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Die Zukunft der europäischen Stadt in der Informationsgesellschaft

Die Zukunft der europäischen Stadt in der Informationsgesellschaft
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Kristina Hilgers
  • Abgabedatum: November 1999
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 7,7 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2559-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2559-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2559-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hilgers, Kristina November 1999: Die Zukunft der europäischen Stadt in der Informationsgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Digitalisierung, Computerstadt, Suburbanisation, Globalisierung, Weltstadt

Magisterarbeit von Kristina Hilgers

Einleitung:

An der Schwelle zum dritten Jahrtausend befinden wir uns auf dem Sprung in ein neues postindustrielles Entwicklungsstadium, das verspricht auf dem Weg zur Informationsgesellschaft neue Formen menschlicher Gemeinschaft hervorzurufen. Die Stadt war von jeher der Ort, in dem sich technische, politische und soziale Veränderungen ankündigten und in dem die Wahrheit über unsere Gesellschaft bildlich wurde. Heute, in einer immer urbaner werdenden Welt, in der Städte sich als gigantische Metropolen weit ins Land ausbreiten und die Zahl der in Städten lebenden Menschen stetig anwächst, verdichten sich gesellschaftliche Phänomene, kulturelle Errungenschaften ebenso wie Krisen und Krisensymptome, um so mehr in der Stadt. Die Frage nach der Zukunft von Menschheit und Gesellschaft wird sich vor allem in den Städten entscheiden.

Die mit dem Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft verbundenen fundamentalen Transformationsprozesse haben die Grundlagen der Stadt in Frage gestellt. Ist unsere Zukunft und damit die Zukunft der Stadt, laut Lewis Mumford neben der Sprache eine der „kostbarsten kollektiven Erfindungen“ (Mumford 1961: S. 15) zur Ausbreitung von Kultur, noch zu retten, oder befinden wir uns bereits auf dem Weg in eine ortlose Gesellschaft? Mit Sicherheit werden Organisation und Revitalisierung der zukünftigen Städte eine der größten Herausforderungen des nächsten Jahrtausends werden.

Die Revolution der neuen Informations- , Kommunikations-, Produktions- und Verkehrstechniken wirkt sich in den europäischen Metropolen anders aus als in den Megastädten der Entwicklungsländer. Während die Entwicklungsländer durch die voranschreitende Industrialisierung einen vorher nie dagewesenen Verdichtungsdruck erleben, treiben Globalisierung und Virtualisierung von Wirtschaftsabläufen und Dienstleistungen die Auflösung der europäischen Städte voran. Gegenüber den Problemen in den von Armut und Bevölkerungsexplosion gekennzeichneten Ballungsräumen der Dritten Welt, erscheint die Situation der hochindustrialisierten Länder Europas, die immer noch verlockende Chancen und Freiheiten zu bieten haben, beneidenswert. Europa, wo die Entwicklung der Großstadt ihren Ursprung hat, hat selbst die mit der Industrialisierung einhergehende Verstädterung schon hinter sich gelassen.

Geht man davon aus, dass Entwicklungsländer dem Vorbild der Industrieländer folgen wer-den, dann lassen sich die momentan dort zu beobachtenden Fehlentwicklungen als vorübergehend werten. Dagegen wird der Export auch heutiger Probleme von Europa in die Entwicklungsländer unvermeidlich sein. Betrachten wir also die fortgeschritteneren Städte Europas, deren Krise genügend Zündstoff für die Zukunft birgt.

Europa trifft der Schock einer anfälligen und übertechnisierten Gesellschaft, die im Grunde alles erreicht hat aber ihren Fortschritt nicht mehr unter Kontrolle zu haben scheint. Die Städte sind betroffen von den Nebenwirkungen der Fortschrittswut: Umweltverschmutzung, Verkehrsinfarkt, Arbeitslosigkeit, Armut, Wohnungsnot, Kriminalität, Obdachlosigkeit, Zuwanderung, sozialen Konflikten, Polarisierung, Ghettoisierung und der Finanznot der Kommunen. Das Unbehagen an der Situation der Städte wächst bei ihren Bewohnern. Angst vor dem Verlust einer menschengerechten Lebensumwelt hat sich ausgebreitet. Auf dem Deutschen Städtetag 1971 forderten acht Oberbürgermeister: „Rettet unsere Städte jetzt!“ („Vorträge, Aussprachen und Ergebnisse der 16. Hauptversammlung des deutschen Städtetags vom 25. bis 27. Mai 1971 in München: ‘Rettet unsere Städte jetzt!’", Stuttgart 1971) Doch die Stadtflucht privater und wirtschaftlicher Gruppen war dank der dezentralen Möglichkeiten der Telekommunikation nicht mehr aufzuhalten. Die Stadtkerne entleerten sich, während die suburbanen Gebiete weiter ins Umland auswucherten.

Mit der Ausbreitung der neuen Informations- und Kommunikationstechniken hat sich eine neue Angst entzündet. Die zunehmende Verlagerung städtischer Funktionen in den Raum der Datenströme und virtuellen Welten gefährdet den Bedarf an institutionalisiertem öffentlichem Raum, wie er für die Stadt typisch ist. Wird die Stadt letztendlich in einer flächendeckenden urbanen Welt der Telekommunikation untergehen?

Die Erzeugung der „virtuellen Stadt“ im Computer bildet den Abschluß dieses Immaterialisierungsprozesses. Die Möglichkeit der rein virtuellen Darstellung bedeutet, dass man in Zukunft von Stadt auch unräumlich denken muss. Aber bedeutet dies auch das Ende der realen Stadt?

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen III
Verzeichnis der Tabellen III
EINLEITUNG 1
A. DIE EUROPÄISCHE STADT IN DER KRISE 7
1. Aktuelle Tendenzen der Stadtentwicklung 7
1.1 Die Digitalisierung des Urbanismus durch neue Technologien 7
1.2 Die Globalisierung der Stadtökonomie 12
1.3 Suburbanisierung und Dezentralisierung städtischer Funktionen 16
1.4 Die städtische Dimension der Zuwanderung 20
1.5 Soziale Segregation und räumliche Marginalisierung 22
1.6 Die ökologische Krise und die Umweltbewegung 25
2. Zukünftige Herausforderung für die Stadtpolitik 28
2.1 Demographischer Wandel und ethnische Konfliktverschärfung 28
2.2 Die Polarisierung der Stadtgesellschaft 34
2.3 Der Zusammenschluß zur Europäischen Union 37
B. DIE NEUDEFINITION DER EUROPÄISCHEN STADT 40
1. Das alte Bild von der Stadt der Moderne 40
2. Das neue Bild von der Stadt im Informationszeitalter 47
C. ZUKUNFTSVISIONEN FÜR DIE EUROPÄISCHE STADT 51
1. Die Auflösung der herkömmlichen Stadt 51
1.1 Der Umzug von der realen Stadt in die Virtualität 51
1.2 Von den Megastädten zur kollektiven Weltstadt 55
1.3 Die dezentralisierte Stadt 58
1.4 Postapokalyptische Traumstädte 61
2. Die Wiedererfindung der Urbanität 65
2.1 Die neue zentralität der Weltstädte 65
2.2 Zurück zu Idealformen der historischen Stadt 68
2.3 Die Vereinigung von Stadt und Land 74
2.4 Architektonische Lösungen zur Wiederbelebung der Stadt 81
2.5 Die computerisierte Stadt als Leitbild für die Zukunft 89
D. DER WEG AUS DER STADTKRISE 95
1. Die Erhaltung kleinräumiger Qualitäten in einer urbanen Welt 95
1.1 Der Verzicht auf ein Ausdehnungsverbot 95
1.2 Soziale Selbstorganisation durch kleinräumige Selbstregierung 98
1.3 Die Greifbarmachung von Stadt 102
2. Die Reformierung der Stadt für eine zukunftsfähige Entwicklung 106
2.1 Der gewandelte Stadtbürger 106
2.2 Der ökologische Stadtumbau 108
SCHLUßWORT 110
Literaturverzeichnis IV
Versicherung XVI
Abbildungen
Tabellen

Arbeit zitieren:
Hilgers, Kristina November 1999: Die Zukunft der europäischen Stadt in der Informationsgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Digitalisierung, Computerstadt, Suburbanisation, Globalisierung, Weltstadt

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