Zielgruppenanalyse und Produktadaption im Wachstumsmarkt 'Alter'
Altersgerechte Produkte und Dienstleistungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Robert Schittler
- Abgabedatum: Juli 2006
- Umfang: 113 Seiten
- Dateigröße: 3,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- Bibliografie: ca. 20
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9948-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9948-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9948-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schittler, Robert Juli 2006: Zielgruppenanalyse und Produktadaption im Wachstumsmarkt 'Alter', Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Best Ager, Seniorenmarketing, Produktentwicklung, Zielgruppe, Dienstleistung
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Diplomarbeit von Robert Schittler
Einleitung:
Deutschland wird alt! Das Bild der Zukunft wird von immer mehr älteren Menschen geprägt sein. Leider hat die Wirtschaft bisher der Entwicklung einer ‚alternden Bevölkerung’ noch nicht ausreichend Beachtung geschenkt. Viele Firmen haben sich über mehrere Jahre hinweg mühsam ein jugendliches Image für ihre Marken und Produkte aufgebaut und fokussieren auch heute noch ihr Leistungsangebot fast ausschließlich auf die ‚junge’ Zielgruppe der 14 bis 49-jährigen. Leider werden ältere Menschen dabei als potentielle Kunden außer Acht gelassen.
In Zukunft werden allerdings mehr Produkte und Dienstleistungen nachgefragt werden, welche sich an den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen orientieren. Doch bisweilen hungert der Markt nach den richtigen altersgerechten Produkten und Dienstleistungen sowie richtigen Vermarktungsstrategien und ist überfüllt von kompensierenden Hilfsmitteln, da bisherige Angebote und Leistungen den Anforderungen und Bedürfnissen einer immer älter werdenden Gesellschaft nicht angemessen gerecht werden.
Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die sich mit dem Alter ändernden und zum Teil anderen Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen für ältere Menschen zu ermitteln.
Zudem wird ein Überblick gegeben werden, welche namhaften wissenschaftlichen Institutionen, Forschungseinrichtungen, Initiativen sowie Projekte sich derzeitig mit diesem Thema der sogenannten ‚Best Ager’ beschäftigen und es werden Beispiele bereits umgesetzter altersgerechter Konzepte dargelegt.
Sekundäres Ziel ist es, dass die Leser dieser Arbeit ein neues Bild vom Alter(n) entwickeln, indem sie die meist negativen traditionellen Ansichten verwerfen und die reiferen Jahrgänge nicht länger als Belastung, sondern als Gewinn, als großes Potential, als Produktivkraft sowie als Chance unserer Gesellschaft betrachten. Zudem soll die Arbeit Leitlinien liefern, welche als Orientierung dienen.
Gang der Untersuchung:
Zur Umsetzung dieser Ziele wurde diese wissenschaftliche Arbeit in sechs Kapitel aufgeteilt. Einleitend befasst sich Kapitel 2 mit dem demographischen Wandel und dessen Konsequenzen, um die Brisanz sowie den Hintergrund dieser Arbeit zu verdeutlichen. Kapitel 3 erläutert den Begriff - sowie bestimmte relevante Merkmale - der „Best Ager“; unter anderem wird die Zielgruppe analysiert und dabei auf das große wirtschaftliche Potential dieser Gruppe eingegangen. Nachfolgend werden in Kapitel 4 die altersbedingten Veränderungen der Menschen, im speziellen der Best Ager untersucht, und die daraus resultierenden zum Teil anderen Anforderungen der älteren Menschen an bestehende Produkte und Dienstleistungen abgeleitet. In Kapitel 5 werden diesbezüglich aus unterschiedlichen Bereichen bereits umgesetzte und bewährte (altersgerechte) Umsetzungen vorgestellt. Nachdem in Kapitel 6 eigene Ausfertigungen des Autors zu diesem Thema erläutert werden, wird im letzten Kapitel diesbezüglich ein Überblick über namhafte wissenschaftliche Institutionen, Forschungseinrichtungen, Initiativen und Projekte gegeben, welche sich bereits mit dem Thema Wachstumsmarkt „Alter“ beschäftigen.
Die Leser werden von Beginn an auf jedes Kapitel mit einem kurzen Überblick auf die bevorstehende Thematik eingestimmt und am Ende eines jeden Kapitels dient eine kurze Zusammenfassung mit Folgerungen dazu, die Intentionen des Kapitels, und letztlich auch dieser Arbeit, nochmals zu verdeutlichen. Diese Diplomarbeit wurde am 06. Juli nach einer regulären Bearbeitungsdauer von 5 Monaten abgegeben und mit der Note 1,0 bewertet.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| Tabellenverzeichnis | 5 | |
| Vorwort | 6 | |
| Widmung | 6 | |
| Zitatspruch | 7 | |
| 1. | Einleitung | 8 |
| 2. | Der demographische Wandel | 10 |
| 2.1 | Demographische Merkmale | 11 |
| 2.1.1 | Bevölkerungsstruktur | 11 |
| 2.1.2 | Lebenserwartung | 14 |
| 2.1.3 | Geburtenrückgang | 16 |
| 2.1.4 | Altenquotient | 18 |
| 2.2 | Zusammenfassung und Fazit | 20 |
| 3. | Best Ager und deren wirtschaftliches Potential | 22 |
| 3.1 | Best Ager | 23 |
| 3.1.1 | Lebensphase 1 - „50 plus“ | 25 |
| 3.1.2 | Lebensphase 2 - „Senioren“ | 25 |
| 3.1.3 | Lebensphase 3 - „Hochaltrigkeit“ | 26 |
| 3.2 | Finanzielle Situation | 28 |
| 3.2.1 | Frei verfügbares Einkommen | 28 |
| 3.2.2 | Vermögen | 33 |
| 3.2.3 | Kaufkraft | 34 |
| 3.2.4 | Kaufbereitschaft | 36 |
| 3.3 | Zusammenfassung und Fazit | 39 |
| 4. | Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen | 41 |
| 4.1 | Psychische Besonderheiten | 42 |
| 4.1.1 | Kristalline Intelligenz | 42 |
| 4.1.2 | Fluide Intelligenz | 43 |
| 4.2 | Physiologische Besonderheiten | 45 |
| 4.2.1 | Sehen | 45 |
| 4.2.2 | Hören | 48 |
| 4.2.3 | Kraft und Beweglichkeit | 49 |
| 4.3 | Soziologische Besonderheiten | 51 |
| 4.3.1 | Singularisierung | 51 |
| 4.3.2 | Feminisierung | 52 |
| 4.4 | Entstehende Folgen | 53 |
| 4.4.1 | Probleme mit Technologien | 53 |
| 4.4.2 | Probleme bei der Verpackung | 54 |
| 4.4.3 | Kompensierende Hilfsmittel | 54 |
| 4.5 | Resultierende Anforderungen | 56 |
| 4.5.1 | Universal Design (Design for All) | 56 |
| 4.5.2 | Barrierefreiheit | 57 |
| 4.5.3 | Stigmafreiheit | 58 |
| 4.6 | Zusammenfassung und Fazit | 59 |
| 5. | Existierende altersgerechte Umsetzungen | 62 |
| 5.1 | Senioren Supermarkt „Neukauf 50+“ | 63 |
| 5.2 | Der „Age Explorer“ | 65 |
| 5.3 | Werbekampagne von „Dove“ | 67 |
| 5.4 | Senioren Handy „Katharina das Große“ | 68 |
| 6. | Prototyp Konzepte | 70 |
| 6.1 | Altersgerechte Prüfsiegelvergabe | 71 |
| 6.1.1 | Test und Bewertung | 72 |
| 6.1.2 | Ermittlung der Kategorie | 73 |
| 6.1.3 | Vergabe des Prüfsiegels | 76 |
| 6.2 | Initiative Generationenkontakt | 78 |
| 6.2.1 | Einbindungs- und Bewertungsmöglichkeiten | 80 |
| 6.2.2 | Altersgerechte Produktmesse (ALTPRO) | 81 |
| 6.2.3 | Studenten Scouts | 82 |
| 6.3 | Zusammenfassung und Fazit | 83 |
| 7. | Marktüberblick | 85 |
| 7.1 | Übersichtstabelle | 86 |
| 7.1.1 | Generation Research Program (GRP) | 87 |
| 7.1.2 | Senior Research Group (SRG) | 88 |
| 7.1.3 | Seniorengerechte Technik im häuslichen Gebrauch (sentha) | 88 |
| 7.1.4 | Meyer-Hentschel Institut | 89 |
| 7.1.5 | TÜV | 89 |
| 7.1.6 | Stiftung Warentest | 89 |
| 7.1.7 | Öko-Test | 90 |
| 7.1.8 | VWI Hochschulgruppe München e.V. | 90 |
| 7.1.9 | Senioren-Net | 91 |
| 7.1.10 | Webtreff für Best Ager | 91 |
| 7.1.11 | Bayerische Senioren Netz Forum e. V. (BSNF) | 92 |
| 7.1.12 | A.G.E - Agentur für Seniorenmarketing | 92 |
| 7.1.13 | Deutscher Seniorenring e.V. | 92 |
| 7.1.14 | BAGSO | 93 |
| 7.1.15 | Bundesministerium | 93 |
| 8. | Schlusswort | 94 |
| Anhänge | 97 | |
| Tabellen | 97 | |
| Abbildungen | 101 | |
| Quellenverzeichnis | 106 | |
| Literatur | 106 | |
| Broschüren, Zeitschriften, Artikel | 107 | |
| Internet | 109 | |
| Gespräche, Telefonate | 113 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 114 |
Kapitel 2.2: Die Lebenserwartung der Menschen steigt von Jahr zu Jahr an. Dies resultiert hauptsächlich aus verbesserten Umweltbedingungen; durch Fortschritte im Gesundheitswesen, Hygiene, Ernährung, Wohnsituation und Arbeitsbedingungen sowie des gestiegenen materiellen Wohlstands. Folglich nahm das Sterblichkeitsniveau der Menschen in Deutschland in den letzten 100 Jahren spürbar ab.
Bei der Lebenserwartung wird einerseits zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung und andererseits zwischen der ferneren Lebenserwartung unterschieden. Die durchschnittliche Lebenserwartung gibt an, wie viele Lebensjahre ein neugeborenes Kind zu erwarten hat, wenn das derzeitige Sterberisiko der Bevölkerung in den einzelnen Altersjahren während seines ganzen Lebens erhalten bliebe. Die fernere Lebenserwartung dagegen gibt an, wie viele weitere Lebensjahre eine Person, die bereits ein bestimmtes Alter erreicht hat, noch zu erwarten hat. Es handelt sich dabei um eine angenommene Kennziffer, da sich die Sterbeverhältnisse im Laufe des weiteren Lebens ändern könnten.
Die Lebenserwartung kann aus der sogenannten „Sterbetafel“ entnommen werden. Gemäß der letzten Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes von 2002 / 2004 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen für Männer 75,89 Jahre und für Frauen 81,55 Jahre. Unter dem Gesichtspunkt „50 plus“ hat demnach ein heute 50-jähriger Mann noch eine fernere Lebenserwartung von weiteren 28,32 Jahren. Frauen haben generell eine höhere Lebenserwartung als Männer, somit kann eine 50-jährige Frau im Durchschnitt noch von weiteren 33,04 Lebensjahren ausgehen.
Bei einem Blick auf die bisherige Entwicklung in Deutschland und der Lebenserwartung in anderen entwickelten Staaten der Welt kann angenommen werden, dass weitere Verbesserungen in der medizinischen und sozialen Versorgung der Bevölkerung und gesundheitsbewusste Lebensweisen künftig in Deutschland zu einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung führen. Je nach Berechnungsmodell und dessen unterschiedlichen zu Grunde liegenden Annahmen über die weitere Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahre 2050 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung für Neugeborene dann zwischen vier und acht Jahre mehr als bisher und auch die fernere Lebenserwartung für 60-jährige liegt dann drei bis sechs Jahre höher als heute.
Das ebenfalls aus dem Griechischen stammende Wort „physiologisch“ bedeutet soviel wie "natürlich" oder "den normalen Lebensvorgängen entsprechend". Die normalen Abläufe und Körperfunktionen des menschlichen Organismus kann man daher auch als physiologische Vorgänge bezeichnen. 7 Der biologische Alterungsprozess lässt sich nun mal nicht aufhalten; auch Anti-Aging hat seine Grenzen. Die mit dem Alter eintretenden physischen Veränderungen werden nun, um sie besser abhandeln zu können, unterteilt in drei Gruppen: Sehen, Hören, Kraft und Beweglichkeit. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass aufgrund der enormen Anzahl der Best Ager (30,6 Millionen Menschen in Deutschland) große Unterschiede zwischen den einzelnen Personen zu beobachten sind. Es kann durchaus sein, dass eine Person mit 70 Jahren besser hört, sieht und mehr Kraft sowie Beweglichkeit besitzt, als Gleichaltrige oder eben jüngere Personen. Somit gelten nachfolgende fundierte Informationen als nützliche Durchschnittsbetrachtungen. 8 [...]
Es ist in der vorangegangenen Darstellung zu erkennen, dass während die „fluide Intelligenz“ nach einem Höhepunkt im Alter wieder abnimmt (rote Kurve), die kristalline Intelligenz (schwarze Kurve) konstant bleibt bzw. weiter wächst. Aus psychischer Betrachtungsweise bedeutet Älterwerden somit nicht nur Abnahme und Defizite, sondern auch Gewinn und Zunahme. Bezüglich der psychischen Veränderungen ist festzuhalten, dass aufgrund der anderen bzw. der nachlassenden Informationsverarbeitung dieser Umstand bei der Entwicklung neuer Produkte (Technologien) berücksichtigt werden muss. Viele ältere Menschen haben Probleme beim Umgang mit neuen Technologien (siehe hierzu Kapitel 4.4.1). So müssen beispielsweise Menüführungen entwickelt werden, welche nicht durch Komplexität geprägt sind, sondern berücksichtigen, welche zusätzlichen Informationen sucht beziehungsweise benötigt der Mensch (Kunde) in welcher Situation und in welcher Reihenfolge. Es müssen also Kontextabhängige Informationshierarchien geschaffen werden. Aufgrund der langsameren Informationsverarbeitung muss Best Agern die Möglichkeit gegeben werden, ihr Tempo selbst bestimmen zu können. Dieser Aspekt muss auch bei Weiterbildungsangeboten für ältere Menschen berücksichtigt werden. Ebenso sollten Informationen auch strukturiert sein, Zusammenfassungen müssen geboten werden, ebenso müssen Informationen für das bessere Verständnis – gerade bei neuen Technologien – durch Illustrationen ergänzt und dadurch vereinfacht werden. [...]
Überspitzt ausgedrückt altert der Mensch ab dem Tage seiner Geburt. „Altern“ bedeutet also ständige Veränderung, sowohl geistig als auch körperlich. Nun ist es aber in Frage zu stellen, ob die mit dem Alter eintretenden psychischen Veränderungen ab einen gewissen Lebensalter aufgrund von Abbau und Verlusten ebenso negativ zu bewerten sind, wie dies weitgehend in biologischer Hinsicht (Sehen, Hören, Kraft und Beweglichkeit) der Fall ist. Das aus dem Griechischen stammende Wort „psychisch“ bedeutet allgemein „geistig, seelisch“ und beschreibt das System des menschlichen Wahrnehmens und Denkens. 1 Um die psychischen Veränderungen, die durch das Alter zu Tage treten, darstellen zu können, bedient man sich dem sogenannten „Zwei Faktoren Modell der Intelligenz“. Es wird dabei zwischen der „kristallinen Intelligenz“ und der „fluiden Intelligenz“ unterschieden. Unter Intelligenz versteht man die Fähigkeit, die Anforderungen der Umwelt durch Einsicht (Denken) zu bewältigen. 2 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832499488
Arbeit zitieren:
Schittler, Robert Juli 2006: Zielgruppenanalyse und Produktadaption im Wachstumsmarkt 'Alter', Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Best Ager, Seniorenmarketing, Produktentwicklung, Zielgruppe, Dienstleistung



