Das Wundmanagement in der häuslichen Krankenpflege
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heike Lübke
- Abgabedatum: Dezember 2004
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 361,9 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8807-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8807-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8807-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lübke, Heike Dezember 2004: Das Wundmanagement in der häuslichen Krankenpflege, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wundmanager, Integrierte Versorgung, Qualitätssicherungsinstrumente, Fortbildung, Dekubitus
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Diplomarbeit von Heike Lübke
Einleitung:
Wachsende Finanzierungsprobleme der Gesetzlichen Krankenversicherungen und der Einführung neuer Versorgungsformen machen es notwendig, neue Konzepte auch in der Häuslichen Krankenpflege zu entwickeln.
Einen weiteren wichtigen Faktor stellt die Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland mit einem relativ hohen Anteil älterer Menschen, bei insgesamt steigenden Lebenserwartungen, dar. Chronischen Erkrankungen, d.h. lebens-begleitende Erkrankungen werden daher zu nehmen. Das Ziel der Behandlung ist manchmal nicht die Heilung, sondern ein erträgliches Leben mit der Erkrankung zu führen. In diesem Zusammenhang darf die wachsende Nachfrage nach Pflege- und Behandlungsleistungen nicht übersehen werden.
Die Entwicklung des Konsumentenverhaltens – steigende Ansprüche an Dienstleistungsangebote - und die Entwicklung der Märkte – zunehmende Konkurrenz, Globalisierung – machen es außerdem notwendig, neue Modelle zu entwickeln, um sich von anderen Pflegediensten abzugrenzen und die künftige Auftragslage zu sichern. Nicht zuletzt werden Krankenhäuser „... unter dem Druck der Ökonomisierung der Patientenversorgung, dem drohenden Bettenabbau und dem wachsenden Spezialisierungswettbewerb strategische Anstrengungen unternehmen, neben der Erhöhung der Fall-Durchlaufzahlen und der internen Steuerung des Case Mix, auf den ambulanten Versorgungsmarkt vorzudringen, um dort neue Geschäftsfelder und Finanzierungschancen zu erschließen. Dabei steht die Sicherung der gezielten Zuweisung der Patienten ins Krankenhaus im Mittelpunkt der strategischen Überlegungen, um gleichsam als Systemmanager auch die Gesamtverantwortung für die Nachsorge der Patienten zu übernehmen. Die ambulanten Pflegedienste, aber auch die Einrichtungen der Tages-, Kurz- und vollstationären Pflege, geraten dadurch in einen massiven Verdrängungswettbewerb, wenn Krankenhäuser beginnen, den traditionellen Versorgungsmarkt der Pflege zu deregulieren.“ Die Anforderungen an die Pflegekräfte, gekoppelt mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, werden bedingt durch diese genannten Faktoren steigen.
Eine Literaturanalyse des Instituts für angewandte Pflegeforschung zum Thema „Auswirkungen gesundheitspolitischer Maßnahmen auf die ambulante Pflege in Deutschland“ kam zu der Schlussfolgerung, „... dass ambulante Pflegedienste von der Entwicklung im Gesundheitswesen profitieren können. Sie können eine entscheidende Rolle in der ambulanten Versorgung einnehmen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass chronisch Kranke und jüngere Menschen mit erhöhten therapeutischen Bedarfen, die zunehmend die Klientel im ambulanten Bereich bestimmen werden, einer Betreuung, Pflege und Versorgung zu Hause bedürfen, dass die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten darin liegen, dass neue Aufgaben-, Tätigkeits- und Verantwortungsgebiete beansprucht werden können – die Betätigungsfelder können sich ausweiten.“ Partner im Wundmanagement und an der Koordination und Versorgung chronischer Wunden beteiligt zu sein, stellt für die „Häusliche Krankenpflege“ ein entsprechendes innovatives Dienstleistungsangebot dar. Chronische Wunden bedeuten für jeden Patienten eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität, körperliche Schmerzen und eine allgemeine Immobilität. Eine stadiengerechte, differenzierte, abgestimmte, gezielte Wundbehandlung, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und in Abstimmung mit den an der Versorgung beteiligten Partnern, wie z.B. Ärzten, Krankenhäusern u.s.w., unterstützen optimal den Wundheilungsprozess.
Zur Versorgung von Wunden bieten sich z.B. Hydrokolloidverbände an. Sie unterstützen, fördern und versprechen eine kürzere Behandlungsdauer.
Der Vorteil für Pflegende und insbesondere für Patienten ist offensichtlich:
- weniger Schmerzen.
- kürzere Behandlungsdauer.
- kürzere Pflegezeiten.
- geringere Belastung von Pflegekräften und Ärzten.
- sinkende Personalkosten.
- sinkende Materialkosten.
Die Versorgung chronischer Wunden wird an Bedeutung in der ambulanten Versorgung gewinnen, denn „über zehn Prozent der verordneten Leistungen in der Häuslichen Krankenpflege beziehen sich auf die Versorgung von chronischen Wunden.“ Zahlreiche Studien haben sich in den letzten Jahren mit den entstandenen Kosten der Chronischen Wunde und speziell mit dem Krankheitsbild Dekubitus beschäftigt. „Heute kann davon ausgegangen werden, dass in der Bundesrepublik Deutschland schätzungsweise 1,2 Millionen Dekubitusfälle existieren. Die dadurch entstehenden Kosten belaufen sich auf rund 1,5 bis 3,0 Milliarden Euro.“ Deshalb müssen Pflegekräfte fachliches Wissen zur Prophylaxe, Einschätzung des Risikos und Versorgung des Krankheitsbildes Dekubitus aufbringen und warum nicht spezialisieren?
„Gerade die Dekubitusproblematik ist eine solche elementare pflegerische Frage. Das Recht der Pflegenden zur pflegerischen Entscheidung wird uns eine höhere Berufszufriedenheit geben und trägt dazu bei, unsere berufliche Kompetenz systematisch zu erweitern.“ Problemstellung:
Ziel dieser Arbeit ist es, das Wundmanagement am Beispiel in seiner Komplexität darzustellen und zu erläutern. Qualitätssicherungsinstrumente vorzustellen, die einer Vereinheitlichung und Vereinfachung im integrierten Wundmanagement dienen und welche vertraglichen Formen der Integration für Pflegedienste existieren.
Im zweiten Teil dieser Arbeit soll durch eine Befragung von tätigen Fachpflegekräften in Häuslichen Krankenpflegen vermittelt werden, inwieweit Pflegekräfte sich mit dem Krankheitsbild des Dekubitus fachlich auseinandergesetzt haben. Hat sich ein integriertes Wundmanagement in der Häuslichen Krankenpflege bereits etabliert, und welche Qualitätssicherungsmaßnahmen bestehen bereits?
Zusammenfassend gesagt: Welche Probleme müssen derzeit noch bewältigt werden, um die Professionalisierung der Pflege im Hinblick auf neue ambulante Versorgungsformen voranzutreiben?
Gang der Untersuchung:
Die folgende Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil beschäftigt sich mit einer theoretischen Vorbetrachtung in bezüglich der Kosten, Kooperationen und Qualitätssicherungsinstrumente der ambulanten Pflegedienste zum Thema „Das Wundmanagement in der Häuslichen Krankenpflege“. Am Krankheitsbild des Dekubitus werden im ersten Teil dieser Arbeit dargelegt:
- Instrumente die zur Verbesserung der Kommunikation und Kooperation im Versorgungssystem Wundmanagement für die Implementierung in der Häuslichen Krankenpflege notwendig sind.
- Möglichkeiten, die Pflegende haben, sich im Bereich des Wundmanagements zu professionalisieren.
- Die Wichtigkeit der Aktualisierung neuester wissenschaftlicher Kenntnisse beim Pflegepersonal.
- Herausgestellt werden soll die Bedeutung einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Leistungserbringern und.
- welche Möglichkeit der Gesetzgeber geschaffen hat, Kooperationsbeziehungen einzugehen um Versorgungsbrüche zu vermeiden.
Der ökonomische Aspekt, der - durch eine optimale Prozesssteuerung volkswirtschaftlich betrachtet - von Nutzen ist.
Der zweite Teil dieser Arbeit stellt Ergebnisse einer Befragung von Mitarbeitern Häuslicher Krankenpflegen zum Thema Wundmanagement in Berlin vor. Beginnend mit der Einleitung im ersten Kapitel erfolgt eine problematische Skizzierung der gegenwärtigen Situation.
Das nachfolgende zweite Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen dieser Arbeit, d.h. es werden alle notwendigen Arbeitsschritte, die das Entstehen dieser Arbeit ermöglichten, dargestellt und beschrieben.
Im dritten Kapitel wird auf die derzeitige Problematik der Versorgung chronischer Wunden, speziell auf das Krankheitsbild des Dekubitus eingegangen.
Die Kostenproblematik wird den Schwerpunkt des vierten Kapitels bilden. Anschließend werden im fünften Kapitel relevante Versorgungsformen speziell für ambulante Dienste näher dargestellt.
Mit der Fragestellung - Strukturierte Behandlungsprogramme auch für chronische Wunden - befasst sich das sechste Kapitel anhand der zu berücksichtigen Kriterien des §137 SGB V.
Um Kooperationen mit verschiedenen Leistungserbringern einzugehen, ist die Etablierung bestimmter Qualitätsinstrumente Bedingung. Im siebenten Kapitel werden die Notwendigkeit der Vereinheitlichung und rechtliche Aspekte dieser Qualitätssicherungsinstrumente beschrieben.
Im achten Kapitel werden die Ergebnisse der Befragung in Berlin vorgestellt. Wie setzt sich die Häusliche Krankenpflege derzeit mit der Versorgung chronischer Wunden auseinander? Die kritische Diskussion der gewonnenen Ergebnisse ist der Schwerpunkt des neunten Kapitels.
Im zehnten Kapitel und damit vorletztem, werden die Ergebnisse der gesamten Arbeit zusammenfassend dargestellt.
Mit einem zukunftsweisenden Ausblick im elften Kapitel, soll diese Arbeit geschlossen werden.
Im Anhang dieser Arbeit werden Abbildungen, Tabellen und der verwendete Fragebogen dieser Arbeit beigelegt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 1.2 | Zielstellung | 6 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 7 |
| 2. | Methodisches Vorgehen | 9 |
| 2.1 | Literaturauswahl | 9 |
| 2.2 | Entwicklung des Fragebogens | 9 |
| 2.3 | Auswahl und Durchführung | 11 |
| 2.4 | Auswertung des Fragebogens | 12 |
| 2.5 | Pretest | 13 |
| 3. | Problemsichtung | 14 |
| 4. | Kostenvorteil der modernen Wundversorgung | 17 |
| 4.1 | Kosten für Personal und Material | 17 |
| 4.2 | Promogran-Studie | 20 |
| 5. | Integrierte Versorgung | 21 |
| 5.1 | Vertragspartner | 21 |
| 5.2 | Vergütungsform | 22 |
| 5.3 | Vorteile der integrierten Versorgung | 23 |
| 5.4 | Nachteile der integrierten Versorgung | 24 |
| 5.5 | Vertragsformen der Integrierten Versorgung für einen Pflegedienst | 25 |
| 6. | Strukturierte Behandlungsprogramme für chronische Wunden | 28 |
| 7. | Das Wundmanagement am Beispiel des Dekubitalulcera | 30 |
| 7.1 | Definition, Entstehung und Prophylaxe des Dekubitus | 30 |
| 7.2 | Der Wundmanager als wichtigstes Bindeglied | 32 |
| 7.3 | Leitlinien | 35 |
| 7.4 | Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe | 37 |
| 7.5 | Dokumentation | 41 |
| 7.6 | Die Pflegevisite | 45 |
| 7.7 | Die Pflegeüberleitung | 48 |
| 8. | Darstellung der Ergebnisse | 52 |
| 8.1 | Zusammensetzung der Stichprobe | 52 |
| 8.2 | Gehäufte Wundarten und Versorgung | 55 |
| 8.3 | Wundmanager | 57 |
| 8.4 | Partner | 58 |
| 8.5 | Qualitätssicherungsinstrumente | 59 |
| 8.6 | Fachliches Wissen zum Krankheitsbild Dekubitus | 63 |
| 8.7 | Weiter- und Fortbildungen | 65 |
| 8.8 | Zeitrahmen und Finanzierung | 66 |
| 8.9 | Forderungen | 68 |
| 9. | Diskussion der Ergebnisse | 69 |
| 10. | Zusammenfassung | 73 |
| 12. | Literaturverzeichnis | 76 |
| 13. | Anhang | 80 |
| 13.1 | Abbildungsverzeichnis | 80 |
| 13.2 | Abkürzungsverzeichnis | 81 |
| 13.3 | Glossar | 82 |
| 13.4 | Fragebogen | 85 |
Die Pflegevisite soll in erster Linie dazu dienen, die direkte Pflege am Patienten zu überprüfen, Schwachstellen der Organisation aufdecken und eine Möglichkeit der Beurteilung des Mitarbeiters geben. Unbestritten ist in der Literatur, dass Pflegevisiten regelmäßig stattfinden müssen. „Uneinheitlich ist jedoch die Vorstellung zur Häufigkeit.“ (Hallensleben, J., S. 50, 2004) Zur Versorgung chronischer Wunden werden in der Literatur zur Pflegevisite keine Aussagen getätigt. Da die Behandlungspflege von den Kassen nur bis zu vier Wochen genehmigt wird und eine Verlängerung nur in Ausnahmenfällen bewilligt10 wird, ist es sicherlich zu überlegen, ob hier überhaupt eine Pflegevisite innerhalb der ersten vier Wochen durchzuführen ist. Anders sieht es bei Patienten, die eine Pflegestufe besitzen, aus. Hier wäre es sinnvoll ein Intervall von einem bis zwei Monate festzulegen. Natürlich muss bei Bedarfanmeldung seitens des Patienten oder der Pflegekraft, jederzeit die Möglichkeit bestehen, eine Pflegevisite durchzuführen. Zunächst sollte einmal die Ausrichtung der Pflegevisite überdacht werden. Wozu soll die Pflegevisite dienen? Welchen Schwerpunkt soll sie haben? Das Thema der nächsten Pflegevisite könnte lauten: [...]
Akteuren gemeinsame Ziele festzulegen und über eine bestimmte Zeitspanne oder den gesamten Betreuungsverlauf hinweg die Koordination der Versorgung eines Patienten sicherzustellen.“ (Wirnitzer, B., S. 334, 2002) Das Ziel, die Versorgungskette zu schließen, die Versorgungsqualität zu steigern und die Kosten zu senken, kann nur durch ein multidisziplinäres, abgestimmtes und kooperatives Vorgehen aller beteiligten Leistungserbringer erreicht werden. Die Implementierung einheitlicher Vernetzungsinstrumente zur Verbesserung der Kommunikation und Kooperation ist ein wichtiger Schritt. Der Case Manager mit dem Schwerpunkt Versorgung chronischer Wunden besitzt zudem Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit chronischen Wunden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Beides gekoppelt „soll eine deutlich erweiterte Sicht über das persönliche Arbeitsfeld hinaus erhalten, den Einfluss der verschiedenen Aspekte auf chronische Wunden erkennen und entsprechende Handlungsschritte unter Einbeziehung des Betroffenen und seines sozialen Umfeldes planen und umsetzen.“ (Lückhoff, F., S. 14, o. J.) [...]
stationären Sektor dienen oft als Versorgungsbruch und lassen den Patienten mit seiner Krankheit allein und hilflos. DM-Programme innerhalb der integrierten Versorgung zu vereinen, kann ein zukünftiger Ansatz sein um Prozesse der Versorgung optimal sektorenübergreifend steuern zu können. Die Anwendung einheitlicher Therapiekonzepte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist nicht immer gewährleistet - sei es aus Angst vor Budgetüberschreitungen durch den Arzt, ein „nicht besser wissen“ oder unsicherheit in der Anwendung. Es gibt in der Anwendung von evidenzbasierten Leitlinien leider kein Konsens. Viele Fachgesellschaften entwickeln Leitlinien und wie sie meinen Evidenzbasiert. Welche Leitlinie zur Versorgung der Patienten angewandt wird, bedarf einer Abstimmung und Prüfung des aktuellen wissenschaftlichen Standes. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488079
Arbeit zitieren:
Lübke, Heike Dezember 2004: Das Wundmanagement in der häuslichen Krankenpflege, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wundmanager, Integrierte Versorgung, Qualitätssicherungsinstrumente, Fortbildung, Dekubitus




