Die Wirkung makroökonomischer Veröffentlichungen auf den deutschen Aktienmarkt
Eine Event Study
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Florian Pach
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 715,8 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9053-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9053-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9053-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pach, Florian März 2005: Die Wirkung makroökonomischer Veröffentlichungen auf den deutschen Aktienmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Markteffizienz, Zinspolitik, Konjunkturindikatoren, Empirische Untersuchung, Deutscher
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Florian Pach
Einleitung:
Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der Veröffentlichung makroökonomischer Variablen auf den deutschen Aktienmarkt zu untersuchen. Makroökonomische Größen wie Leitzins, Devisenkurs, Ölpreis oder Konjunkturlage bilden einen Bestandteil der globalen Umwelt von Unternehmen und Märkten. Finanzmarktteilnehmer bilden auf Basis des Zustandes dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft und treffen ihre Investitionsentscheidungen. Der Finanzmarkt bildet diese Erwartungen ab und reagiert folglich mit Kursbewegungen auf Veränderungen des Investitionsumfeldes.
Die Theorie der informationseffizienten Märkte unterstellt, dass die Marktpreise in jedem Augenblick alle relevanten und verfügbaren Informationen vollständig widerspiegeln. Dies bedeutet, dass der Markt bei gleichem Informationsstand jeden Individuums die neuen Gleichgewichtskurse ohne zeitliche Verzögerung realisiert. Daher existiert gemäß dieser Theorie keine Anlagestrategie zur Erwirtschaftung systematischer Überrenditen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien untersuchen die Informationseffizienz internationaler Kapitalmärkte mit dem Ziel, eine Aussage über die Existenz eines funktionierenden Kapitalmarktes treffen zu können. Dieser besitzt die gesamtwirtschaftliche Aufgabe, die Kapitalströme zum Ort der besten Verwendung zu lenken. Marktpreise werden hierbei als Signal optimaler Kapitalallokation interpretiert. Daher kann der Markt seine Lenkungsfunktion nur erfüllen, wenn den Marktteilnehmern Preise zur Verfügung stehen, die dem wahren fundamentalen Wert entsprechen. Fehlallokationen können demgemäss nur ausgeschlossen werden, wenn die Marktpreise Informationen gemäß der Effizienztheorie enthalten. Mit Hilfe einer Ereignisstudie soll nun auf Tagesdatenbasis untersucht werden, ob bei Ankündigung neuer Informationen systematische Überrenditen erzielt werden können. Auf Ebene unternehmensspezifischer Ereignisse existieren bereits zahlreiche Untersuchungen, welche Informationsineffizienzen beispielsweise bei Dividendenankündigungen oder Änderungen der Indexzugehörigkeit aufgedeckt haben.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit widmet sich der Analyse makroökonomischer Ereignisse. Die halbstrenge Informationseffizienz des deutschen Aktienmarktes soll bei Bekanntgabe des Ifo-Geschäftsklimaindex, des ZEW-Konjunkturindikators, des Consumer Confidence Index sowie bei Zinsentscheidungen der amerikanischen und europäischen Notenbank untersucht werden. Darüber hinaus soll eine Aussage über den Informationsgehalt dieser Variablen getroffen werden.
Zu diesem Zweck soll im zweiten Teil dieser Arbeit im Anschluss an die einführenden Gedanken die theoretische Grundlage gelegt werden. Zuerst wird die Theorie informationseffizienter Märkte in einem ausführlichen Abschnitt beschrieben. Die Bedeutung rationaler Erwartungen für die Preisbildung, die formale Darstellung und die empirische Überprüfbarkeit der Effizienzhypothese stehen hier im Vordergrund. Im Anschluss soll der Zusammenhang zwischen makroökonomischen Faktoren und dem Aktienmarkt hergestellt werden. Aufbauend auf der Fundamentalanalyse als Prozess der Aktienbewertung werden die ausgewählten makroökonomischen Größen und ihre mögliche Wirkungsweise auf den Kapitalmarkt diskutiert.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Veröffentlichung bisheriger Studien zum Einfluss makroökonomischer Variablen auf den Kapitalmarkt. Da für den deutschen Aktienmarkt keine adäquaten Ereignisstudien existieren, wird der Vergleich zu anderen Untersuchungen gezogen, denen andere Märkte, Variablen oder empirische Methoden zugrunde liegen. Aufbau, Vorgehensweise und Ergebnisse dieser Studien sollen diskutiert werden und als Vergleichsmaßstab für diese Arbeit dienen.
Der vierte Teil der Diplomarbeit widmet sich dem Aufbau der empirischen Untersuchung. Die Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei Auswahl und Aufteilung der Stichprobe sowie das Modell zur Schätzung der Überrenditen und deren Überprüfung auf Signifikanz legen das Grundkonzept der Arbeit fest.
Im fünften Teil werden die Untersuchungsergebnisse präsentiert und die Kursreaktionen des deutschen Aktienmarktes vor, nach und während Veröffentlichung der makroökonomischen Variablen diskutiert.
Die Bedeutung der empirischen Ergebnisse für die Kapitalmarktforschung soll im Fazit dieser Arbeit herausgestellt und Empfehlungen für zukünftige Arbeiten ausgesprochen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | ||
| TABELLENVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VIII | |
| 1. | PROBLEMSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT | 1 |
| 2. | THEORETISCHE GRUNDLAGEN | 3 |
| 2.1 | Theoretische Grundlagen der Markteffizienztheorie | 3 |
| 2.1.1 | Hypothese rationaler Erwartungen als Grundlage der Markteffizienztheorie | 3 |
| 2.1.2 | Der Begriff Markteffizienz | 5 |
| 2.1.2.1 | Definitionen und Annahmen | 5 |
| 2.1.2.2 | Theoretische Kritik – Nichtzutreffende Annahmen | 8 |
| 2.1.3 | Empirische Überprüfbarkeit der Informationseffizienz von Kapitalmärkten | 11 |
| 2.1.3.1 | Informationsstand | 11 |
| 2.1.3.2 | Preisbildungsmodelle | 14 |
| 2.1.4 | Joint-Hypothesis-Problem und der Nutzen der empirischen Untersuchungen zur Markteffizienz | 16 |
| 2.2 | Theoretischer Zusammenhang zwischen den ausgewählten makroökonomischen Variablen und dem Aktienmarkt | 18 |
| 2.2.1 | Theorie der Börsenkursbildung – Fundamentalanalyse | 18 |
| 2.2.2 | Zinspolitik | 19 |
| 2.2.3 | Konjunkturindikatoren | 22 |
| 3. | BISHERIGE STUDIEN ZUM EINFLUSS MAKROÖKONOMISCHER VARIABLEN AUF DEN AKTIENMARKT IN DER LITERATUR | 25 |
| 3.1 | Studien zur informationseffizienten Verarbeitung zinspolitischer Entscheidungen auf dem amerikanischen Aktienmarkt | 26 |
| 3.2 | Studien zum Informationsgehalt volkswirtschaftlicher Größen und deren Einfluss auf die Markteffizienz | 30 |
| 4. | AUFBAU DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG | 33 |
| 4.1 | Auswahl und Aufteilung der Stichprobe | 34 |
| 4.2 | Methodik zur Berechnung der normalen und abnormalen Renditen | 37 |
| 4.3 | Statistische Verfahren zur Signifikanzprüfung der Ergebnisse | 42 |
| 5. | ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG | 44 |
| 5.1 | Reaktion des deutschen Aktienmarktes auf zinspolitische Ankündigungen | 46 |
| 5.1.1 | Zinspolitik der Europäischen Union bzw. der Deutschen Bundesbank | 46 |
| 5.1.1.1 | Deutsch-europäische Zinserhöhungen | 46 |
| 5.1.1.2 | Deutsch-europäische Zinssenkungen | 49 |
| 5.1.2 | Zinspolitik der U.S Federal Reserve Bank | 52 |
| 5.1.2.1 | Amerikanische Zinserhöhungen | 52 |
| 5.1.2.2 | Amerikanische Zinssenkungen | 54 |
| 5.2 | Reaktion des deutschen Aktienmarktes auf die Veröffentlichung konjunktureller Indikatoren | 58 |
| 5.2.1 | Consumer Confidence Index | 58 |
| 5.2.1.1 | Steigende Werte des Consumer Confidence Index | 58 |
| 5.2.1.2 | Sinkende Werte des Consumer Confidence Index | 60 |
| 5.2.2 | Ifo-Geschäftsklimaindex | 61 |
| 5.2.2.1 | Steigende Werte des Ifo-Geschäftsklimaindex | 61 |
| 5.2.2.2 | Sinkende Werte des Ifo-Geschäftsklimaindex | 65 |
| 5.2.3 | ZEW-Kojunkturindikator | 66 |
| 5.2.3.1 | Steigende Werte des ZEW-Kojunkturindikators | 66 |
| 5.2.3.2 | Sinkende Werte des ZEW-Kojunkturindikators | 68 |
| 6. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 71 |
| ANHANG | 74 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 91 | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | 102 |
lage gelingt der empirische Nachweis, dass positive Konjunkturinformationen in Boomzeiten zu fallenden Kursen und in Zeiten der Rezession zu steigenden Kursen führen. Schwert (1981) untersucht ebenfalls im Rahmen einer Regressionsanalyse den Einfluss der Bekanntgabe des Consumer Price Indicator als Inflationsgröße auf den S&P500-Aktienindex. Zwischen 1953 und 1978 zeigt sich auf Tagesdatenbasis, dass der unerwartete Anteil der Inflationsinformation signifikant zwei bis fünf Tage vor der Bekanntgabe für Kursreaktionen mit entgegengesetztem Vorzeichen sorgt. In der Folgezeit der Ankündigung kann Schwert nur am ersten Tag noch signifikante Kursreaktionen feststellen. Allerdings erweisen sich diese als so klein, dass sie unmöglich für eine gewinnbringende Handelsstrategie genutzt werden könnten. [...]
Entwicklung verschiedener makroökonomischer Größen formuliert. Durch die Verwendung von Umfragedaten werden die Veränderungen der Makrogrößen um ihren erwarteten Bestandteil bereinigt, so dass nur die unerwartete Information berücksichtigt bleibt. Daraufhin werden Regressor und Regressand mittels OLSVerfahren errechnet und die signifikante Kursreaktion auf eine makroökonomische Information anhand parametrischer Tests untersucht. Pearce/Roley (1983) untersuchen den Informationsgehalt der FED-Geldmengenänderungen für den Dow Jones Industrial Average. Sie stellen fest, dass ein negativer Zusammenhang zwischen Geldmengenänderung und Aktienkursänderung besteht. Außerdem stellt sich durch weitere Tests heraus, dass die Aktienkurse in Übereinstimmung mit der Markteffizienzhypothese auf unerwartete Informationen reagieren und diese sofort und unverzögert verarbeitet werden. In einer späteren Studie fügen Pearce/Roley (1985) der Regressionsgleichung noch weitere makroökonomische Größen hinzu. Als Zwischenergebnis lassen sich vor allem monetäre Größen als signifikant einflussreich identifizieren, wohingegen realwirtschaftliche Größen vernachlässigt werden können. Im Vordergrund steht allerdings die Frage, ob die Kurse tatsächlich nur auf den unerwarteten Teil der Informationen reagieren und ob die neue Information unverzögert im Kurs verarbeitet wird. Nach modifizierter Schätzung der neuen Regressionsgleichung kommen sie zu dem Ergebnis, dass keine Anpassungstätigkeiten auf den erwarteten Informationsanteil durchgeführt werden, und dass innerhalb der ersten vier Tage nach Ankündigung der neuen Information keine signifikanten Kursreaktionen folgen. Hardouvelis (1987) untersucht mit der anfangs geschilderten Methodik die Kursreaktion des S&P500 und eines Index für Finanzdienstleister bei Ankündigung 15 verschiedener Makrovariablen. Signifikante t-Werte findet er vor allem für Kursänderungen, die der Veröffentlichung der monetären Größen Geldmenge, Diskontsatz und freie Reserven folgen. Der Finanzindex zeigt hierfür stärkere Reaktionen als der S&P500. McQueen/Roley (1993) behaupten, dass realwirtschaftliche Informationen in bisherigen Studien für keine signifikanten Kursreaktionen verantwortlich gemacht werden können, da sie nicht in Abhängigkeit vom vorherrschenden Konjunkturzyklus gesehen werden. Ihre These lautet, dass bei Anzeichen steigender wirtschaftlicher Aktivität der positive Cashfloweffekt in einer Rezession den negativen Zinseffekt überwiegt, ihm in einer Boomphase hingegen unterliegt. Nach Einteilung des Zeitraums von 1978 bis 1988 in Hochkonjunktur, Rezession und mittlere Konjunktur- [...]
Cutler/Summers/Poterba (1989) versuchen, die 50 größten Tagesrenditen des S&P500 zwischen 1946 und 1988 mit Hilfe der Schlagzeilen der New York Times mit wichtigen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Großereignissen in Verbindung zu bringen. Allerdings erweist es sich als außerordentlich schwierig, für alle betreffenden Handelstage ein fundamentales Ereignis zuzuordnen. Fair (2002) bekräftigt auf intra-day-Datenbasis diesen ersten Eindruck. Seine Studie analysiert die Entwicklung des S&P500-Aktienindex. Er definiert alle für ein Zeitintervall von ein bis fünf Minuten kumulierten Kursänderungen, die größer sind als 0.75%, als „große“ Kursänderungen. Für den Untersuchungszeitraum können 220 solcher Veränderungen identifiziert werden. Allerdings fällt es auch in dieser Studie schwer, diese Kursänderungen der Veröffentlichung makroökonomischer Variablen zuzuordnen. Die Tatsache, dass nur in 53 Fällen solche Ankündigungen gefunden werden können, zeigt in Übereinstimmung mit anderen Studien, dass zwar ein Zusammenhang zwischen Aktienmarkt und volkswirtschaftlichen Informationen besteht, aber die Kursentwicklung bei weitem nicht allein durch Makrogrößen erklärt werden kann. Ein konträres Ergebnis liefert eine Studie von Fleming/Remolona (1997). Sie untersuchen die 25 größten Handelsumsätze und Kursveränderungen für den amerikanischen Rentenmarkt anhand der intra-day-Entwicklung der 5-Year U.S.-Treasury-Note zwischen 1993 und 1994. Der Rentenmarkt ist leichter auf den Einfluss volkswirtschaftlicher Informationen zu untersuchen, da die Kursentwicklung im Vergleich zum Aktienmarkt nur von der Zinshöhe und nicht zusätzlich von Cashflows abhängig ist. Für 24 der 25 größten Kursänderungen wird festgestellt, dass sie innerhalb von 15 Minuten infolge von makroökonomischen Ankündigungen beobachtet werden können. Die 25 größten Handelsumsätze folgen spätestens 70 Minuten nach der Bekanntgabe von makroökonomischen Informationen. Außerdem kann nachgewiesen werden, dass das Ausmaß der Kursreaktion von der Höhe des unerwarteten Informationsanteils und dem Zyklus der Konjunktur abhängen. Die methodische Vorgehensweise der folgenden Studien ist identisch. Mit Hilfe einer Regressionsanalyse wird die Aktienkursänderung als abhängige Variable der [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832490539
Arbeit zitieren:
Pach, Florian März 2005: Die Wirkung makroökonomischer Veröffentlichungen auf den deutschen Aktienmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Markteffizienz, Zinspolitik, Konjunkturindikatoren, Empirische Untersuchung, Deutscher



