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Wohngruppen für demente ältere Menschen

Wohngruppen für demente ältere Menschen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karin Hahn
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 152 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Wiesbaden Deutschland
  • Bibliografie: ca. 89
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4021-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hahn, Karin Dezember 2004: Wohngruppen für demente ältere Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Demenz, Wohngruppen, Betreungskonzepte, Praxisbeispiele, Alter

Diplomarbeit von Karin Hahn

Einleitung:

Demenz ist eine der häufigsten und folgenreichsten psychiatrischen Erkrankungen im höheren Alter, die neben den außergewöhnlichen Belastungen für Betroffene und Pflegende mit hohen gesellschaftlichen Kosten sowie vermindertem sozialen Status für die Betroffenen verbunden ist. Demenzielle Erkrankungen und ihre Folgen für Betroffene, Angehörige und das professionelle Hilfesystem sind in den letzten Jahren daher verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

Angesichts der Problematik der Betreuung von Demenzerkrankten, die derzeit etwa 900.000 beträgt und ihrer Verdoppelung bis schätzungsweise 2040, ist das öffentliche Interesse verständlich.

Die heute über 65-Jährigen leben relativ zufrieden und werden immer älter. Was geschieht, wenn sie an Demenz erkranken?

Werden sie dann von ihren Kindern, von denen sie meist getrennt leben, versorgt und gepflegt?

Können Wohngruppen für demente ältere Menschen eine adäquate Versorgungsmöglichkeit für die Betroffenen bieten? Sind solche Angebote vorhanden?

Für die betroffenen Angehörigen, aber auch für ambulante Pflegedienste, gesetzliche Betreuer und Selbsthilfeorganisationen ist dies der Anlass, nach neuen Wegen der Versorgung für demenziell erkrankte Menschen zu suchen. Denn pflegende Angehörige geraten bei Fortführung der Versorgung ihres erkrankten Familienmitglieds häufig an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Leistungsfähigkeit. Selbst professionelle ambulante Dienste können einen mittelschwer Demenzkranken auf Dauer nicht verantwortlich in seiner eigenen Wohnung versorgen.

Verhaltensauffälligkeiten und Verwahrlosung zwingen über kurz oder lang die bisherigen Pflegepersonen über eine Alternative nachzudenken.

Mein Interesse für dieses Thema wurde geweckt durch die Betreuung einer dementen 87-jährigen Frau.

Frau M. wohnt seit drei Jahren alleine in einer modernen 3-Zimmerwohnung. Ihr berufstätiger, 60-jähriger Sohn und seine Familie wohnen in der Nähe. Die Schwiegertochter ist Hausfrau, die 20-jährige Enkeltochter ist in der Ausbildung und lebt ebenfalls zu Hause. Die Schwiegertochter hat ihre eigene Mutter fünf Jahre bei sich zuhause gepflegt. Sie sagt, sie wolle jetzt auch mal Zeit für sich haben, außerdem könne sie ihre Schwiegermutter nicht bei sich ertragen, da diese ‘keine Ruhe gebe’. Durch die räumliche Nähe - vom Fenster aus kann man das Haus des Sohnes sehen - erfolgen fast täglich Besuche. Die alte Dame versteht aber nicht, warum sie alleine leben muss und besonders ihr Sohn nicht mehr Zeit mit ihr verbringt.

Frau M. kann mit Hilfe eines Gehwagen in ihrer Wohnung laufen und räumt gerne in ihrem Kleiderschrank herum. Sie kann selbstständig zur Toilette gehen. Unter Anleitung kann Frau M. Geschirr abspülen und Wäsche zusammenlegen. Frau M. braucht Hilfe bei der zeitlichen und örtlichen Orientierung, beim An- und Ausziehen, beim Waschen und zu Bett gehen. Ich koche und kaufe für sie ein. Alle vier Wochen macht der Hausarzt einen Hausbesuch. Frau M. wird zwar körperlich versorgt, ist aber nicht zufrieden und oft traurig und fühlt sich allein gelassen. Ihren vor zehn Jahren verstorbenen Mann vermisst sie sehr. Ungefähr alle zwei Monate entwickeln sich bei Frau M. psychosomatische Störungen. Sie hat dann undifferenzierte Schmerzen in den Beinen, sagt, sie könne nicht laufen. Frau M. sieht in diesen Phasen oft Dinge, die nicht da sind. Ihre latent vorhandene Angst kommt durch Schreien zum Ausdruck. Sie ruft während diesen Perioden ständig -ca. 20 bis 40 mal am Tag- ihre Familie oder die Pflegepersonen an.

Obwohl ihr Sohn und seine Frau nicht mit ihr zusammen leben können, möchten sie die alte Dame nicht in ein Pflegeheim geben, da sie jetzt schon ein schlechtes Gewissen haben.

Deshalb ist die Situation für beide Seiten unbefriedigend.

Ich habe ein Jahr in einem ‘normalen’ Altersheim als Pflegepersonal gearbeitet.

Heime, die ohne spezifische Konzeption für die Betreuung Demenzkranker ihre Arbeit verrichten, können diesen meistens nicht gerecht werden. Viele Angehörige Demenzkranker möchten ihre Verwandten nicht in einem Pflegeheim versorgen lassen, weil sie dort häufig noch ein Angebot erleben, das ihren Ansprüchen an eine liebevolle, annehmende und fördernde pflegerische Betreuung bei weitem nicht genügt.

In konventionellen Arrangements besteht zudem folgende Diskrepanz: Während bei der ambulanten häuslichen Versorgung die Hauptpflegeperson umfassende Verantwortung trägt und ambulant zugeschaltete Dienstleistungen nur punktuell in Anspruch genommen werden, dominiert im Fall der stationären konventionellen Versorgung die Dienstleistung. Angehörige und Familie, oft mit schlechtem Gewissen, bleiben außen vor.

In diesem Zwischenraum präsentieren sich nun mehr speziell auf demenziell erkrankte Menschen zugeschnittene Wohngruppen. Angehörige brauchen nicht mehr alleine die Belastung der Versorgung zu tragen. Gleichzeitig wird ihnen die Option gegeben, am Gemeinschaftsleben der Wohngruppe teil zu nehmen und den erkrankten Angehörigen weiter zu begleiten.

Fraglich ist, ob Angehörige in den Alltag der Wohngruppen eingebunden werden können.

Ist ein spezieller Umgang mit dementen älteren Menschen notwendig?

Kann der besondere Umgang in einer Wohngruppe umgesetzt werden? Ist hierfür eine demenzgerechte Architektur vorteilhaft?

Ich möchte untersuchen, ob spezielle Wohngruppen für demente ältere Menschen eine Alternative und gute Wahl sind.

Im ersten Kapitel der Arbeit werden die Grundlagen der Demenz erklärt. Dies beinhaltet Epidemiologie, eine Übersicht der verschiedenen Erscheinungsformen und den Verlauf von Demenzen. Die Demenz vom Alzheimer-Typ und die vaskuläre Demenz werden explizit behandelt. Abschluss des Kapitels sind Diagnostik und Therapie.

Im darauffolgenden Kapitel werden Wohngruppen für demente ältere Menschen mitPrinzipien und unterschiedlichen Typen vorgestellt. Segregation versus Integration wird dargelegt. Weiterhin werden die Tagesstruktur und Arbeitsabläufe in der Wohngruppe sowie Personaleinsatz in der Pflege und Betreuung dementer Menschen gezeigt. Hinzu kommen Wohnstruktur und Architektur. Zudem werden rechtliche Rahmenbedingungen dargestellt. Das Recht hinsichtlich Demenz, Heimrecht und Sozialrecht wird ausführlich erläutert. Am Ende des Kapitels werden unterschiedliche Finanzierungsoptionen geschildert.

Im Kapitel Betreuungskonzepte werden drei unterschiedliche Ansätze vorgestellt. Im weiteren wird der Umgang mit Dementen behandelt, um in Unterkapiteln das jeweilige Erleben aus Sicht der Betroffenen, der Angehörigen und der professionellen Pflegekräfte zu erläutern.

An den Schluss meiner Arbeit habe ich zwei unterschiedliche Beispiele realisierter Konzepte für Wohngruppen gestellt.

Der Anhang behandelt die demographische Entwicklung Deutschlands um die Dringlichkeit dieses Themas zu verdeutlichen.

Eine kurze Bemerkung zur Sprachregelung: Männliche grammatikalische Geschlechtsformen stehen im Sinne einer sprachlichen Vereinfachung für einen geschlechtsneutralen Gebrauch, obwohl ich mir der Problematik dieser Vereinfachung bewusst bin - auch in Hinblick auf den höheren Anteil von Frauen in der Gruppe der älteren Menschen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 06
2. Was ist Demenz? 09
2.1 Epidemiologie der Demenz 10
2.1.1 Prävalenz von Demenzen 10
2.1.2 Inzidenz der Demenz 13
2.1.3 Demenzrisiko 14
2.2 Übersicht der verschiedenen Erscheinungsformen der Demenz 14
2.3 Verlauf von Demenzen 16
2.4 Demenz vom Alzheimer-Typ 19
2.4.1 Prävalenz der Alzheimer-Demenz 20
2.4.2 Risikofaktoren der Alzheimer-Demenz 20
2.4.3 Laborbefunde der Alzheimer-Demenz 21
2.5 Vaskuläre Demenz 21
2.5.1 Prävalenz der vaskulären Demenz 22
2.5.2 Risikofaktoren der vaskulären Demenz 22
2.5.3 Laborbefunde der vaskulären Demenz 22
2.6 Diagnostik 23
2.7 Therapie 24
2.7.1 Nicht-pharmakologische Interventionen 25
2.7.2 Medikamentöse Therapie 28
3. Wohngruppen für demente ältere Menschen 32
3.1 Prinzipien von Wohngruppen 34
3.2 Typen von Wohngruppen 36
3.3 Segregation versus Integration 40
3.4 Tagesstruktur und Arbeitsabläufe in der Wohngruppe 44
3.5 Personaleinsatz in der Pflege und Betreuung dementer Menschen 46
3.6 Die Wohnstruktur von Wohngruppen 49
3.7 Demenzgerechte Architektur 54
3.8 Rechtliche Rahmenbedingungen von Wohngruppen für demente ältere Menschen 57
3.8.1 Recht und Demenz 57
3.8.2 Wohngruppen und Heimrecht 62
3.8.3 Wohngruppen und Sozialrecht 65
3.9 Finanzierungsoptionen für ein Wohngruppenprojekt 69
4. Betreuungskonzepte 74
4.1 Realitätsorientierungstraining 74
4.2 Validation 76
4.3 Milieutherapie 79
4.4 Umgang mit dementen Menschen 84
4.4.1 Erleben aus Sicht der Betroffenen 86
4.4.2 Erleben aus Sicht der Angehörigen 90
4.4.3 Erleben aus Sicht der professionellen Pflegekräfte 97
5. Praxisbeispiele für betreute Wohngruppen 101
5.1 Stationär betreute Wohngruppe am Beispiel des Gradmann Haus 101
5.1.1 Leitgedanken 101
5.1.2 Rahmenbedingungen 102
5.1.3 Ausstattung 104
5.1.4 Zielsetzung 108
5.1.5 Leben und Aktivitäten in der Gemeinschaft 112
5.1.6 Personalkonzept 114
5.1.7 Angebote im Gradmann Haus 115
5.1.8 Angehörige in der Einrichtung 118
5.1.9 Kosten und Finanzierung 120
5.1.10 Aufnahmekriterien 121
5.2 Ambulant betreute Wohngruppe am Beispiel Berlin- Tiergarten 125
5.2.1 Leitgedanken 125
5.2.2 Rahmenbedingungen 125
5.2.3 Ausstattung 127
5.2.4 Zielsetzung 128
5.2.5 Leben und Aktivitäten in der Gemeinschaft 129
5.2.6 Angehörige in der Wohngruppe 130
5.2.7 Personalkonzept 130
5.2.8 Kosten und Finanzierung 131
5.2.9 Planung der Wohngruppe 134
6. Diskussion 136
7. Schlussbemerkungen 139
8. Anhang Demographische Entwicklung 141
9. Literaturverzeichnis 148

Textprobe:

Kapitel 5.2, Ambulant betreute Wohngruppe am Beispiel Berlin-Tiergarten:

Die ambulant betreute Wohngruppe für demenziell erkrankte ältere Menschen in Berlin-Tiergarten ist eine von mittlerweile über 80 Berliner Wohngruppen.

Klaus Pawletko, der 1. Vorsitzende des Vereins ‘Freunde alter Menschen’, entwarf 1995 das Modell ‘Wohngemeinschaft für Demenzkranke’.

Im Februar 1996 zogen sechs demente ältere Frauen in die erste Wohngruppe ein.

5.2.1, Leitgedanken:

Die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung dementer älterer Menschen in der Wohngruppe soll vor allem durch Alltagsorientierung erhalten bleiben. Die räumliche und personelle Atmosphäre soll ihnen Orientierung gewährleisten. Durch die Betreuung in einer kleinen Gruppe können die älteren Menschen annährend ihr gewohntes Leben weiter fortsetzen. Gewohntes und Alltägliches, wie bekannte Einrichtungsgegenstände und Tätigkeiten, bieten den demenzkranken Bewohnern Halt und Sicherheit. Unruhezustände sollen durch Vertrautes gemildert werden. Die Vertrautheit wird in der Wohngruppe durch ein bekanntes Wohnumfeld erweitert, da die Bewohner zuvor schon in dem Stadtviertel wohnten. Die Wohngruppe besitzt insgesamt einen sehr häuslichen Charakter.

Das Versorgungsangebot wird von ambulanten Pflegediensten erbracht.

Das Konzept möchte den pflegenden Angehörigen eine Alternative bieten, die Pflege abzugeben und die demenziell Erkrankten dennoch in einer häuslichen Umgebung versorgt zu wissen.

5.2.2, Rahmenbedingungen:

Die Wohngruppe Berlin-Tiergarten ist integriert in ein normales Wohngebiet. Der Tagesablauf wird bei entsprechender Wohnraumanpassung wie in einem Privathaushalt gehalten. Die Bewohner beteiligen sich an allen relevanten Haushaltstätigkeiten.

Die ambulant betreute Wohngruppe als eigener Haushalt ist keine Einrichtung im Sinne des Heimgesetzes und hat entsprechend auch keinen Betreiber. Der ältere Mensch ist Mieter einer Wohnung und hat damit einen eigenen Haushalt.

Der beteiligte Pflegedienst hat keinen Einfluss auf die Vermietung. Seine Rolle bleibt die des Auftragnehmers und Pflegedienstleisters.

Es gibt keinen Betreuungsvertrag, der mit dem Mietvertrag gekoppelt ist.

Die Finanzierung geschieht analog gängiger sozialrechtlicher Regelungen der ambulanten Betreuung.

Die Krankenkassen sind als Kostenträger von behandlungspflegerischen Maßnahmen beteiligt.

Der Bewohner erhält in Hinsicht auf Gestaltung der Personalauswahl, der Pflegeabläufe und des Alltags eine deutliche Stärkung verglichen mit dem normalen Heimbewohner.

Die Planung und Realisierung der Wohngruppe Berlin-Tiergarten wurde in Kooperation mit ambulanten Diensten, Ärzten, Juristen, Verwaltungsmitarbeitern, der Alzheimer Gesellschaft und dem Verein ‘Freunde alter Menschen’ durchgeführt.

Die Bewältigung der vielfältigen organisatorischen Rahmenbedingungen war nicht einfach. Geeigneter Wohnraum musste erst gefunden werden. Große Wohnungen oder Häuser, die den Ansprüchen für eine kollektive Pflegeform genügen, sind selten. Ein Vermieter musste ermittelt werden, der mehrere Mietverträge für eine Wohnung akzeptiert. Die Suche nach einem kooperativen Vermieter scheiterte und so trat schließlich der Verein ‘Freunde alter Menschen’ als Generalvermieter ein.

Ein Kundenkollektiv bzw. Bewohner und Angehörige oder gesetzliche Betreuer müssen initiiert werden, die sich über die gemeinschaftliche Nutzung einer Wohnung oder eines Hauses verständigen.

Ein Pflegeanbieter, der fachlich und organisatorisch in der Lage ist, die Wohngruppe zu versorgen, muss gefunden werden.

Diese Punkte stellen Leistungen dar, die durch das Engagement der privaten Organisatoren der ambulanten Wohngruppe gelöst werden müssen.

Der individuelle Pflegebedarf der einzelnen Bewohner und eine entsprechende Klärung der Ansprüche mit den unterschiedlichen Kostenträgern muss festgestellt werden. Diese Angelegenheiten werden von Sozialarbeitern und Pflegedienstleitungen der beteiligten Pflegedienste übernommen.

Auf der Grundlage der Gesamteinnahmen der Bewohner muss der Pflegeeinsatz organisiert werden.

Das Projekts muss durch regelmäßige Angehörigen-/Betreuertreffs und Reflexionen mit Mitarbeitern des Pflegedienstes kontinuierlich begleitet werden.

Die Organisation einer ambulant betreuten Wohngruppe bedeutet einen hohen Aufwand.

5.2.4, Zielsetzung:

Die Wohngruppe ist für demenziell erkrankte ältere Menschen konzipiert, die in Tiergarten wohnen. Das Ziel ist, ihnen ihr Leben so selbstständig wie möglich in einer familiären Atmosphäre zu gestalten. Wichtig ist, die Kompetenzen der Bewohner zu beleben und ihnen somit die Gelegenheit zu bieten, sich an der Gestaltung des täglichen Lebens abhängig von ihren Interessen und Bedürfnissen zu beteiligen.

Die Aufgabe der Pflegenden ist, die älteren Menschen täglich zu vielfältigen Aktivitäten im Alltag anzuregen. Die Alltagsgestaltung ist dabei orientiert an Bedürfnissen und Bekanntem wie eigene Möbel, Erinnerungsstücke, Musik und Gerüche und anderem mehr.

Vertrautes schafft Halt und Sicherheit in der immer größer werdenden Desorientierung der Einzelnen.

Die Behandlung mit Psychopharmaka soll durch eine angenehm überschaubare Atmosphäre vermieden oder reduziert werden.

Der Mieterstatus und die Versorgung durch ambulante Pflegedienste soll den Bewohnern bzw. deren Angehörigen und Betreuern ein hohes Maß an Freiheit und Rechten bieten.

Die Bewohner können bis zu ihrem Lebensende in der Wohngruppe leben und gegebenenfalls nach einem Krankenhausaufenthalt wieder in ihr gewohntes Umfeld zurück kehren. Somit ist die Finalpflege Bestandteil des Betreuungsangebotes der ambulanten Pflegedienste.

Die Bewohner können in einer ihnen vertraut gewordenen Umgebung im Sterbeprozess begleitet werden.

Arbeit zitieren:
Hahn, Karin Dezember 2004: Wohngruppen für demente ältere Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Demenz, Wohngruppen, Betreungskonzepte, Praxisbeispiele, Alter

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