Wortbildung in Yoruba und im Deutschen
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Ezekiel Oludare Olagunju
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 917,7 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5861-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5861-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5861-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Olagunju, Ezekiel Oludare Juni 2001: Wortbildung in Yoruba und im Deutschen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Komposition, Derivation, Präfix-Suffix-Bildungen, Verdopplung, Ideophone
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Magisterarbeit von Ezekiel Oludare Olagunju
Einleitung:
Unter Wortbildung versteht man die Gesamtheit der Verfahren, mittels derer in einer Sprache neue Wörter auf der Basis schon vorhandener Wörter gebildet werden. Neue Wörter werden gebildet, weil sie gebraucht werden, um neue Inhalte - neue Dinge, Maschinen, Sachverhalte, Begriffe - zu benennen oder um vorhandene Bezeichnungen zu konkretisieren. Das geschieht dadurch, dass einzelne Wörter zu neuen komplexen Wörtern zusammengefügt oder dass einzelne Wörter durch grammatische Mittel zu neuen umgeformt werden.
Hinsichtlich der Definition der Wortbildung ergibt sich aus den Untersuchungen von Henzen, Erben, Kim, Gyung-Uk, Lewandowski, Olsen und Fleischer/Barz die gemeinsame Feststellung, dass sich Wortbildung mit der Bildung neuer Wörter mit Hilfe des vorhandenen Sprachmaterials befasst. Wortbildung beschäftigt sich sowohl mit der Bildung neuer sekundärer Wörter als auch mit der strukturellen Analyse usueller Wörter.
Als Prinzipien der Wortbildung kommen folgende Verfahren in Frage:
Affigierung: Das neue Wort entsteht dadurch, dass schon vorhandenen Wörtern (Grundwörtern, Stämmen, Wurzeln) gebundene (unselbständige) Morpheme (Affixe) hinzugefügt werden. Die Affixe teilt man nach ihrer Stellung ein: Dem Grundwort vorangestellte Affixe heißen Präfixe ( lat. Praefixum „das vorn Angeheftete“). Dem Grundwort nachgestellte Affixe heißen Suffixe ( lat. Suffixum „das an oder unter etwas Geheftete“). Außerdem gibt es noch das in das Grundwort eingeschobene Infix ( lat. Infixum „das Hineingesteckte“).
Reduplikation: Unter Reduplikation versteht man die partielle oder vollständige Wiederholung eines Elementes (Stamm, Wurzel, Wort), wobei der Lautbestand abgeändert werden kann.
Zusammensetzung: Bei der Zusammensetzung werden zwei selbständige Lexeme zu einem neuen Wort zusammengefügt.
Die Einteilung der Wortbildungstypen erfolgt nach verschiedenen Kriterien:
Nach Fleischer/Barz und Olsen gibt es drei Haupttypen:
1. die Komposition (oder Zusammensetzung), deren einzelne Komponenten auch als freie Morpheme vorkommen können (z.B. Nagellack), 2. die Derivation (oder Ableitung), worunter Fleischer und Olsen vor allem die Wörter verstehen, die mit Suffixen (z.B. Sand, sandig) und „Nullsuffixen“ ( z.B. laufen, der Lauf) gebildet werden, 3. die Präfixbildung.
Coseriu (Henschel 1990) unterscheidet die drei Haupttypen:
1. Komposition (oder Zusammensetzung): Ein Kompositum besteht aus zwei oder mehr Lexemen (z.B. Straßenbahn, Straßenbahnschaffner). Das letzte Lexeme bestimmt die Wortart des neuen Wortes.
2. Entwicklung. An diesem Typ ist nur ein Lexem beteiligt; er beinhaltet aber einen Wortartenwechsel.
3. Modifikation. Sie basiert auch auf einem Lexem, welches durch ein Morphem (z.B. ein Präfix oder ein Suffix) modifiziert wird, ohne dass sich dabei die Wortart ändert (z.B. entfallen zu fallen, grünlich zu grün, Pferdchen zu Pferd).
Nach Lewandowski (1984) sind die wichtigsten Mittel der Wortbildung im Deutschen:
1. die Zusammensetzung von Wörtern (z.B. Zimmer + Tür > Zimmertür; Gras + grün > grasgrün), 2. die Ableitung (z.B. schön + heit > Schönheit; Mut + ig > mutig) und 3. die Präfixbildung (z.B. schrauben < abschrauben, anschrauben, ausschrauben).
In dieser Arbeit werden die Wortbildungstypen hauptsächlich nach folgenden Kriterien eingeteilt:
Komposition, Derivation, Präfixbildung und Reduplikation.
Zur Einordnung der Sprache Yoruba gilt Folgendes:
Greenberg (1963) hat alle afrikanischen Sprachen nach vier Familien klassifiziert:
Übersicht 1: Niger-Kordofanisch, Nilo-Saharanisch, Afroasiatisch und Khoisan. Die Niger-Kordofanischen Sprachen unterteilt Greenberg wiederum in: Niger-Kongo und Kordofanian. Die Sprache Yoruba gehört zu der Sprachengruppe Niger-Kongo.
Yoruba ist eine der vier Hauptsprachen Nigerias neben Hausa, Igbo und Englisch. Sie wird allein in Nigeria von ca. 19 Millionen Menschen gesprochen. Die Mehrheit der Menschen, die diese Sprache sprechen, leben in Oyo, Ogun, Ondo und Kwara. Diese Städte liegen im südwestlichen Teil des Landes. Die Yoruba-Sprache ist auch im südöstlichen Teil Benins und in manchen Teilen Togos verbreitet.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden viele Yorubaleute als Sklaven aus Westafrika exportiert. Dieses Jahrhundert markierte den Anfang der britischen Unterdrückung durch Sklavenhandel. Die freigelassenen Sklaven, die Freetown besiedelten, waren meistens Yoruba. Eine wichtige Person dieser Zeit, die als Yoruba-Sklave verkauft wurde, war Samuel Ajayi Crowther. Er wurde von einem Briten befreit und ließ sich in Freetown nieder, wo er ausgebildet wurde und im Jahre 1827 die Sprache Yoruba studierte. Später wurde er getauft und ordinierte als Missionar in Yorubaland.
Gelehrte und Missionare aus Europa, Freetown und Abeokuta erarbeiteten eine Orthographie für die Yoruba-Sprache.
Durch den Einfluss der „Church Missionary Society“ (CMS), die sich in Abeokuta (Nigeria) niederließ, wurde im Jahre 1840 die Orthographie der Yoruba-Sprache von Sierra Leone aus in die Yorubaländern verbreitet.
Im Jahre 1850 übernahmen S.A. Crowther und andere die yorubaische Orthographie, die bis heute zum größten Teil nicht geändert wurde. 1859 wurde die erste yorubaische Zeitschrift Iwe-Irohi in Abeokuta gedruckt. Im Jahre 1900 wurde die Bibel in diese Sprache übersetzt. Ein Teil der Bibelübersetzung stammt von Crowther S.A.
In der Zeit von 1945 bis 1960 schrieb Daniel Fagunwa vier berühmte Romane in der Yoruba-Sprache, und seit den 50er Jahren erscheinen regelmäßig yorubaische Fiktionen, Dramen und Dichtungen. Es ist wichtig zu betonen, dass die Yoruba-Sprache und Kultur nicht nur im Yorubaland blieb, sondern auch andere Orte außerhalb des Yorubalandes beeinflusste. Die Sprache ist beispielsweise auch in Benin und Togo verbreitet. Auch in Sierra Leone wird sie von einigen Gruppen gesprochen. Der Einfluss der Yoruba-Sprache macht sich auch in der Krio Sprache, die ebenfalls in Sierra Leone gesprochen wird, bemerkbar. Yoruba wird auch in einem Dorf namens Oyotunji in USA verwendet. Neben der Standardsprache Yoruba gibt es noch 20 Dialekte dieser Sprache. Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist die Standardvarietät.
Im Anschluss an den geschichtlichen Hintergrund der Sprache Yoruba möchte ich nun auf den geschichtlichen Hintergrund und die Verbreitung der deutschen Sprache eingehen. Zur Einordnung der deutsche Sprache gilt folgendes: Comrie klassifiziert alle germanischen Sprachen in drei Familien:
Übersicht 2: Nord-Germanisch, West-Germanisch und Ost-Germanisch.
Die deutsche Sprache gehört zu der Sprachengruppe West-Germanisch. Sie ist die offizielle Sprache Deutschlands, wird aber auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und von ca. 40,000 Sprechern in Südafrika gesprochen. In einigen westeuropäischen Ländern gibt es zudem Minderheiten, die Deutsch sprechen - nämlich in Elsas, in Südtirol und in Belgien.
Hinzu kommen schätzungsweise 2 Millionen Menschen in osteuropäischen Ländern, die Deutsch als Muttersprache haben - nämlich in der ehemaligen Sowjetunion, Rumänien, Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei und im ehemaligen Jugoslawien. Außerdem haben durch Emigrationen 9 Millionen Menschen in den USA, Brasilien, Kanada, Chile und Mexiko Deutsch als ihre Muttersprache.
Die geschichtliche Entwicklung des Hochdeutschen gliedert sich nach Campbell (1991:496-497) in vier wichtigen Epochen:
1. Althochdeutsch: 900 bis 1100 n.Chr. Eine bedeutsame überlieferte Arbeit, geschrieben in Althochdeutsch, ist das Hildebrandlied.
2. Mittelhochdeutsch: 1100 bis 1350 n. Chr. Während dieser Epoche schrieb Wolfram von Eschenbach Parzival, Gottfried von Strassburg schrieb seine Version von Tristian und Isolde, und Hartmann von Aue schrieb Der arme Heinrich.
3. Anfängliches Neuhochdeutsch: 1350 bis 1600 n. Chr. Bedeutende Ereignisse dieser Epoche sind der Höhepunkt der Reformation und Martin Luthers Übersetzung der Bibel.
4. Neuhochdeutsch: ab dem 17. Jahrhundert. Luthers Übersetzung der Bibel in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in einer vereinheitlichen literarischen Sprache verfasst. Diese vereinheitliche deutsche Standardsprache ist Gegenstand meiner Untersuchung.
Nach dem kurzen historischen Überblick über die Entwicklung der beiden Sprachen werde ich mit der Analyse der Wortbildung der beiden Sprachen unabhängig voneinander beginnen.
Da das Thema Wortbildung insgesamt zu umfangreich ist, werde ich mich auf einige Aspekte der Wortbildung in Yoruba und Deutsch beschränken. Ich werde die Wortbildung beider Sprachen bezogen auf die Substantive, Adjektive, Verben und Adverbien darstellen.
Anschließend werde ich die Ähnlichkeiten und Unterschiede der Wortbildung beider Sprachen untersuchen.
Inhaltsverzeichnis:
| EINFÜHRUNG | 6 | |
| 1. | WORTBILDUNG DES SUBSTANTIVS IM DEUTSCHEN | 12 |
| 1.1 | KOMPOSITION | 12 |
| 1.1.1 | Substantiv + Substantiv | 13 |
| 1.1.2 | Adjektiv + Substantiv | 15 |
| 1.1.3 | Verb + Substantiv | 16 |
| 1.1.4 | Partikel + Substantiv | 16 |
| 1.1.5 | Der Bau der Substantivkomposita | 16 |
| 1.2 | DERIVATION | 18 |
| 1.2.1 | Implizite Derivation | 18 |
| 1.2.2 | Explizite Derivation: Suffigierung | 19 |
| 1.3 | PRÄFIXBILDUNGEN | 23 |
| 1.3.0 | Das Präfix Erz- | 24 |
| 1.3.1 | Das Präfix Ge- | 24 |
| 1.3.2 | Das Präfix Haupt- | 24 |
| 1.3.3 | Das Präfix miß- | 25 |
| 1.3.4 | Das Präfix Un- | 25 |
| 1.3.5 | Das Präfix Ur- | 26 |
| 2. | WORTBILDUNG DES SUBSTANTIVS IN DER YORUBA-SPRACHE | 26 |
| 2.1 | KOMPOSITION | 26 |
| 2.1.1 | Substantiv + Substantiv | 26 |
| 2.1.2 | Substantiv + Verbalphrase | 27 |
| 2.2 | PRÄFIXBILDUNG | 27 |
| 2.2.1 | Das Präfix a- | 27 |
| 2.2.2 | Die Präfixe o -, ọ - | 28 |
| 2.2.3 | Das Präfix oní- | 28 |
| 2.2.4 | Das Präfix olú- | 30 |
| 2.2.5 | Die Präfixe i- und a- | 30 |
| 2.2.6 | Die Präfixe e -,ẹ -,i - | 31 |
| 2.2.7 | Die Präfixe ati- und ai- | 31 |
| 2.3 | PRÄFIX-SUFFIX BILDUNG | 31 |
| 2.3.1 | Das Suffix -jù | 31 |
| 2.4 | VERDOPPLUNG (REDUPLIKATION) | 32 |
| 2.4.1 | Partielle Verdopplung | 32 |
| 2.4.2 | Vollständige Verdopplung | 33 |
| 2.5 | ENTLIEHENE WÖRTER | 33 |
| 3. | WORTBILDUNG DES ADJEKTIVS IM DEUTSCHEN | 35 |
| 3.1 | KOMPOSITION | 35 |
| 3.2 | DERIVATION | 37 |
| 3.2.1 | Das Suffix -ig | 37 |
| Verbale Basis: | 38 | |
| 3.2.2 | Das Suffix -isch | 39 |
| 3.2.3 | Das Suffix -lich | 40 |
| 3.2.4 | Das Suffix -bar | 42 |
| 3.2.5 | Das Suffix-haft | 44 |
| Substantivische Basis: | 45 | |
| 3.2.6 | Das Suffix -los | 46 |
| 3.2.7 | Das Suffix-mäßig | 46 |
| 3.2.8 | Affixoide bzw Halbaffixe | 47 |
| 3.3 | PRÄFIXBILDUNG | 50 |
| 4. | WORTBILDUNG DES ADJEKTIVS IN YORUBA | 50 |
| 4.1 | DERIVATION | 50 |
| 4.2 | PRÄFIXBILDUNG | 51 |
| 4.3 | VERDOPPLUNG | 51 |
| 4.4 | IDEOPHONES | 52 |
| 5. | WORTBILDUNG DES VERBS IM DEUTSCHEN | 53 |
| 5.1 | KOMPOSITION | 54 |
| 5.2 | DERIVATION | 55 |
| 5.2.1 | Suffigierung beim Verb | 55 |
| 5.2.2 | Präfix-Suffix-Derivation | 56 |
| 5.3 | Präfixbildung | 57 |
| 5.3.1 | Untrennbare Präfixe | 57 |
| 5.3.2 | Trennbare Präfixe | 60 |
| 5.2.6 | Fremdpräfixe | 65 |
| 6. | WORTBILDUNG DES VERBS IN DER YORUBA SPRACHE | 65 |
| 6.1 | KOMPOSITION | 66 |
| 6.1.1 | Verb + Substantiv | 66 |
| 6.1.2 | Verb + Verb | 67 |
| 6.2 | ENTLIEHENE VERBEN | 68 |
| 7. | WORTBILDUNG DES ADVERBS IM DEUTSCHEN | 68 |
| 7.1 | KOMPOSITION | 68 |
| 7.1.1 | Komposita mit -her und -hin | 69 |
| 7.1.2 | Komposita mit Präpositionaladverb | 69 |
| 7.1.2 | Komposita aus Adverb+Adverb | 70 |
| 7.2 | DERIVATION | 71 |
| 7.2.1 | Das Suffix -dings | 71 |
| 7.2.3 | Das Suffix -lei | 71 |
| 7.2.5 | Das Suffix -halben/-halber | 72 |
| 7.2.6 | Das Suffix -maßen | 72 |
| 7.2.7 | Das Suffix -weise | 72 |
| 8. | WORTBILDUNG DER ADVERBIEN IN DER YORUBA SPRACHE | 73 |
| 8.1 | PRÄFIXBILDUNG | 73 |
| 8.2 | VERDOPPLUNG | 74 |
| 9. | VERGLEICH ZWISCHEN WORTBILDUNGSSYSTEMEN IM DEUTSCHEN UND IN DER YORUBA SPRACHE | 76 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 85 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 89 | |
| ANLAGEN | 91 |
Für Wortbildungstypen wie Reduplikation existieren bei den Verben in beiden Sprachen kaum Beispiele. In Folgende Punkte unterscheiden sich die beiden Sprachen: • Die Präfixbildung ist für die verbale Wortbildung in der deutschen Sprache besonders typisch. Dagegen werden Verben in der Yoruba-Sprache nur durch Komposition gebildet. • Die Komposition von Verbstamm + Verbstamm sowie die Komposition von Partizip2 + Infinitiv gibt es in der Yoruba-Sprache nicht; beides ist jedoch im Deutschen möglich. • Bei der Verbildung in der Yoruba-Sprache gilt das Verb als Erstglied. Im Deutschen dagegen gelten nur Substantive, Adjektive (Adjektivadverb) und adverbiale Elemente als Erstglied. • • In der deutschen Verbildung gibt es Doppelpräfigierung, was in der Verbildung der Yoruba- Sprache fremd ist. Präfix-Suffix Kombinationen, die im Deutschen möglich sind, existiert in der Yoruba-Sprache nicht. Zusammenfassend soll festgehalten werden: Im Allgemeinen ist die Komposition in der deutschen Sprache von größerer Bedeutung als im Yoruba. Im Deutschen gibt es zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Kopulativ- und Determinativkomposita. Bei Kopulativkomposita sind die Konstituenten gleichrangig verbunden, und sie können prinzipiell in ihrer Reihenfolge vertauscht werden, ohne dass ein semantischer Unterschied entsteht. Durch Lexikalisierung ist die Abfolge jedoch häufig festgelegt, (süßsauer). Bei den Kopulativkomposita gehören beide Konstituenten der gleichen Wortklasse an (N+N > N: Dichterkomponist; Adj+Adj. > Adj.: schwarzweiß, taub-stumm). Die meisten und deutlichsten Beispiele finden sich bei Adjektiven, einige bei Substantiven, gar keine bei Verben und Adverbien. [...]
Im Deutschen können Verben durch Komposition, Derivation und Präfixe gebildet werden. • Bei den Verb-Komposita gibt es im Deutschen folgende Kombinationsmöglichkeiten: Verbstamm + Verbstamm + en (Fliessdrücken), Infinitiv + Infinitiv (stehenbleiben), Partizip2 + Infinitiv (verlorengehen). • • als Erstglied kommen folgende Wortarten vor: Substantiv (radfahren), Adjektiv (frohlocken). und adverbiale Elemente (daraufstellen). Die Verwendung von Präfixen ist bei der Bildung von Verben sehr produktiv. Es gibt zwei Arten von Präfixen und zwar trennbare (nacharbeiten - er arbeitet nach) und untrennbare (erklettern - er erklettert den Baum). • • • Im Deutschen gibt es auch Doppelpräfigierung bei der Verbildung (anvertrauen). Das Verb im Deutschen ist suffixarm. Folgende Suffixe bilden Verben aus Substantiven: -(e)l(n), (-is/-ifiz), -ier(en), -ig(en). Präfixe und Suffixe können manchmal auch kombiniert werden (be-fleck-en). Im Yoruba ist die Verwendung von Verbalkombination ist sehr häufige bei der Verbildung (Verbkomposition) . • Es gibt folgende kombinatorische Möglichkeiten: Verb + Substantiv (sev [tun] + ikas [Böse] > seka -- Böses tun), Verb + Verb (rev [abschneiden] + jev [essen] > rejev -- betrügen). Beide Sprachen haben bei der Verbbildung folgende Merkmale gemeinsam: • • In beiden Sprachen gibt es die Komposition von zwei Infinitiven, um ein neues Verb zu bilden. Trennbare und untrennbare Verben gibt es in beiden Sprachen: Deutsch: Er gibt seine Magisterarbeit rechtzeitig ab. Yoruba: Ojo revi mipron jevii Woü: Ojo schneiden mich essen Siü: Ojo betrügt mich [...]
Ferner gibt es in der Yoruba-Sprache die Möglichkeit, ein Verb zu reduplizieren, um ein Adjektiv zu bilden (darav /x2 > daradaraadj). Dies ist auch bei Partikeln möglich (sakip /x2 > sakisaki). Beide Sprachenunterscheiden sich sehr in ihrer Wortbildung des Adjektivs. Die Tatsache, dass es in der Yoruba-Sprache nur wenige echte Adjektive gibt, erschwert den Vergleich der Adjektivbildungen in beiden Sprachen. Die deutsche Sprache besitzt mehr Möglichkeiten, Adjektive zu bilden als die Yoruba-Sprache. Im Deutschen können Adjektive durch Komposition, Derivation und Präfigierung gebildet werden. Zwei dieser drei Verfahren (Komposition, Derivation und Präfigierung) sind hierbei sehr produktiv. In der Yoruba-Sprache werden dagegen Adjektiv nur durch Reduplikation und Präfigierung mit alai- und ala- gebildet. Bei Verfahren sind jedoch bei der Adjektivbildung nicht sehr produktiv. Eigenschaften des Verbs im Deutschen und in Yoruba Die Verben im Deutschen sind morphologisch dadurch ausgezeichnet, dass sie konjugierbar sind, d.h.: sie können nach den Kategorien Person, Numerus, Modus, Tempus und Genus verbi flektiert werden. In der Yoruba-Sprache dagegen werden Verben nicht flektiert weder nach Person, Numerus noch nach Modus, Tempus oder Genus verbi. Das Verb, das eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand ausdrückt, weist folgende charakteristische Merkmale in seiner Bildung auf: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832458614
Arbeit zitieren:
Olagunju, Ezekiel Oludare Juni 2001: Wortbildung in Yoruba und im Deutschen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Komposition, Derivation, Präfix-Suffix-Bildungen, Verdopplung, Ideophone



