Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marc Lange
- Abgabedatum: Januar 2000
- Umfang: 109 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2543-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2543-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2543-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lange, Marc Januar 2000: Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: virtual communities, Wissensmanagement, virtuelle Gemeinschaften, Knowledge Management
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Diplomarbeit von Marc Lange
Einleitung:
Virtuelle Gemeinschaften gelten in den Augen vieler als „die erfolgversprechendste kommerzielle Online-Erscheinung“. Immer mehr Unternehmen erkennen das enorme Potential, welches ihnen virtuelle Gemeinschaften in den Bereichen E-Commerce, Finanzierung, Customer Relationship Management und Wissensmanagement bieten. Auch auf Konsumentenseite steigt das Interesse an den Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten virtueller Gemeinschaften, welche für viele Menschen „das moderne Verständnis von Geborgenheit“ sind.
Die vorliegende Arbeit verdeutlicht, daß zum erfolgreichen Betrieb virtueller Gemeinschaften ein effektives Wissensmanagement erforderlich ist. Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften befaßt sich mit dem Wissen in und dem Wissen über virtuelle Gemeinschaften. Beide Ebenen der Wissensbasis virtueller Gemeinschaften müssen systematisch erschlossen und entwickelt werden, um langfristig den Nutzen der Organisatoren und der Mitglieder zu maximieren. So kann durch die Institutionalisierung eines Wissensmanagements ein Gemeinschaftswissen aufgebaut werden, welches die Attraktivität der virtuellen Gemeinschaft steigert und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil darstellt.
Im Rahmen der Arbeit werden Methoden dargestellt, mit denen ein solches Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften durchgeführt werden kann. Als Grundlage dafür dient das an der Unternehmenspraxis orientierte Modell des Wissensmanagements von Probst. Anhand der darin enthaltenen Elemente Wissensziele, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensidentifikation, Wissensbewertung, Wissens(ver)teilung, Wissensnutzung und Wissensbewahrung werden Interventionspunkte identifiziert und mögliche Maßnahmen vorgeschlagen.
Inhaltsverzeichnis:
| II. | INHALTSVERZEICHNIS | ii |
| III. | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | v |
| IV. | TABELLENVERZEICHNIS | vi |
| V. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | vii |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | DAS KONZEPT VIRTUELLER GEMEINSCHAFTEN | 3 |
| 2.1 | Begriffliche Einordnung | 3 |
| 2.2 | Merkmale virtueller Gemeinschaften | 5 |
| 2.3 | Typologie virtueller Gemeinschaften | 10 |
| 2.3.1 | Einteilung nach Benutzerstruktur | 10 |
| 2.3.1.1 | Friends-and-Family | 11 |
| 2.3.1.2 | Business-to-Consumer | 11 |
| 2.3.1.3 | Business-to-Business | 12 |
| 2.3.2 | Einteilung nach Mitgliederverhalten | 13 |
| 2.3.3 | Einteilung nach Zielsetzung | 14 |
| 2.4 | Nutzen virtueller Gemeinschaften | 16 |
| 2.4.1 | Nutzen für die Mitglieder | 16 |
| 2.4.1.1 | Befriedigung von Grundbedürfnissen | 16 |
| 2.4.1.2 | Verlagerung der Geschäftsmacht | 17 |
| 2.4.2 | Nutzen für die Betreiber | 18 |
| 2.4.2.1 | Virtuelle Gemeinschaften als Instrument des Electronic Commerce | 18 |
| 2.4.2.2 | Virtuelle Gemeinschaften als Finanzierungsinstrument | 22 |
| 2.4.2.3 | Virtuelle Gemeinschaften als Instrument des Customer Relationship Managements | 24 |
| 2.4.2.4 | Virtuelle Gemeinschaften als Instrument des Wissensmanagements | 27 |
| 3. | WISSENSMANAGEMENT IN VIRTUELLEN GEMEINSCHAFTEN | 33 |
| 3.1 | Wissen als Erfolgsfaktor virtueller Gemeinschaften | 33 |
| 3.1.1 | Der Begriff „Wissen“ | 33 |
| 3.1.2 | Wissen in der virtuellen Gemeinschaft | 36 |
| 3.1.3 | Wissen über die virtuelle Gemeinschaft | 38 |
| 3.2 | Bausteine des Wissensmanagements | 39 |
| 3.3 | Wissensziele | 42 |
| 3.3.1 | Normative Wissensziele | 42 |
| 3.3.2 | Strategische Wissensziele | 43 |
| 3.3.3 | Operative Wissensziele | 45 |
| 3.4 | Wissenserwerb | 46 |
| 3.4.1 | Wissen externer Wissensträger | 47 |
| 3.4.2 | Wissensprodukte | 48 |
| 3.4.3 | Wissen fremder Organisationen | 49 |
| 3.4.4 | Stakeholderwissen | 50 |
| 3.5 | Wissensentwicklung | 50 |
| 3.5.1 | Entwicklung von Content | 50 |
| 3.5.1.1 | Chats | 50 |
| 3.5.1.2 | Diskussionsforen | 53 |
| 3.5.1.3 | Dokumentablage | 54 |
| 3.5.1.4 | Weitere Formen der Contenterzeugung | 55 |
| 3.5.2 | Entwicklung von Mitgliederprofilen | 56 |
| 3.5.2.1 | Direkte Erfassung von Profilinformationen | 57 |
| 3.5.2.2 | Indirekte Erfassung von Profilinformationen | 58 |
| 3.5.3 | Wissensförderung | 59 |
| 3.5.3.1 | Wissensfördernde Gemeinschaftsstrukturen | 60 |
| 3.5.3.2 | Anreizsysteme zur Wissenserzeugung | 61 |
| 3.5.3.3 | Barrieren der Wissensentwicklung | 63 |
| 3.6 | Wissensidentifikation | 65 |
| 3.6.1 | Knowledge Discovery | 65 |
| 3.6.1.1 | Benutzergetriebene Instrumente | 66 |
| 3.6.1.2 | Datengetriebene Instrumente | 67 |
| 3.6.2 | Wissensvisualisierung | 68 |
| 3.7 | Wissensbewertung | 69 |
| 3.7.1 | Bewertung des Wissens in der virtuellen Gemeinschaft | 70 |
| 3.7.2 | Bewertung des Wissens über die virtuelle Gemeinschaft | 71 |
| 3.8 | Wissens(ver)teilung | 72 |
| 3.8.1 | Wissensangebot | 73 |
| 3.8.2 | Wissensnachfrage | 74 |
| 3.8.2.1 | Personalized Content Filtering | 74 |
| 3.8.2.2 | Rules Based Matching | 75 |
| 3.8.2.3 | Automated Collaborative Filtering | 75 |
| 3.9 | Wissensnutzung | 76 |
| 3.9.1 | Nutzung des Wissens in der virtuellen Gemeinschaft | 76 |
| 3.9.2 | Nutzung des Wissens über die virtuelle Gemeinschaft | 78 |
| 3.10 | Wissensbewahrung | 79 |
| 3.10.1 | Wissensselektion | 79 |
| 3.10.2 | Wissensspeicherung | 80 |
| 3.10.2.1 | Individuelle Wissensspeicherung | 80 |
| 3.10.2.2 | Kollektive Wissensspeicherung | 80 |
| 3.10.2.3 | Elektronische Wissensspeicherung | 80 |
| 3.10.3 | Wissensaktualisierung | 81 |
| 4. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 82 |
| VI. | LITERATURVERZEICHNIS | viii |
| VII. | VERZEICHNIS DER GESPRÄCHSPARTNER | xvii |
| VIII. | ANHANG | xviii |
Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften Wissens(ver)teilung untersucht, wie ausgewähltes Wissen weitergegeben und nutzbar gemacht werden kann. Der produktive Einsatz organisationalen Wissens – Ziel und Zweck des Wissensmanagements – ist Gegenstand des Bausteins Wissensnutzung. Wissensbewahrung beinhaltet Prozesse zur Selektion, Speicherung und Aktualisierung des bewahrungswürdigen Wissens sowie zur Elimination nicht mehr benötigten Wissens. Der Baustein Wissensbewertung befaßt sich schließlich mit der Messung der vorgegebenen Wissensziele, um die Qualität und den Erfolg eines Wissensmanagements bewerten zu können. Das Konzept der Wissensbausteine stellt einen pragmatischen Ansatz dar, da diese die Wissensmanagementprozesse in logische Phasen strukturieren, ein handlungsorientiertes Raster zur Einordnung wissensrelevanter Probleme und deren Ursachen liefern und somit Ansatzpunkte für Interventionen eröffnen.149 Dieses Modell wird daher im weiteren Verlauf der Arbeit als Analyserahmen verwendet. So werden im Folgenden die einzelnen Wissensbausteine im Kontext virtueller Gemeinschaften näher betrachtet. Die Reihenfolge entspricht dabei dem Szenario einer neu gegründeten virtuellen Gemeinschaft, die noch über keine organisationale Wissensbasis verfügt. Nach der Zielformulierung wird daher zuerst der externe Wissenserwerb, dann die interne Wissensentwicklung betrachtet. Es folgt die Identifikation des so gewonnenen Wissens und dessen Bewertung. Anschließend werden die Wissens(ver)teilung und die Wissensnutzung betrachtet, abschließend die Wissensbewahrung. [...]
Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften higkeiten und Kompetenzen, die ein Individuum zur Ausführung von Aufgaben verwendet, repräsentieren.121 Explizites Wissen („disembodied knowledge“) ist außerhalb der Köpfe einzelner Personen in Medien gespeichert. Es ist beschreibbares, verbalisierbares, zeitlich stabiles Wissen, welches standardisiert, strukturiert und methodisch in sprachlicher Form abgelegt werden kann (beispielsweise in Datenbanken, Patenten, Produktbeschreibungen etc.).122 Des weiteren wird zwischen individuellem und kollektivem Wissen unterschieden.123 Individuelles Wissen ist privates Wissen und somit nur für einzelne Individuen zugänglich, wohingegen kollektives Wissen mehreren Personen zur gleichen Zeit zugänglich oder in mehreren Gruppen gleichzeitig enthalten ist.124 Neues Wissen entsteht durch Wechselwirkungen zwischen implizitem und explizitem Wissen.125 Nonaka beschreibt diesen Prozeß der „Wissenskonvertierung“126 durch vier Grundmuster, die in dynamischer Interaktion miteinander verbunden sind und als „Wissensspirale“ bezeichnet werden:127 Durch Sozialisation wird implizites Wissen zwischen zwei Personen ausgetauscht, z.B. durch Zusammenarbeit und Beobachtung. Das Gelernte wird so Teil des eigenen impliziten Wissens. Dieses wird durch Externalisierung in explizites Wissen umgewandelt, z.B. durch Erstellung eines Konzepts. Kombination erzeugt neues explizites Wissen durch Zusammensetzung bereits bekannten expliziten Wissens, z.B. durch Teamarbeit. Im Rahmen der Internali- [...]
Der Begriff „Wissen“ wird je nach Fragestellung und eigenem Vorverständnis von Praktikern und Wissenschaftlern unterschiedlich definiert.113 Oftmals wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch keine klare Trennung zwischen Zeichen, Daten, Informationen und Wissen vorgenommen. Diese Begriffe können jedoch in einer Hierarchie zueinander in Beziehung gesetzt werden:114 So sind Zeichen als kleinstmögliche Datenelemente auf der untersten Stufe der Begriffshierarchie angesiedelt. Daten entstehen, wenn einzelne Zeichen oder Zeichenfolgen durch Syntaxregeln miteinander verbunden werden. Aus Daten werden Informationen, wenn sie in den Kontext eines Problemzusammenhangs gestellt und somit um eine semantische Dimension erweitert werden. Durch zweckorientierte Vernetzung von Informationen können diese in einem bestimmten Handlungsfeld genutzt werden, welches als Wissen bezeichnet wird.115 Die Komplexität des Begriffs Wissen wird durch die Definition von Davenport deutlich: „Knowledge is a fluid mix of framed experience, values, contextual information, and expert insight that provides a framework for evaluating and incorporating new experiences and information. It originates and is applied in the minds of knowers. In organizations, it often be113 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832425432
Arbeit zitieren:
Lange, Marc Januar 2000: Wissensmanagement in virtuellen Gemeinschaften, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
virtual communities, Wissensmanagement, virtuelle Gemeinschaften, Knowledge Management



