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Wirkungsuntersuchung im Event-Marketing

Der Einfluss von Flow auf Imagetransfer und Sponsorenwahrnehmung

Wirkungsuntersuchung im Event-Marketing
Über dieses Buch
  • Art: Fachbuch
  • Autor: Bianca Macht
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 143 Seiten
  • Dateigröße: 942,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0532-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8428-0532-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8428-0532-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Macht, Bianca Oktober 2004: Wirkungsuntersuchung im Event-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Event-Marketing, Wirkungsanalyse, Flow-Konzept, Image, Imagetransfermodelle

Fachbuch von Bianca Macht

Einleitung:

Eine der großen Herausforderungen des Marketing liegt darin, seine zur Verfügung stehenden Kommunikationsinstrumente so einzusetzen, dass sich die damit verbundene Botschaft von anderen abhebt und dauerhaft in der Erinnerung der Empfänger gespeichert bleibt. Die Menschen werden im Alltag mit einer Informationsflut durch immer mehr Medien und einer zunehmenden Austauschbarkeit von Produkten konfrontiert. Aus Unternehmenssicht kommt u.a. die Aufsplitterung des Marktes in immer kleinere Zielgruppen hinzu.

Wer sich unter diesen Bedingungen gegenüber der Konkurrenz durchsetzen will, muss bemüht sein, seine Marke in Form erlebbarer Ereignisse zu inszenieren und sich durch einen emotionalen Markenwert zu differenzieren. Entsprechend der Aussage Witts (Marktforschungsinstituts Ipsos) „[…] Tell me, I’ll forget it – Show me, I might remember – Involve me, I’ll keep it forever”, gilt es den interaktiven Kommunikationsprozess mit den Konsumenten zu suchen. Dabei ist nichts überzeugender als das eigene Erleben.

Vor diesem Hintergrund hat sich seit Mitte der 90er Jahre das Event-Marketing als ein Instrument etabliert, welches anhand erlebnisorientierter Veranstaltungen versucht, Markenbotschaften positiv in der Gefühlswelt des Konsumenten zu verankern. Im Vergleich zur klassischen Werbung wirken derart übermittelte Botschaften aktivierender und die Einstellung der Konsumenten wird nachhaltiger und intensiver beeinflusst. Diesen besonderen Nutzen haben die deutschen Unternehmen für sich erkannt: Gemäß einer Studie von Zanger/Drengner haben Unternehmen die Absicht, ihre Aufwendungen für Marketing-Events in den kommenden Jahren um knapp 40% zu erhöhen.

Mit den steigenden Ausgaben wächst gleichzeitig der Bedarf, die Wirkungsweise des Event-Marketing genauer zu erforschen, um daraus entsprechende Konsequenzen für die Gestaltung der Events zu ziehen. Basierend auf den Erkenntnissen aus dem Sponsoring haben sich verschiedene Wirkungsmodelle entwickelt, die jedoch nicht den Anspruch erfüllen, alle an der Wirkung beteiligten Konstrukte abzubilden.

In diesem Zusammenhang sollen im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit die zwei Konstrukte Image und Flow genauer untersucht werden. Während das Image, insbesondere der Imagetransfer, schon zuvor Gegenstand von Untersuchungen im Event-Marketing war, wurde die Auseinandersetzung mit dem Flow-Ansatz in diesem Bereich weitgehend unbeachtet gelassen. Drengner/Zanger sind in Deutschland bisher die einzigen, die die Eignung des Flows zur Erklärung der Erlebnisvermittlung im Event-Marketing untersuchten.

Die vorliegende Arbeit soll daher in erster Linie neue Erkenntnisse zur Wirkung des Flows im Event-Marketing liefern. Als Untersuchungsgegenstand diente ein ausgewähltes Sport-Event, der Straßenfußball-Cup des SB-Warenhauses Real.

Das Ziel der Arbeit besteht zunächst in der Überprüfung eines Imagetransfers von dem Event auf die Marke. In einem zweiten Schritt wird der Einfluss des Flow-Konstuktes auf die Imagewerte des Events und des Unternehmens betrachtet und darüber hinaus untersucht, ob das Ausmaß des Flows in einem Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Eventsponsoren steht. Damit soll im Rahmen dieser Arbeit eine kritische Auseinandersetzung mit diesem speziellen Konstrukt erfolgen und zudem mögliche praxisrelevante Vorschläge zur Gestaltung imagetransferorientierter und flowauslösender Events geliefert werden.

Die vorliegende Arbeit ist in zwei Hauptteile gegliedert. Während der erste, theoretische Teil Definitionen und Erklärungen sowie die notwendigen Grundlagen für die Untersuchung liefert, beschreibt der zweite den Ablauf und die Hypothesen der Untersuchung sowie deren Ergebnisse.

Im Anschluss an dieses erste einleitende Kapitel werden vorab die Grundlagen der Marketing-Kommunikation behandelt, auf denen das Event-Marketing basiert (Kapitel 2). Es werden die fundamentalen Begrifflichkeiten Marketingkommunikation charakterisiert, um sie schließlich in einen Bedeutungszusammenhang bringen zu können. Auch erfahren hier die aktuellen Bedingungen der Kommunikationspolitik eine ausgiebige Erwähnung.

Das sich anschließende dritte Kapitel behandelt detailliert die theoretischen Grundlagen des Event-Marketing. Zunächst wird es anhand kennzeichnender Begriffbestimmungen und Systematisierungsversuche untersucht und nachfolgend seine Bedeutung innerhalb der Unternehmenskommunikation vorgestellt. Da das Event-Marketing seine volle Wirkung nur im Zusammenspiel mit allen Instrumenten der Unternehmenskommunikation entfaltet, wird ausführlich auf die Notwendigkeit einer Vernetzung sowie auf deren Formen hingewiesen. Anschließend wird anhand ausgewählter theoretischer Bezugsrahmen und Modelle die besondere Wirkungsweise des Event-Marketing aufgezeigt. In Kapitel 4 werden die Begriffe Image und Flow vorgestellt, die später die zentralen Schwerpunkte der empirischen Untersuchung bilden. In beiden Fällen wird zunächst eine Erklärung der Begriffe hinsichtlich ihrer Grundlagen und Merkmale vorgenommen. Zudem wird anhand eines aktuellen Modells versucht, den Imagetransfer durch den Einsatz von Marketing-Events zu erklären.

Im fünften Kapitel wird die empirische Untersuchung durchgeführt, und somit der zweite Teil dieser Arbeit eingeleitet. Neben dem methodischen Vorgehen der Untersuchung wird auch der Real,- Straßenfußball-Cup hinsichtlich seiner Zielsetzungen und -gruppe konkretisiert. Anschließend werden die Annahmen bezüglich des Imagetransfers und des Einflusses des Flow-Ansatzes auf die Marketingwirkung in Form von sechs Hypothesen formuliert. Diese Hypothesen werden im sechsten Kapitel mit Hilfe ausgewählter statistischer Verfahren dargestellt und überprüft.

Kapitel 7 beendet die Arbeit mit einer kritischen Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick, der Ansatzpunkte für die Gestaltung zukünftiger Events sowie nachfolgender Forschungsarbeiten geben soll.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Marketing-Kommunikation 4
2.1 Grundlagen der Marketing-Kommunikation 4
2.2 Wesen und Aufgabe der Kommunikationspolitik 5
2.2.1 Allgemeine Rahmenbedingungen der heutigen Kommunikationspolitik 7
3. Theoretische Grundlagen des Event-Marketing 10
3.1 Der Begriff Event 10
3.2 Event-Marketing 11
3.2.1 Definition und begriffliche Darstellung des Event-Marketing 11
3.2.2 Event-Marketing als Abgrenzung zum Eventsponsoring 12
3.2.3 Einordnung des Event-Marketing in den Kommunikationsmix 13
3.3 Typologisierung des Event-Marketing 14
3.3.1 Erscheinungsformen von Events 14
3.3.2 Systematisierungen von Events 14
3.3.3 Die Besonderheit von Sport-Marketingevents 16
3.4 Event-Marketing als Bestandteil der vernetzten Unternehmenskommunikation 18
3.4.1 Die Notwendigkeit einer vernetzten Unternehmenskommunikation 18
3.4.2 Formen der Vernetzung 19
3.5 Wirkungsweise des Event-Marketing 20
3.5.1 Modelle zur Erklärung der Event-Marketing-Wirkung 21
4. Die Konstrukte der Untersuchung: Image und Flow 28
4.1 Image 28
4.1.1 Die Bedeutung und Funktion des Imagebegriffs 28
4.1.2 Imagetransfer 31
4.1.3 Ein Imagetransfer-Modell für Event-Marketing 33
4.2 Das Flow-Konzept 36
4.2.1 Grundlagen und Merkmale des Flow-Konzeptes 37
4.2.2 Voraussetzungen für Flow-Erleben 40
4.2.3 Untersuchungsmethoden für Flow-Erleben 42
5. Methodische Anlage der empirischen Untersuchung und Darstellung der Forschungshypothesen 44
5.1 Die Ziele der Untersuchung 44
5.2 Der Untersuchungsgegenstand: Der Real,- Straßenfußball-Cup 2003 45
5.2.1 Die Zielgruppe 45
5.2.2 Die Zielsetzungen von Real,- 46
5.2.3 Systematisierung des Real,- Straßenfußball-Cups 47
5.2.4 Beschreibung der Kommunikationsmaßnahmen 48
5.2.5 Die Eignung des Real,- Straßenfußball-Cups zur Auslösung von Flow 50
5.3 Das Design der empirischen Untersuchung 51
5.3.1 Allgemeiner Versuchsaufbau und Datenbasis 51
5.3.2 Aufbau der Fragebögen 53
5.3.3 Wahl des Skalierungsverfahrens und -niveaus 55
5.3.4 Die Darstellung der Forschungshypothesen 56
6. Prüfung der Hypothesen und Analyse der Untersuchungsergebnisse 59
6.1 Prüfung und Darstellung der Forschungshypothesen zum Imagetransfer 59
6.2 Prüfung und Darstellung der Forschungshypothesen zum Flow 70
7. Zusammenfassung und Ausblick 84
7.1 Zusammenfassende Darstellung der Untersuchungsergebnisse 84
7.2 Grenzen der Untersuchung 87
7.3 Ausblick 88
Literaturverzeichnis 92
Anhang 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

Hypothese 3a: Sport-Events können bei ihren Besuchern und Teilnehmern das Gefühl von Flow hervorrufen. Aufgrund des Untersuchungsinteresses dieser Hypothese werden zunächst die Antworten bezüglich der Zustandsbeschreibungen betrachtet, die speziell der Erfassung des Flows dienen. Anhand dieser Aussagen wird ermittelt, ob während des Turnierverlaufs die Komponenten „Selbstvergessenheit“ (8.5), „Kontrollgefühl“ (8.6), „verändertes Zeitgefühl“ (8.7) und „Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein“ (8.8) bei den Befragten auftraten. Vorab stellt sich die Frage ob es sinnvoll ist, neben den aktiv teilnehmenden auch die zuschauenden Jugendlichen hinsichtlich eines Flow-Erlebnisses zu befragen. Natürlich muss berücksichtigt werden, dass Zuschauer keine körperliche Leistung vollbringen und sie daher eine andere Qualität des Involvements besitzen als die Turnierteilnehmer. Jedoch gibt es gute Gründe davon auszugehen, dass auch die Zuschauer von Events Flow erleben können: Zum einen spiegelt ihre Anwesenheit auf dem Event wider, dass sie ein Interesse am Geschehen haben. Zum anderen fiebern sie mit ihren Freunden mit. In diesem Zusammenhang kann zur Erklärung des Flow-Erlebens der Zuschauer der Begriff der Empathie herangezogen werden. Darunter wird ein Affektzustand verstanden, „[…] der dem Gefühlszustand einer anderen Person, die beobachtet wird, entspricht. Dieser Gefühlszustand wird ausgelöst, indem die Perspektive der anderen Person eingenommen wird und ihre Gefühle verstanden werden“ (STROEBE/ HEWSTONE/ STEPHENSON 1996, 622). Das Konstrukt soll im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter ausgeführt werden, es bleibt jedoch festzuhalten, dass aufgrund dessen sowohl den Spielern als auch den Besuchern die Flow-Items zur Beurteilung vorgelegt wurden. Die befragten Kinder hatten im Anschluss an die zu untersuchende Aktivität (nach einem Fußballspiel) die Aufgabe, ihre Eindrücke während des Spielgeschehens retrospektiv auf einer dreistufigen Skala anzugeben. Aufgrund des Antwortverhaltens kann anschließend eine Aussage darüber getroffen werden, ob Flow auftrat. [...]

8. Ich werde dir nun acht Sätze vorlesen. Bitte versuche mir zu sagen, wie sehr die Aussagen heute auf dich zutreffen. 8.1 8.2 8.3 8.4 8.5 Ich habe überall mitgemacht, wo ich konnte! Ich habe mir hier auf dem Straßenfußball-Cup alles angesehen! Hier, bei dem Straßenfußball-Cup bin ich richtig gut gelaunt! Hier geht’s mir richtig gut! Während der Fußballspiele habe ich gar nicht gemerkt, was sonst noch um mich herum geschieht! 8.6 8.7 8.8 Heute, während des Turniers, mache ich was ich will! Mir ist es heute passiert, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie die Zeit vergeht! Manchmal habe ich während der Spiele an gar nichts anderes mehr gedacht als an Fußball! [...]

Der einseitige t-Test für unabhängige Variablen ermittelt für nahezu alle Imagefaktoren sowie für die Gesamtbewertung der Imagebeurteilung höchste Signifikanz (p<0,001). Die einzige Ausnahme bildet „interessant“ mit p<0,01, was dennoch ein sehr signifikantes Ergebnis darstellt. Sowohl die Unterhypothese, wonach der Besuch einer Veranstaltung zu einer besseren Bewertung des eventinitiierenden Unternehmens führt, als auch die Hypothese des Imagetransfers sind gleichsam als bewiesen anzusehen. Es kann auf eine Wirkung des Events auf das Image des betrachteten Unternehmens Real,- geschlossen werden, die umso höher ist, je eindeutiger dabei ein Brand Fit wahrgenommen wird. Als Zwischenfazit dieser Analyse lässt sich somit festhalten, dass das Sport-Event zu deutlichen Verbesserungen hinsichtlich einstellungsbezogener Wirkungen beim [...]

Arbeit zitieren:
Macht, Bianca Oktober 2004: Wirkungsuntersuchung im Event-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Event-Marketing, Wirkungsanalyse, Flow-Konzept, Image, Imagetransfermodelle

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