [...]

Arbeit zitieren:
Hillger, David Juni 2005: Zwangsversteigerungen im mitteldeutschen Raum, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Immobilie, Grundstück, Schnäppchen, Haus, Auktion

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