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Wissensbilanzen zur Unterstützung von Rating und als Lösung für Probleme bei der Kreditvergabe

Wissensbilanzen zur Unterstützung von Rating und als Lösung für Probleme bei der Kreditvergabe
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kristin Lachmann
  • Abgabedatum: März 2012
  • Umfang: 126 Seiten
  • Dateigröße: 5,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Technische Fachhochschule Wildau Deutschland
  • Bibliografie: ca. 37
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-3028-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lachmann, Kristin März 2012: Wissensbilanzen zur Unterstützung von Rating und als Lösung für Probleme bei der Kreditvergabe, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wissensbilanz, Rating, Kreditvergabe, Unternehmenskrise, Ratingprozess

Diplomarbeit von Kristin Lachmann

Einleitung:

Unsere Wirtschaft setzt sich vor allem aus kleinen und mittleren Unternehmen zusammen. Gerade diese Unternehmen müssen auf die ständigen Veränderungen der Märkte schnell und angemessen reagieren. Informationen werden immer wichtiger und viele Unternehmen brauchen diese auf einen Blick, um sich schnell auf Trends oder aktuelle Umsatzzahlen einstellen zu können. Dazu benötigen sie zum einen die reinen Finanzkennzahlen und zum anderen das ‘Intellektuelle Kapital’. Jedoch kann dieses Kapital nur schwer mit genauen Zahlen belegt werden und das erschwert die Bewertung für Kreditinstitute. Daher wurde zur Steuerung des ‘Intellektuellen Kapitals’ die Bewertungsmethode ‘Wissensbilanz’ entwickelt. Bei der Bewertung von Unternehmen hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit, so also beim Rating, geht man davon aus, dass ein Unternehmen aus greifbaren und nicht greifbaren Faktoren besteht, die bewertet werden müssen. Dabei wird dem ‘Intellektuellen Kapital’ momentan noch unzureichend Beachtung geschenkt, obwohl es einen erheblichen Teil des Erfolgs der Unternehmen ausmacht und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens darstellt. Dieses Problem wurde auch durch die Kreditvergaberichtlinie Basel II angegangen. Denn seit 2007 ist ein Rating für die Kreditvergabe notwendig und Kreditinstitute dürfen dabei nicht nur quantitative Faktoren, wie die Jahresabschlusskennzahlen, sondern müssen auch qualitative Faktoren, wie die Managementqualifikation in ihre Beurteilung einbeziehen und je nach Bonität und der damit verbundenen Ausfallwahrscheinlichkeit der Kreditnehmer den Kredit mit mehr oder weniger Eigenkapital unterlegen bzw. sichern. Jedoch stellt die Beurteilung der Bonität für kleine und mittlere Unternehmen ein Problem dar, denn sie verfügen nicht über ausreichende Transparenz und erhalten dadurch schlechter Kreditkonditionen. Wissensbilanzen können diesbezüglich helfen. Denn es gilt je transparenter ein Unternehmen sein ‘Intellektuelles Kapital’ darstellt, desto weniger Schwierigkeiten hat es bei der Kreditaufnahme. Außerdem fallen die Kreditkosten häufig geringer aus, da die Wissensbilanz Kreditinstituten eine bessere Entscheidungsgrundlage bietet und Offenheit ausstrahlt. Zumal eine Kreditbeziehung seit jeher mit Vertrauen verbunden ist, denn die Bezeichnung Kredit ist von dem lateinischen Begriff ‘credere’ abgeleitet und bedeutet Vertrauen.

Die Ausarbeitung soll einen Einblick in die Themen Rating und Wissensbilanzen geben und die Frage beantworten, ob die Wissensbilanz integriert werden und zur Verbesserung eines Ratings beitragen kann. Dazu wird im Folgenden der Begriff Rating, sowie der Begriff Wissensbilanz und deren Verfahren detailliert dargestellt und erläutert. Insbesondere der interne Ratingansatz der Kreditinstitute spielt in Deutschland eine wichtige Rolle, da hier nur verhältnismäßig wenige Unternehmen ein externes Rating aufweisen können. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfahren werden dargelegt und die Integration der Wissensbilanz in den Ratingprozess anhand von ausgearbeiteten Erkenntnissen untersucht. Dabei soll herausgestellt werden, ob die Wissensbilanz Ängste vieler Unternehmen nehmen kann und die Einbeziehung des Verfahrens Vorteile bietet.

Diese Arbeit richtet sich an die Unternehmensleitung kleiner und mittlerer Unternehmen, sowie Kreditinstitute. Sie soll den Unternehmen das Rating näherbringen, die berücksichtigten Kriterien und den Ablauf erläutern, sowie die positiven Auswirkungen der Verwendung einer Wissensbilanz darstellen. Zudem soll die Ausarbeitung auch unter dem Aspekt durchgeführt werden, den Kreditinstituten die Wichtigkeit der qualitativen Faktoren aufzuzeigen, um eine Veränderung im internen Ratingverfahren hervorzurufen.

Ziel der Arbeit ist es, die Bewertung der qualitativen Kriterien des Ratingverfahrens durch die Integration der Wissensbilanz zu vereinfachen und genauer darzustellen. Insbesondere sollen kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen werden, sich richtig auf das Rating vorzubereiten. Damit sie schon vorher ihre Stärken ausbauen und ihre Schwächen beseitigen können, umso weniger Probleme bei der Kreditvergabe zu bekommen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis IX
Abkürzungsverzeichnis X
1 Einleitung 1
2 Grundlagen des Ratings 3
2.1 Ursprung des Ratings 3
2.2 Definitionen des Begriffs ‘Rating’ 4
2.3 Die unterschiedlichen Ratingarten 5
2.3.1 Externes Rating 5
2.3.2 Internes Rating 7
2.4 Die Ratingkriterien 9
2.4.1 Quantitative Kriterien 10
2.4.2 Qualitative Kriterien 13
2.5 Der Ratingprozess anhand des internen Ratingverfahrens 16
2.5.1 Ratingverfahren des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. 21
2.5.2 Ratingverfahren der HypoVereinsbank AG 22
2.5.3 Ratingverfahren des Deutschen Sparkassen und Giroverbands e.V. 24
2.6 Das Ratingurteil 26
2.7 Vorteile und Nachteile des Ratings 28
3 Wissensbilanzen - Intellektuelles Kapital aufdecken 31
3.1 Ursprung der Wissensbilanz 31
3.2 Definition des Begriffs ‘Wissensbilanz’ 32
3.3 Erstellungsprozess einer Wissensbilanz 33
3.3.1 Das Wissensbilanzmodell 34
3.3.2 Vorbereitung zur Wissensbilanz 35
3.3.3 Acht Schritte zur fertigen Wissensbilanz 36
3.3.3.1 Ausgangssituation und Geschäftsmodell beschreiben 37
3.3.3.2 Einflussfaktoren des Intellektuellen Kapitals definieren 39
3.3.3.3 Bewertung der Einflussfaktoren des Intellektuellen Kapitals 41
3.3.3.4 Zuweisung der Indikatoren zur Messung 43
3.3.3.5 Durchführung der Wirkungsanalyse 44
3.3.3.6 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse 46
3.3.3.7 Ableitung von Maßnahmen 51
3.3.3.8 Erstellung des Wissensbilanzberichtes 52
3.4 Vorteile und Nachteile der Wissensbilanz 54
4 Integration der Wissensbilanz in das Ratingverfahren 57
4.1 Notwendigkeit der Integration anhand von Unternehmenskrisen 57
4.1.1 Die drei Phase der Unternehmenskrise 57
4.1.2 Ursachen für Unternehmenskrisen 60
4.1.3 Neue Gewichtung der qualitativen Kriterien 63
4.2 Gemeinsamkeiten der Wissensbilanz und des Ratings 67
4.3 Möglichkeiten der Integration und entsprechende Krisenfrüherkennung 70
4.4 Ergebnisse ausgewählter Studien des Projektes ‘Wissensbilanz - Made in Germany’ Phase III 74
4.4.1 KMU Wirkungsstudie: ‘Nutzung und Bewertung der Wissensbilanz durch die Pilotunternehmen’ 74
4.4.2 Finanzmarkt Wirkungsstudie ‘Projektstudie über weiche Faktoren als Teil der Unternehmenseinschätzung’ 76
4.4.3 Finanzmarkt Wirkungsstudie ‘Auswirkungen eines Berichts über Intellektuelles Kapital auf die Unternehmensbewertung’ 78
4.5 Vorteile und Nachteile der Integration 83
4.5.1 Gründe für die Integration der Wissensbilanz 83
4.5.2 Gründe gegen die Integration der Wissensbilanz 88
5 Zusammenfassung und Ausblick 90
Danksagung XI
Glossar XII
Quellenverzeichnis XIV
Literaturverzeichnis XIV
Internetverzeichnis XVI
Anlagenverzeichnis XX

Textprobe:

Kapitel 2.3.2, Internes Rating:

Dem externen Rating gegenüber steht das interne Rating, das durch die kreditgewährende Bank durchgeführt wird. Welche Kriterien einbezogen und wie diese gewichtet werden, kann jedes Kreditinstitut, ähnlich wie die Agenturen, innerhalb eines bestimmten Rahmens selbst bestimmen. Jedes Kreditinstitut hat sein eigenes Ratingverfahren aufgebaut, siehe Kapitel 2.5. Zudem ist das interne Rating im Vergleich zum externen Rating kostenlos. Dies erhöht die Kundenbindung zu Banken, auch wenn diese Kosten über den Kreditzins der Bank wieder zugeführt werden. Diese internen Ratings werden im Gegensatz zu externen Ratings nicht veröffentlicht.

Wie zuvor erwähnt, können Kreditinstitute innerhalb eines bestimmten Rahmens ihre Verfahren selbst gestalten. Jedoch müssen ebenso wie bei den Ratingagenturen einige Voraussetzungen erfüllt sein, um als Bank ein internes Rating durchführen zu können:

- Ausdrucksstarke und inhaltlich präzise Risikodifferenzierung.

- Einstufung aller Kreditnehmer in eine bestimmte und nachvollziehbare Ratingklasse.

- Selbstständige und permanente Kontrolle und Aktualisierung der Einstufung durch die Bank.

- Überprüfbare Dokumentation und Kontrolle des Ratingprozesses, der -kriterien und des –ergebnisses.

- Festlegung der Kriterien, sowie Gestaltung und Durchführung von internen Ratingverfahren.

- Beurteilung / Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten.

- Offenlegungspflichten.

- Festlegung von mindestens sieben Ratingklassen für nicht bedenkliche Kredite sowie mindestens eine Ratingklasse für bedenkliche Kredite.

Im Gesetz über das Kreditwesen (KWG) regelt der §18 die gesetzliche Offenlegungspflicht von Unterlagen durch Kreditnehmer, die einen Kredit von mindestens 750.000 Euro in Anspruch nehmen wollen. Bleibt ein Kreditnehmer unter dieser Kreditsumme, ist die Bank gesetzlich nicht verpflichtet, ein Rating vorzunehmen.

Zielgruppen des internen Ratings sind zum einen die Banken, die das Rating erstellen. Denn durch die Beurteilung der Kreditwürdigkeit ist es möglich den Kreditzins festzulegen, nähere Erklärung in Kapitel 4.4 und zum anderen die Unternehmen des Mittelstands.

2010 zählten 99,69% der in Deutschland existierenden Unternehmen zum Mittelstand. Wobei man unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn alle Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten und weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz versteht.

Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt, entscheiden sich die meisten Unternehmen, vor allem KMU, für ein internes statt für ein externes Ratingverfahren, da die Kosten für ein externes Rating vergleichsweise hoch sind, jedoch auf die Kreditfinanzierung nicht verzichtet werden kann. Bankkredite waren 2010 die wichtigste externe Finanzierungsquelle mit einem Anteil von 52,5%. Die genauen Darstellungen sind in der Anlage (A) aufgeführt.

Zudem lag die durchschnittliche Eigenkapitalquote bei deutschen Unternehmen 2010 bei 26,6% laut der KfW Bankengruppe. Somit ist die Fremdfinanzierung bedeutend.

Außerdem hat das interne Rating im Zuge von Basel II enorm an Relevanz gewonnen, denn durch die flächendeckende Einführung von Ratings in die Kreditvergabepraxis der Banken ist es auch den Banken erlaubt, interne Ratings durchzuführen, die gleichwertig zu den Ratings externer Ratingagenturen angesehen werden. Über das Thema Basel II sind eine Vielzahl ausführlicher Fachbücher erhältlich, so dass auf eine Vertiefung dieses Themas an dieser Stelle verzichtet wird.

Durch diese Erkenntnisse wird in der weiteren Arbeit der Schwerpunkt auf das interne Rating gelegt.

Arbeit zitieren:
Lachmann, Kristin März 2012: Wissensbilanzen zur Unterstützung von Rating und als Lösung für Probleme bei der Kreditvergabe, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wissensbilanz, Rating, Kreditvergabe, Unternehmenskrise, Ratingprozess

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