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Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung

Notwendigkeiten, Konzepte und Perspektiven

Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jacqueline Schmidt
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 159 Seiten
  • Dateigröße: 5,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Fachhochschule Wildau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6536-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6536-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6536-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Jacqueline Januar 2003: Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Intranet, Verwaltung

Diplomarbeit von Jacqueline Schmidt

Einleitung:

Unser Leben ist geprägt von schnellen Veränderungen, die immer wieder zu neuen technologischen Entwicklungen führen, die wir anfangs oft ablehnen, aber später nicht missen wollen. Auf diese Weise entwickelten wir uns von der Industrie- zur Dienstleistungs-, Informations- und Wissensgesellschaft. Wer in dieser Zeit der anwachsenden Wissensbestände und der zunehmenden Informationsflut Sieger im Wettbewerb um Zeit, Informationen und Wissen sein möchte, muss mit dem Erfolgsfaktor Wissen richtig umgehen können. Aus diesem Bestreben heraus, Wissen zu ihrem Vorteil einsetzen zu können, bedienten sich zunächst global agierende Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationsbranche der Instrumente des Wissensmanagements.

Aber Wissensmanagement ist nicht erst in den letzten Jahren entstanden, denn bereits in der Steinzeit wurde Wissen um Jagdmethoden, Nahrungssuche und Arbeitstechniken gesammelt und an die Nachkommen weitergegeben. Ohne diese Wissensvermittlung von Generation zu Generation wäre die Entwicklung der Menschheit bis zum heutigen Stand nicht möglich gewesen.

Nun wäre es ein Irrtum zu glauben, dass Wissensmanagement nur in internationalen Technologieunternehmen, in mittelständischen Unternehmen sowie in kleinen Unter-nehmen anzusiedeln ist. Gerade die Verwaltung stellt mit rund 4,2 Millionen Beamten, Angestellten und Arbeitern bundesweit, ihren Aufgaben sowie ihren Funktionen eine weitaus größere Notwendigkeit für das Management von Wissen dar, denn Verwaltungsarbeit ist zugleich Wissensarbeit. Leider hat sich der private, aber auch öffentliche Sektor bis zum heutigen Zeitpunkt nur gering mit dem Thema Wissensmanagement in der Verwaltung auseinandergesetzt, so dass nur wenige Lösungsansätze vorhanden sind. In diesem Kontext und aus der bis heute kaum berücksichtigten ministeriellen Verwaltungsarbeit entstand die Motivation das Thema Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung im Rahmen der Diplomarbeit zu untersuchen.

Ziel dieser Arbeit ist es zum einen, die Notwendigkeit von Wissensmanagement in der ministeriellen Verwaltung zu begründen, und zum anderen erste Lösungsansätze vorzustellen, um als Ergebnis eine Leitidee für einen Wissensmanagementansatz zu entwickeln.

Die gewonnenen Erkenntnisse beruhen auf einer Befragung in der Berliner Verwaltung sowie einer zweiten Befragung in den IT Stellen der Bundesministerien und Berliner Senatsverwaltungen.

Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

- Welches Wissen und welche Informationen benötigen die MitarbeiterInnen der Ministerialverwaltung bei ihrer täglichen Arbeit?

- Welche vorhandenen Quellen benutzen die MitarbeiterInnen, um ihre benötigten Informationen und Wissen zu erhalten?

- Inwieweit sind die MitarbeiterInnen in der Verwaltung bereit, ihr Wissen weiterzugeben?

- Wie ist der Stand von Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung?

- Hat Wissensmanagement in der ministeriellen Verwaltung eine Zukunft?

Gnag der Untersuchung:

Der Aufbau der vorliegenden Diplomarbeit gliedert sich in zehn Kapitel.

Nach der Einführung stellt das zweite Kapitel die theoretischen und inhaltlichen Grundlagen des Wissensmanagements vor. Hier werden die Begriffe Wissen und Wissensmanagement umfassend erläutert.

Im dritten Kapitel werden zum Verständnis des Umfelds der Ministerialverwaltung einige Grundlagen dargelegt. Daraus ergeben sich im vierten Kapitel die Notwendigkeiten des Wissensmanagements in der Ministerialverwaltung. Dieser Theorieteil bildet die Grundlage für die darauf folgenden praktischen Inhalte der Diplomarbeit, die sich an den Durchführungen der Befragungen orientieren.

Im fünften Kapitel wird anhand erster Projekte und Vorhaben dargestellt, inwieweit sich die Thematik auf Bundes-, und Landesebene integriert hat. Nach dieser Bestandsanalyse folgt die Bedarfsanalyse in der Berliner Ministerialverwaltung. Mit Hilfe eines Fragebogens wurde ermittelt, welches Wissen und welche Informationen benötigt werden, inwieweit Wissensmanagement für die MitarbeiterInnen eine Rolle spielt und welche Probleme, Vorstellungen und Wünsche sich von Seiten der MitarbeiterInnen aufzeigen. Im Anschluss wird am Beispiel der Abteilung Stadt- und Freiraumplanung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Etablierung von Wissensmanagement vorgestellt. Im Vergleich dazu wird eine zweite Abteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beschrieben, die den Wissensmanagementansatz der Stadt- und Freiraumplanung übernehmen möchte. Aus den Resultaten der Befragungen beider Abteilungen und der Bedarfsanalyse ist dann ein Konzept für Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung entstanden, welches im letzten Kapitel der Arbeit vorstellt wird.

Abschließend wird zusammenfassend beurteilt, welche Perspektive Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung hat.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Anlagenverzeichnis VIII
Glossar IX
Vorwort X
1. Einführung 1
1.1 Zielsetzung der Untersuchung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Theoretische Grundlagen des Wissensmanagements 3
2.1 Was ist Wissen? 3
2.1.1 Abgrenzung zwischen Daten, Informationen und Wissen 5
2.1.2 Formen der Wissensspeicherung 6
2.2 Was ist Wissensmanagement? 9
2.2.1 Ziele des Wissensmanagements 12
2.2.2 Bausteine des Wissensmanagements 13
2.2.3 Instrumente des Wissensmanagements 16
3. Die Ministerialverwaltung 24
3.1 Aufbau und Organisation 24
3.2 Informations- und Wissensarten der Ministerialverwaltung 25
3.3 Verwaltungskultur 28
3.4 Wandel der Verwaltung 29
4. Notwendigkeiten von Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung 31
5. Bestandsanalyse: Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung 33
5.1 Wissensmanagement auf der Bundesebene 35
5.1.1 Informations- und Wissensmanagement im Bundesverwaltungsamt 35
5.1.2 Vorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 36
5.1.3 Wissensmanagement im Bundesministerium für Arbeit 37
5.1.4 Vorhaben des Bundesministeriums für Umwelt 37
5.1.5 Vorhaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft 38
5.1.6 Wissensmanagement im Bundesamt für Finanzen 38
5.2 Wissensmanagement-Projekte am Beispiel einiger Bundesländer 38
5.2.1 Projekte im Finanzministerium und im Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen 38
5.2.2 Wissensmanagement in der Verwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg 39
5.2.3 Wissensmanagement in der Senatsverwaltung für Justiz und in der Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin 39
5.3 Gesamteinschätzung: Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung 39
6. Bedarfsanalyse: Wissensmanagement in der Berliner Verwaltung 41
6.1 Untersuchungsmethodik und Befragungsumfang 41
6.2 Fragebogenerstellung 42
6.3 Untersuchungsfragen 42
6.4 Pretest und Fragebogen-Feedbacks 43
6.5 Auswertung, Analyse und Interpretation der Befragungsergebnisse 43
7. Die Etablierung von Wissensmanagement am Beispiel der Abteilung Stadt- und Freiraumplanung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin 48
7.1 Aufbau und Organisation der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin 48
7.2 Die Abteilung Stadt- und Freiraumplanung 50
7.3 Anlass und Zielsetzung für die Einführung von Wissensmanagement 51
7.4 Umsetzung des Wissensmanagement-Projektes 52
7.5 Nutzen für die Abteilung als Organisation und für die MitarbeiterInnen 56
7.6 Konsequenzen der Etablierung des Wissensmanagement Projektes 57
7.7 Mitarbeiterbefragung zum abteilungsinternen Intranetangebot 57
7.7.1 Durchführungsmethodik und Befragungsumfang 57
7.7.2 Darstellung der Untersuchungsergebnisse 58
7.8 Ausblick 64
8. Die Planung einer Etablierung von Wissensmanagement am Beispiel der Abteilung Städtebau und Projekte (II) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin 65
8.1 Die Abteilung Städtebau und Projekte 65
8.2 Anlass und Zielsetzung der Befragung in der Abteilung II 65
8.3 Durchführungsmethodik und Befragungsumfang 65
8.4 Auswertung und Interpretation der Befragungsergebnisse 66
9. Konzept für ein Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung 69
9.1 Vorgehensmodell für Wissensmanagement-Projekte 69
9.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 72
9.3 Wissensmanagement-Lösungsvorschläge für die Ministerialverwaltung 74
10. Perspektiven des Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung 84
Anlagen
Literaturverzeichnis XII
Eidesstattliche Erklärung XVI
Inhaltsverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ein derartiges Intranetangebot muss stets gepflegt werden, da es sonst an Nutzen und Wert für alle Beteiligten verliert. DieMitarbeiterInnen erwarten immer aktuelle und transparente Informationen, die eine geplante, regelmäßige und abgestimmte Pflege mit entsprechendem qualifiziertem Personal voraussetzt. Die erhöhte Abhängigkeit der Arbeitsfähigkeit von der Lauffähigkeit technischer Systeme erfordern allerdings entsprechende Sicherheits- und Sicherungskonzepte. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich das Informationsangebot und die Informationsnachfrage der MitarbeiterInnen verändern kann. Dies führt zu einer wiederholten Informationsanalyse und bewertung, die stets berücksichtigt werden sollte. In diesem Zusammenhang ist die in der Abteilung I durchgeführte Befragung eine erste Maßnahme zur Erfolgskontrolle und Qualitätssicherung. Die Befragung sollte zum einen zur Überprüfung des gewählten Ansatzes und zum anderen der Diplomarbeit dienen, da dieses Projekt innerhalb der Berliner Verwaltung das einzige ist, welches bereits konkrete Umsetzungsschritte vorzuweisen hat. [...]

„Die Vorzüge der „Wissenslandkarte“ als Intranetlösung lassen sich in folgenden Stichpunkten zusammenfassen: Sämtliche relevante Informationen für die Mitarbeiter werden in einem Medium bereitgestellt und Medienbrüche weitgehend vermieden. Durch Vereinheitlichung der Plattform für die Informationsbereitstellung (Intranet) wird die Zugänglichkeit und Nutzung von Informationen drastisch vereinfacht. Eine Informationsrecherche und -nutzung ist nicht mehr allein personenabhängig und dialogbasiert, nicht mehr synchron, sondern auch asynchron möglich. Informationen sind fast vollständig ihrer technischen Komponente entkleidet und damit inhaltlich/ thematisch zugänglich. Dadurch ist das Niveau des technischen Verständnisses von Mitarbeitern nicht mehr ausschlaggebend für das Auffinden/ Nutzen von Informationen. Der Zugang zu querschnittsbezogenen Informationsmedien (Bibliotheken, Literatur-/ Bilddatenbanken) wird strukturiert für die Nutzer zugänglich gemacht. Alle relevanten öffentlichen Bürokommunikationsdienste (Sitzungsräume, Terminkalender, Urlaubsplaner etc.) sind integriert. Durch Standardisierung der Organisations- und Informationsstruktur ist das Niveau der Nutzung von Informationstechnik durch den hohen Aufwand für die Mitarbeiter deutlich gehoben worden. Durch eine weitest gehende Vereinheitlichung der Software-Ausstattung für alle Mitarbeiter können technische Probleme, die für Mitarbeiter u.U. unüberbrückbare Barrieren darstellen, minimiert werden. Informationen, deren Bereitstellung mit den herkömmlichen Vertriebsformen nicht leistbar war, können nun bereitgestellt werden. Die Informationsbereitstellung, -recherche und -nutzung ist deutlich verbessert worden. Die Aktualität und Transparenz von Informationen wird deutlich erhöht. Informationsstruktur wie auch vorhandene Informationsdefizite werden durch die „Wissenslandkarte“ transparent.“ 94 [...]

Abb.26: Intranetauftritt der Abteilung I der SenStadt91 Die Abbildung 26 verdeutlicht noch einmal, dass „zu einem Wissensgebiet die relevanten Fundstellen (Quellen, Dokumente, Links, Veröffentlichungen), die Wissensträger als Ansprechpartner, bedeutsame externe Wissensträger außerhalb der Abteilung als Kontakte sowie für eine Suchmaschine geeigneten Schlagworte oder Suchbegriffe in einer Themenseite zusammengetragen worden“92 sind. Diese Art der Umsetzung resultiert aus der Idee der Wissenslandkarte. Die Themenseiten dienen somit nicht zur vollständigen Abbildung eines Themas sondern skizzieren dieses nur. Sofern im größeren Umfang Inhalte zu den Themen angeboten werden, erfolgt dies durch Bereitstellung der Inhalte in Medien/ Formaten, die durch die jeweiligen Sachbearbeiter bearbeitet werden können. „So werden Inhalte, Texte, Diagramme, Grafiken mit den üblichen Verarbeitungsprogrammen (MS Word) durch den zuständigen Mitarbeiter im Rahmen seiner Aufgabenwahrnehmung bearbeitet und in einem dem gedachten Nutzerkreis zugänglichen Laufwerk bereitgestellt. Eine aufwendige Anpassung der Themenseiten ist dabei erforderlich, da die Einbindung der die Information enthaltenen Datei über einen Verweis (Hyperlink) erfolgt. Der Aktualisierungsaufwand für die Themenseiten lässt sich durch diese Vorgehensweise stark reduzieren. In diesem Zusammenhang sind mit dem Aufbau der „Wissenslandkarte“ die dateibasierten Laufwerke der Abteilung neu strukturiert worden. Demnach ist die in der „Wissenslandkarte“ skizzierte thematische Struktur exakt im Ordnersystem der Abteilungslaufwerke abgebildet, so dass sich bei einer [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Jacqueline Januar 2003: Wissensmanagement in der Ministerialverwaltung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Intranet, Verwaltung

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