Der Wirtschaftsraum Südafrika aus der Sicht eines Kunststoffunternehmens
Analyse und Beurteilung globaler Rahmenbedingungen und ausgewählter Branchen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Zimmermann
- Abgabedatum: November 2005
- Umfang: 138 Seiten
- Dateigröße: 745,4 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: AKAD-Fachhochschule Stuttgart Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9436-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9436-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9436-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zimmermann, Matthias November 2005: Der Wirtschaftsraum Südafrika aus der Sicht eines Kunststoffunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Länderanalyse, Marktanalyse, Internationalisierung, internationales Marketing, Länderattraktivität
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Diplomarbeit von Matthias Zimmermann
Einleitung:
Die grenzüberschreitende Unternehmenstätigkeit gewinnt in Zeiten der Internationalisierung und des permanent wachsenden globalen Wettbewerbs strategisch an Bedeutung. Seit Anfang der 80er Jahre ist ein markantes Wachstum außenwirtschaftlicher Verflechtungen, in Bezug auf internationalen Handel als auch Direktinvestitionen, zu verzeichnen. Die Ursachen hierfür sind vielfältiger Natur und beruhen in einigen Fällen auf politischen Weichenstellungen: So spielen u.a. die verstärkte Liberalisierung und Deregulierung der Weltwirtschaftsordnung, Integrationsbestrebungen zwischen Staaten, aber auch der rasante Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie eine entscheidende Rolle.
Betrachtet man allerdings die geographische Verteilung internationaler Unternehmensaktivitäten, werden gravierende Ungleichmäßigkeiten deutlich. Ein hoher Anteil der grenzüberschreitenden Tätigkeiten findet demnach zwischen den Industrieländern und den sogenannten Schwellenländern des lateinamerikanischen und ostasiatischen Raums statt. Entwicklungsländer hingegen und hierbei insbesondere der afrikanische Kontinent, sind von diesen internationalen Geschäften weitestgehend ausgeklammert. Eine Sonderstellung nimmt die Republik Südafrika ein, die die ökonomisch am weitesten entwickelte Volkswirtschaft des Kontinents repräsentiert; allerdings über Jahrzehnte hinweg durch das Apartheidregime und damit verbundene politische Sanktionen von internationalen Wirtschaftsaktivitäten weitestgehend abgeschnitten war.
In Anbetracht der geschilderten Situation, sind die aktuellen Entwicklungen in Südafrika als um so interessanter einzustufen. Wohl kaum ein zweites Land hat in jüngster Vergangenheit derart radikale Veränderungen erfahren, wie Südafrika. Vor nur wenigen Jahren bestimmten noch Apartheid und strikte Rassentrennung das wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Alltagsbild. Man würde zu weit greifen und zugleich zuviel erwarten, spräche man nach dem überraschenden Einleiten der politischen Wende 1990 durch F.W. de Klerk und den bisher nur elf Jahre dauernden Transformationsprozess (seit 1994) von einem vereinten Südafrika. Nichts desto trotz sind ausländische Beobachter von der bereits zurückgelegten Strecke und insbesondere von dem weitestgehend friedlichen Verlauf der massiven Veränderungen am Kap positiv überrascht.
Aufgrund der Abschaffung der Apartheid, aber auch wegen der stabilen Wirtschaftsleistung, der sozialen und politischen Öffnung hat sich der Wirtschaftsstandort Südafrika in den letzten Jahren einigen Wirtschaftsbossen rund um den Globus regelrecht aufgedrängt. Wirtschaftliche Sanktionen wurden aufgehoben, so dass das „Powerhaus Afrikas“ mit einer demokratischen Regierung, seinen diversen staatlichen Förderprogrammen und etlichen Handelsabkommen als ein grundsätzlich interessantes Investitionsziel einzustufen ist.
Aber ist Südafrika mit seinem kurzen elfjährigen Transformationsprozess bereits ein profitables und vor allem sicheres Investitionsziel hinsichtlich unternehmerischer Risiken? Wie steht es um die ökonomischen Rahmenbedingungen und wie sind deren mittel- bis langfristige Perspektiven einzuschätzen? Ist die politische Situation bereits stabil oder sind korrupte Politiker als eine Bedrohung für die Zukunft des Landes einzuschätzen? Und wie steht es letztendlich um die sozialen Brandherde wie Aids/HIV, Einkommensverteilung etc.?
Um die Chancen und Risiken eines Landes beurteilen zu können, ist ein Blick alleine auf die makroökonomische Situation allerdings nicht ausreichend. Wie steht es daher um die Rahmenbedingungen in einzelnen Märkte bzw. Branchen? Wie intensiv stellt sich der Wettbewerb dar und wie hoch sind die Eintrittsbarrieren? Sind die lokalen Absatzchancen der insgesamt relativ kleinen südafrikanischen Ökonomie ausreichend oder kann eine rentable Produktion nur durch Exporthandel erreicht werden?
Diese Arbeit beleuchtet den Wirtschaftsraum Südafrika und ausgewählte Branchen aus der Sicht eines Kunststoffspritzgussproduzenten. Dementsprechend erfolgt eine Analyse der für dieses Unternehmen relevanten Märkte (nähere Erläuterungen siehe Kapitel 1.1 bis 1.3).
Gang der Untersuchung:
Im ersten Teil dieser Diplomarbeit (Kapitel 2) werden die theoretischen Grundlagen der Internationalisierung bzw. des internationalen Marketings gelegt, um ein besseres Verständnis und eine Einordnung der dargestellten Analyse(-schritte) in den Gesamtkontext zu ermöglichen. Der Fokus liegt bei diesen Erläuterungen eindeutig auf dem Entscheidungsprozess der internationalen Marktanalyse und Marktauswahl.
Die Erläuterungen der Modelle und Konzepte des internationalen Marketings sollen mit der Materie nicht so vertrauten Personen einen Überblick über die Zusammenhänge ermöglichen. Des Weiteren werden Grundbegriffe zum besseren Verständnis des Praxisteils erläutert.
Im praktischen Teil dieser Arbeit wird der Wirtschaftsraum Südafrika einer spezifischen Situationsanalyse unterzogen. Hierzu wird in einem ersten Schritt der Untersuchung (Kapitel 3) geprüft, inwieweit die globalen Rahmenbedingungen (Makroumwelt) eine tiefer gehende Analyse rechtfertigen. Relevante Aspekte sind volkswirtschaftliche Kriterien, die nicht im Einflussbereich des Unternehmens stehen. Ökonomische, politisch-rechtliche, soziokulturelle und geografische Faktoren gehören zur Makroumwelt. Sie werden jeweils gesonderten Analysen unterzogen, abschließend beurteilt und zukünftige Entwicklungen prognostiziert.
In einem zweiten Schritt erfolgt eine tiefer gehende Untersuchung (Kapitel 4 und 5). Es werden die Märkte Automobil, Pharmazie und Medizintechnik, Kosmetik und Verpackungen analysiert, die als relevante und profitable Märkte identifiziert werden konnten. Die Analyse der einzelnen Marktsegmente erfolgt jeweils anhand der Faktoren Branchenüberblick, Konkurrenzsituation und Absatzmarkt. Abschließend erfolgt jeweils eine Beurteilung und Prognose jedes Marktsegments.
In einem abschließenden Kapitel (Kapitel 6) werden alle Ergebnisse zusammengefasst und verdichtet und eine Gesamtinterpretation des gesammelten und analysierten Datenmaterials abgegeben. Des Weiteren erfolgt ein Ausblick auf die weitere Entwicklung der Marktgegebenheiten in Südafrika.
Inhaltsverzeichnis:
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Vorbemerkungen zum auftraggebenden Unternehmen | 3 |
| 1.2 | Zielsetzung dieser Arbeit | 3 |
| 1.3 | Inhaltliche Ausarbeitung | 5 |
| 1.4 | Methodische Vorgehensweise/Ablauf der Untersuchung | 6 |
| 1.5 | Probleme der Datenerhebung | 7 |
| 2. | Theoretische Erläuterungen zur internationalen Marktanalyse u. -auswahl | 9 |
| 2.1 | Grundlegende Informationen zur Internationalisierung | 9 |
| 2.1.1 | Begriffsdefinitionen | 9 |
| 2.1.2 | Motive und Gründe internationaler Aktivitäten | 11 |
| 2.1.3 | Strategien und Formen des Auslandsmarkteintritts | 11 |
| 2.2 | Konzepte und Modelle der internationalen Marktauswahl | 13 |
| 2.2.1 | Deskriptive Ansätze | 13 |
| 2.2.2 | Normative Modelle | 14 |
| 2.3 | Darstellung eines mehrstufigen, normativen Modells | 15 |
| 2.3.1 | Unternehmensinterne Analyse | 15 |
| 2.3.2 | Vorauswahl relevanter Ländermärkte | 16 |
| 2.3.3 | Länderselektion | 17 |
| 2.3.4 | Marktselektion und Marktsegmentierung | 18 |
| 2.4 | Methoden | 19 |
| 2.4.1 | Methoden der Vorauswahl | 20 |
| 2.4.2 | Methoden der Länderselektion | 20 |
| 2.4.3 | Methoden der Marktsegmentierung | 21 |
| 2.5 | Informationsquellen für die internationale Marktauswahl | 22 |
| 2.6 | Gegenüberstellung theoretische Modelle – praktische Durchführung | 23 |
| 3. | Analyse der Makroumwelt - globale Rahmenbedingungen | 26 |
| 3.1 | Ökonomische Faktoren | 26 |
| 3.1.1 | Marktgröße | 26 |
| 3.1.2 | Bruttoinlandsprodukt | 26 |
| 3.1.3 | Einkommensverteilung | 28 |
| 3.1.4 | Zinsentwicklung | 29 |
| 3.1.5 | Wechselkursentwicklung | 29 |
| 3.1.6 | Inflationsrate | 30 |
| 3.1.7 | Außenhandel | 31 |
| 3.1.8 | Investitionsverhalten ausländischer Unternehmen | 34 |
| 3.1.9 | Lohnkosten und Produktivität | 35 |
| 3.1.10 | Arbeitslosigkeit | 37 |
| 3.1.11 | Beurteilung der ökonomischen Faktoren und Prognose | 39 |
| 3.2 | Politisch-rechtliche Faktoren | 42 |
| 3.2.1 | Allgemeiner politischer Hintergrund | 42 |
| 3.2.1.1 | Geschichtlicher Überblick über die letzten 100 Jahre | 42 |
| 3.2.1.2 | Politischer Wandel und aktuelle politische Situation | 43 |
| 3.2.2 | Wirtschaftspolitik | 44 |
| 3.2.2.1 | BEE und Affirmative Action | 44 |
| 3.2.2.2 | Handelsvereinbarungen | 45 |
| 3.2.2.3 | Förderprogramme (Incentives) | 46 |
| 3.2.2.4 | Tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse | 48 |
| 3.2.3 | Beurteilung der politisch-rechtlichen Faktoren und Prognose | 49 |
| 3.3 | Soziokulturelle Faktoren | 51 |
| 3.3.1 | Sprache und Religion | 51 |
| 3.3.2 | Kultur | 51 |
| 3.3.3 | Demografie | 53 |
| 3.3.4 | Bildungsniveau | 56 |
| 3.3.5 | Aids/HIV | 57 |
| 3.3.6 | Kriminalität und Folgen | 58 |
| 3.3.7 | Wirtschaftskriminalität (Korruption) | 59 |
| 3.3.8 | Beurteilung der soziokulturellen Faktoren und Prognose | 60 |
| 3.4 | Geografische Faktoren | 63 |
| 3.4.1 | Klima | 63 |
| 3.4.2 | Topografie | 64 |
| 3.4.3 | Ressourcen | 66 |
| 3.4.4 | Infrastruktur | 66 |
| 3.4.5 | Beurteilung der geografischen Faktoren und Prognose | 69 |
| 4. | Analyse der Kunststoffindustrie | 71 |
| 4.1 | Gesamte Kunststoffindustrie - Branchenüberblick | 71 |
| 4.2 | Kunststoffverarbeitende Industrie | 73 |
| 4.2.1 | Branchenüberblick | 73 |
| 4.2.2 | Konkurrenzsituation | 74 |
| 4.2.3 | Lieferantensituation | 75 |
| 4.2.3.1 | Werkzeug- und Formenbau | 76 |
| 4.2.3.2 | Weitere Lieferanten bzw. Hersteller | 77 |
| 4.2.4 | Absatzmärkte | 78 |
| 4.2.5 | Außenhandel | 78 |
| 4.3 | Beurteilung der Kunststoffindustrie und Prognose | 79 |
| 5. | Analysen spezifischer Branchen und Märkte | 83 |
| 5.1 | Automobilsektor | 83 |
| 5.1.1 | Vorbemerkungen | 83 |
| 5.1.2 | Automobilhersteller (OEMs) | 84 |
| 5.1.2.1 | Branchenüberblick | 84 |
| 5.1.2.2 | Außenhandel | 85 |
| 5.1.3 | Zulieferindustrie | 87 |
| 5.1.3.1 | Branchenüberblick | 87 |
| 5.1.3.2 | Konkurrenzsituation | 88 |
| 5.1.3.3 | Absatzmarkt | 88 |
| 5.1.3.4 | Außenhandel | 89 |
| 5.1.4 | Beurteilung des Automobilsektors und Prognose | 90 |
| 5.2 | Medizin- und Pharmasektor | 94 |
| 5.2.1 | Branchenüberblick allgemein | 94 |
| 5.2.2 | Arzneimittel | 95 |
| 5.2.2.1 | Branchenüberblick | 95 |
| 5.2.2.2 | Konkurrenzsituation | 98 |
| 5.2.2.3 | Absatzmarkt | 98 |
| 5.2.3 | Medizintechnik | 100 |
| 5.2.3.1 | Branchenüberblick | 100 |
| 5.2.3.2 | Konkurrenzsituation | 101 |
| 5.2.3.3 | Absatzmarkt | 102 |
| 5.2.4 | Beurteilung des Medizin- und Pharmasektors und Prognose | 102 |
| 5.3 | Kosmetiksektor (Cosmetics & Toiletries) | 105 |
| 5.3.1 | Branchenüberblick | 105 |
| 5.3.2 | Konkurrenzsituation | 108 |
| 5.3.3 | Absatzmarkt | 108 |
| 5.3.4 | Beurteilung des Kosmetiksektors und Prognose | 109 |
| 5.4 | Verpackungssektor | 111 |
| 5.4.1 | Branchenüberblick | 111 |
| 5.4.2 | Konkurrenzsituation | 112 |
| 5.4.3 | Absatzmarkt | 112 |
| 5.4.4 | Beurteilung des Verpackungssektors und Prognose | 113 |
| 6. | Gesamtbeurteilung, Zusammenfassung und Ausblick | 115 |
| 6.1 | Kritische Würdigung und Zielerreichung | 115 |
| 6.2 | Länderattraktivität, Länderrisiko und Marktbarrieren | 116 |
| 6.3 | Zusammenfassung und Ausblick | 119 |
| Literaturverzeichnis | VIII |
3.3.4 Bildungsniveau Eng verbunden mit dem Problem der Arbeitslosigkeit (siehe Kapitel 3.1.10) sind das schlechte Bildungsniveau und die Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften („Skills Shortage“). Die Bildungspolitik der Apartheid hat u.a. durch ihre Beschränkung der Bildungsausgaben für Schwarze, die Trennung der Schulen nach Rassen und die Reservierung qualifizierter Arbeitsplätze für Weiße nachhaltige Spuren hinterlassen. Daten des aktuellsten Zensus von 2001114 zeigen, dass nur 22 % der schwarzen Bevölkerung (20 Jahre und älter) von einer höheren Ausbildung, d.h. 12. Klasse oder höher, profitieren durften, im Vergleich zu 70,7 % der Weißen. 22,3 % der Schwarzen verfügen über keinerlei Schulbildung, weitere 25,4 % haben lediglich die Grundschule (teilweise oder komplett) besucht. Dagegen besitzen nur 1,4 % der Weißen keinen bzw. 2,0 % nur einen Grundschulabschluss. Naturgemäß korrelieren eng mit dem Bildungsstand die Aussicht auf Beschäftigung sowie die Einkommenshöhe (siehe Kapitel 3.1.3). Unter der 15 Jahre und älteren Bevölkerung beträgt die Analphabetenrate 14 % (2003)115. Aufgrund der Öffnung des südafrikanischen Wirtschaftsraums und des allgemeinen technischen Fortschritts steigt das Anforderungsprofil bezüglich der Qualifikation der Mitarbeiter. Der Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern steigt mit entsprechenden Auswirkungen auf weniger Qualifizierte sowie auf die Anforderungen an das Bildungssystem insgesamt; ca. 50 % der über 7 Mio. ungelernten Arbeitskräfte waren im Jahr 2000 arbeitslos. In der Vergangenheit traten die meisten Stellenverluste im Bereich der ungelernten oder niedrig qualifizierten Arbeitskräfte auf, wo mehr als 660.000 Stellen verloren gingen.116 Das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften hingegen hinkt der Nachfrage hinterher, teils bedingt durch die ehemalige Bildungspolitik, aber auch durch den politisch motivierten Schulboykott schwarzer Bevölkerungsgruppen, teils aufgrund des so genannten „Brain Drain“, worunter die Abwanderung hoch qualifizierter Arbeitskräfte verstanden wird (siehe Kapitel 3.3.6). [...]
Die Geburtenrate liegt bei ca. 18,5 pro 1000 Einwohner (weltweiter Platz 118)110. Nur in Hongkong werden mit 7,26 Geburten pro 1.000 Einwohner weniger Babys geboren als in Deutschland, das es auf lediglich 8,3 Neugeborene schafft. Die Sterblichkeitsrate wird mit 21,3 Todesfällen pro 1000 EW angegeben. Damit nimmt Südafrika im weltweiten Vergleich einen traurigen achten Rang ein111. In Deutschland sterben jährlich 10,6 Menschen pro 1.000 Einwohner (56. Rang im weltweiten Vergleich). Die Sterblichkeitsrate ist von 1997 bis 2002 in Südafrika um 57 % gestiegen. Vor allem Frauen zwischen 20 und 49 Jahren sind davon besonders betroffen.112 Unter Berücksichtigung der Geburten- bzw. Sterblichkeitsrate und der Ein- bzw. Auswanderung wird das Bevölkerungswachstum für 2005 auf -0,31 % prognostiziert.113 Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt fällt in Südafrika mit etwa 43 Jahren deutlich niedriger aus als in europäischen Staaten, in denen sie rund 80 Jahre beträgt. Sämtliche traurige Negativrekorde hinsichtlich Lebenserwartung, Todesrate und Bevölkerungswachstum finden ihre hauptsächliche Ursache in der weiten Verbreitung von HIV, dem viele Menschen zum Opfer fallen. Der direkte Zusammenhang zwischen der Immunschwäche und den Todesfällen ist schwer nachzuweisen, aber die Folgekrankheiten von Aids wie Tuberkulose, Lungenentzündung und andere schwere Infekte sind die am häufigsten registrierten Todesursachen in Südafrika. Viele Ärzte und medizinische Helfer scheuen sich aus moralischen Gründen, Aids als Todesursache anzugeben. [...]
3.3.3 Demografie Die letzte Volkszählung wurde im Jahr 2001 (Statistics South Africa: Census 2001) durchgeführt, sodass sich der Großteil der im folgenden Kapitel angegebenen Daten auf diesen Zeitpunkt und auf diese Publikation bezieht. 2001 lebten in Südafrika 44,8 Mio. Menschen, von denen 21,4 Mio. männlich (48 %) und 23,4 Mio. (52 %) weiblich waren. Der Großteil der Bevölkerung lebte in den Provinzen KwaZulu-Natal (21,0 %), Gauteng (19,7 %) und Eastern Cape (14,4 %). In der von ausländischen Urlaubern am häufigsten aufgesuchten Tourismusregion Western Cape hatten 10,1 % der Bevölkerung ihren Wohnsitz107. Die Bevölkerungsverteilung gibt die wirtschaftliche Bedeutung der Provinz Gauteng als Handelszentrum wieder, die als kleinste Provinz am zweitmeisten Menschen als Wohnsitz dient. [...]
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Zimmermann, Matthias November 2005: Der Wirtschaftsraum Südafrika aus der Sicht eines Kunststoffunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
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