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Wissensmanagement

Grundlagen und ausgewählte Aspekte aus interdisziplinärer Sichtweise

Wissensmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicole Simon
  • Abgabedatum: Juni 2002
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 808,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6961-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6961-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6961-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Simon, Nicole Juni 2002: Wissensmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Knowledge Management, Balanced Scorecard, Motivation, Unternehmenskultur, Nonaka

Diplomarbeit von Nicole Simon

Einleitung:

Am 19. Januar 1961 trafen sich, anläßlich seines letzten Regierungstags, der damalige US Präsident Dwight D. Eisenhower mit dem designierten Präsident John F. Kennedy und ihren jeweiligen Stäben, um der künftigen Regierung die vordringlichsten Probleme darzulegen, denen sie gegenüberstehen würden. Auch der herannahende Vietnam-Konflikt wurde angesprochen. In seinem Buch „Vietnam – Das Trauma einer Weltmacht“ schrieb Robert S. McNamara, US-Verteidigungsminister der Jahre 1961 bis 1968 und anschließend Präsident der Weltbank, anläßlich des Vietnam Desasters der USA: „Das Treffen veranschaulicht eine Schwäche unserer Regierungsform – das Fehlen einer wirksamen Möglichkeit, Wissen und Erfahrungen der einen Regierung an die nächste weiterzugeben – und zeigt den hohen Preis, den wir dafür zahlen. (...) John Locke hatte recht, als er schrieb: Bei keinem Menschen kann das Wissen seine Erfahrung übersteigen“.

McNamara bemängelt, daß keine genaue Information der neuen Regierung stattfand, das Personal für seine Aufgabe nicht ausreichend ausgebildet und von den Vorgängern nicht vernünftig eingewiesen wurde, das vorhandene Wissen nicht auf adäquate Weise vermittelt und weitergegeben wurde und vorhandene Erfahrungen nicht geteilt worden sind. Die neue Regierung mußte sich mittels neu zu rekrutierender Informanten und Experten ein eigenes, neues Bild der Region verschaffen, wertvolle Zeit die Situation noch zu retten, ging verloren.

Selbstverständlich existierte der Gedanke, Wissen zu systematisieren und zu nutzen, bereits lange vor dem Begriff Wissensmanagement. Auch ohne moderne Technologien wurde Wissen von den Älteren an die nächste Generation weitergegeben oder über Versammlungen in Dörfern und Städten kommuniziert. Die Erfahrungen von McNamara lehren uns jedoch, daß die verbale, punktuelle Kommunikation nicht immer ausreichend sein kann um Wissens- und Erfahrungslücken zu kompensieren. Wären zur damaligen Zeit auf regierungsübergreifender Ebene Dokumentationen z.B. aus Manöverkritik-Sitzungen verfügbar gewesen, wie sie die NASA in ihren Lessons Learned Information System für zugriffsberechtigte Personen zur Verfügung stellt, hätten Entscheidungs- und Prozeßbeschreibungen, die Wahrscheinlichkeit von Erfolgen erhöht sowie die Vermeidung von Fehlern und Mißerfolgen unterstützt.

In gewisser Weise stellt ein Regierungsapparat ein außergewöhnlich großes Wirtschaftsunternehmen dar. McNamara und sein Team waren entschlossen, ein entscheidendes Ziel des Präsidenten zu unterstützen: „Sicherheit für das Land bei möglichst niedrigen Kosten“. Ähnlich verhält es sich beim Unternehmenserfolg, der von der optimalen Verknüpfung der Produktionsfaktoren abhängig ist, um die maximale Wertschöpfung zu erreichen.

Eine Studie der METAGroup untersuchte 2001 den Markt für Knowledge Management in deutschen Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen, daß in den nächsten Jahren Wissensmanagement einen sehr hohen Stellenwert im Wertschöpfungsprozeß der Unternehmen einnehmen wird. Über 45 Prozent der befragten Unternehmen haben Wissensmanagement als Projekt aufgesetzt oder es als ein neues Projekt geplant.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über wichtige Begriffe, Themen und Erkenntnisse im Bereich Wissensmanagement zu vermitteln, und dabei sowohl organisationale, humanorientierte als auch technologische Aspekte zu diskutieren. Durch eine empirische Untersuchung sollen Erfahrungen und Tendenzen aus der Unternehmenspraxis wiedergegeben werden.

Vorgehensweise:

Von der theoretischen Betrachtung der Basisbegriffe Wissen, Management und Wissensmanagement ausgehend, soll im Kapitel 2 eine Einführung in das Thema erfolgen. Gegenstand des 3. Abschnitts ist die Betrachtung des Themas aus organisationaler Sichtweise, in dem die wesentlichen Bausteine und Elemente des Wissensmanagement dargelegt werden. Zudem werden unterstützende Organisationsformen und neue Rollen im Unternehmen vorgestellt. In Kapitel 4 wird der humanorientierte Aspekt des Wissensmanagement behandelt. Nach allgemeinen Erläuterungen zum Motivations- und Anreizbegriff wird die, bislang immer noch unzureichend betrachtete, Motivlage von Individuen beim Wissenstransfer beleuchtet. Sodann erfolgt eine Darstellung der Rolle und Auswirkung der Unternehmenskultur in Bezug auf Wissensmanagement. Der technologische Aspekt des Wissensmanagement ist Gegenstand des 5. Kapitels, indem zunächst die Funktionen eines Wissensmanagementsystems dargelegt werden und anschließend eine Einführung in die Basistechnologien erfolgt. Die Gliederungspunkte drei bis fünf bilden das strukturelle Rückrat der Arbeit, auf das sich der Praxisteil in Kapitel 6 bezieht. Nach einer kurzen Erläuterung der Vorgehensweise, zu der von mir durchgeführten Untersuchung, werden die Resultate der befragten Unternehmen im Abschnitt 6 ausgewertet, zusammengefaßt und interpretiert. Das Kapitel 7 gibt ein Fazit über das behandelte Thema und bietet einen Ausblick auf zukünftige Trends.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Begriffserklärung 3
1.3 Vorgehensweise 4
2. EINFÜHRUNG IN DAS THEMA WISSENSMANAGEMENT 6
2.1 Wissen 6
2.1.1 Philosophische Grundlagen 6
2.1.1.1 Vorbemerkung 6
2.1.1.2 Wissen aus erkenntnistheoretischer Sicht 6
2.1.1.3 Wissen aus fernöstlicher Sicht 7
2.1.2 Eigenschaften von Wissen 8
2.1.2.1 Die Begriffshierarchie Zeichen, Daten, Information und Wissen 8
2.1.2.2 Definition des Begriffs Wissen 11
2.1.2.3 Wissensarten 11
2.1.2.4 Formen der Wissensumwandlung 13
2.2 Wissensmanagement 14
2.2.1 Definitionen von Wissensmanagement 14
2.2.2 Ziele des Wissensmanagement 16
2.2.3 Wissensmanagement als Prozeß 18
2.2.4 Wissensmanagement vor dem Hintergrund von Informations- undKommunikationstechnologie 20
2.3 Kritische Würdigung 21
3. ORGANISATIONALER ASPEKT DES WISSENSMANAGEMENT 22
3.1 Definition und Vorbemerkung 22
3.2 Prozesse des Wissensmanagement 22
3.2.1 Hinführung zu den Prozessen des Wissensmanagement 22
3.2.2 Wissenszieldefinition 22
3.2.3 Wissensidentifikation 23
3.2.4 Wissenserwerb 24
3.2.5 Wissensentwicklung 24
3.2.6 Wissensverteilung 25
3.2.7 Wissensnutzung 26
3.2.8 Wissensbewahrung 27
3.2.8.1 Vorbemerkung 27
3.2.8.2 Wissensselektion 27
3.2.8.3 Wissensspeicherung 27
3.2.8.4 Wissensaktualisierung 28
3.2.9 Wissensevaluierung 29
3.2.9.1 Vorbemerkung 29
3.2.9.2 Balanced Scorecard im Wissensmanagement 30
3.2.9.3 Der Skandia Navigator 31
3.3 Organisation des Wissensmanagement 32
3.3.1 Vorwort 32
3.3.2 Hypertextorganisation 33
3.3.3 Gruppen als wissensfördernde Organisationsformen 35
3.3.4 Neue Rollen und Berufsbilder im Unternehmen 36
4. HUMANORIENTIERTER ASPEKT DES WISSENSMANAGEMENT 39
4.1 Vorbemerkung 39
4.2 Bedeutung von Motivation und Anreizsystemen im Rahmen des Wissensmanagement 39
4.2.1 Zur Definition der Begriffe Motivation und Anreizen 39
4.2.1.1 Motivation 39
4.2.1.2 Anreiz 40
4.2.1.3 Das Verhältnis von Motivation und Anreiz 41
4.2.1.4 Motivations- und Anreizarten 42
4.2.2 Anreizsysteme 44
4.2.2.1 Theoretischer Hintergrund 44
4.2.2.2 Anforderungen an Anreizsysteme 45
4.2.2.3 Anreizsysteme im Wissensmanagement 47
4.2.2.4 Problematik der Anreizsysteme 50
4.2.3 Anreizsysteme in der Praxis 51
4.2.3.1 Motivationsmodell von Lutz von Rosenstil 51
4.2.3.2 Gruppenbezogene Vergütung 52
4.2.3.3 Management by Knowledge Objectives 53
4.2.3.4 Wissensbezogene Kriterien in Mitarbeitergesprächen 54
4.2.3.5 Fazit und Praxisbeispiel „ShareNet Shares“ 55
4.3 Kommunikations- und Kooperationskultur im Unternehmen 55
4.3.1 Herkömmliche versus fortschrittliche Unternehmenskultur 55
4.3.2 Rolle und Auswirkung einer Kultur des Vertrauens 56
4.3.3 Kritische Würdigung 58
5. TECHNOLOGISCHER ASPEKT DES WISSENSMANAGEMENT 60
5.1 Vorbemerkung 60
5.2 Funktionen eines computerbasierten Wissensmanagementsystems 61
5.2.1 Aufgaben eines Wissensmanagementsystems 61
5.2.2 Erfolgsfaktoren eines Wissensmanagementsystems 61
5.3 Technologien 62
5.3.1 Werkzeuge im Wissensmanagement 62
5.3.2 Internet und Suchmaschinen 64
5.3.3 Intranet und Extranet 64
5.3.4 Dokumentmanagement-Systeme 65
5.3.5 Data Warehouse 67
5.3.6 Groupware 68
5.3.7 Workflowmanagement-System 69
5.3.8 Wissensmanagementsysteme 71
5.3.8.1 Architektur und Komponenten eines Wissensmanagementsystems 71
5.3.8.2 Enterprise Information Portal 73
5.3.9 Kritische Würdigung 75
6. DURCHGEFÜHRTE UNTERSUCHUNG 77
6.1 Zielsetzung der Befragungen 77
6.2 Vorgehensweise 77
6.2.1 Auswahl der Untersuchungsmethode 77
6.2.2 Auswahl der befragten Unternehmen 78
6.2.3 Konzeption des Interview-Leitfadens 80
6.3 Ergebnisse der Untersuchung 81
6.3.1 Vorbemerkung 81
6.3.2 Zuständigkeit für Wissensmanagement 81
6.3.3 Bedarf nach Wissensmanagement 82
6.3.4 Instrumente und Systeme des Wissensmanagement 83
6.3.4.1 Einsatz im Unternehmen 83
6.3.4.2 Verbesserungs- und Erweiterungsnotwendigkeit 85
6.3.4.3 Messung der Nutzung 86
6.3.4.4 Inhalte der Systeme und Instrumente 87
6.3.5 Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs vom Wissensmanagement 88
6.3.6 Barrieren des Wissensmanagement 89
6.3.7 Akzeptanz der Mitarbeiter 92
6.3.8 Ausblick 93
7. FAZIT UND AUSBLICK DES WISSENSMANAGEMENT 95
ANHANG X
LITERATURVERZEICHNIS XVII
INTERNETVERZEICHNIS XXVI
ERKLÄRUNG XXVII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Einkommenssysteme in der oben genannten Studie als eher weniger geeignet eingestuft. Für die Wissensbereitstellung wurde dieser Anreiz mit 34,5 Prozent und für die Wissensnutzung mit 27,4 Prozent bewertet.241 Ergänzend zu den Resultaten dieser Studie muß man sich vor Augen halten, daß finanzielle Vergütung nur einen Teil des Anreizsystems darstellt und wohlbedacht angewendet werden muß. Um Mitarbeiter für die Bereitstellung und Nutzung von Wissen dauerhaft zu motivieren, spielen weitere Faktoren wie Anerkennung, persönlicher Freiraum und vor allem Unternehmenskultur eine Rolle. Des weiteren kann die Entlohnung von spezifischen Leistungen der Mitarbeiter, häufig auch „Pay for Performance“ genannt, kontraproduktive Wirkung242 haben, indem die intrinsische Motivation der Mitarbeiter abnimmt.243 In Kapitel 4.2.2.4 wurde auf diese Problematik bereits eingegangen. 4.2.3.3 Management by Knowledge Objectives Der Kerngedanke der Führungstechnik „Management by Objectives“ besteht darin, daß eine Personalführung auf der Grundlage von Zielen erfolgt, die zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter vereinbart werden, und das Ergebnis anhand von Soll-Ist Vergleichen gemessen wird.244 Eine Erweiterung der Zielvereinbarungen um individuelle Wissensziele nennt man „Management by Knowledge Objectives“245. Ausgangspunkt des Zielkatalogs sind die operativen und strategischen Wissensziele, die sich sowohl auf die Erweiterung der persönlichen Kompetenz, als auch auf die Weitergabe von Wissen, z.B. beim Einarbeiten eines Nachfolgers, richten. Die Qualifizierungsziele werden in bestimmten Zeitabständen gemessen und angepaßt, jeder Mitarbeiter wird dazu angehalten selbst an der Zielvereinbarung mitzuwirken. [...]

Im folgenden sollen einige Anreizsysteme in Bezug auf Wissensmanagement und deren Wirkung vorgestellt werden. In diesem Zusammenhang gehe ich u.a. auf die Problematik, wie die Valenz von Mitarbeiteraktivitäten, z.B. bei der Weitergabe und Nutzung von Wissen, ein. Weitere Aspekte stellen die Bewertung des Wissens selbst dar, also wie relevant ein Beitrag für das Unternehmen ist, sowie der, aus diesen Aktivitäten folgenden, Belohnung. 4.2.3.2 Gruppenbezogene Vergütung Wie im Kapitel 3.3.3 angesprochen kommt der Gruppe im Unternehmen, vor allem in Bezug auf Wissensmanagement, eine Sonderstellung zu. In Zusammenhang mit Anreizsystemen wurde bereits darauf eingegangen, daß die auf Leistung des Einzelnen ausgerichteten Anreizsysteme als dominierende Barriere für Wissensaufbau und –nutzung angesehen werden. Eine Möglichkeit diese zwei Erkenntnisse, orientiert am [...]

4.2.2.4 Problematik der Anreizsysteme Inwiefern Anreizsysteme möglicherweise vorhandenes intrinsisches Motivationspotential „korrumpieren“ wird in der Literatur sehr kontrovers diskutiert.221 Man spricht hier von der Korrumpierungsthese, oder auch dem Verdrängungseffekt, der eine systematische Beziehung zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation herstellt.222 Die Korrumpierungsthese besagt, daß eine leistungsabhängige Bezahlung, also eine extrinsische Belohnung, für eine aus freien Stücken gemeisterte Aufgabe, intrinsische Motivation für nachfolgende Motivationsprozesse gleicher oder ähnlicher Natur abschwächt.223 Die psychologische Ursache für diesen Verdrängungseffekt ist in der sogenannten „Überveranlassung“224 begründet. Wird einer Person, die eine Tätigkeit aus voller intrinsischer Motivation heraus ausübt, noch ein weiterer extrinsischer Anreiz hinzugefügt, sinkt die Motivation für eine nochmalige Ausführung225 der gleichen Tätigkeit.226 Auch beim Wissenstransfer muß diese Problematik berücksichtigt werden, da Potential für einen Verdrängungseffekt besteht.227 Intrinsische Motivation läßt sich nicht „erzeugen“228 und somit ist die direkte Möglichkeit der Einflußnahme auf intrinsische Anreize beschränkt.229 Es läßt sich allenfalls das Umfeld, wie z.B. die Unternehmenskultur230, derart gestalten, daß die intrinsische Motivation aktiven Wissensaustausch und –nutzung unterstützt. Aber auch die Gestaltung extrinsischer Anreize erweist sich beim Wissenstransfer vor allem aus drei Gründen als schwierig:231 • Für die Höhe einer Belohnung ist der subjektive Wert des geteilten bzw. erworbenen Wissens, der sich von außen kaum ermitteln läßt, ausschlaggebend. Erst der Wissensempfänger kann den wirklichen Wert, nach erfolgtem Transfer des Wissens, beurteilen. [...]

Arbeit zitieren:
Simon, Nicole Juni 2002: Wissensmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Knowledge Management, Balanced Scorecard, Motivation, Unternehmenskultur, Nonaka

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