Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Zeitmanagement und Arbeitsökonomie bei der Planung von Unterricht in der Sekundarstufe II

Folgerungen aus der Referendarstätigkeit und aus Befragungen praktizierender Lehrkräfte der Robert-Schuman-Gesamtschule, Willich, für das eigene Vorbereitungsverhalten und die Gestaltung von Unterricht

Zeitmanagement und Arbeitsökonomie bei der Planung von Unterricht in der Sekundarstufe II
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Christian Hansmeyer
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 66 Seiten
  • Dateigröße: 347,3 KB
  • Note: 3,3
  • Institution / Hochschule: Studienseminar SII Krefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8585-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8585-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8585-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hansmeyer, Christian Mai 2004: Zeitmanagement und Arbeitsökonomie bei der Planung von Unterricht in der Sekundarstufe II, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Zeitökonomie, Didaktik, Pädagogik, Unterrichtsplanung, Arbeitszeit

Staatsexamensarbeit von Christian Hansmeyer

Einleitung:

Die Planung des Unterrichts stellt eine der Hauptaufgaben im Lehrerberuf dar. Schon im Referendariat wird sehr schnell deutlich, daß die Unterrichtsvorbereitung den größten Teil der täglichen Arbeitszeit außerhalb des Klassenzimmers einnehmen könnte, nicht selten sogar große Teile des verbleibenden Tages. Es stellt sich die Frage nach einer geschickten zeitlichen und arbeitsökonomischen Einteilung der Vorbereitung auf die eigenen Stunden unter Beibehaltung der angemessenen Qualität. Diese Eindrücke aus der eigenen Referendarstätigkeit sowie die anderer Referendare stellen die Motivation zu dieser Arbeit dar.

Diese Arbeit soll untersuchen, in welcher Weise Unterricht in der Sekundarstufe II zeit- und arbeitsökonomisch geplant werden kann. Zu verschiedenen Thesen wurde eine Umfrage unter Lehrkräften der Robert-Schuman-Gesamtschule (Willich) durchgeführt, die einerseits zeigen soll, wie das Vorbereitungsverhalten dieser Lehrer ist und welche Erfahrungen sie während ihrer Laufbahn in bezug auf Unterrichtsvorbereitung gemacht und andererseits welche Schlüsse sie für sich daraus gezogen haben, die auch für andere Lehrkräfte nützlich sein können. Diese Folgerungen sollen Hilfen zu einem besseren Vorbereitungsverhalten und einer verbesserten Unterrichtsgestaltung darstellen. Sämtliche Ergebnisse in dieser Untersuchung sind auf die Schulform „Gesamtschule“ zu beziehen.

Der Hauptteil der theoretischen Reflektion befindet sich am Ende dieser Arbeit, um nicht wichtige Ergebnisse vorwegzunehmen und um eine Einordnung derselben seitens der Erziehungswissenschaft zu ermöglichen.

Das Thema nimmt Bezug auf die Lehrerfunktion Verwalten und Organisieren (Planung von Unterricht). Zudem soll gezeigt werden, inwiefern sich eine gute Vorbereitung positiv auf die Umsetzung, das Unterrichten selbst, auswirkt.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde bei Personen bzw. Berufsgruppen die männliche Form gewählt. Grundsätzlich werden dadurch Personen beiderlei Geschlechts angesprochen.

Die Lehrerarbeit besteht aus vielen Arbeitsfeldern, von denen das Unterrichten den Hauptteil darstellt. Allgemein gibt es im Lehreralltag viel Arbeit, die getan werden muß und die nicht selten unter hohem Druck stattfindet. Berufanfänger stellen sich oft die Frage, ob insbesondere bei der Planung von Unterricht, die oft sehr viel Zeit verschlingt, neben Erfahrungswerten, resultierend aus jahrelanger Berufstätigkeit, irgendwelche „Abkürzungen“ möglich sind, die jedoch nicht die Qualität von Unterricht und Unterrichtsvorbereitung verringern; ob es sogar Strategien gibt, die gleichzeitig Aufwand und Vorbereitungszeit verkleinern und die Qualität des eigenen Schaffens erhöhen?

Dabei besitzen Lehrer gewisse Freiheiten, die sich jedoch manchmal auch als problematisch erweisen. Einerseits sind Lehrer „im Aufbau der Unterrichtsstunde, in der Methode und Zielsetzung“ völlig frei (Kober/Rössner, S. 6) und „können sich ihre Zeit freier einteilen als Angestellte in der Wirtschaft. Dennoch oder gerade deshalb geraten sie häufig in Zeitnot“ (Immel, Susanne, in: „Interview“, aus: Eigenverantwortlicher Unterricht [Internet]).

Zu Beginn der praktischen Berufstätigkeit ist es schwer, sich sowohl die Zeit für Unterrichtsvorbereitung sinnvoll einzuteilen, als auch eine angemessene Qualität derselben zu erreichen. Viele Referendare stehen irgendwann vor der Situation, täglich bis tief in die Nacht vornehmlich ihren Unterricht vorzubereiten und nicht selten trotzdem mit dem erreichten Ergebnis unzufrieden zu sein. Die Folgen sind ein Gefühl der Überforderung, Schlafmangel und eine unkonzentrierte Stunde. Die Alternative dazu scheint zu sein, rechtzeitig zu Bett zu gehen mit dem schlechten Gewissen, lücken- oder mangelhaft vorbereitet zu sein.

Gemäß OVP sind Referendare angehalten, von zwölf Wochenstunden acht Stunden zu unterrichten (BdU, Ausbildungsunterricht) und vier weitere Stunden zu unterrichten oder zu hospitieren. Bis zum dritten Ausbildungshalbjahr haben die meisten Referendare phasenweise maximal zwölf oder geringfügig mehr Stunden gegeben und können sich nicht vorstellen, wie es allein aus Gründen der Unterrichtsvorbereitung möglich sein soll, jemals mehr Stunden zu geben, bzw. Vollzeit zu arbeiten (d.h. ca. 26 Wochenstunden).

Dies kommentieren Fagaschewski und Schröder mit dem halbernsten Hinweis: „Bis jetzt haben sie 20 Stunden gebraucht, um 45 Minuten vorzubereiten. Ab jetzt werden sie in 45 Minuten 20 Unterrichtsstunden vorbereiten.“ (S. 3) Trotz der überspitzten Formulierung kommt die Frage auf, wie die Vorbereitung bei einer solchen Stundenzahl möglich ist, bzw. aussehen soll, ohne daß ein gravierender Qualitätsverlust stattfindet und der Lehrer übermäßiger Arbeitslast und Streßzuständen ausgesetzt ist.

Ein weiteres Bonmot, das in Lehrerzimmern kursiert, lautet: „Autodidaktik ist, wenn man sich die Stunden im Auto auf der Fahrt zur Schule plant; Schwellendidaktik ist, wenn die Vorbereitung zwischen Türschwelle zum Klassenzimmer und Pult stattfindet.“ (vgl. Böhmann, S. 11). Auch hier stellt sich die Frage: Ist ein solches Verhalten Alltag? Ist jeder Lehrer, sei er auch noch so fleißig, intelligent und erfahren, bei einer entsprechenden Stundenzahl zu solch einer Verfahrensweise ganz oder teilweise genötigt? Wie ist eine angemessene Unterrichtsplanung realisierbar?

Die nachfolgende Untersuchung und die angeführte Befragung der Lehrer der Willicher Gesamtschule sollen Antworten geben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Motivationen und Begriffe 4
2.1 Problemstellung und Eindrücke aus der Referendarstätigkeit 4
2.2 Definitionen 5
3. Befragung der Referendare 7
3.1 Auswertung der quantitativen Fragen 7
3.2 Auswertung der qualitativen Frage zur Änderung des Vorbereitungsverhaltens 10
4. Konzeption und Vorgehensweise bei der Befragung der Lehrer 12
5. Auswertung 14
5.1 Auswertung der Fragebögen 14
5.1.1 Direkte Ergebnisse 14
5.1.2 Bezug ermittelter Resultate untereinander 24
5.1.3 Vergleich der Vorbereitungszeiten von befragten Referendaren und Lehrern 25
5.2 Statistische Erhebungen 26
5.2.1 Arbeitszeit von Lehrern 26
5.2.2 Belastungsempfinden 27
5.2.3 Auswahl von Materialien für den Unterricht 28
6. Theoretische Ergänzungen 28
6.1 Aspekte zur arbeitsökonomischen Unterrichtsvorbereitung 28
6.2 Langfristige Unterrichtsplanung 30
7. Abschlußreflektion 31
8. Literaturliste 33
9. Anhang i

Automatisiert erstellter Textauszug:

Dreimal wurden genannt: Lehrerpersönlichkeit finden: Der eigene Unterrichtsstil soll mit der Zeit gefunden werden. Man darf sich beim Unterrichten selbst nicht zu ernst nehmen, sollte die Dinge locker nehmen und angehen und stets man selbst sein. 5 Vorbereitungszeit festlegen: Man sollte Überlegungen zum Zeitbedarf der Planung anstellen, um sich nicht an unwichtigen Dingen zu verausgaben, sich ausgeruht vorbereiten und ein Zeitlimit für die Vorbereitung pro Lerngruppe setzen. Je zwei Nennungen erhielt das Thema Methodenfindung. Sollten sich Methoden oder Materialien als ungeeignet erweisen, werden sie aussortiert und für die künftige 10 Behandlung eines Stoffes nach Variationen bzw. Ersatz gesucht. Ferner sollten viele Phasen zum selbständigen Arbeiten in Partner- und Gruppenarbeit eingeplant werden. Weitere Nennungen: 15 aktuelle Veröffentlichungen verfolgen keine Kosten für gutes Material scheuen Didaktische Reduktion: auf Erfahrungswerte anderer zurückgreifen, um die Stoffülle auf das Wesentliche zu reduzieren Stoffsicherheit: Stoffsicherheit bringt Unterrichtssicherheit. [...]

Den eben genannten drei Punkten stimmen Bovet/Huwendieck zu und bemerken: „Es gibt einen Perfektionsanspruch an Planung, der sich kontraproduktiv zu lebendigem Unterricht auswirken kann, weil er Spontaneität und Flexibilität behindert. „Starre Planung und 20 Planlosigkeit sind gleichermaßen unbrauchbar.“1 Vernünftige Planung kann die eigene Sicherheit erhöhen und so auch Räume für spontane Veränderungen eröffnen. Planung ist wichtig, aber Präsenz und Offenheit in der konkreten Situation sind oft noch wichtiger“ (S. 20). Vier Nennungen bekamen die Punkte: 25 Ordnungssystem entwickeln: Man sollte sein Material regelmäßig bzw. sofort sortieren und archivieren. Ebenso sollte man ein gutes Ordnungs- bzw. Ablagesystem besitzen und konsequent alles sinnvoll abheften. Somit werden die Unterrichtsreihen für die nächsten Jahre dokumentiert. 30 Ziele festlegen: Es sollten früh die Ziele und Gegenstände des Unterrichts definiert werden. Stundenziele sollten genau formuliert und sich während der Stunde eine Offenheit dafür bewahrt werden. Dabei sollte vermieden werden, lange und zeitaufwendig alternative Gegenstände abzuwägen. Relevante Fragen sind: „Worauf will ich hinaus?“ (z.B. auf eine Kursarbeit oder Klausur). [...]

Ebenso direkt mit der Unterrichtsplanung hat die Materialsuche für den Unterricht (3.) zu tun. Sie ist hiernach noch zeitintensiver als die Reihenplanung selbst. Somit ist auch Hypothese 2 bestätigt. Auf den hinteren Plätzen befinden sich diejenigen Punkte, die weniger mit Planen und 5 Unterrichten zu tun haben (s. Rang 6. bis 9.). Hier zeigt sich, daß Unterrichten immer noch im Zentrum der Lehrerarbeit liegt. Andere Aufgaben scheinen immer mehr zu werden und immer mehr Zeit zu benötigen. Jedoch zeigen auch die vorderen Ränge mit Bezug zur Planung, daß die unterrichtliche Arbeit und deren Planung den Hauptteil der Lehrerarbeit darstellt. 10 Ferner werden als wichtige Punkte ([10]: andere Tätigkeit) angegeben: 15 Konferenzen und Dienstbesprechungen Experimente aufbauen (naturwissenschaftliches Fach) Beratungslehrertätigkeit in der Gymnasialen Oberstufe/Mittelstufe Materialeinkauf für die Praxis (Kunst) Zusatzpflichten (schulische Posten). [...]

Arbeit zitieren:
Hansmeyer, Christian Mai 2004: Zeitmanagement und Arbeitsökonomie bei der Planung von Unterricht in der Sekundarstufe II, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Zeitökonomie, Didaktik, Pädagogik, Unterrichtsplanung, Arbeitszeit

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren