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Wirtschaftlichkeitsanalyse einer Umstellung von Client/Server- auf Terminalserver-Architektur im Bereich klassischer Office-Anwendungen

Wirtschaftlichkeitsanalyse einer Umstellung von Client/Server- auf Terminalserver-Architektur im Bereich klassischer Office-Anwendungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jens Goldelius
  • Abgabedatum: August 2008
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 55
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2283-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Goldelius, Jens August 2008: Wirtschaftlichkeitsanalyse einer Umstellung von Client/Server- auf Terminalserver-Architektur im Bereich klassischer Office-Anwendungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftlichkeitsanalyse, Citrix, Terminalserver, Kosten-Nutzenanalyse, IT

Diplomarbeit von Jens Goldelius

Einleitung:

Seit der Ablösung des hostbasierten Netzwerkparadigmas durch Personal Computer (PC) in den 80er Jahren, steigen die Anforderungen an die Desktop-PC's. Immer höhere Leistung der Hardware, aber auch eine hohe Anzahl an Programmen, mit immer höheren Systemanforderungen ließen die PC's zu sehr leistungsfähigen Rechnern werden. Doch mit der Leistung stieg auch die Komplexität der Systeme. Diese Komplexität macht es den Administratoren schwer, das Netzwerk zu kontrollieren und zu supporten. Dies ist vor allem durch die Komplexität, Größe und Menge der clientseitigen Software und durch heterogene Umgebungen bedingt, in denen die Softwareversionen schwer aktuell und einheitlich zu halten sind. Dadurch werden PC-basierte Netzwerke immer schwieriger zu administrieren und Change Management-Prozesse somit immer schwieriger umzusetzen. Seit einiger Zeit wird daher in der IT-Presse immer häufiger das Thema Terminalserver-Systeme bzw. das synonym verwendete Server Based Computing (SBC) als Alternative zur klassischen Client/Server-Architektur diskutiert. Gemeint sind Betriebssystem-Plattformen, die es ermöglichen die clientseitigen Anwendungen auf einem zentralen Server zu betreiben und lediglich Tastatur- und Mauseingaben sowie das Bildschirmbild zwischen Client und Server zu transportieren. Antrieb sich für diese Technologien zu interessieren sind vor allem wirtschaftliche Gründe, aber auch Stabilität und Verfügbarkeit der Systeme.

Von den Herstellern und den Analysten werden erhebliche Kosteneinsparungsmöglichkeiten suggeriert, die daraus resultieren sollen, dass eine zentrale Administration möglich ist und so keine Verteilung der Software auf die einzelnen Clients erfolgen muss.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Wirtschaftlichkeitsanalyse einer Umstellung von der klassischen Client/Server-Technologie auf die Terminalserver-Technologie. Es konkurrieren also die Entscheidung für die Beibehaltung der bisherigen Client/Server- Architektur und die Entscheidung für eine Umstellung auf die Termialserver-Architektur. Da im Bereich klassischer Office-Anwendungen das größte Einsparungspotenzial zu erwarten ist, beschränkt sich diese Arbeit auf diese Art von Anwendungen. Zu untersuchen ist, ob sich durch eine Umstellung wirklich erhebliche Einsparungen und dadurch ein höherer Nutzen ergibt. Dabei soll nicht nur die Kostenseite betrachtet werden, sondern auch der nicht quantifizierbare Nutzen der Entscheidung, wie zum Beispiel die Akzeptanz der Benutzer.

Die Messgröße der Wirtschaftlichkeitsanalyse ist der monetäre Nutzen der sich aus der Entscheidung für eines der konkurrierenden Modelle ergibt.

Die Wirtschaftlichkeitsanalyse wird in den folgenden Schritten durchgeführt. Zunächst werden mit Hilfe der Total Cost of Ownership-Analyse (TCO) die Kosten für Anschaffung und Betrieb der Infrastrukturen ermittelt. Dabei sollen nicht nur Hard- und Softwarekosten betrachtet, sondern auch Supportkosten und Kosten, die durch Verwaltung und Nichtverfügbarkeit des Systems entstehen. Die Kosten werden auf der Basis eines fiktiven Unternehmens mit 1000 Clients ermittelt. Da sich in den meisten Unternehmen die etablierte Client/Server-Infrastruktur bereits im Einsatz befindet, müssen weiterhin die Umstellungskosten auf die Terminalserver-Architektur ermittelt werden.

Im Anschluss daran wird der Nutzen ermittelt. Dabei soll der monetär messbare Nutzen, also die Ersparnis bei der Entscheidung für eines der konkurrierenden Modelle, betrachtet werden. Es sind natürlich auch die Umstellungskosten zu berücksichtigen und es muss ermittelt werden, nach wie vielen Jahren sich diese durch Einsparung von Betriebskosten amortisieren. Häufig werden nur monetär messbare Aspekte in IT-Projekten betrachtet. In dieser Arbeit soll darüber hinaus auch der nicht direkt messbare Nutzen betrachtet werden. Dazu zählen u.a. Akzeptanz der User sowie Performance- und Verfügbarkeitsaspekte. Dem nicht messbaren Nutzen wird sich mit Hilfe der Methodik der Nutzwertanalyse genähert.

Im letzten Schritt soll durch Abwägung von Kosten und Nutzen die Wirtschaftlichkeit beider Modelle ermittelt werden. Dabei muss nicht zwingend eine pauschale Wertung pro oder kontra einer Lösung gegeben werden. Dies kann diese Arbeit nicht leisten, da die Berechnung der Kosten und des Nutzens auf der Basis zahlreicher Annahmen durchgeführt wird, und die Umgebungen zu unterschiedlich und die Anwendungsfälle zu verschieden sind. Es kann aber eine fundierte Analyse geliefert werden, in welchen Konstellationen sich der Umstieg lohnen kann und wann nicht. Dies kann Entscheidungsträgern als Hilfe dienen, sich für eines der beiden Modelle zu entscheiden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
1 Einleitung 1
2 Grundlagen / Begriffsabgrenzungen 3
2.1 Netzwerkumgebungen 3
2.1.1 Überblick 3
2.1.2 Klassische Client/Server-Architektur 3
2.1.3 Terminalservertechnologie 5
2.2 Klassische Office-Anwendungen 10
2.3 Methoden der Wirtschaftlichkeitsanalyse 10
2.3.1 Einordnung der Wirtschaftlichkeitsanalyse 10
2.3.2 Abgrenzung Wirtschaftlichkeitsberechnung und Kosten/Nutzen-Analyse 11
2.3.3 Arten der Wirtschaftlichkeitsberechnungen 12
2.3.4 Grundlagen der Kostenanalyse mit Hilfe der Total Cost of Ownership-Analyse 13
2.3.5 Grundlagen der Nutzenanalyse 15
3 Kostenanalyse 21
3.1 Ermittlung der direkten Kosten 21
3.1.1 Annahmen der Kostenanalyse direkter Kosten 22
3.1.2 Eingaben in den Costanalyzer 25
3.1.3 Ergebnis/Auswertung des Costanalyzers 31
3.1.4 Migrationskosten 33
3.1.5 Interpretation der Kostenauswertung 33
3.2 Ermittlung der indirekten Kosten 33
3.2.1 Downtime 34
3.2.2 End-User-Operations 34
3.3 Gesamtkosten 34
4 Nutzenanalyse 36
4.1 Quantifizierbarer Nutzen 36
4.2 Nicht quantifizierbarer Nutzen 36
4.3 Nutzwertanalyse 36
4.3.1 K.O.-Kriterien definieren 37
4.3.2 Sammeln von Alternativen 37
4.3.3 Verwerfen von Alternativen, die eines der K. O.-Kriterien erfüllen 37
4.3.4 Definition und Gewichtung der Zielkriterien 37
4.3.5 Erfüllung der Teilziele je Alternative bewerten 40
4.3.6 Berechnung der gewichteten Teilziel- und Gesamtzielerfüllung je Alternative 40
4.3.7 Begründung der Gewichtung und Bewertung 43
4.3.8 Auswahl der besten Alternative 46
4.3.9 Sensibilitätsanalyse 46
4.4 Ermittlung und Bewertung des Gesamtnutzens 47
4.4.1 Bewertung quantifizierbaren Nutzens 47
4.4.2 Bewertung nicht quantifizierbaren Nutzens 47
5 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 49
5.1 Wirtschaftlichkeitsanalyse als Unterst¨utzung der Entscheidungsfindung 49
5.1.1 Vorbetrachtungen 49
5.1.2 Die Kosten-Vergleichsrechnung als Methode für die Wirtschaftlichkeitsberechnung 50
5.2 Bewertung des nicht quantifizierbaren Nutzens 52
5.2.1 User-spezifische Kriterien 52
5.2.2 IT-Organisationsspezifische Kriterien 53
5.2.3 Sicherheitsrelevante Kriterien 53
5.2.4 Kundenorientierte Kriterien 53
5.3 Risikoanalyse 53
5.4 Entscheidungshilfe Thin-Client oder Thick-Client 54
5.5 Kritische Gesamtbewertung 56
5.5.1 Stabilität der Alternativen 56
5.5.2 Einschränkungen der Alternativen 56
5.5.3 Realisierbarkeit 57
6 Fazit 59
A. Anhänge 63
Literatur 75

Textprobe:

Kapitel 3., Kostenanalyse:

Zur Schätzung der Kosten müssen sowohl die Anschaffungs- und Betriebskosten beider Lösungen als auch die einmalig anfallenden Kosten für die Umstellung ermittelt werden. Weiterhin dürfen nicht nur die direkten Kosten des Betriebs, sondern es müssen auch die in Kapitel 2.3.4 beschriebenen indirekten Kosten berücksichtigt werden.

Ermittlung der direkten Kosten:

Die direkten Kosten werden mit Hilfe des ACE-Costanalyzers (Application Computing Environment Costanalyzer) ermittelt. Diesem Online-Tool liegt das TCO-Modell der Gartner Group zugrunde. Der ACE-Costanalyzer wurde von dem unabhängigen US-Analysten Kaptronix, Inc. entwickelt. Es handelt sich um ein webbasiertes Tool, mit dem sich die Kostenvergleiche der Infrastrukturen von Client/Server und Citrix MetaFrame-Architekturen über den Zeitraum von 3 Jahren erstellen lassen. Zusätzlich liefert der Analyzer eine Auswertung auf Jahresbasis.60 Alle Screen-Shots und die originalen Ergebnisse befinden sich im Anhang A. Bei den Eingaben ist als ein Parameter ‚Anzahl der eingesetzten Thin-Clients’ festzulegen. Für den dort eingegebenen Anteil werden die Kosten berechnet. Zusätzlich zu diesem Bericht werden noch separate Berichte erstellt, die einen Anteil von 100% Thin-Clients simulieren. Die Kostenermittlung durch TCO-Analyse hat den Nachteil, dass es sich um eine Vollkostenrechnug handelt. Bei Investitionsprojekten wie der Umstellung auf Terminalserver handelt es sich in der Regel um Ablösungsprojekte, weshalb nur Differenzwerte der Vollkostenrechnung in die weitere Wirtschaftlichkeitsberechnung eingehen dürfen. Dies wird bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in Kapitel 5 berücksichtigt. Im folgenden Kapitel werden zunächst die Prämissen des Costanalyzers beschrieben. Im Anschluss daran werden die konkreten Eingaben aufgelistet, die in den Costanalyzer eingeben werden. Es handelt sich dabei um die Angaben eines fiktiven Großunternehmens, wobei möglichst ein realistischer Querschnitt der Unternehmen betrachtet werden soll. Aufgrund der Marktführerschaft beschränkt sich diese Arbeit nur auf den Einsatz des Citrix MetaFrames.

Annahmen der Kostenanalyse direkter Kosten:

Der Costanalyzer führt den Benutzer durch eine Reihe von Eingabemasken, in denen 130 Faktoren des Unternehmens und der bestehenden Infrastruktur abgefragt werden, und aus denen der Analyzer die TCOs berechnet. Folgende Annahmen verwendet der Costanalyzer für die Kostenermittlung:

Desktops:

- Hardwarekosten: Am Anfang des Dialogs kann beim Costanalyzer zwischen den Optionen Harware-Leasing oder Hardware-Kauf gewählt werden. Leasingkosten werden je Jahr zu 100% angerechnet, beim Kauf der Hardware werden die Anschaffungskosten über drei Jahre abgeschrieben. Bei beiden Alternativen sind die Lizenzkosten des Betriebssystems in den Kosten für Hardware enthalten. In den Desktopgesamtkosten sind Kosten für Austausch älterer oder defekter Geräte eingeschlossen. Weiterhin kann eine Wachstumsrate an Desktops angegeben werden. Die Einsparungen ergeben sich daraus, dass die Desktops nicht mehr so häufig durch leistungsstärkere Geräte ausgetauscht werden müssen.

- Betriebssystem- und Wartungskosten: Betriebssystem- und Wartungskosten beeinhalten z.B. Updates der Virussoftware oder Patches für das Betriebssystem. Die Betriebssystem- / Wartungskosten multiplizieren sich aus der Zeit in Minuten, die ein Administrator für einen Updatevorgang benötigt, der Anzahl Updates pro Jahr, den Kosten eines Administrators pro Minute und der Anzahl Desktops. Einsparungen ergeben sich daraus, dass die Anwendungen auf dem Server installiert sind und so nur ein einziges Mal das Update installiert werden muss.

Supportkosten:

Supportkosten setzen sich aus den Kosten für Help-Desk, den Administrationsbedarf und den Support für die Citrix-Anwendung zusammen:

Anzahl Administratoren x Kosten / Stunde.

Help-Desk-Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

Anzahl Calls/User x Dauer/Call x Gesamtanzahl User x Kosten= Administrator/Minute.

Unabhängige Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl Calls mit Server Based Computing-Architekturen im Durchschnitt um 30% gesenkt werden konnten. Dies ist auf den zentralen Betrieb der Anwendungen zurückzuführen.

Installation und Update von Anwendungen:

Es werden zwei Arten von Anwendungen unterschieden. Client/Server und reine Desktop- Anwendungen. In beiden Fällen werden die Kosten durch die Zeit der Installations- und Updatevorgänge durch den Systemadministrator errechnet. Bei Client/Server-Anwendungen werden die Aufwände für die Installation der Serverkomponenten zusätzlich berücksichtigt. In Citrix-Umgebungen ergeben sich Einsparungen durch die zentrale Installation der Anwendungen.

Lizenzkosten:

Bei den Lizenzkosten werden folgende Kosten berücksichtigt:

Kosten für die Microsoft Terminal Services Client Access-Lizenz.

Citrix-Lizenzkosten: Es gibt unterschiedliche Mengengerüste. Bis 40 User sind in der Standard-Edition integriert. Für 41 - 999 User ist die Advanced-Edition vorgesehen und ab 1000 User wird die Enterprise-Edition benötigt.

Rabatt: Die Preise sind kalkuliert mit einem Rabatt von 20%.

Migrationskosten für Webanwendung:

In dieser Kostenkategorie werden die Migrationskosten für die Umstellung auf eine webbasiert Technologie betrachtet. Die Kosten für die Umstellung von Fremdanwendungen werden wie folgt angenommen: Anzahl Anwendungen, die auf Webbasis umgestellt werden sollen, multipliziert mit den durchschnittlichen Kosten pro User für die Umstellung, multipliziert mit der Anzahl der Gesamtuser. Die Kosten für eigenentwickelte Applikationen berechnen sich dagegen wie folgt:

Anzahl Eigenentwicklungen, die über Web angeboten werden sollen, multipliziert mit den durchschnittlichen Kosten für die Umstellung auf die webbasierte Architektur.

Arbeit zitieren:
Goldelius, Jens August 2008: Wirtschaftlichkeitsanalyse einer Umstellung von Client/Server- auf Terminalserver-Architektur im Bereich klassischer Office-Anwendungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftlichkeitsanalyse, Citrix, Terminalserver, Kosten-Nutzenanalyse, IT

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