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Der Zusammenhang von Unternehmensstrategie, -struktur und -kultur in international tätigen Unternehmen

Eine konstruktivistische Analyse

Der Zusammenhang von Unternehmensstrategie, -struktur und -kultur in international tätigen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mathias Hain
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 433,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8177-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8177-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8177-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hain, Mathias Februar 2003: Der Zusammenhang von Unternehmensstrategie, -struktur und -kultur in international tätigen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Management, Strategie, Konstruktivismus, Kultur, Struktur

Diplomarbeit von Mathias Hain

Einleitung:

International tätige Unternehmen sehen sich seit Anfang der 90er Jahre mit zunehmenden Herausforderungen des Globalisierungsprozesses konfrontiert. Dabei geht es weniger um die Frage „ob“ globalisiert werden soll, als vielmehr um die Frage nach der weltweiten unternehmenspolitischen, organisatorischen und kulturellen Gestaltung der Unternehmen. In der dynamischen und komplexen Umwelt von weltweit agierenden Unternehmen bieten Bartlett/Ghoshal mit ihrem Konzept des transnationalen Unternehmens einen Handlungsrahmen für Unternehmen, die sich hohem Anpassungsdruck ausgesetzt sehen und gleichzeitig die weltweite Standardisierung der Aktivitäten vorantreiben müssen.

Sie sehen in globaler Effizienz, lokaler Anpassung und weltweitem Lernen die strategischen Ziele, um auf die Herausforderungen der Globalisierung einzugehen. Das integrierte Netzwerk bietet die strukturellen Gegebenheiten, um die strategischen Ziele zu erreichen, während die transnationale Unternehmenskultur die Integrationsfunktion des Unternehmens übernimmt. Angesichts dieser veränderten Anforderungen an Strategie, Struktur und Kultur bedarf es einer konzeptionellen Ausgestaltung, die die Dimensionen des Unternehmens so gestalten, dass transnationale Unternehmen erfolgreich in ihrer Umwelt tätig sind.

Im Rahmen der Globalisierungsdiskussion halten viele Managementwissenschaftler an einem Konservatismus fest, bei dem Wirklichkeitswahrnehmung als Anpassung betrachtet wird. Der Markt und die Kunden müssen beobachtet werden, damit sich Unternehmen anpassen können. Dies erfordert eine möglichst genaue Beobachtungs-, Abbildungs- und Analyseleistung. In einem globalen Umfeld sind die Anforderungen an das Management jedoch so groß, dass es das Management überfordert, alle Umweltveränderungen zu analysieren und als Reaktion auf Umweltveränderungen, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Dieser Sachverhalt bildet den Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit.

Aufgrund der mangelnden Eignung der traditionellen Anpassungsorientierungen in der strategischen Managementforschung wird im Rahmen dieser Arbeit ein interdisziplinärer Ansatz aus Soziologie und Betriebswirtschaftslehre zur Erkenntnisgewinnung gewählt. Unternehmen werden als Sozialsysteme verstanden, die eigengesetzlich Wirklichkeiten konstruieren und ihrem Handeln zugrunde legen. Dieses Verständnis von unternehmensinternen und Systemgrenzen überschreitenden Prozessen bietet die Dynamik und Innovationsfähigkeit, die die Komplexität der Globalisierung handhabbar machen. Seit Mitte der 80er Jahre hat der Systemcharakter von Unternehmen durch viele wissenschaftliche Publikationen an Bedeutung gewonnen. Er steht auch in dieser Arbeit im Mittelpunkt der Betrachtung.

Inhaltsverzeichnis:

Abbilddungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1 Unternehmensumwelt und Unternehmensverständnis 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Gang der Untersuchung 3
2. Grundkonzeption und Theoriekonzept des Konstruktivismus 4
2.1 Die Theorie autopoietischer Systeme 4
2.2 Die Theorie selbstreferentieller Systeme 6
2.3 Die Konstruktion von Wirklichkeit als kognitiver Prozess 8
2.4 Die Theorie sozialer Systeme 10
2.4.1 Die Ausbildung von sozialen Bereichen 10
2.4.2 Die Definition sozialer Systeme 11
2.4.3 Synreferentielle Systeme 13
2.5 Unternehmen als soziale Systeme 13
2.5.1 Definition des Unternehmens als soziales System 14
2.5.2 Autonomisierung und Selektivität im Unternehmen 15
2.5.3 Die Selbstorganisation des Unternehmens 16
2.5.4 Konstruktion von Wirklichkeit im Unternehmen 17
2.5.5 Umwelt und strukturelle Kopplung des Unternehmens 18
2.5.6 Zusammenfassung der Erkenntnisse 19
3. Strategie-Struktur-Kultur des transnationalen Unternehmens aus konstruktivistischer Sicht 20
3.1 Internationalisierungsstrategien im Überblick 21
3.2 Das Anatomie-Physiologie-Psychologie Konzept 22
3.3 Administrative Heritage als Historizität international tätiger Unternehmen 23
3.4 Das Strategiekonzept des transnationalen Unternehmens 25
3.4.1 Globale Effizienz, lokale Differenzierung und Lernfähigkeit 25
3.4.2 Die Rolle des Managements bei der Strategieentwicklung 27
3.5 Das integrierte Netzwerk als Struktur des transnationalen Unternehmens 28
3.5.1 Alternative intraorganisationale Netzwerkkonzepte 28
3.5.2 Das integrierte Netzwerk 29
3.5.3 Die Selbstorganisation im integrierten Netzwerk 32
3.6 Unternehmenskultur im transnationalen Unternehmen 35
3.6.1 Definition von Kultur 36
3.6.2 Ebenen von Unternehmenskultur 37
3.6.3 Funktionen von Unternehmenskultur 39
3.6.4 Die Bedeutung der Führungskräfte für die Unternehmenskultur 40
4. Die konstruktivistische Ausgestaltung des transnationalen Strategie-Struktur-Kultur Zusammenhangs vor dem Hintergrund eines synreferentiellen Bereichs 42
4.1 Überblick über die wissenschaftlichen Beiträge 42
4.2 Das konstruktivistische Strategie-Struktur-Kultur Modell 43
4.2.1 Kommunikation und der synreferentielle Bereich als Mindestanforderung an den Strategie-Struktur-Kultur Zusammenhang 44
4.2.2 Relationalität des Modells 47
4.2.3 Die Rekursivität von Strategie, Struktur und Kultur 53
4.2.4 Strukturelle Kopplung mit der Umwelt 54
5. Schlussbetrachtung und Ausblick 56
Verzeichnis des Anhangs 61
Literaturverzeichnis 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.5.2 Das integrierte Netzwerk In Abgrenzung zu den anderen intraorganisationalen Netzwerken und anhand der in Kapitel 3.2 erläuterten strategischen Ausrichtung des transnationalen Unternehmens entwickeln Bartlett/Ghoshal das integrierte Netzwerk, das die strukturellen Rahmenbedingungen setzt, um globale Effizienz, lokale Anpassungsfähigkeit und weltweite Lernfähigkeit zu gewährleisten. Anhand einer mehrjährigen Studie in japanischen, US-amerikanischen und europäischen international tätigen Unternehmen leiten Bartlett/Ghoshal die strukturellen Implikationen für transnationale Unternehmen ab, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu bestehen. Sie entwickeln eine Struktur, die zunehmend spezialisierte weltweite Einheiten hervorbringt, die in ein Netz von Interaktionen integriert sind. Dies ermöglicht den Unternehmen alle drei strategischen Ziele gleichzeitig zu verfolgen. In der Besonderheit der Struktur liegt ihre Stärke: die Streuung der Ressourcen und Kompetenzen, eine Spezialisierung der Anlagen und die Interdependenz der Beziehungen.114 Im transnationalen Unternehmen werden Auslandstochtergesellschaften als „strategische Partner“ interpretiert, denen die Aufgabe zukommt, ihr Wissen und ihre „Scanning-Fähigkeiten“ einzusetzen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Innovation und Wissen werden über die weltweit verstreuten Tochtergesellschaften hinweg gemeinsam entwickelt.115 [...]

3.5.1 Alternative intraorganisationale Netzwerkkonzepte Im Zuge der mit der Globalisierung gestiegenen Anforderungen an die Struktur international tätiger Unternehmen, entwickeln sich neben dem Konzept von Bartlett/Ghoshal Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre integrierte Netzwerkansätze, die hier im Rahmen ihrer strukturellen Ausgestaltung kurz dargestellt werden sollen: Hedlunds Heterarchiekonzept bringt Unternehmen hervor, die sich durch mehrere Zentren innerhalb des Unternehmensnetzwerkes auszeichnen. Durch die Delegierung von Entscheidungskompetenzen an die Tochtergesellschaften im Ausland kann kein eindeutiges Zentrum identifiziert werden, wobei jede Auslandstochtergesellschaft unterschiedliche unternehmensweite Veränderungsdynamik, gewährleistet.111 Die Ideal Diversified Multinational Corporation von Prahalad/ Doz ist durch ihre strukturelle Unbestimmtheit und die latenten Interdependenzen gekennzeichnet. Tochtergesellschaften im Ausland sind nicht einfach anhand von Zentralisierung/ Dezentralisierung strukturiert. Sie werden mit speziellen strategischen Aufgaben betraut, was dazu führt, dass das Management einen intensiven Informationsaustausch gewährleisten muss, damit auftretende Interessendivergenzen zwischen den Auslandsgesellschaften integriert und aufeinander abgestimmt werden.112 Die Horizontal Organisation von White/ Poynter ist durch das Fehlen formaler Hierarchien gekennzeichnet. Die Unternehmenszentrale tritt in den Hintergrund, da laterale Entscheidungsprozesse je nach Bedarf temporäre Teams zwischen den [...]

3.5 Das integrierte Netzwerk als Struktur des transnationalen Unternehmens An dieser Stelle ist noch einmal deutlich auf den Unterschied zwischen Organisation und Struktur hinzuweisen. Die Organisation des transnationalen Unternehmens besteht aus lebenden Systemen und sozialen Subsystemen. Die lebenden Systeme sind Menschen, während die sozialen Subsysteme die Ansammlung der Menschen in den verschiedenen Auslandstochtergesellschaften repräsentieren. Durch die Interaktion dieser Unternehmensmitglieder entsteht das transnationale Unternehmen in seiner Identität.110 Das integrierte Netzwerk wird in seiner physischen Ausgestaltung als die Struktur des transnationalen Unternehmens verstanden. Wenn im Rahmen des integrierten Netzwerkes von Subsystemen gesprochen wird, so handelt es sich ausschließlich um die materielle Ansammlung von Ressourcen und Kompetenzen, die [...]

Arbeit zitieren:
Hain, Mathias Februar 2003: Der Zusammenhang von Unternehmensstrategie, -struktur und -kultur in international tätigen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Management, Strategie, Konstruktivismus, Kultur, Struktur

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