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Wohnen für Menschen mit Demenz

Implementierung von alternativen Wohnformen in die bestehenden Versorgungsstrukturen des Kreises Steinfurt

Wohnen für Menschen mit Demenz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Johannes-Michael Bögge
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 181 Seiten
  • Dateigröße: 775,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule Vechta Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7961-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7961-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7961-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bögge, Johannes-Michael Januar 2004: Wohnen für Menschen mit Demenz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ländlicher Raum, Wohnkonzepte, Wohngemeinschaften, Sozialplanung, Bedarfsermittlung

Diplomarbeit von Johannes-Michael Bögge

Zusammenfassung:

Vor dem Hintergrund steigender Kosten in der stationären Pflege setzt sich die Diplomarbeit mit der Frage auseinander, ob die Versorgungsstrukturen für pflegebedürftige Menschen vielfältiger gestaltet werden müssen, um den Bedürfnissen und Wünschen älter werdender Menschen gerecht zu werden.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung wird ein besonderer Augenmerk auf die Betreuungs- und Versorgungsmöglichkeit von Menschen mit Demenz zu werfen, da das Wohnen als eines der zentralen Grundanliegen des Menschen auch Auswirkungen auf die Möglichkeiten der pflegerischen Versorgung und Betreuung hat.

Wie wohnen Menschen mit Demenz? Wie möchten Menschen mit Demenz leben? Ist die bestehende Versorgungsstruktur hinsichtlich des Wohnens und der in der jeweiligen Wohnform möglichen Versorgung ausreichend oder muss sie ergänzt bzw. modifiziert werden? Welchen Herausforderungen haben sich Pflegeanbieter sowie die kommunale Gebietskörperschaft als für die Versorgungsstrukturen verantwortliche Institution zu stellen, um eine angemessene und an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen ausgerichtete Infrastruktur sicherzustellen?

Dies ist nur ein Ausschnitt aus dem Fragenkatalog, dem sich die Sozialplanung und die Leistungsanbieter zu stellen haben und denen es sich nachzugehen lohnt. Dabei ist, angesichts leerer kommunaler Kassen, nicht die Darstellung kostenträchtiger aber unerfüllbarer Wunschlösungen angezeigt, sondern eine realistische Sicht der Dinge, um dann, trotz ungünstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen dem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden und eine vielfältige, an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtete Versorgungsstruktur zu schaffen bzw. sicherzustellen.

Ausgehend von der bestehenden Pflegeinfrastruktur des Kreises Steinfurt, eines Flächenkreises im nördlichen Nordrhein-Westfalen mit ländlichen Strukturen wird der Frage nachgegangen, ob alternative Wohnformen für den Personenkreis der Menschen mit Demenz in die bestehenden Versorgungsstrukturen zu implementieren sind.

Dabei wird der Begriff „alternative Wohnformen“ in der Diplomarbeit bewusst synonym für die gesamte Bandbreite von Wohnformen genutzt, die sich von den traditionellen Möglichkeiten „Wohnen in der herkömmlichen Wohnung“ beziehungsweise „stationäre Pflegeeinrichtung“ unterscheiden. Dies vor dem Hintergrund, dass die Wohnalternativen einerseits vielschichtig sind und andererseits Begrifflichkeiten (z. B. Wohngemeinschaften oder Hausgemeinschaften) nicht immer in der Diskussion trennscharf definiert werden (können).

Lebensqualität im Alter ist zu einem wesentlichen Teil durch die Qualität der Wohnverhältnisse beeinflusst, Wohnsituation ist auch eines der Kriterien, welches die Möglichkeiten der Pflege und Betreuung mit beeinflusst.

Dabei wird vielfach die Bedeutung der Wohnung und des Wohnumfeldes für das individuelle Wohlbefinden nicht ausreichend wahrgenommen. Ein Wohnumfeld zu schaffen oder, falls bzw. wo es vorhanden ist, sicherzustellen und gegebenenfalls auszubauen, kann vor diesem Hintergrund als gesellschaftspolitische Aufgabe von hohem Rang betrachtet werden.

Die Diplomarbeit ist so angelegt, dass sie nicht nur als Theoriemodell dienen sondern auch als Denkmodell der Weiterentwicklung der konkreten Versorgungsstruktur im lebenden Organismus „ Kreis Steinfurt“, aber auch in anderen Flächenkreisen nutzen kann. Bestehende Strukturen werden nicht negiert und in die Überlegungen mit einbezogen. Die Ergebnisse dieser Arbeit können in den kommunal-politischen Diskussionsprozess einfließen und der Weiterentwicklung der Altenhilfe unter den Rahmenbedingungen des beginnenden dritten Jahrtausends dienen.

Inhaltsverzeichnis:

Liste der Abkürzungen 6
Begriffsdefinitionen 7
Verzeichnis der Tabellen 9
1. Einleitung 15
1.1 Motivation 19
1.2 Ziel der Arbeit 20
2. Eingrenzung der Themenstellung 23
2.1 Unterschiedliche Lebensentwürfe und Lebenssituationen älterer Menschen 25
2.2 Bedeutung des Wohnens für die Lebensqualität 26
2.3 Definition von Demenz im Rahmen dieser Arbeit 27
3. Soziodemografische Daten des Kreises Steinfurt 29
3.1 Einwohnerzahlen 29
3.2 Bevölkerungsentwicklung 30
3.3 Prävalenzdaten Demenz 30
4. Bestehende Versorgungsstrukturen im Kreis 32
4.1 Ambulante Pflege nach dem SGB XI 34
4.2 Komplementäre Dienste 39
4.3 Beratungsstellen für ältere und pflegebedürftige Menschen 40
4.4 Servicewohnen/Betreutes Wohnen für ältere und pflegebedürftige Menschen 41
4.5 Teilstationäre Pflege nach dem SGB XI 41
4.6 Vollstationäre Pflege nach dem SGB XI 43
4.7 Niedergelassene Hausärzte 45
4.8 Fachärzte für Neurologie/Psychiatrie/Nervenheilkunde 46
4.9 (geronto)psychiatrische Tageskliniken 46
4.10 Krankenhäuser mit Fachabteilungen Geriatrie/Psychiatrie 47
5. Gesetzliche Rahmenbedingungen 49
5.1 Verfassungsrechtliche Vorgaben 49
5.2 Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) 50
5.3 Pflegeleistungsergänzungsgesetz (PfLEG) 51
5.4 Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Umsetzung des Pflegeversicherungsgesetzes (Landespflegegesetz NW(PfG- NW) 51
5.5 Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V) 53
5.6 Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB V) 54
5.7 Heimgesetz (HeimG) 54
5.8 Betreuungsgesetz (BtG) 56
5.9 Sonstige sozialleistungsrechtliche Gesetze 56
6. Finanzierung der Pflege- und Betreuungsleistungen in unterschiedlichen Wohnformen 58
6.1 Häusliche Pflege 59
6.1.0 Pflegesachleistungen 59
6.1.1 Pflegegeld 60
6.1.2 Kombinationsleistungen 60
6.1.3 Pflegevertretung 61
6.1.4 Tages- und Nachtpflege 61
6.1.5 Kurzzeitpflege 62
6.1.6 Pflegehilfsmittel 63
6.1.7 Wohnraumanpassung 63
6.1.8 Soziale Sicherung der Pflegeperson 63
6.1.9 Kostenübernahme durch Dritte 64
6.2 Stationäre Pflege 64
6.2.0 Finanzierung des einzelnen Pflegeplatzes 64
6.2.1 Pflegesachleistungen 66
6.2.2 Bewohnerbezogener Aufwendungszuschuss (Pflegewohngeld) 67
6.2.3 Unterkunft und Verpflegung (Hotelkosten) 67
6.2.4 Monatliche Heimkosten für die Heimbewohnerin Mustermann 68
6.3 Besonderheiten bei der Finanzierung von Hilfen für Menschen mit Demenz 70
6.4 Finanzierung von alternativen Wohnkonzepten 71
6.4.1 Hausgemeinschaftskonzept KDA 71
6.4.2 Wohngruppenkonzept 73
6.4.3 Ambulante Wohngemeinschaften 74
7. Darstellung bestehender Wohnkonzepte und Wohnformen 75
7.1 Wohnen in der eigenen Wohnung 77
7.2 Wohnen in stationären Pflegeeinrichtungen 77
7.3 Wohnen in Hausgemeinschaften/ Wohngemeinschaften 79
8. Ansprüche an alternative Wohnformen für Menschen mit Demenz 83
8.1 Pflegemodelle/Pflegetheorien 85
8.1.1 Das psychobiographische Pflegemodell nach Erwin Böhm 86
8.1.2 AEDL nach Maria Krohwinkel 87
8.2 Anforderungen an das Umfeld 97
8.3 Räumliche Voraussetzungen 98
8.4 Pflegekonzepte 99
8.5 Personelle Voraussetzungen 105
8.6 Voraussetzungen der Bewohnerinnen 108
9. Besondere Faktoren des ländlichen Raumes 112
9.1 Vielfalt des ländlichen Raumes 113
9.2 Das Dorf als Idyll? 115
9.3 Besonderer Bedarf an Öffentlichkeitsarbeit 117
9.4 Infrastrukturversorgung in der kleinen Gemeinde und in der Fläche 118
9.5 Frauen als pflegende Angehörige 118
9.6 Besonderer Bedarf an integrativen Lösungen 121
10. Versorgungsplanung für den Kreis Steinfurt 122
10.1 Sozialplanung als Prozess 122
10.2 Bestandserhebung 125
10.3 Bestandsbewertung 136
10.4 Zielentwicklung 140
10.4.1 Akteure auf dem Feld der Zielentwicklung 140
10.4.2 Zielkatalog 144
10.5 Bedarfsermittlung 145
10.5.1 Wege zur Bedarfsermittlung 146
10.5.2 Planungsinstrumente 147
10.5.3 Pflegeplanung nach der Novellierung des PfG-NW 148
10.5.4 Schlussfolgerungen aus der Bedarfsermittlung 153
10.6 Umsetzung der Planung 154
11. Wege zur Implementierung alternativer Wohnformen 159
11.1 Allgemeine Grundsätze 161
11.2 Agenda 2009 163
12. Zusammenfassung 168
13. Schlussbemerkung 173
Literaturverzeichnis 174

Automatisiert erstellter Textauszug:

Umfangreich ist das Angebot an komplementären Diensten und Angeboten der ambulanten Pflegeanbieter. So werden flächendeckend folgende Angebote unterbreitet: Hauswirtschaftliche Hilfen, Hilfen zu Kommunikation und Integration, Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung, Gerontopsychiatrische Hilfen, Mahlzeitendienste, Hausnotrufsysteme, Hilfsmittelverleih, Psycho-soziale Beratung, Wohnberatung, Sterbebegleitung, Fahrdienste, Zeitintensive Versorgung, Angehörigenberatung, Grund- und Behandlungspflege, Gesprächskreise pflegender Angehöriger, Wäschedienst, Verhinderungspflege, Hauskrankenpflegekurse Durch dieses umfangreiche Angebot ist es in vielen Fällen überhaupt erst möglich, das Leben in der eigenen Wohnung zu organisieren, entweder in Kombination mit entsprechenden Hilfen durch Angehörige oder Nachbarn. Bei der Organisation dieser Hilfen sind sowohl die Pflegeanbieter selbst als auch, in enger Zusammenarbeit mit Ihnen, die Beratungsstellen für ältere und pflegebedürftige Menschen sowohl des Kreises als auch in freier Trägerschaft behilflich. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen ist eine Finanzierung durch das Sozialamt möglich. [...]

Auswirkungen haben Familienstand und Wohnverhältnisse naturgemäß auch auf die Möglichkeit, im Bedarfsfall neben der Hilfe ambulanter Pflegedienste auch Hilfe von anderen Pflegepersonen in Anspruch nehmen zu können. Wie die Tabelle 10 zeigt, wird flankierende Pflege im wesentlichen durch Frauen geleistet. Dies ist in 68% der Pflegesituationen der Fall. Die als zusätzliche Pflegekräfte genannten Personen sind in mehr als 70% der Fälle die Partnerinnen oder (Schwieger)töchter/söhne der pflegebedürftigen Personen. Dabei zeigt sich, dass die männlichen Pflegenden aus diesen beiden Bezugsgruppen fast zu gleichen Teilen Partner bzw. (Schwieger)sohn sind, während bei den weiblichen Pflegepersonen in diesen beiden Gruppen die Zahl der Töchter/Schwiegertöchter deutlich überwiegt. [...]

Es zeigt sich, dass im Kreis Steinfurt mehr als die Hälfte aller gepflegten Männer verheiratet sind. Bei den Frauen hingegen sind nur etwas mehr als ein Viertel verheiratet und mehr als ein Drittel verwitwet. Männer haben daher häufiger die Möglichkeit, Pflege durch ihre Partnerin in Anspruch nehmen zu können. Interessant sind auch die Wohnverhältnisse der von ambulanten Pflegediensten gepflegten Menschen im Kreis Steinfurt. Jede dritte Frau, welche einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nimmt, lebt allein, bei den Männern lebt dagegen nur jeder sechste allein. Jede fünfte Frau lebt gemeinsam mit ihrem (Ehe)partner, bei den Männern ist es jeder zweite. Frauen können im Alter also deutlich weniger pflegerische Hilfe durch ihren Partner in Anspruch nehmen als umgekehrt. [...]

Arbeit zitieren:
Bögge, Johannes-Michael Januar 2004: Wohnen für Menschen mit Demenz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ländlicher Raum, Wohnkonzepte, Wohngemeinschaften, Sozialplanung, Bedarfsermittlung

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