Wirtschaftliches Handeln als Gestaltungsprozess
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christine Koch
- Abgabedatum: Mai 1993
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 5,4 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2720-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2720-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2720-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Koch, Christine Mai 1993: Wirtschaftliches Handeln als Gestaltungsprozess, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ökonomie, Ästhetik, ökonomische Handlungsrationalität, Gestaltung, Ethik
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Diplomarbeit von Christine Koch
Gang der Untersuchung:
Das Thema dieser Arbeit ist die Auffassung von wirtschaftlichem Handeln in der Ökonomie und deren Bedeutung für die gesellschaftliche Praxis. Es soll der übliche Begriff von wirtschaftlichem Handeln und einige Kritik an ihm dargestellt werden. Dabei wird sich zeigen, daß er unvollständig ist und daß dies korrelliert mit Problemen in der Praxis. Es soll die Ursache für die Verkürzung des Begriffs von wirtschaftlichem Handeln deutlich werden und das Fehlende wird zu charakterisieren sein. Auf dieser Grundlage wird versucht, eine vollständigere Sicht von wirtschaftlichem Handeln zu entwickeln.
Die erste Frage, die sich ergibt, lautet demnach: Wie sieht das Handlungsmodell der Ökonomie aus? In Abschnitt 2.1 fasse ich das gängige Modell zusammen und spitze es auf einige grundlegende Aspekte zu, die für diese Arbeit die wesentlichen sein werden.
Die nächste Frage ist: Hat dieses Modell Mängel, und wo liegen diese? In Abschnitt 2.2 nenne ich einige Probleme der Gegenwart und suche ihre ökonomische Komponente und den Bezug zur Handlungsrationalität der Ökonomie und frage, inwieweit diese die geschilderte Problematik bedingt, fördert oder zumindestens nicht in den Griff bekommen kann. In 2.3 soll die festgestellte Unvollständigkeit der ökonomischen Handlungsrationalität umrissen werden. Daraus ergibt sich, was für eine Erweiterung der verkürzten Auffassung nötig ist und die Frage, wo das Fehlende zu finden sein könnte.
Die weitere Arbeit (Teile 3 und 4) befaßt sich mit dieser Suche. Sie dient dazu, einen Vorschlag für einen anderen Handlungsbegriff zu entwickeln; ob dieser einfach ein anderer oder ein ergänzter ist, wird am Schluß zu beurteilen sein. Ich frage, ob wirtschaftliches Handeln wenn man .es als Gestaltungwrozeß auffaßt, die gesuchte neue Qualität hat, suche Ansätze hierzu und versuche auf dieser Grundlage die Formulierung eines derartigen Begriffs.
In Teil 3 wird dazu zunächst die „ästhetische Erziehung des Menschen“ vorgestellt, eine Schrift von Friedrich Schiller aus dem Jahre 1793, weil hier für das in Teil 2 formulierte Problem ein Ansatz zur Lösung zu finden ist. Besonders der Schillersche Freiheitsbegriff und der der menschlichen Mitte werden als Bestandteile des Gestaltungsbegriffes eine Rolle spielen.
Zur weiteren Vervollständigung dient die Auseinandersetzung mit der Arbeit von J. Beuys in Teil 4, denn dort findet sich die lebenspraktische Erweiterung des bei Schiller gefundenen auf den Bereich des Sozialen.
Um zu zeigen, daß der anhand von Schiller und Beuys entwickelte Handlungsbegriff an in der ökonomischen Diskussion Vorhandenes anknüpfen läßt, wird in Teil. 5 der Bezug zu Überlegungen zweier Ökonomen hergestellt. Der erste ist C.O. Scharmer (5.1), der auf der Grundlage von u.a. Schiller und Beuys versucht hat, die künstlerische Perspektive für die ökonomische Praxis fruchtbar zu machen. Der zweite ist P. Ulrich (5.2), der die kommunikative Erweiterung der bestehenden ökonomischen Handlungsrationalität mittels des Diskursprinzips auf der Grundlage der Habermasschen Analyse vertritt.
Im Schlußteil (6) soll das Ergebnis der Arbeit zusammengefaßt dargestellt werden.
Die traditionelle Handlungsrationalität in der Ökonomie und Darstellung der Kritik an ihr Zunächst soll die ökonomische Handlungsrationalität vorgestellt werden, woraufhin sie in Bezug zur Situation der Ökonomie in der gesellschaftlichen Realität gesetzt wird. Dabei wird sich zeigen, daß ihr bestimmte Qualitäten fehlen. Zu zeigen, wo diese zu finden sind und wie sie die Perspektive der ökonomischen Handlungsrationalität sinnvoll erweitern können, ist Aufgabe der weiteren Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Vorwort und Entstehung des Themas | 1 |
| 1.2 | Problemstellung: Kernfragen der Arbeit und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Die traditionelle Handlungsrationalität in der Ökonomie und Darstellung der Kritik an ihr | 4 |
| 2.1 | Der Begriff des wirtschaftlichen Handelns in der ökonomischen Theorie | 4 |
| 2.1.1 | Darstellung des ökonomischen Handlungsmodells | 4 |
| 2.1.2 | Erste kritische Einordnung des Handlungsmodells | 8 |
| 2.2 | Probleme der Gegenwart, Probleme der Ökonomie? | 12 |
| 2.2.1 | In welchem Zusammenhang stehen die Probleme der Gegenwart zur Ökonomie? | 17 |
| 2.2.2 | Zum Verhältnis von Ethik und Ökonomie | 22 |
| 2.3 | Was fehlt im ökonomischen Handlungsbegriff? | 28 |
| 2.3.1 | Die Unvollständigkeit der Ökonomischen Handlungsrationalität | 28 |
| 2.3.2 | Der Mangel an wirksamer Ethik betrifft den Bereich der Gestaltung der Lebensbedingungen | 30 |
| 2.3.3 | Das Dilemma der Polarität | 33 |
| 3. | Die Gestaltungsidee bei Friedrich Schiller (1759-1805) | 39 |
| 3.1 | Schillers Geschichtsauffassung als evolutionäre Idee, seine Kernfrage und ihr Bezug zur Re-Integrierung der ökonomischen Handlungsrationalität in den lebensweltlichen Zusammenhang | 39 |
| 3.1.1 | Die evolutionäre Idee bei Schiller und wie sie zeitlich und in Bezug auf die Gegenwart einzuordnen ist | 39 |
| 3.1.2 | Die Kernfrage Schillers | 45 |
| 3.2 | Die Polarität, das Zusammenwirken der Pole und ihre Einseitigkeiten | 48 |
| 3.2.1 | Die Polarität | 49 |
| 3.2.2 | Extreme Ausprägungen der Pole in der Realität | 51 |
| 3.2.3 | Die ökonomische Handlungsrationalität im Lichte der Polarität betrachtet | 55 |
| 3.3 | Die Mitte | 57 |
| 3.3.1 | Die Mitte als Ort der Freiheit | 58 |
| 3.3.2 | Die Mitte als Ort der Notwendigkeit | 60 |
| 3.3.3 | Der Weg zur Mitte | 62 |
| 3.3.4 | Die Funktion der Ästhetik zur erreichung der Mitte und der von ihr abgeleitete Gestaltungsbegriff | 65 |
| 3.3.5 | Der bildende Aspekt der Kunst für das gestaltende Handeln | 66 |
| 4. | Der erweiterte Kunstbegriff von J.Beuys (1921-1986) als Bindeglied zwischen Schillers ästhetischen Erziehung und der modernen Ökonomie | 69 |
| 4.1 | Beuys Arbeiten | 69 |
| 4.2 | Beuys Idee von menschlicher Entwicklung | 74 |
| 4.3 | Der beuyssche Gestaltungsbegriff | 77 |
| 5. | Ansätze für einen Gestaltungsbegriff in der ökonomischen Theorie und Praxis | 83 |
| 5.1 | Zwei Anhaltspunkte für einen Gestaltungsbegriff (im Sinne der erarbeiteten Grundlage) in der theoretischen ökonomischen Diskussion | 85 |
| 5.1.1 | Die Rolle der Ästhetik für die Wirtschaft in der Arbeit von C.O.Scharmer | 85 |
| 5.1.2 | Ideen für die Praxis bei P.Ulrich | 95 |
| 5.2 | Neue Formen in der Praxis | 98 |
| 6. | Schlußbeurteilung | 104 |
| Literaturverzeichnis | 107 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427207
Arbeit zitieren:
Koch, Christine Mai 1993: Wirtschaftliches Handeln als Gestaltungsprozess, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ökonomie, Ästhetik, ökonomische Handlungsrationalität, Gestaltung, Ethik



