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Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis

Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Ertl
  • Abgabedatum: März 2001
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 576,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4443-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4443-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4443-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ertl, Markus März 2001: Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Einführung, Implementierung, Knowledge Management, Wissen, Wissensmanagement

Diplomarbeit von Markus Ertl

Einleitung:

Die Bedeutung des Wissensmanagements wird heute nicht mehr in Frage gestellt. Betrachteten in einer Studie der Cranfield School of Management im Jahr 1997 noch 47% der Befragten Wissensmanagement nur als kurzlebige Modeerscheinung, waren es in einer Studie der KPMG 1998 nur noch 2%. In aktuellen Studien finden sich nicht mal mehr Fragen zur Berechtigung des Wissensmanagements. Praktiker und Wissenschaftler sind sich einig, dass effektives Wissensmanagement nachhaltig zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führen kann. Dazu beigetragen haben sicherlich auch eine Flut von Veröffentlichungen, Zeitschriften, die sich ausschließlich mit Wissensmanagement beschäftigen, Bücher, die Wissensmanagement wissenschaftlich oder als Philosophie betrachten und nicht zu vergessen die zahllosen Internet-Seiten, die Wissensmanagement thematisieren. Bei der Beschäftigung mit diesem Thema fällt auf, dass fast jeder Autor bemüht ist, seinen eigenen Ansatz zum Wissensmanagement zu entwickeln. Zurückzuführen ist das schon allein darauf, dass es nicht die eine Definition für Wissen gibt und somit fast jeder Ansatz auf einer anderen Grundlage aufbaut. So konzentrieren sich Wissenschaftler beim Management der Ressource Wissen auf das Individuum, andere auf die Technik, wieder andere unterscheiden zwischen Prozessen und Produkten.

Der Praktiker, also der Nutzer des Wissensmanagements, wird dabei jedoch oft außer acht gelassen. Wichtig für ihn ist, dass das Wissensmanagement-Konzept durch ein Instrumentarium praktischer Methoden ergänzt ist, so dass es auch praktisch eingesetzt werden kann und insbesondere auch, dass das Konzept in der vorliegenden Form im Unternehmen implementierbar ist und eine Anleitung zur Implementierung enthält. Untersucht man die Wissensmanagement-Ansätze dahingehend, nimmt die Anzahl geeigneter Konzepte deutlich ab. Bei zehn von North ausgewählten Wissensmanagement-Konzepten finden sich so gerade mal zwei, die ein Implementierungsmodell anbieten. Eine aktuelle Studie der KPMG bestätigt das Dilemma vieler Unternehmen, die bereits eine Wissensmanagement-Initiative gestartet haben. Nur 26% dieser Unternehmen sind bereits in der Implementierungsphase. Alle anderen befinden sich noch in der Planungs-Phase und analysieren u.a. Organisationsstrukturen und Wissenspotentiale. Laut KPMG ein Anzeichen, dass viele Unternehmen unschlüssig sind, wie und wo sie mit Wissensmanagement beginnen sollen.

Das ist sicher ein erfreuliches Ergebnis für die KPMG und andere Unternehmensberatungen, die sich diesen Mangel an praxistauglichen Wissensmanagement-Ansätzen in der wissenschaftlichen Literatur zu nutze machen wollen, aber nur ein schwacher Trost für viele Praktiker. Um diesem Defizit in der wissenschaftlichen Literatur entgegenzutreten, beschäftigt sich diese Arbeit explizit mit der Implementierung von Wissensmanagement und betrachtet sowohl die wissenschaftliche, theoretische Seite, als auch die praktische Seite, in Form der Vorgehensweise eines deutschen Automobilherstellers bei der Einführung ihres Wissensmanagements. Dabei soll aber nicht, wie eben geschehen, wissenschaftlich mit theoretisch unreflektiert gleichgesetzt werden. Zur Entwicklung ihrer Implementierungs-Modelle verwenden viele Autoren einen Action-Research-Ansatz und erarbeiten an realen Problemstellungen in Zusammenarbeit mit Unternehmen ihre Konzepte. Gerade bei Fragen der Implementierung ist Praxisorientierung essentiell, da die Konzepte direkt im Unternehmen umgesetzt werden sollen. Ein Vergleich mit der tatsächlichen Vorgehensweise in der Praxis eines erfolgreichen Automobilherstellers soll zeigen, inwieweit Implementierungsmodelle tatsächlich in der Praxis Verwendung finden oder ob hier andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Der Mangel an praxistauglichen Implementierungsansätzen im Wissensmanagement 1
1.1 Einführung 1
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 3
2. Wissen und Wissensmanagement - Terminologische Grundlagen 4
2.1 Abgrenzung des Wissensbegriffs 4
2.2 Wissensmanagement 7
2.2.1 Technikorientierung vs. Humanorientierung 8
2.2.2 Modelle zum Management des Wissens 9
3. Wissensmanagement-Implementierung in der Literatur 14
3.1 Umsetzung des Baustein-Modells in die Praxis 14
3.2 Weiterführung des Baustein-Modells 18
3.3 Implementierung aus technologischer Sicht: Das Phasenmodell 21
3.4 Das Wissensmarkt-Konzept bei der Implementierung 25
3.4.1 Evaluierung des Ist-Zustandes 26
3.4.2 Das Wissensmarkt-Konzept 29
3.4.3 Vier Einführungspfade des Wissensmanagements 31
3.5 Knowledge Management Building Blocks 34
3.5.1 Das Baustein-Modell nach Wiig 34
3.5.2 Ein beispielhaftes Einführungs-Programm 37
3.6 Wissensmanagement-Implementierung in Klein- und Mittelbetrieben 41
3.7 Wissensmanagement für die Automobilindustrie 47
3.8 Vergleich der vorgestellten Implementierungs-Ansätze 51
3.8.1 Der Wissensmanagement-Ansatz 54
3.8.2 Wissensmanagement-Ziele 54
3.8.3 Vorgehensweise bei der Implementierung 56
3.8.4 Die Rolle des Wissensmanagers 59
3.8.5 Die Unternehmenskultur 60
3.8.6 Das implizite Wissen 61
4. Wissensmanagement-Implementierungbei der AUTO AG 63
4.1 Das Wissensmanagement-Verständnis bei AUTO 63
4.2 Implementierung des Wissensmanagements bei der AUTO AG 65
4.2.1 Vorgehensweise 65
4.2.2 Elemente des Wissensmanagements 66
4.3 Bewertung der Vorgehensweise der AUTO AG 68
4.3.1 Technologischer Ansatz 69
4.3.2 Ganzheitlicher Ansatz 70
5. Fazit 73

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis Abträglichkeit für ein effektives Wissensmanagement. Letztendlich bleibt es aber auch bei ihm bei der Aussage, daß nur durch ein Commitment der Unternehmensleitung, langfristig eine Änderung herbeigeführt werden kann.82 Die Implementierung des Wissensmanagements ist mit diesem Programm nicht abgeschlossen. Allein die Installierung des Anreiz-Systems kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Weitere Bausteine müssen eingeführt werden, bis das Unternehmen schließlich von sich behaupten kann, „wissensorientiert“ zu sein. Das Modell von Wiig, betrachtet man alle 16 Bausteine, ist sicher eines der komplexesten, aber auch der vollständigsten Modelle. So werden nahezu alle Probleme thematisiert und schematisch dargestellt, was zu zahlreichen Verknüpfungen und Verbindungen innerhalb des Modells führt. Wiig betont die Bedeutung der Unternehmensleitung und will gleich zu Beginn des Wissensmanagement-Programms deren Commitment für ein umfassendes Wissensmanagement herbeiführen. Das ist verständlicherweise komplizierter, als die Unternehmensleitung durch kleine Erfolge langsam von der Wichtigkeit des Wissensmanagement zu überzeugen. Das Implementierungsmodell von Wiig ist wohl als Schlußpunkt seiner Bücher-Serie über Wissensmanagement zu verstehen.83 Zusammen mit seinen anderen Werken, die ausführliche Beschreibungen verschiedenster Methoden enthalten, ist eine Implementierung durch einen Praktiker durchaus vorstellbar. [...]

Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis Return on Investment, oder anderen Kennzahlen darzustellen. Dies endet in einer Liste bewerteter, potentieller Wissensmanagement-Aktivitäten, die im nächsten Schritt in eine Reihenfolge gebracht werden müssen. Diese Rangordnung ist die Basis für die Auswahl der Projekte, die zuerst gestartet werden und solcher, die erst später in Angriff genommen werden. Unter Berücksichtigung der Unternehmensziele, an erster Stelle meist Gewinnmaximierung, darunter aber auch Unterziele, wie z. B. der Ausbau der Wissensmanagement-Aktivitäten, muß die Reihenfolge der Implementierung, Beziehungen zwischen den Wissensmanagement-Bausteinen und auch die Verteilung der Ressourcen festgelegt werden. Wissenstransfer-Programme sind in den meisten Unternehmen bereits vorhanden. Oft sind diese jedoch unkoordiniert und wenig effektiv. Wiig schlägt deswegen integrierte und systematische Wissenstransfer-Programme vor, um Wissen koordiniert sammeln, restrukturieren, speichern und verteilen zu können.81 Dieses Programm soll als Schaubild illustriert werden, das alle Wissens-Funktionen (u.a. Lessons Learned Programm, Expertennetzwerke) mit ihren Verbindungen darstellt. Da Wiig eine sehr detaillierte Darstellung propagiert, reicht natürlich ein Schaubild nicht aus, vielmehr müssen viele UnterDiagramme erstellt werden. Der letzte Baustein des Modells heißt „Construct Incentive Programs“. Obwohl er der unterste auf der Darstellung ist, ist er gleichwohl einer der wichtigsten neben dem Element „Managament Buy-In“. Wie die Pfeile darstellen kann bereits mit der Umsetzung begonnen werden, nachdem die Zustimmung der Unternehmensleitung vorliegt, und es sollte spätestens begonnen werden, nachdem die Wissenslandkarte einen Bedarf an Anreizsystemen festgestellt hat. Wie unter Punkt 13 beschrieben, sollen Anreizsysteme die Mitarbeiter dazu bringen intelligent zu handeln. Faktoren, die das Verhalten der Mitarbeiter beeinflussen sind vielfältig, einer davon ist die Unternehmenskultur. Wiig beschreibt unterschiedliche Bestandteile der Unternehmenskultur bezüglich der Zu- oder [...]

Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis sammenhängenden Struktur, unter Berücksichtigung der Wissensmanagement-Vision. Sie ist zum einen bei der Einführung wichtig, um Lösungen zu finden, die auf die aktuelle Situation zugeschnitten sind, andererseits dient sie dazu, im Unternehmen Verständnis und Engagement für das Wissensmanagement zu schaffen. Die Bestandteile einer Wissensmanagement-Strategie sind die Ziele des Wissensmanagements und wie diese Ziele die Entwicklung des Unternehmens fördern, außerdem die Wissensmanagement-Vision und wie die Strategie die Vision umsetzen kann. Das Erstellen der Wissenslandkarte hat bereits viele Ansatzpunkte im Unternehmen aufgezeigt, bei denen mit Wissensmanagement-Projekten begonnen werden könnte. Die Einführung von Wissensmanagement krankt oft daran, daß mit dem nächstgelegenen Projekt begonnen wird, ohne sicherzustellen, daß tatsächlich alle Möglichkeiten in Betracht gezogen wurden. Aus diesem Grund folgt nochmals eine Erhebungsphase („KM Alternatives Definition“), bei der versucht wird neue, potentielle WissensmanagementAktivitäten zu finden. Das Ziel ist am Ende eine Liste mit einer Vielzahl realistischer Ansatzpunkte zu haben, aus denen dann die rentabelsten ausgewählt werden können. Dies geschieht im nächsten Schritt, bei der „Benefit-Cost-Risk Analysis“. Mögliche Effekte, Gewinne, Kosten und Risiken der Einführung von WissensmanagementAktivitäten werden durchleuchtet. Das grundsätzliche Problem ist die Schwierigkeit den Erfolg des Wissensmanagements zu messen. Viele Unternehmen versuchen deshalb, anhand von Kausalketten die Auswirkungen der Wissensmanagement-Aktivitäten darzustellen.80 Aufgrund der Einfachheit und der Ungenauigkeit der Aussagen (z. B. „Reduzierung der Betriebskosten“) sind die Ergebnisse aber wenig nützlich. Wiig empfiehlt deswegen eine Darstellungsweise, bei der die drei Dimensionen Unternehmenstätigkeit, Produkte/Dienstleistungen und Kunden in einem qualitativen Zusammenhang berücksichtigt werden. Zusätzlich müssen jedoch auch „klassische“ quantitative Gewinn- und Kostenanalysen durchgeführt werden um Auswirkungen auf das Nettogeldvermögen, den [...]

Arbeit zitieren:
Ertl, Markus März 2001: Wissensmanagement-Implementierung in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Einführung, Implementierung, Knowledge Management, Wissen, Wissensmanagement

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