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Die Wiedereingliederung von Führungskräften als Aufgabe im internationalen Personalmanagement

Eine transaktionskostentheoretische Analyse

Die Wiedereingliederung von Führungskräften als Aufgabe im internationalen Personalmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Exner
  • Abgabedatum: Juni 1997
  • Umfang: 121 Seiten
  • Dateigröße: 6,2 MB
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1361-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1361-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1361-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Exner, Andreas Juni 1997: Die Wiedereingliederung von Führungskräften als Aufgabe im internationalen Personalmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Führungskräfte, Personal, Transaktionskosten

Diplomarbeit von Andreas Exner

Zusammenfassung:

Derzeit sind weit über 50.000 von ihren Unternehmungen entsandte Deutsche für einen befristeten Zeitraum im Ausland tätig. Die überwiegende Mehrheit von ihnen wird nach Ablauf der Entsendungsdauer wieder in ein Land zurückkehren, welches sich während ihrer Abwesenheit - ebenso wie sie selber - verändert hat. Angesichts dessen scheint es sinnvoll zu sein, die Entsandten auf die neue Situation nach der Rückkehr vorzubereiten. Harveys Erkenntnissen zufolge, ist dies aber offensichtlich nicht der Fall.

Könnte es für die Unternehmung unter Umständen vorteilhaft sein, keine Maßnahmen zur Wiedereingliederung durchzuführen? Diese Frage ist der Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit, deren primäres Ziel es ist zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Investitionen in Wiedereingliederungsmaßnahmen effizient sein können. Der Begriff der "Effizienz" wird in dieser Arbeit dabei im Sinne von "ökonomischer Vorteilhaftigkeit" interpretiert, während unter den "Bedingungen" der Effizienz die "Voraussetzungen" für die ökonomische Vorteilhaftigkeit von Investitionen in Maßnahmen zur Wiedereingliederung verstanden werden.

Wenn Harvey beinahe resignierend feststellt, daß "due to the lack of attention of researchers and personnel administrators the field of repatriation research appears to be a forgotten topic among academic researchers and corporate executives", so gilt dies um so mehr vor dem Hintergrund einer ökonomischen Betrachtung des Problems der Wiedereingliederung. So konstatiert Eigler eine "mangelnde Ökonomieorientierung in der Personalwirtschaft" und Backes-Gellner spricht davon, daß "Personalwirtschaftslehre (...) nicht als ökonomische Disziplin betrieben [wird]." In letzter Zeit sind daher vermehrt Forderungen nach einer stärkeren ökonomischen Ausrichtung der Personalwirtschaftslehre laut geworden. Mit der Wahl eines auf der Transaktionskostentheorie basierenden Modells des strategischen internationalen Personalmanagements als Grundlage dieser Arbeit, soll diese Kritik aufgenommen und das personalwirtschaftliche Problem der Wiedereingliederung unter ökonomischen Gesichtspunkten analysiert werden.

Bevor ein kurzer Überblick über die Vorgehensweise bei der Beantwortung der dieser Arbeit zugrundeliegenden Fragestellung gegeben wird, werden im folgenden Definitionen der Begriffe vorgenommen, die für die weitere Arbeit von entscheidender Bedeutung sind. Unter "Führungskräften" werden dabei in der vorliegenden Arbeit Mitarbeiter verstanden, die eine vergleichsweise hohe hierarchische Position innehaben und die gewöhnlich sowohl Personal- als auch Sachentscheidungen treffen. Außerdem erfolgt eine Ausdehnung des Begriffs auf den Führungsnachwuchs, da auch Mitarbeiter, die das Potential zur Einnahme einer mit derartigen Tätigkeiten verbundenen Position haben, in die Definition mit einbezogen werden. Zusätzlich wird davon ausgegangen, daß die betrachteten Führungskräfte an internationalen Schnittstellen multinationaler Unternehmen tätig sind.

Eine Voraussetzung für die Arbeit international tätiger Führungskräfte ist, daß sie in einer international tätigen Unternehmung, im folgenden auch "multinationale Unternehmung" genannt, beschäftigt sind. Für diese Arbeit wird dabei angenommen, daß es sich bei ihr um eine Unternehmung handelt, deren auf Dauer angelegte ökonomische Aktivitäten sich auf mehrere Länder erstrecken.

In Kapitel 2 wird die dieser Arbeit zugrundeliegende Fragestellung entwickelt. Dabei wird von der Auffassung ausgegangen, daß es sich bei der Wiedereingliederung um ein Resozialisationsproblem handelt. Die verschiedenen Einflußfaktoren auf den Verlauf der Wiedereingliederung werden erläutert und anschließend werden Aussagen zum Stellenwert der Wiedereingliederung in der betrieblichen Praxis getroffen. In diesem Zusammenhang wird auch gezeigt, welche negativen Auswirkungen eine unzureichende Wiedereingliederung nach sich ziehen kann. Ferner wird herausgearbeitet, daß es durchaus Maßnahmen gibt, die helfen können, diese negativen Auswirkungen zu vermeiden oder zumindest zu vermindern. Nachdem Aussagen zu Kosten und Beurteilung von Wiedereingliederungsmaßnahmen getroffen werden, schließt dieser Teil mit der Formulierung der Zielsetzung der Arbeit ab.

In Kapitel 3 wird zunächst das internationale Personalmanagement als das für diese Arbeit relevante personalwirtschaftliche Forschungsfeld begriffen und gezeigt, daß ihm "Theorielosigkeit" attestiert wird. Ausgehend davon, wird für das Beschreiten eines neuen Weges bei der Suche nach einem theoretischen Bezugsrahmen für die vorliegende Arbeit plädiert und mit dem auf der Transaktionskostentheorie basierenden Modell eines strategischen internationalen Personalmanagements eine Alternative präsentiert. In einem zweiten Schritt werden dann Inhalt, Elemente und Hauptaussagen der Transaktionskostentheorie mit dem Ziel ausführlich dargestellt, die in dieser Arbeit verwendete theoretische Grundlage zur Ableitung von internationalen Personalstrategien zu erklären. Dazu gehört auch die Übertragung der Transaktionskostentheorie auf Arbeitsmarkttransaktionen. Abgeschlossen wird das Kapitel 3 mit einer umfassenden Erläuterung des Modells von Festing und der von ihr entwickelten internationalen Personalstrategien.

Im vierten Kapitel wird zuerst ein Abgleich der bei der Verfolgung von bestimmten internationalen Personalstrategien angestrebten Ziele mit den Zielen, die mit der Investition in Wiedereingliederungsmaßnahmen verbunden sind, vorgenommen. Auf der Basis von Plausibilitätsüberlegungen werden dann Thesen über die Effizienz von Investitionen in Maßnahmen zur Wiedereingliederung vor dem Hintergrund der gewählten internationalen Personalstrategie postuliert. Mittels des modifizierten einfachen Vertragsmodells von Williamson werden die postulierten Thesen verifiziert. Somit kann gezeigt werden, daß die gewählte internationale Personalstrategie den Bedingungsrahmen für die Effizienz von Investitionen in Wiedereingliederungsmaßnahmen darstellt. Danach wird eine Effizienzbeurteilung von Wiedereingliederungsmaßnahmen im Kontext internationaler Personalstrategien vorgenommen. Eine kritische Würdigung der gewonnenen Erkenntnisse und eine Schlußbetrachtung schließen diese Arbeit ab.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis VII
1. Einführung 1
2. Wiedereingliederung von Führungskräften 4
2.1 Wiedereingliederung als ein Problem der Resozialisation 4
2.1.1 Zum Begriff der Wiedereingliederung 4
2.1.2 Theoriedefizit bei der Untersuchung der Wiedereingliederung 5
2.1.3 Psychologische Grundlagen - die Wiedereingliederung als erlebter Kontra-Kulturschock und Anpassungsproblem 7
2.1.4 Individuelle Auseinandersetzung mit der Wiedereingliederung 9
2.2 Einflußfaktoren der Wiedereingliederung 10
2.2.1 Interdependenz von Einflußfaktoren und Wiedereingliederungsproblemen 10
2.2.2 Personale Faktoren 11
2.2.3 Sozio-kulturelle Faktoren 12
2.2.4 Unternehmensbezogene Faktoren 13
2.3 Stellenwert der Wiedereingliederung in der betrieblichen Praxis 15
2.3.1 Zur Einordnung der empirischen Forschung 15
2.3.2 Verbreitungsgrad der Wiedereingliederung 15
2.3.3 Auswirkungen unzureichender Wiedereingliederung 16
2.4 Maßnahmen zur Wiedereingliederung 19
2.4.1 Zur Bestimmungsproblematik von Wiedereingliederungsmaßnahmen 19
2.4.2 Verschiedene Maßnahmen im Überblick 20
2.4.3 Kosten und Beurteilung von Wiedereingliederungsmaßnahmen 22
2.5 Fragestellung der Arbeit 23
3. Die Anwendung der Transaktionskostentheorie im internationalen Personalmanagement 25
3.1 Das internationale Personalmanagement als personalwirtschaftliches Forschungsfeld 25
3.1.1 Begriff und Abgrenzung vom internationalen Personalmanagement 25
3.1.2 Internationales Personalmanagement als Untersuchungsgegenstand 26
3.1.2.1 Forschungsschwerpunkte 26
3.1.2.2 Positionierung der Wiedereingliederung in den Kontext des internationalen Personalmanagements 27
3.1.3 Zur Theorie im internationalen Personalmanagement 29
3.1.3.1 Der Ansatz von Heenan und Perlmutter - exemplarische Darstellung eines klassischen Konzeptes 29
3.1.3.2 Dominanz der Kontingenztheorie 31
3.1.4 Begründung und Auswahl von Theorie und Modell 33
3.2 Die Transaktionskostentheorie als theoretische Grundlage für internationale Personalstrategien 36
3.2.1 Bestandteile der Transaktionskostentheorie 36
3.2.1.1 Transaktionsbegriff und -kosten 36
3.2.1.2 Verhaltensannahmen 37
3.2.1.3 Merkmale von Transaktionen 38
3.2.1.4 Institutionelle Arrangements 40
3.2.2 Die Transaktionskostentheorie im Überblick 42
3.2.2.1 Hauptaussagen 42
3.2.2.2 Das einfache Vertragsmodell von Williamson 43
3.2.3 Die Transaktionskostentheorie und Arbeitsmarkttransaktionen 44
3.2.3.1 Begriff und Kosten von Arbeitsmarkttransaktionen 44
3.2.3.2 Charakteristika von Arbeitsmarkttransaktionen 46
3.2.3.3 Institutionelle Arrangements und interne Arbeitsmärkte 47
3.3 Zur Ableitung internationaler Personalstrategien - das Modell vonFesting 50
3.3.1 Zielsetzung und Vorgehensweise von Festing 50
3.3.2 Die Unternehmensstrategie als zentraler Einflußfaktor der Arbeit international tätiger Führungskräfte 51
3.3.2.1 Einführende Überlegungen 51
3.3.2.2 Die Internationalisierungsstrategien nach Porter 52
3.3.3 Modellsegment 1 - Einfluß der internationalen Unternehmensstrategie 53
3.3.3.1 Koordination als Unternehmensstrategiemerkmal 53
3.3.3.2 Konfiguration als Unternehmensstrategiemerkmal 54
3.3.3.3 Zusammenfassende Darstellung 55
3.3.4 Modellsegment 2 - Effiziente institutionelle Arrangements 56
3.3.4.1 Relevante Transaktionen 56
3.3.4.2 Basisannahmen 57
3.3.4.3 Abstimmung von Arbeitsmarkttransaktionen und effizienten institutionellen Arrangements 59
3.3.5 Inhalt und Charakteristika der internationalen Personalstrategien 59
3.3.5.1 Ableitung von internationalen Personalstrategien 59
3.3.5.2 Lokal orientierte Personalstrategie (LOPS) 61
3.3.5.3 Internationale Anreizstrategie (IAPS) 62
3.3.5.4 Internationale Identifikationsstrategie (IIPS) 63
3.3.6 Das Modell von Festing im Überblick 64
3.4 Abschließende Überlegungen zur Anwendung der Transaktionskostentheorie im internationalen Personalmanagement 65
4. Personalstrategiewahl und Effizienz von Wiedereingliederung 67
4.1 Die internationale Personalstrategie als Bedingungsrahmen für die Effizienzbeurteilung von Wiedereingliederung 67
4.1.1 Ausgangssituation und Basisannahmen 67
4.1.2 Ziele der internationalen Personalstrategien 68
4.1.3 Ziele der Investition in Wiedereingliederungsmaßnahmen 69
4.1.4 Zielabgleich und Diskussion der Wirkungszusammenhänge 70
4.2 Das einfache Vertragsmodell von Williamson als zentraler Ansatzpunkt für die Effizienzprüfung von Wiedereingliederung 73
4.2.1 Begründung der Auswahl 73
4.2.2 Die relevanten Zusammenhänge im Überblick 74
4.2.3 Verknüpfung des einfachen Vertragsmodells von Williamson mit den internationalen Personalstrategien nach Festing 75
4.2.4 Effizienzprüfung der internationalen Personalstrategien 77
4.3 Effizienzbeurteilung von Wiedereingliederungsmaßnahmen im Kontext internationaler Personalstrategien 80
4.3.1 Lokal orientierte Personalstrategie (LOPS) 80
4.3.2 Internationale Anreizstrategie (IAPS) 81
4.3.3 Internationale Identifikationsstrategie (IIPS) 82
4.4 Kritische Würdigung 84
5. Schlußbetrachtung 86
Literaturverzeichnis 88
Ehrenwörtliche Erklärung 108

Arbeit zitieren:
Exner, Andreas Juni 1997: Die Wiedereingliederung von Führungskräften als Aufgabe im internationalen Personalmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Führungskräfte, Personal, Transaktionskosten

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