Wirkung von Werbung im Internet
Die Erinnerung und Wiedererkennung von animierten Werbebannern in Abhängigkeit vom Navigationsstil
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Magnus Pagendarm
- Abgabedatum: Mai 2000
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4614-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4614-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4614-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pagendarm, Magnus Mai 2000: Wirkung von Werbung im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wahrnehmung, Intenet, Werbung, Banner, Aufmerksamkeit
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Diplomarbeit von Magnus Pagendarm
Zusammenfassung:
Ausgangspunkt für diese Arbeit sind widersprüchliche Ergebnisse zur Effektivität von Werbe-Bannern im Internet. Werbe-Banner sind in der Regel standardisierte, rechteckige Grafiken mit Text, die es einem Nutzer per Hyperlink ermöglichen, umgehend von der Ausgangsseite zur Internet-Präsenz des Werbetreibenden zu wechseln.
Zwei Studien, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema auseinandersetzen, liefern auf der einen Seite sehr hohe und auf der anderen Seite sehr niedrige Werte zur Erinnerung an und Wiedererkennung von Bannern. Nach einer Herausarbeitung möglicher Ursachen für die Unterschiede, erscheint die jeweilige Instruktion und der dadurch verursachte Navigationsstil als schwerwiegendster Faktor. Es wird ein Erklärungsversuch anhand des Bezugs auf wahrnehmungs- und kognitionspsychologische Grundlagen vorgenommen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Einfluss von Schemata-Aktivierung und Orientierungsreaktionen auf die Ausrichtung der selektiven Aufmerksamkeit.
Die in den beiden Studien provozierten Navigationsformen – die eher vom Reizangebot gelenkte, ziellose Navigation und die gezielte Informationssuche – und ihre Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Werbe-Bannern sollen anhand der Nutzung einer Internet-Präsenz verglichen werden. Die für die Untersuchung verwendete Internet-Präsenz ist eine mit 16 nacheinander eingeblendeten, animierten Werbe-Bannern versehene Vorstellung eines universitären Arbeitsbereichs.
Insgesamt 32 studentische Versuchspersonen werden auf zwei Gruppen, denen verschiedene Instruktionen vorgegeben werden, verteilt. Während eine Gruppe die Aufgabe bekommt, kurze Informationseinheiten zu finden und zu notieren, beschäftigt sich die andere ohne explizite Zielvorgabe mit den Inhalten der Internet-Seiten. Anschließend an die 15-minütige Auseinandersetzung mit der Internet-Präsenz wird ein Fragebogen verteilt, der die freie Erinnerung an Details der Werbe-Banner sowie die Sicherheit der Wiedererkennung überprüft.
Die Kovarianzanalysen zeigen für die ziellos Navigierenden eine signifikant bessere Erinnerung an Details in Form von Firmen, Produkten und Dienstleistungen sowie Bildmotiven und Grundfarben. Für die Reproduktion von präsentierten Textaussagen ergibt sich kein bedeutsamer Unterschied. Bei der Wiedererkennung ist sich die Gruppe der ziellos Navigierenden in ihrer Beurteilung signifikant sicherer als die der gezielt Informationssuchenden, die Werbe-Banner im Versuchsdurchlauf wahrgenommen zu haben.
Einschränkend muss angemerkt werden, dass auch methodische Unzulänglichkeiten für die gefundenen Effekte verantwortlich sein können. So liegt die Aufmerksamkeit der gezielt Informationssuchenden für eine länger als erwartete Zeit auf den Aufgabenblättern anstatt auf den Bildschirmen. Auch ein verzerrender Einfluss durch interindividuell unterschiedliche Aufmerksamkeitsleistungen kann für die Ergebnisse von Bedeutung sein.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Zusammenfassung | 1 |
| 2. | Problem | 2 |
| 2.1 | Internet, World Wide Web und die Nutzer | 2 |
| 2.1.1 | Entstehung und Wachstum von Internet undWorld Wide Web | 3 |
| 2.1.2 | Internet-Nutzer und ihre Nutzungsformen | 6 |
| 2.2 | Werbeformen im Internet | 9 |
| 2.3 | Wirkungsvariablen und -ergebnisse von Banner-Werbung | 13 |
| 2.3.1 | Reaktionen auf Werbe-Banner | 13 |
| 2.3.2 | Einstellung zu und Akzeptanz von Werbe-Bannern | 15 |
| 2.3.3 | Wahrnehmung, Erinnerung und Wiedererkennen von Werbe-Bannern | 16 |
| 2.4 | Differenzen in den Informationsverarbeitungsprozessen bei der gezielten Informationssuche und beim ziellosen Navigieren in einem Hypertext | 22 |
| 2.4.1 | Navigation in Hypertext | 23 |
| 2.4.2 | Steuerung der visuellen Wahrnehmung undAufmerksamkeit | 27 |
| 2.4.3 | Überprüfung von verarbeiteten und gespeicherten Informationen | 36 |
| 2.5 | Fragestellung | 37 |
| 2.5.1 | Formulierung der Fragestellung | 37 |
| 2.5.2 | Hypothesen und deren Operationalisierung durch Variablen | 39 |
| 3. | Methode | 43 |
| 3.1 | Versuchsteilnehmer | 43 |
| 3.2 | Versuchsmaterial | 45 |
| 3.2.1 | Test-Website und Werbe-Banner | 45 |
| 3.2.2 | Versuchsrechner | 48 |
| 3.2.3 | Aufgabenblätter | 48 |
| 3.2.4 | Fragebogen | 49 |
| 3.3 | Versuchsablauf | 51 |
| 3.4 | Versuchsplan | 53 |
| 4. | Ergebnisse | 54 |
| 4.1 | Freie Erinnerung an Werbe-Banner | 55 |
| 4.1.1 | Freie Erinnerung an Details von in Werbe-Bannern präsentierten Firmen, Produkten und Dienstleistungen | 55 |
| 4.1.2 | Freie Erinnerung an Details von in Werbe-Bannern präsentierten Textaussagen | 56 |
| 4.1.3 | Freie Erinnerung an Details von in Werbe-Bannern präsentierten Bildmotiven und Grundfarben | 57 |
| 4.2 | Wiedererkennung von Werbe-Bannern | 59 |
| 4.3 | Exploration der Ergebnisse zur Wiedererkennung von Werbe-Bannern | 60 |
| 5. | Diskussion | 62 |
| 5.1 | Interpretation der Ergebnisse | 62 |
| 5.1.1 | Zu Hypothese 1a | 63 |
| 5.1.2 | Zu Hypothese 1b | 64 |
| 5.1.3 | Zu Hypothese 1c | 64 |
| 5.1.4 | Zu Hypothese 2 | 66 |
| 5.1.5 | Zur Exploration der Wiedererkennungswerte | 66 |
| 5.2 | Diskussion der Vorgehensweise und methodische Kritik | 68 |
| 5.2.1 | Die Umsetzung der gezielten Informationssuche | 68 |
| 5.2.2 | Die Umsetzung des ziellosen Navigierens | 70 |
| 5.2.3 | Verzerrungen in der Aufmerksamkeitsleistung | 70 |
| 5.2.4 | Die Erinnerung an Details von Werbe-Bannern | 71 |
| 5.3 | Vergleich mit anderen Untersuchungen, abschließende Bewertung und Ausblick | 72 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 76 |
| 7. | Anhang | 81 |
| 7.1 | Versuchsinstruktion zur ziellosen Navigation | 81 |
| 7.2 | Versuchsinstruktion zur gezielten Informationssuche | 82 |
| 7.3 | Suchaufgaben für die gezielte Informationssuche | 83 |
| 7.4 | Test-Werbe-Banner | 85 |
| 7.5 | Fragebogen zur Erinnerung und Wiedererkennung | 87 |
| 7.6 | Ausdrucke der Signifikanzprüfungen | 106 |
| 7.6.1 | Hypothese 1a | 106 |
| 7.6.2 | Hypothese 1b | 108 |
| 7.6.3 | Hypothese 1c | 110 |
| 7.6.4 | Hypothese 2 | 112 |
| 7.7 | Erklärung an Eides Statt | 115 |
Problem Kontrollvariablen Um die kausale Interpretierbarkeit erwarteter Effekte zu gewährleisten und eindeutig auf die unabhängige Variable zurückführen zu können, soll der Einfluß einiger, potentiell bedeutsamer Variablen statistisch kontrolliert und bei allen Signifikanzprüfungen durch Kovarianzanalysen auspartialisiert werden. Es sind dies folgende Variablen, die miterhoben werden und von denen – ausgehend von vorherigen Ausführungen im Problemteil - vermutet wird, daß sie Einfluß auf die Erinnerung und Wiedererkennung haben können: 1) Das Alter 2) Das Geschlecht 3) Das vorherige Wissen über die Inhalte der Website 4) Die durchschnittliche wöchentliche Zeit des ziellosen Navigierens im Internet 5) Die durchschnittliche wöchentliche Zeit der gezielten Informationssuche im Internet 6) Die durchschnittliche Erfahrung mit den präsentierten Werbe-Bannern (nur für Hypothese 2) [...]
Problem Es wird also angenommen, daß im Fall des ziellosen Navigierens eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, daß sich Orientierungsreaktionen gegen aktivierte SuchSchemata durchsetzen können und Werbe-Banner verarbeitet werden, als daß das der Fall bei der gezielten Informationssuche ist. Dies soll in dieser Studie überprüft werden. Entsprechend zu den vermuteten Unterschieden in der Wahrnehmung darf auch bei einer Überprüfung der Gedächtnisinhalte durch Fragen zur freien Erinnerung und Rating-Skalen zur Wiedererkennung mit höheren Werten bei den ziellos Navigierenden als bei den gezielt Informationssuchenden gerechnet werden. Die Erinnerung soll gesondert für drei Komponenten untersucht werden, die auch Bachofer (1998) in ähnlicher Weise untersucht: Details zu den präsentierten Firmen, Dienstleistungen und Produkten, zu den Textaussagen und zu den verwendeten Grundfarben und Bildmotiven. Bei der Wiedererkennungsleistung soll es um die Beurteilung der Sicherheit gehen, ob das Banner im Versuchsdurchlauf wahrgenommen wurde. Diese Überprüfung wird sowohl in der Untersuchung von Bachofer (1998) als auch in der von Benway (1999) vorgenommen. [...]
Problem Möchte man nun überprüfen, welche Aspekte der präsentierten Werbung tatsächlich wahrgenommen, verarbeitet und gespeichert werden, bieten sich zwei Methoden an: Das Reproduzieren und die Wiedererkennung. In der Werbewirkungsforschung werden verschiedene Methoden des Reproduzierens verwendet. Zum einen ist hier die Rede vom freien Reproduzieren, zum anderen wird durch die Präsentation von Hinweisen oder Kontextreizen ein unterstütztes Reproduzieren provoziert. Beim freien Reproduzieren ist die Reihenfolge der Wiedergabe vorher eingeprägten Materials der Versuchsperson freigestellt. Die Aktivierung von Gedächtnisinhalten fällt jedoch im zweiten Fall leichter. Es wird allerdings beim unterstützten Reproduzieren nicht nur mehr sondern auch anderes Material wiedererkannt (Felser, 1997). Höhere Ergebnisse erzielt man mit Rating-Skalen zur Wiedererkennung, bei dem einer Versuchsperson Werbevorlagen gezeigt werden und sie sagen sollen, wie sicher sie sind, diese Vorlagen gesehen zu haben. Dennoch sind die Ergebnisse, die mit Reproduzieren oder Wiedererkennen erzielt werden - gemessen an den insgesamt präsentierten Reizen - ernüchternd gering (zum Überblick Perfect & Askew, 1994, S. 694). Auch bei sehr häufiger Darbietung ist kaum zu hoffen, daß sich auch nur ein Viertel der Rezipienten an eine Werbebotschaft erinnert. Für den Fall, daß ein real existierendes Werbe-Banner schon einmal im Internet gesehen wurde, sollte dies parallel zu Fragen zur Wiedererkennung auf jeden Fall überprüft werden, da es sonst zu einer Verzerrung durch implizites Erinnern kommen kann. Dabei sorgt eine frühere Informationsverarbeitung für eine bessere Abrufbarkeit der überprüften Werbe-Banner, was zu einer positiveren subjektiven Beurteilung bei der Frage führen kann, wie sicher man ist, die Anzeige erst in der Versuchssituation wahrgenommen zu haben. In ähnlicher Weise ist auch eine intrinsisch motivierte Informationssuche einzuschätzen, für den Fall, daß die Versuchsperson vor, während oder nach einer Entscheidungsphase für eine in einer Anzeige umworbene Produktkategorie, eine Dienstleistung oder eine Firma selbständig gezielt nach Informationen Ausschau gehalten hat. Auch in diesem Fall ist davon auszugehen, daß Wiedererkennungswerte künstlich erhöht werden können, wenn die Versuchsperson für die Inhalte mancher Werbe-Banner sensibilisiert ist. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446147
Arbeit zitieren:
Pagendarm, Magnus Mai 2000: Wirkung von Werbung im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wahrnehmung, Intenet, Werbung, Banner, Aufmerksamkeit



