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Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS

Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Zinsrisikobereich unter Berücksichtigung der Risikomanagementpraxis

Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ghenadie Mindru
  • Abgabedatum: August 2005
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 496,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
  • Originaltitel: Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS
  • Bibliografie: ca. 75
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0414-7
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0414-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mindru, Ghenadie August 2005: Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Zinsänderungsrisiko, Hedging, Effektivität, Portfolio Hedge Accounting, Finanzinstrument

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Diplomarbeit von Ghenadie Mindru

Problemstellung:

Die letzten Jahrzehnte sind durch eine sehr hohe Veränderungsdynamik der Weltwirtschaft gekennzeichnet. Neue Technologien, Informations- und Kommunikationssysteme in Verbindung mit Deregulierungsmaßnahmen in vielen Bereichen und Ländern haben zu einer immer mehr zusammenwachsenden Weltwirtschaft mit neuen Chancen und Gefahren geführt.

Ebenfalls eine hohe Dynamik ist während der letzten zwei Jahrzehnte in einem spezifischen finanzwirtschaftlichen Bereich zu beobachten, und zwar auf dem Gebiet derivativer Finanzinstrumente. Die rasante Entwicklung in diesem Bereich verdeutlicht Abbildung 1:

Die niedrigen Abschlusskosten derivativer Geschäfte haben anfangs viele Unternehmen dazu verleitet, diese Instrumente zu Spekulationszwecken einzusetzen. Unter Vernachlässigung möglicher Gefahren hat dies zu spektakulären Unternehmenszusammenbrüchen und –krisen geführt. Nicht zuletzt diese Krisen haben schließlich zur Corporate Governance-Debatte geführt, die in Deutschland in die Verabschiedung des KonTraG mündete.

Derivate haben jedoch auch ihre „gute“ Seite. So können bspw. Optionen, Forwards, Futures, Swaps und andere Finanzinstrumente von Unternehmen bewusst und zielorientiert zur Steuerung der Zins- und anderen Marktpreisrisiken eingesetzt werden.

Eine große Bedeutung haben Derivate insbesondere im Zinsrisikobereich der Kreditinstitute erlangt. Diese werden im Rahmen des Zinsrisikomanagementprozesses für die aktive Steuerung von Zinsrisiken eingesetzt. Die nur sehr geringen Abschlusskosten und die hohe Anzahl verzinslicher Positionen bei Banken machen diese Risikosteuerungsinstrumente nahezu unverzichtbar.

Mit den rasanten Entwicklungen im derivativen Bereich konnten hingegen die Rechnungslegungssysteme nicht Schritt halten: Die Bilanzierung und Bewertung von Derivaten ist zu einem der kompliziertesten und umstrittensten Gebiete der Rechnungslegung geworden.

Eine besondere Problematik entsteht in dieser Hinsicht bei der Abbildung ökonomisch zusammenhängender Sachverhalte im Falle der Absicherung mit Derivaten. Die Schwierigkeiten sind dabei unterschiedlich ausgeprägt und entstehen je nach Konzeption des jeweiligen Rechnungslegungssystems aus anderen Gründen.

Während im deutschen Handelsrecht derartige Sachverhalte außer Acht gelassen wurden und weiterhin werden, bemühen sich die Standardsetter großer kapitalmarktorientierter Rechnungslegungssysteme (IFRS/US-GAAP) geeignete Vorschriften zu entwickeln. Die vorhandenen umfassenden Reglements sind jedoch oft sehr restriktiv ausgelegt und aufwändig in ihrer Anwendung.

Ausgehend von den obigen Ausführungen beschäftigt sich diese Arbeit im Folgenden mit der bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen im Zinsrisikobereich. Diesbezüglich werden folgende Zielsetzungen verfolgt:

- Definition und Strukturierung von Zinsrisiken sowie Darstellung eines typischen Prozesses zu deren Steuerung im Bankensektor.

- Darstellung bestehender allgemeiner und zinsrisikospezifischer Vorschriften zur Abbildung von Absicherungsbeziehungen nach IFRS.

- Das Aufzeigen möglicher Probleme und Schwierigkeiten aus der Anwendung der Vorschriften und eventueller Auswirkungen auf das Zinsrisikomanagement.

Die Ausführungen zu diesen Fragestellungen werden auf drei Kapitel aufgeteilt.

Gang der Untersuchung:

Im Mittelpunkt des ersten dieser Bereiche (Kapitel 2) steht die Darstellung eines für den Bankensektor typischen Prozesses zur Steuerung der Zinsrisiken.

Bevor auf die einzelnen Phasen dieses Prozesses eingegangen wird, werden die allgemeinen Begriffe erklärt, die Zinsrisiken definiert und deren Bedeutung für den Bankensektor aufgezeigt. Anschließend werden die typischen Organisationsstrukturen im Zinsrisikobereich der Banken kurz angegangen.

Die nachfolgenden zwei Bereiche beschäftigen sich mit den spezifischen Vorschriften der IFRS bezüglich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting).

Kapitel 3 hat sich dabei zur Aufgabe gemacht, die allgemeinen Reglements diesbezüglich (mit Ausklammerung der spezifischen Vorschriften für den Zinsrisikobereich) darzustellen und daraus entstehende Problematiken für den Zinsrisikobereich aufzuzeigen.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit den Vorschriften zum Portfolio Hedge Accounting der Zinsrisiken. Diese von IASB vor allem auf Druck der Banken neu erlassenen Vorschriften sollen dabei die Praxis des Zinsrisikomanagements erleichtern. Inwieweit jedoch auch die neuen Vorschriften mit Schwierigkeiten verbunden sind, soll mit der Darstellung der komplexen Vorschriften unter Aufzeigen möglicher Problemstellen demonstriert werden. Um diese zu verdeutlichen werden dabei im Laufe der Arbeit explikative Beispiele eingefügt.

Im fünften abschließenden Teil wird das Hedge Accounting in Kürze aus bilanzanalytischer Sicht beurteilt und die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS I
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Problemstellung 1
2. Management von Zinsrisiken 4
2.1 Grundlegende Begriffe 4
2.2 Wesen und Ausprägungen des Zinsrisikos 6
2.3 Organisatorische Aspekte 8
2.4 Zinsrisikomanagement als dynamischer Prozess 11
2.4.1 Schematische Darstellung 11
2.4.2 Risikoidentifikation 12
2.4.3 Zinsrisikomessung 13
2.4.4 Zinsrisikosteuerung 18
2.4.4.1 Handlungsalternativen 18
2.4.4.2 Begriff und Arten des Hedging 19
2.4.4.3 Hedging mit Finanzderivaten 20
2.4.5 Risikoüberwachung und –kontrolle 22
3. Hedge Accounting 23
3.1 Notwendigkeit und Arten 23
3.2 Sicherungsbeziehungen nach HGB 25
3.3 Grundlagen des Hedge Accounting nach IFRS 26
3.3.1 Zielsetzung und Entstehung 26
3.3.2 Arten von Sicherungsbeziehungen 28
3.3.3 Bestandteile einer Sicherungsbeziehung 29
3.3.4 Formale Anforderungen 32
3.3.5 Effektivitätsmessung 34
3.3.6 Bilanzierung 38
3.3.7 Umsetzungsproblematik 41
4. Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken 43
4.1 Entstehung und Grundkonzeption 43
4.2 Ablauf des Portfolio Hedge Accounting 44
4.2.1 Portfolioidentifikation und Bildung der Laufzeitbänder 44
4.2.2 Bestimmung des abzusichernden Betrags 46
4.2.3 Gesichertes Risiko und Sicherungsgeschäfte 48
4.2.4 Effektivitätstest 48
4.2.5 Bilanzierung 51
4.3 Umsetzungsproblematik 53
5. Analyse des Hedge Accounting und Ausblick 56
5.1 Hedge Accounting aus Sicht des Bilanzadressaten 56
5.2 Zusammenfassung 57
Anhang 60
Literaturverzeichnis 66

Inhaltsverzeichnis:

Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS I
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Problemstellung 1
2. Management von Zinsrisiken 4
2.1 Grundlegende Begriffe 4
2.2 Wesen und Ausprägungen des Zinsrisikos 6
2.3 Organisatorische Aspekte 8
2.4 Zinsrisikomanagement als dynamischer Prozess 11
2.4.1 Schematische Darstellung 11
2.4.2 Risikoidentifikation 12
2.4.3 Zinsrisikomessung 13
2.4.4 Zinsrisikosteuerung 18
2.4.4.1 Handlungsalternativen 18
2.4.4.2 Begriff und Arten des Hedging 19
2.4.4.3 Hedging mit Finanzderivaten 20
2.4.5 Risikoüberwachung und –kontrolle 22
3. Hedge Accounting 23
3.1 Notwendigkeit und Arten 23
3.2 Sicherungsbeziehungen nach HGB 25
3.3 Grundlagen des Hedge Accounting nach IFRS 26
3.3.1 Zielsetzung und Entstehung 26
3.3.2 Arten von Sicherungsbeziehungen 28
3.3.3 Bestandteile einer Sicherungsbeziehung 29
3.3.4 Formale Anforderungen 32
3.3.5 Effektivitätsmessung 34
3.3.6 Bilanzierung 38
3.3.7 Umsetzungsproblematik 41
4. Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken 43
4.1 Entstehung und Grundkonzeption 43
4.2 Ablauf des Portfolio Hedge Accounting 44
4.2.1 Portfolioidentifikation und Bildung der Laufzeitbänder 44
4.2.2 Bestimmung des abzusichernden Betrags 46
4.2.3 Gesichertes Risiko und Sicherungsgeschäfte 48
4.2.4 Effektivitätstest 48
4.2.5 Bilanzierung 51
4.3 Umsetzungsproblematik 53
5. Analyse des Hedge Accounting und Ausblick 56
5.1 Hedge Accounting aus Sicht des Bilanzadressaten 56
5.2 Zusammenfassung 57
Anhang 60
Literaturverzeichnis 66

Textprobe:

Kapitel 4, Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken:

Kapitel 4.1, Entstehung und Grundkonzeption:

Die massive Kritik bzgl. der Unzulässigkeit von Makro Hedges mündete im August 2003 in die Veröffentlichung seitens des IASB eines Exposure Drafts zum Portfolio Hedge Accounting. Dieser wurde im März 2004 als Amendment zu IAS 39 verabschiedet. Die neuen Vorschriften lassen nun die Designation eines monetären Betrages an Vermögenswerten und Schulden als Grundgeschäft zu, was zumindest bei Zinsrisiken eine bilanzielle Portfolioabsicherung ermöglichen soll. Damit wurde von IASB einer der Grundsätze des Hedge Accounting nach IFRS aufgegeben, nämlich die Absicherung auf Einzelrisikoebene. Die zentralen Vorschriften sind jedoch beibehalten worden: Derivate werden zum FV bewertet und auch die Ineffektivitäten werden weiterhin erfolgswirksam behandelt. Positionen, die nicht die Ansatzkriterien von Vermögenswerten und Schulden erfüllen, weden auch nach wie vor nicht bilanziert. IASB hat jedoch auch wesentliche Neuerungen eingeführt.

So dürfen bspw. Grundgeschäfte auf Basis erwarteter Laufzeit in das Hedge Accounting einbezogen werden, vorausgesetzt sie ist kürzer als die vertragliche Laufzeit. Die Absicherung eines Betrages macht auch die Eins-zu-eins-Dokumentation der Grund- und Sicherungsgeschäfte nicht mehr erforderlich. Buchwertanpassungen der Grundgeschäfte werden in einem separaten Posten erfasst und nicht mehr für einzelne Positionen durchgeführt. Die Durchführungsschritte des Portfolio Hedge Accounting können der folgenden Abbildung entnommen werden.

Kapitel 4.2, Ablauf des Portfolio Hedge Accounting:

Kapitel 4.2.1, Portfolioidentifikation und Bildung der Laufzeitbänder:

Als erstes Element in der Durchführungskette des Portfolio Hedge Accounting steht die Identifikation der Portfolien, die gegen Zinsrisiken abzusichernde festverzinsliche Positionen enthalten. Diese dürfen entweder nur Vermögenswerte oder nur Schulden oder beides beinhalten. Bei den Vermögenswerten und Schulden darf es sich dabei nur um solche handeln, die auch für ein „normales“ FVHedge qualifizieren würden. Bei der Bildung der Portfolien sind die restriktiven Bedingungen aus IAS 39.83 für Zinsportfolien nicht mehr verbindlich. Konkrete Kriterien zur Portfoliobildung gibt der Standard jedoch nicht vor. Die tatsächlich verwendeten Kriterien und Grundlagen zur Ausbuchung der Positionen aus den Portfolien sind dennoch zu dokumentieren.

Im nächsten Schritt müssen für die identifizierten Portfolien Laufzeitbänder definiert werden. Zu diesem Zweck werden die Finanzinstrumente aus dem Portfolio entsprechend ihren erwarteten Fälligkeiten bzw. nächsten Zinsanpassungsterminen auf die zugehörigen Bänder aufgeteilt.

Die Breite der Bänder wird dabei vom Standard nicht vorgegeben. Im IAS 39.AG125 findet sich ein nicht verbindlicher Hinweis, dass es Monats- oder Quartalsbänder sein können. Bei einer zehnjährigen Laufzeit des Portfolios entstehen somit 120 bzw. 40 Laufzeitbänder. Grundsätzlich werden die engen Laufzeitbänder eine höhere Effektivität als die weiten aufweisen. Aus den engen Zeitbändern mit wenig Volumen können sich jedoch geringe Nettopositionen ergeben, so dass der abzusichernde Betrag unter Umständen zu gering ausfällt. Dessen eventuell nicht marktgängige Losgröße führt dann zu höheren Absicherungskosten.

Außerdem ist im Falle einer engen Auslegung der Bänder auch deren Anzahl höher, was einen entsprechend höheren Verwaltungsaufwand mit sich bringt. Bei zu breiten Bändern tritt eine andere Problematik auf, und zwar dann, wenn die Zeitbänder länger sind als die Stichtagsperioden (Bspw. 6-monatige Bänder und Monatsberichte).

Zu den jeweiligen Stichtagen können einige Positionen in die kürzeren Bänder fallen. Dadurch kann sich die Nettoposition des Bandes erheblich verändern: Die Zuordnung einzelner Positionen zu den Laufzeitbändern kann nach IAS 39.AG114(b) auf unterschiedlicher Weise erfolgen. So können bspw. die CFs aus den Geschäften entsprechend ihren Fälligkeiten oder Nominalbeträgen in Zeitbänder eingestellt werden. Für diese Allokation können auch andere in der Praxis des Risikomanagements gängige Ansätze (bspw. Barwerte) verwendet werden. Bei unsicheren Rückzahlungen werden die Beträge mit den entsprechenden Rückzahlungswahrscheinlichkeiten gewichtet und in die jeweiligen Bänder eingestellt: In der Bankenpraxis werden oft sämtliche Zahlungen bzw. Nominalbeträge im jeweiligen Laufzeitband zu wenigen Beträgen aggregiert. Dadurch soll der großen Anzahl an Geschäften bei der Bearbeitung (bspw. bei der Effektivitätsmessung) ausgewichen werden.

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Arbeit zitieren:
Mindru, Ghenadie August 2005: Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Zinsänderungsrisiko, Hedging, Effektivität, Portfolio Hedge Accounting, Finanzinstrument

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