Zukunftsorientierte Sport- und Sportstättenentwicklung
Basisstudie zur Entwicklung der sportlichen Infrastruktur der Stadt Halle/S.
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andy Flehmig
- Abgabedatum: Januar 2004
- Umfang: 137 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8009-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8009-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8009-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Flehmig, Andy Januar 2004: Zukunftsorientierte Sport- und Sportstättenentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sport, Freizeit, Gesellschaft, Infrastruktur, Verhalten
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Diplomarbeit von Andy Flehmig
Zusammenfassung:
Der stetige und teils rasante Wandel des Sports stellt die Kommunen vor neue Herausforderungen und Aufgaben. Neben dem traditionellen Vereinssport gewinnt der selbstorganisierte Freizeitsport immer mehr an Bedeutung. Eine deutlich höhere Individualisierung und stärkere Ausdifferenzierung des Sports kennzeichnen die Sportrealität heute.
Damit Städte und Gemeinden diesen neuen Entwicklungen gerecht werden und ihren BürgerInnen eine ansprechende Sportinfrastruktur bieten können, bedarf es einer gezielten, langfristigen und nachhaltigen Sportentwicklungsplanung. Kommunale Sportentwicklungspläne helfen den politisch-administrativen Verantwortlichen, entsprechende Entscheidungen über die vorhandenen Ressourcen zu treffen.
Den über 87.000 Turn- und Sportvereinen in Deutschland erwächst zunehmend Konkurrenz, gerade aus dem Bereich kommerzieller Anbieter. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen es bevorzugen, ungebunden und selbstbestimmend sportlich aktiv zu sein. Dieses selbstorganisierte Sporttreiben von heute zeigt sich als sehr komplexes, dynamisches und in seiner Weiterentwicklung schwer vorhersagbares Phänomen. Gesellschaftliche Veränderungen unserer Zeit erweisen sich als Nährboden für die Entstehung und Entwicklung von Sportarten und der damit verbundenen Schöpfung neuartiger Sportgeräte und -materialien und erfordern neue Sichtweisen hinsichtlich der städtischen Sportlandschaften sowie der Angebots- und Organisationsstrukturen.
Für die kommunale Sportentwicklungsplanung stellt sich die Frage, wie auf den breiten Wandel reagiert werden kann, welche Trends dauerhaft Bestand haben und welche nur von kurzfristiger Dauer sind.
Inhalt der Diplomarbeit es, eine Neuorientierung bei der Entwicklung und Planung der Sportinfrastruktur in Städten und Gemeinden zu begründen und einen Einstieg in die Thematik einer zeitgemäßen Sport- und Sportstättenentwicklungsplanung für die Stadt Halle/S. zu erarbeiten, welche als Grundlage für weiterführende Projekte und Konzepte dienen kann sowie Möglichkeiten zur Anknüpfung und Fortsetzung bietet.
Zu diesem Zweck wurden wesentliche, gesamtgesellschaftliche Veränderungen dargestellt und eine daraus resultierende, notwendige Neuorientierung bei der Entwicklung und Gestaltung der sportlichen Infrastruktur begründet sowie Anhaltspunkte zur Konzepterstellung und -umsetzung vorgestellt.
Für eine zukunftsorientierte Sportentwicklungsplanung ist es notwendig, Zielvorstellungen über eine wünschenswerte sportliche Zukunft, unter Beachtung der Rahmenbedingungen und des praktisch Durchführbaren zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wurde der Bestand an Sportanlagen in Halle/S. beleuchtet und dargestellt.
Hinsichtlich der Thematik ist es zur Erstellung einer notwendigen Gesamtgrundlage zusätzlich bedeutsam, die Qualität sowie den Bau- und Nutzungszustand der einzelnen Anlagen zu beurteilen und einzubeziehen.
Da für die Planung und Umsetzung von Sportentwicklungskonzepten das Wissen über die sportlichen Aktivitäten und damit zusammenhängende Wünsche von elementarer Bedeutung sind, wurden diesbezüglich einige Einwohner der Stadt befragt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Problemstellung | 5 |
| 3. | Gesellschaft und Sport im Wandel | 11 |
| 3.1 | Grundlegende gesellschaftliche Veränderungen | 11 |
| 3.1.1 | Wertewandel in der Gesellschaft | 11 |
| 3.1.2 | Demographische Veränderungen | 14 |
| 3.1.3 | Wandel der Freizeitbedingungen | 15 |
| 3.1.4 | Wandel der Kindheit | 19 |
| 3.2 | Beziehungen zwischen Sport und Gesellschaft | 23 |
| 3.3 | Ausdifferenzierung und Sportverständnis | 26 |
| 3.4 | Motive und Trendentwicklung im Sport | 30 |
| 3.5 | Sporttechnologie und –ausrüstung | 42 |
| 4. | Zukunftsorientierte Sport- und Sportstättenentwicklung | 44 |
| 4.1 | Sport und Agenda 21 | 44 |
| 4.2 | Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung | 45 |
| 4.3 | Kommunale Sport- und Sportstättenentwicklungsplanung | 47 |
| 4.3.1 | Leitziele einer zukunftsorientierten Sportstättengestaltung | 48 |
| 4.3.2 | Kooperative Planung | 52 |
| 4.3.3 | Regionales Sportentwicklungskonzept | 55 |
| 4.4 | Stadt - Raum für sportliche Aktivitäten | 58 |
| 5. | Rahmenbedingungen der Stadt Halle/S | 64 |
| 5.1 | Stadtgebiet und demographische Aspekte | 64 |
| 5.1.1 | Bevölkerungsentwicklung und –struktur | 65 |
| 5.1.2 | Problem Abwanderung | 67 |
| 5.1.3 | Altersstruktur der Stadt | 68 |
| 5.1.4 | Räumliche Ausdehnung | 70 |
| 5.2 | Sportvereine und Sportarten Halle/S | 71 |
| 5.3 | Bestand der Sportstätten | 72 |
| 5.3.1 | Sportplätze | 73 |
| 5.3.2 | Sporthallen | 74 |
| 5.3.3 | Schwimmbäder | 74 |
| 5.3.4 | Tennisanlagen | 74 |
| 5.3.5 | Spezielle Sportanlagen | 75 |
| 5.3.5.1 | Leistungssportanlagen | 75 |
| 5.3.5.2 | Fitnessanlagen | 76 |
| 5.3.5.3 | Sonstige spezielle Sportstätten | 77 |
| 5.4 | Befragung der Bevölkerung zum Sportverhalten | 78 |
| 5.4.1 | Darstellung der Ergebnisse | 78 |
| 5.4.2 | Auswertung | 83 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 86 |
| Anhang |
Im traditionellen Wettkampfsport waren Anlagen, Geräte und Ausrüstungen weitgehend standardisiert, um die Chancengleichheit und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Die Entwicklung neuer Techniken hatte fast ausschließlich die Steigerung der sportlichen Leistung zum Ziel. Im Rahmen des entsprechenden Regelwerks war die Sporttechnik einfach und funktionsorientiert. Die Sportler verfügten über das notwendige Wissen, die Fertigkeiten und die nötigen Geräte und Materialien, um ihre Sportgeräte und Anlagen in Eigenarbeit und Selbsthilfe gegebenenfalls zu reparieren und zu warten. Dies hat sich wesentlich verändert. Sporttreiben wird mehr und mehr von HighTech-Produkten geprägt, die u.a. spezialisiertes, technisches Know-how, professionelles Wissen und entsprechendes Kapital erfordern. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Infrastruktur und Equipment, sondern auch [...]
Trend 5: Vom verbindlichen zum unverbindlichen Sport Als Konkurrenten für die Sportvereine haben sich inzwischen unzählige Sportstudios und Fitnesscenter etabliert. Sie kommen dem Wunsch der Sporttreibenden nach freier Zeiteinteilung und Ungebundenheit nach. Weitreichende Angebote von Krafträumen, Saunen, Solarien, Squash-, Badminton- und Tennisplätzen und Massagen sowie wechselnde Kursinhalte schaffen Abwechslung. Der Konsument kann entscheiden Wann er Wo, Welche Angebote und in Welchem Umfang wahrnimmt. Im Gegensatz zur Vergangenheit setzen die Anbieter mittlerweile auf Multidimensionalität. Ziel ist das ganzkörperliche Wohlbefinden des Kunden. Dieses verfolgen sogenannte „Wellness-Oasen“, welche zunehmend den Markt erobern. "Es sich gut gehen lassen & sich gut fühlen" lautet die sinngemäße Übersetzung des englischen Wortes "Wellness". Hiermit sind Körper und Seele gleichermaßen gemeint, denn um sich rundherum wohl zu fühlen, ist seelische Ausgeglichenheit mindestens genauso wichtig wie körperliche Gesundheit (Schildmacher, 1998, S. 16ff). [...]
„Die große Revolution im Freizeitsport lässt noch mindestens zehn Jahre auf sich warten. Erst nach dem Jahr 2010 werden die Jugendlichen von heute die Trendsetter von morgen sein und Fallschirmspringen und Tiefseetauchen, Drachenfliegen und Autorennen zu neuen Trendsportarten machen“ (Opaschowski, 1994, S. 12). Risikoreichere Sportarten scheinen dagegen zu steigen. Im Rahmen eines kalkulierbaren Risikos stellt das Austesten der eigenen Grenzen den zentralen Punkt dar. Nicht nur in der Auswahl der Sportart, sondern ebenso die räumliche Veränderung bestätigt diesen Trend. Durch veränderte Umgebungsbedingungen wird das Risiko erhöht. Als Beispiele dienen hier Kajakfahren auf den Flüssen Afrikas (in denen Krokodile leben) anstatt auf „Flüsschen“ in der Heimat, Bergsteigen anstatt in den Alpen in der Wüste Gobi oder Trekking in Nepal anstatt in der Schweiz. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832480097
Arbeit zitieren:
Flehmig, Andy Januar 2004: Zukunftsorientierte Sport- und Sportstättenentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Sport, Freizeit, Gesellschaft, Infrastruktur, Verhalten



