Wirtschaftliches Wachstum
Triebkräfte, Probleme, Grenzen und Herausforderungen für die Unternehmens- und Wirtschaftspolitik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sebastian Maaß
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 672,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Dortmund Deutschland
- Bibliografie: ca. 167
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0613-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0613-4 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0613-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Maaß, Sebastian August 2007: Wirtschaftliches Wachstum, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wirtschaftliches Wachstum, Wirtschaftspolitik, Unternehmenspolitik, Volkswirtschaftslehre, Kapitalinvestitionen
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Diplomarbeit von Sebastian Maaß
Einleitung:
Wirtschaftliches Wachstum ist ein Prozess, der die langfristige Steigerung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit von Wirtschaftseinheiten zum Ziel hat, indem das Produktionspotential von Unternehmen beziehungsweise Volkswirtschaften durch Beeinflussung eine stetige Progression erfährt. Das wirtschaftliche Wachstum bildet infolgedessen als Indikator das Leistungspotential von Wirtschaftssystemen ab und wird limitiert durch sie prägende materielle und immaterielle Inputfaktoren, die als Triebkräfte wachstumssteigernde Wirkung haben.
Keinem Wirtschaftssystem ist es möglich, unendlich zu wachsen. Tatsächliche Limitationen existieren als natürliche, soziale, wirtschaftliche und politische Grenzen des Wachstums. Aufgrund der Vielschichtigkeit der Grenzen wirtschaftlichen Wachstums werden sich die folgenden Untersuchungen in einzelnen Kapiteln mit den natürlichen und sozialen Grenzen auseinandersetzen und die übrigen zurückstellen.
Mit der Betrachtung von wirtschaftlichem Wachstum vermengen sich ökonomische und politische Motivationen. Wirtschaftliches Wachstum ist stets Bestandteil der Legitimation regierender politischer Parteien, für die die Schaffung idealer Wachstumszustände und –raten immer ein wesentlicher Inhalt ihres politischen Programms gewesen ist. Die Politik und ihre Entscheidungen haben zwar teilweise Einfluss auf wirtschaftliches Wachstum, können jedoch lediglich begrenzt auf seine Raten einwirken. Aufgrund der heute bekannten starken Verquickung von Ökonomie und Ökologie ist es sehr schwierig geworden, die richtige Balance zwischen beiden Komponenten zu finden. Es kann daher hinsichtlich der Probleme und Grenzen, die mit dem Wirtschaftswachstum verbunden sind, nicht das Bestreben der Wirtschaftspolitik sein, maximales, sondern optimales wirtschaftliches Wachstum zu generieren.
Gang der Untersuchung:
Im ersten Kapitel wird dem Leser zunächst ein Überblick über die wissenschaftlichen Versuche geben, wirtschaftliches Wachstum anhand von Theorien beziehungsweise Modellen darzustellen und zu erklären und gewährt darüber hinaus Einblicke in die Historie der Wirtschaftstheorie.
Im Anschluss daran wird das Phänomen des wirtschaftlichen Wachstums definiert und seine unterschiedlichen Erscheinungsformen zeitgemäß und kritisch durchleuchtet, um unter anderem die verschiedenen Dimensionen sowie Vor- und Nachteile des Wirtschaftswachstums zu erörtern und aufzuzeigen.
Um die Frage zu beantworten, auf welche Weise wirtschaftliches Wachstum generiert wird und welche Kräfte ihren Beitrag dazu leisten, um in letzter Konsequenz gesamtwirtschaftliche Weiterentwicklung zu erreichen, werden eine Reihe von wesentlichen Triebkräften des Wirtschaftswachstums vorgestellt. Ihre Darstellung erhebt nicht den Anspruch, lückenlos und abschließend zu sein, hat jedoch zum Ziel, herausragende und teilweise unkonventionelle Triebkräfte zu präsentieren und im Hinblick auf ihre wachstumsunterstützenden Eigenschaften zu analysieren.
Im letzten Teil dieser Arbeit werden die mit wirtschaftlichem Wachstum verbundenen Probleme und Grenzen diskutiert, welche ebenfalls in ihrer Selektion nicht umfassend, dafür aber wesentlich gewesen sind. Sie sind als Ergebnisse wirtschaftlicher Wachstumsprozesse zu verstehen, die unsere Gesellschaft in der heutigen Zeit prägen.
Wirtschaftswachstum ist relevant für die Unternehmens- und die Wirtschaftspolitik. Jedes Kapitel versucht Verknüpfungen der jeweils zugrunde liegenden Fragestellung zu unternehmens- beziehungsweise wirtschaftspolitischen Handlungskonzeptionen herzustellen. Aufgrund der aktuellen Interessenlage der Öffentlichkeit hinsichtlich der natürlichen Grenzen des Wirtschaftswachstums, die explizit auf die bereits festgestellten und für die Zukunft noch erheblicher prognostizierten klimatischen Veränderungen ausgerichtet ist, greift die vorliegende Arbeit den ‚roten Faden’ der unternehmens- und wirtschaftpolitischen Handlungskonzeptionen im Kapitel „Natürliche Probleme und Grenzen des Wirtschaftswachstums“ ausdrücklich in einem Unterkapitel auf.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Wachstumstheoretische Grundlagen als Deskriptionsversuch des wirtschaftlichen Wachstums | 4 |
| 3. | Erscheinungsformen des wirtschaftlichen Wachstums | 8 |
| 3.1 | Quantitatives Wirtschaftswachstum | 8 |
| 3.1.1 | Was heißt quantitatives Wirtschaftswachstum? | 9 |
| 3.1.2 | Argumente der Befürworter quantitativen Wirtschaftswachstums | 12 |
| 3.1.3 | Kritik am quantitativen Wachstum | 14 |
| 3.2 | Qualitatives Wirtschaftswachstum | 18 |
| 4. | Triebkräfte des Wirtschaftswachstums | 25 |
| 4.1 | Die Bedeutung des Wettbewerbs für wirtschaftliches Wachstum | 25 |
| 4.2 | Die Bedeutung von Innovationen für wirtschaftliches Wachstum | 28 |
| 4.3 | Die Bedeutung des technologischen Fortschritts für wirtschaftliches Wachstum | 34 |
| 4.4 | Die Bedeutung von Kapitalinvestitionen für wirtschaftliches Wachstum | 38 |
| 4.5 | Die Bedeutung des Humankapitals für wirtschaftliches Wachstum | 43 |
| 4.6 | Die Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung für wirtschaftliches Wachstum | 48 |
| 4.7 | Die Bedeutung weiterer anthropologischer Komponenten für wirtschaftliches Wachstum | 51 |
| 4.8 | Die Bedeutung von Religion für wirtschaftliches Wachstum | 57 |
| 4.9 | Die Bedeutung von Strukturwandel für wirtschaftliches Wachstum | 60 |
| 4.10 | Die Bedeutung von Wertewandel für wirtschaftliches Wachstum | 64 |
| 5. | Probleme und Grenzen des Wirtschaftswachstums | 69 |
| 5.1 | Natürliche Probleme und Grenzen des Wirtschaftswachstums | 69 |
| 5.1.1 | Umweltbelastung als Nebenprodukt wirtschaftlichen Wachstums | 70 |
| 5.1.2 | Ressourcenerschöpfung als Nebenprodukt wirtschaftlichen Wachstums | 72 |
| 5.1.3 | Wirtschafts- und unternehmenspolitische Handlungskonzeptionen | 75 |
| 5.2 | Durch die demographische Entwicklung ausgelöste Wachstumsprobleme und –grenzen | 80 |
| 5.3 | Soziale Grenzen als Resultat wirtschaftlichen Wachstums | 85 |
| 6. | Resümee | 89 |
| Literaturverzeichnis | 92 |
Textprobe:
Kapitel 4.6, Die Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung für wirtschaftliches Wachstum „One more mouth to feed means two more arms to work.“ (Mao Tse-tung – in englischer Übersetzung).
Die wirtschaftliche Entwicklung und die Bevölkerungsentwicklung eines jeden Landes beeinflussen sich gegenseitig. Eine Vergrößerung der Bevölkerung stellt eine wichtige Komponente wirtschaftlichen Wachstums dar, beziehungsweise kann eine entscheidende Voraussetzung sein. Sie hat unter anderem auch investitionsanregende Wirkung, die sich durch die aus dem Wachstum der Bevölkerung selbstredend resultierenden gestiegenen Bedürfnisse erklärt. Die Bevölkerungsentwicklung wird gemessen mit der Bevölkerungswachstumsrate, der Differenz aus Geburten- und Sterberate unter Berücksichtigung der Migrationsrate. Von ihr können enorme Wachstumsanstöße ausgehen, da die demographische Struktur einer Volkswirtschaft für die Entstehung und Verwendung des Sozialprodukts Rechnung trägt.
Die in Kapitel 3.1.1. bereits angesprochene Wachstumsunterteilung in extensives und intensives Wirtschaftswachstum erfährt nun im Abschnitt der Bevölkerungsentwicklung als Triebkraft wirtschaftlichen Wachstums eine Konkretisierung. Extensives Wirtschaftswachstum tritt bei wachsender Bevölkerung und somit wachsendem Arbeits- kräfteanteil auf, wenn parallel eine gesamtwirtschaftliche Erweiterung der Produktionskapazitäten gegeben ist. Eine wachsende Bevölkerung benötigt für ein positives Wirtschaftswachstum demnach zunehmende Wachstumsraten. So generiert eine wachsende Bevölkerung zusätzliche Güternachfrage, welche auf Unternehmensseite anregt, das Arbeitspotential zu erhöhen4 und zunehmende Produktion und somit auch Investitionen einzuleiten.5 Eine wachsende Bevölkerung würde ohne durch Investitionen erreichte Kapitalakkumulation lediglich geringe Wirtschaftwachstumsraten generieren.
Die Erhöhung des Arbeitskräftepotentials kann auf der anderen Seite auch intensives Wirtschaftswachstum hervorrufen, wenn die Grenzproduktivität des zusätzlichen Arbeitsplatzes oberhalb der Durchschnittsproduktivität liegt und somit Pro-Kopf-Wachstum ermöglicht wird. Intensives Wirtschaftswachstum verlangt jedoch kein extensives Bevölkerungswachstum um den Sozialproduktanstieg pro Kopf zu gewährleisten, dafür aber einen Arbeitsproduktivitätsanstieg, der durch technologischen Fortschritt hervorgerufen wird. Dies ist für Volkswirtschaften interessant, die von einer stagnierenden oder gar schrumpfenden Bevölkerung betroffen sind, denn eigentlich hat Bevölkerungswachstum bei fehlenden Produktivitätszuwächsen per definitionem einen negativen Einfluss auf das Sozialprodukt pro Kopf und wäre bei Missachtung der Produktivitätskomponente als Triebkraft wirtschaftlichen Wachstums ungeeignet.
Um diese Zusammenhänge deutlicher zu machen, ist eine Betrachtung von Entwicklungsländern aufschlussreich. Eine positive Bevölkerungsentwicklung in diversen Entwicklungsländern hat nicht zwangsläufig intensives Wirtschaftswachstum zur Folge. Es fehlt hier wegen hoher Arbeitslosigkeit an Einkommen, das höheren Konsum und somit Wachstum generieren könnte. Zudem mangelt es an Sach- und Humankapitalunterfütterung, welche die Grenzproduktivität des zusätzlichen Arbeitsplatzes unterhalb der Durchschnittsproduktivität hält, beziehungsweise letztere noch weiter absenken kann.3 Bevölkerungswachstum gepaart mit einer defizitären Produktivitätsentwicklung der Arbeitsplätze hat somit kontraproduktiven Einfluss auf das intensive Wirtschaftswachstum.
Die Industrialisierung bereits entwickelter Volkswirtschaften ist durch erhebliche Arbeitsproduktivitätsfortschritte und intensives Wirtschaftswachstum gekennzeichnet gewesen, obwohl sie parallel mit bemerkenswertem Bevölkerungswachstum verbunden gewesen ist.5 Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass Wirtschaftswachstum, verbunden mit Bevölkerungswachstum als Triebkraft, nur bei geeigneten gesellschafts und ordnungspolitischen Vorbedingungen gegeben ist, die die positive Produktivitätsentwicklung begünstigen.
Entwickelte Volkswirtschaften, die von tendenziellem Bevölkerungsrückgang betroffen sind7 und neben dem intensiven Wirtschaftswachstum auch den Anspruch auf extensives Wirtschaftswachstum haben, die eine Bevölkerungsmehrung anstreben, um demographisch bedingte soziale Systeme zu sichern, und die eine Zunahme quantitativer Güternachfrage und somit wirtschaftliches Wachstum erreichen wollen, haben in der bedingten Zuwanderung ein geeignetes wirtschaftspolitisches Instrument. Migration kann auf der einen Seite den Bevölkerungsrückgang ausgleichen und zudem auf der anderen Seite durch zusätzliches qualifiziertes Humankapital für wirtschaftliches Wachstum sorgen. Theoretisch ist die Kompensation des Bevölkerungsrückgangs durch Migration möglich, sie stößt jedoch auf Grenzen hinsichtlich der Qualifikation der ausländischen Arbeitskräfte sowie ihrer Integrationsfähigkeit und der ihnen potentiell gegebenen Integrationsmöglichkeiten. Das sich anschließende Kapitel behandelt weitere anthropologische Komponenten, die als Triebkraft wirtschaftlichen Wachstums fungieren.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836606134
Arbeit zitieren:
Maaß, Sebastian August 2007: Wirtschaftliches Wachstum, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wirtschaftliches Wachstum, Wirtschaftspolitik, Unternehmenspolitik, Volkswirtschaftslehre, Kapitalinvestitionen



