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Zinsbereinigte Gewinnsteuer

Das Steuersystem für Österreichs Zukunft?

Zinsbereinigte Gewinnsteuer
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dieter Pock
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 143 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4782-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4782-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4782-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pock, Dieter September 2000: Zinsbereinigte Gewinnsteuer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Steuer, Besteuerung, Steuerreform, Konsumorientierung, Zinsbereinigung

Diplomarbeit von Dieter Pock

Einleitung:

Angesichts der Tatsache, daß das weit verbreitete synthetische System der Einkommensbesteuerung nach der Reinvermögenszugangstheorie durch verschiedene Unzulänglichkeiten gekennzeichnet ist, die einer marktorientierten Besteuerung entgegenstehen, wird ein in Wissenschaft und Literatur entwickeltes alternatives Steuersystem vorgestellt, dem eine Konsumorientierung zugrunde liegt und das damit über eine konsequente Marktausrichtung verfügt: die zinsbereinigte Besteuerung. Betrachtet wird das Konzept der zinsbereinigten Gewinnsteuer, welcher im Kontext einer zinsbereinigten Einkommensteuer Unternehmensgewinne zu unterwerfen sind. Dieses System soll Entscheidungsneutralität gewährleisten und außerdem insgesamt zu einer Komplexitätsreduktion des Regelungsdickichts im System der Ertragsbesteuerung führen. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei die Fragen nach der Umsetzbarkeit, der Vorteilhaftigkeit der Umsetzung und der unmittelbaren und mittelbaren Konsequenzen einer Umsetzung in Österreich.

Als zu erwartende Folgewirkungen nationaler Art werden solche auf die Steuerbelastung von Unternehmen und, daraus abgeleitet, auf die infolge der Umstellung zu erwartende Entwicklung des Steueraufkommens analysiert. Ebenfalls in diesem Zusammenhang erörtert werden die Konsequenzen für den Unternehmenswert, die die Berücksichtigung einer Unternehmenssteuer zinsbereinigter Konzeption mit sich bringt. Hinsichtlich der internationalen Auswirkungen der Einführung einer zinsbereinigten Besteuerung in Österreich wird untersucht, welche Folgen ein derartiges Steuersystem auf die Anwendbarkeit des OECD-Musterabkommen hätte. Abschließend wird die Möglichkeit erörtert, mit Hilfe eines solchen Steuersystems eine Harmonisierung der direkten Steuern innerhalb der Europäischen Union zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. ZIELSETZUNGEN EINES MARKTORIENTIERTEN STEUERSYSTEMS 4
2.1 Ausrichtung der Besteuerung 4
2.1.1 Ziele der Besteuerung 4
2.1.2 Grundsätze der Besteuerung 5
2.2 Beurteilung der persönlichen Leistungsfähigkeit 7
2.3 Entscheidungsneutralität eines Steuersystems 11
2.3.1 Entscheidungsneutrale Besteuerung 11
2.3.2 Teilaspekte der Entscheidungsneutralität 14
2.3.2.1 Investitionsneutralität 14
2.3.2.2 Finanzierungsneutralität 15
2.3.2.3 Intertemporale Neutralität 17
2.3.3 Konsequenzen mangelnder Entscheidungsneutralität 19
3. ENTSCHEIDUNGSNEUTRALE BESTEUERUNG DURCH ZINSBEREINIGTE GEWINNSTEUER 23
3.1 Konzept 23
3.1.1 Arten konsumorientierter Steuersysteme 23
3.1.1.1 Sparbereinigte Einkommensteuer 23
3.1.1.2 Zinsbereinigte Einkommensteuer 25
3.1.2 Konzeptionelle Einordnung der zinsbereinigten Gewinnsteuer 27
3.2 Wirkungsweise 28
3.2.1 Zinsbereinigung als Schlüssel zur Entscheidungsneutralität 28
3.2.2 Gegenüberstellung mit dem Konzept der Cash-Flow-Steuer 37
3.3 Vorbild Kroatien 40
4. ANPASSUNGSBEDARF DES ÖSTERREICHISCHEN STEUERRECHTS IM FALLE DER EINFÜHRUNG EINER ZINSBEREINIGTEN GEWINNSTEUER 43
4.1 Status quo nach der Steuerreform 2000 - Durchleuchtung nach Elementen einer Zinsbereinigung 43
4.1.1 Gewinnbesteuerung in Österreich in Folge der Steuerreform 2000 43
4.1.2 Besteuerung als Entscheidungsparameter 46
4.1.3 Faktische Branchenabhängigkeit der Besteuerung 54
4.1.4 Konsumorientierte Elemente und Ansätze einer Zinsbereinigung 56
4.2 Erforderliche Anpassungsmaßnahmen 62
4.2.1 Umstellungsnotwendigkeiten im Ertragsteuerrecht 62
4.2.2 Behandlung von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern 68
4.3 Mögliche Gestaltung einer Einführungs-Übergangsphase 71
5. AUSWIRKUNGEN EINER UMSTELLUNG IM NATIONALEN UND INTERNATIONALEN KONTEXT 76
5.1 Wirkung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer 76
5.1.1 Auswirkungen auf die Steuerbelastung 76
5.1.2 Auswirkungen auf das Steueraufkommen 91
5.1.3 Konsequenzen für den Unternehmenswert 96
5.2 DBA-rechtliche Fragen in Zusammenhang mit der Einführung 101
5.3 Steuerharmonisierung im Rahmen der EU 106
6. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUßFOLGERUNG 111
7. ANHANG 116
7.1 Erläuterungen zum Modell aus Abschnitt 5.1.2 116
7.2 Tabellen zum Modell aus Abschnitt 5.1.2 120
8. LITERATURVERZEICHNIS 126

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ethisch-sozialpolitische Grundsätze Diese Gruppe von Besteuerungsgrundsätzen umfaßt einerseits die Gerechtigkeitspostulate der Allgemeinheit, der Gleichmäßigkeit und der Verhältnismäßigkeit der Besteuerung, und andererseits das Redistributionspostulat, welches im Grundsatz der steuerlichen Umverteilung von Einkommen und Vermögen zum Ausdruck kommt. Dem Prinzip der Allgemeinheit folgend sind alle Personen mit steuerlicher Leistungsfähigkeit, unabhängig von außerökonomischen Kriterien wie Stand, Klasse etc., zur Steuerleistung heranzuziehen. Dem Prinzip der Gleichmäßigkeit der Besteuerung (auch: horizontale Leistungsfähigkeit) ist entsprochen, wenn gewährleistet ist, daß gleichartige Sachverhalte steuerlich gleich behandelt werden und, umgekehrt, unterschiedliche Sachverhalte steuerlich entsprechende Differenzierungen in bezug auf die betreffende Steuer auslösen. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verlangt die Verteilung der Steuerbelastungen auf einzelne Steuersubjekte nach der individuellen ökonomischen Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung aller für die Steuerindikatoren bedeutsamen persönlichen Momente, sodaß die durch die Besteuerung ausgelösten Einbußen an ökonomischfinanzieller Dispositionskraft als relativ gleich schwer anzusehen sind. Wirtschaftspolitische Grundsätze Dazu zählen die in den beiden Gruppen der wirtschaftsordnungspolitischen Prinzipien und der prozeßpolitischen Prinzipien zusammengefaßten Grundsätze der Vermeidung steuerdirigistischer Maßnahmen, der Minimierung steuerlicher Eingriffe in die Privatsphäre und in die wirtschaftliche Dispositionsfreiheit von Individuen, der Vermeidung ungewollter Folgen steuerlicher Beeinträchtigungen des Wettbewerbes einerseits und die Grundsätze der aktiven Flexibilität der Besteuerung, der passiven („eingebauten“) Flexibilität der Besteuerung und der wachstumspolitischen Ausrichtung der Besteuerung andererseits. Kern des Antidirigismusprinzips ist es, Eingriffe der Steuerpolitik, die in unsystematischer Form größere oder kleinere Teilgebiete des Wirtschaftslebens benachteiligen oder begünstigen, für unzulässig zu erklären.7 Darüber hinaus kommt im Wettbewerbsbeeinträchtigungsverbot ein Grundsatz der Steuerneutralität zum Ausdruck, wonach das Steuersystem nicht durch Beeinflussung des Konkurrenzmechanis- [...]

Historische Grundlage für die Formulierung von Besteuerungsgrundsätzen waren die von Adam SMITH geprägten Postulate der Gleichmäßigkeit, der Bestimmtheit, der Billigkeit und der Bequemlichkeit der Besteuerung. Die moderne Finanzwissenschaft folgt mittlerweile weiterentwickelten Grundsatzsystemen, im deutschsprachigen Raum in erster Linie der Systematisierung nach NEUMARK,5 welche sich auf die Gliederung in fiskalisch-budgetäre, ethisch-sozialpolitische, wirtschaftspolitische sowie steuerrechtliche und steuertechnische Grundsätze stützt.6 Fiskalisch-budgetäre Grundsätze Sie umfassen die Grundsätze der Ausreichendheit der Steuererträge und der deckungspolitischen Anpassungsfähigkeit der Steuererträge. Demnach muß das Steuersystem nicht nur in der Lage sein, den vorgegebenen Ausgabenrahmen zu finanzieren, sondern auch gestatten, durch steuerrechtliche Maßnahmen einen das übliche Maß übersteigenden Mehrbedarf innerhalb kurzer Frist zu decken. [...]

Die Abgabenerhebung durch den Staat ist nicht Selbstzweck, sondern ist Voraussetzung für die erfolgreiche Wahrnehmung vielfältiger Aufgaben zum Wohle der Gesellschaft. Die Erhebung öffentlicher Abgaben im allgemeinen Sinne und die Besteuerung im engeren Sinne dienen grundsätzlich der Verfolgung von fiskalischen und außerfiskalischen Zielen, wobei die Ziele und Grundsätze der Besteuerung stets in Abhängigkeit von den gesellschaftspolitisch-ökonomischen und administrativ-technischen Gegebenheiten einer Gesellschaft zu sehen sind.1 Dem Fiskalzweck entspricht dabei aus gesamtwirtschaftlicher Sicht das Streben nach Erzielung von Einnahmen für den öffentlichen Sektor zur Finanzierung des Staatshaushaltes. Aus einzelwirtschaftlicher Sicht bedeutend ist dabei die Verteilung der Steuerzahllasten auf die einzelnen Wirtschaftssubjekte, für deren Bewerkstelligung gemäß dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit ein geeigneter Indikator für die Leistungsfähigkeit von Wirtschaftssubjekten zu definieren ist (siehe Abschnitt 2.2). Charakteristikum des Lenkungszweckes ist es hingegen, mit den Mitteln der Besteuerung auf die gesamtwirtschaftliche Ressourcenallokation einzuwirken, indem bewußt Veränderungen der relativen Preise von Gütern angestrebt werden. Diese Beeinflussung der Marktpreise erfolgt mit der Absicht, die Produktion von oder die Nachfrage nach bestimmten Gütern entweder anzuregen oder zu dämpfen.2 Im Rahmen außerfiskalischer Zielsetzungen werden also Steuern bewußt zum Instrument der Wirtschaftslenkung und der Sozialpolitik gemacht, wenn die Besteuerung für Zwecke der Einkom- [...]

Arbeit zitieren:
Pock, Dieter September 2000: Zinsbereinigte Gewinnsteuer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Steuer, Besteuerung, Steuerreform, Konsumorientierung, Zinsbereinigung

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