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Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor

Am Beispiel Benchmarking im Land Kärnten

Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anja Samonig
  • Abgabedatum: Oktober 2005
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9464-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9464-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9464-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Samonig, Anja Oktober 2005: Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wettbewerbsmöglichkeit, Wettbewerbsform, Vergleich, Verwaltung, Österreich

Diplomarbeit von Anja Samonig

Problemstellung:

In den letzten beiden Jahrzehnten wurde der Appell an eine fundamentale Umstrukturierung und Neuorientierung des öffentlichen Sektors immer stärker. Hauptursache für den impulsiv verstärkten Fokus auf die weltweiten Verwaltungsreformen ist wohl die Verschlechterung der finanziellen Lage der öffentlichen Haushalte. Aufgrund der steigenden Aufgabenvielfalt und der zunehmenden Differenzierung des Leistungsangebotes kommt es zu negativen Zahlen und damit zu leeren Staatskassen. Das Anspruchsdenken der Bürger steigt kontinuierlich nach oben. Sie wollen Qualität, Wirtschaftlichkeit, Innovation und faire Preise – kurz gesagt: ein unternehmerisches Handeln.

Damit dieses unternehmerische Handeln überhaupt zustandekommen kann, müssen sogenannte Wettbewerbsmechanismen, eine Kernvorstellung von New Public Management, in den öffentlichen Verwaltungen eingeführt werden. Diesem Faktor „Wettbewerb“ kommt seit geraumer Zeit eine zunehmende Bedeutung im Rahmen der Reorganisation öffentlicher Verwaltungsorganisationen zu.

Nach einer Zeit der Angst und Verunsicherung vor den zukünftigen Entwicklungen im öffentlichen Bereich hat sich inzwischen jedoch eine positive Grundeinstellung zum Wettbewerb als Instrument unternehmerischen Handelns und sogar Zuversicht breitgemacht. Es wird erkannt, dass die Einführung von Wettbewerbsstrukturen nicht nur Risiken, sondern auch ungeahnte Chancen mit sich bringt. Nicht ohne Grund spricht man beim Thema Wettbewerb von einer überlegenen Steuerungsform, weil Konkurrenz und Rivalität höhere Effizienz versprechen, die Ausrichtung auf die Kundenwünsche verstärken oder erst herbeiführen, Innovationen anregen und die Leistungsmotivation der Mitarbeiter stärken.

Eines der Wettbewerbssurrogate, welches in aller Munde ist, ist ein Controlling-Instrument, das sich in der Privatwirtschaft bereits bewährt hat: das Benchmarking. Benchmarking basiert auf dem Grundgedanken „Lernen von den Besten und die Besten überholen“. Besonders in jenen Bereichen, in denen das Sach- und Dienstleistungsangebot monopolisiert ist und sich der Wettbewerb um knappe Ressourcen und Kunden nur sehr schwach profilieren lässt, ist der Leistungsvergleich zwischen einzelnen Verwaltungen oder auch der Vergleich mit privaten Anbietern mit der Hoffnung verbunden, dass die gesteigerte Transparenz einen Wettbewerb um Bestleistungen auslöst und Anstöße zu Verbesserungen gibt. Erfahrungen und Kenntnisse anderer Verwaltungen bzw. privater Unternehmungen können für die Lösung eigener Probleme herangezogen werden. Dies hat den Vorteil, dass die gewünschten Ergebnisse von anderen Organisationseinheiten bereits realisiert bzw. erreicht worden sind und somit durchaus realistische sowie realisierbare Zielvorgaben für eigene Leistungen gemacht werden können.

Daher ergibt sich die Notwendigkeit, die Wettbewerbsorientierung als strategisches Ziel des New Public Managements in jeder Verwaltungsreform zu verankern.

Auch im Bundesland Kärnten hat man sich der Herausforderung gestellt, und ein wesentliches Element des modernen Verwaltungshandelns – der Wettbewerbsansatz – wird hinkünftig intern (Kosten- und Leistungsrechnung u. a.) und extern (Kennzahlen, Wettbewerbe u. a.) eine wesentliche Rolle in Kärnten übernehmen. Dabei wird es unentbehrlich sein, dass die Kärntner Landesregierung durch gezielte Fördermaßnahmen und die Umsetzung von Pilot- und Best practice -Projekten diese Entwicklung nachhaltig unterstützt.

Gang der Untersuchung:

Ziele dieser Diplomarbeit sind:

- Das Aufzeigen der einzelnen Wettbewerbsmechanismen soll transparent machen, wie viele Möglichkeiten sich für die öffentlichen Verwaltungen in Kärnten bei der Einführung eines Wettbewerbs auftun.

- Die Darstellungen einiger Beispiele, welche um die relevanten theoretischen Grundlagen ergänzt werden, sollen einen Einblick in die Praxis schaffen.

- Das Aufzeigen von möglichen Problembereichen bzw. gravierenden Abweichungen von der Theorie soll Anregungen für Verwaltungspraktiker bei der Implementierung von neuen Benchmarking-Projekten geben.

Aufgrund der vorhin dargestellten Problemstellung und Zielsetzung ist die Diplomarbeit folgendermaßen aufgebaut:

Die vorliegende Arbeit untergliedert sich in fünf Kapitel. Im zweiten Kapitel erfolgt die Beschreibung einzelner Wettbewerbsmechanismen. Im dritten Kapitel wird näher auf ein Wettbewerbsinstrument – das Benchmarking eingegangen. Das vierte Kapitel dient der Darstellung ausgewählter Benchmarking-Projekte in der Praxis. Im fünften und letzten Kapitel wird das Resümee gezogen.

Im zweiten Kapitel wird generell auf die Methoden, welche zur Schaffung von Wettbewerbsstrukturen im öffentlichen Sektor angewandt werden können, hingewiesen. Dadurch soll ein erster Überblick über Mechanismen des Wettbewerbs, welche sich in drei Ausprägungen teilen lassen, geschaffen werden. Nach der Abklärung der Grundlagen für die Einführung von Wettbewerb wird näher auf dessen einzelne Formen eingegangen. Den Abschluss bildet eine kurze Zusammenfassung des zweiten Kapitels.

Kapitel drei befasst sich ausführlich mit einem ausgesuchten nicht-marktlichen Wettbewerbselement, dem Benchmarking. Nach einer Begriffsbestimmung wird auf die theoretischen Grundlagen, die wichtigsten Benchmarking-Arten, welche sich nach den Vergleichspartnern, den Objekten und den Parametern untergliedern lassen, sowie auf den Benchmarking-Prozess eingegangen. In den ersten zwei Unterkapiteln soll sich der Leser, der mit dem Instrument Benchmarking zum ersten Mal in Kontakt kommt, grundlegendes Benchmarking-Wissen aneignen können. Im Unterkapitel drei wird dazu der Benchmarking-Prozess beschrieben. Den Ausklang dieses Kapitels bildet wiederum ein Zwischenresümee.

Das vierte Kapitel, ein weiterer zentraler Bestandteil dieser Diplomarbeit, stellt den Praxisteil dar und beschäftigt sich mit durchgeführten Benchmarking-Projekten des Landes Kärnten. Im ersten Schritt werden drei Benchmarking-Studien auf Bezirksebene näher beschrieben. Im Anschluss an jedes einzelne Projekt erfolgt ein Vergleich von Theorie und Praxis. Die Benchmarking-Arten werden herausgefiltert und die Benchmarking-Prozesse werden kritisch der Theorie gegenübergestellt. Anschließend wird noch die Möglichkeit des Benchmarking auf Gemeindeebene kurz dargestellt. Der empirische Teil soll Aufschluss darüber geben, inwieweit sich das Benchmarking-Instrument im Amt der Kärntner Landesregierung bereits etabliert hat.

Kapitel fünf schließt diese Arbeit mit einer Zusammenfassung und einer Schlussfolgerung aus den Erkenntnissen von Theorie und Praxis ab.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit 3
2. Methoden zur Schaffung von Wettbewerbsstrukturen im öffentlichen Bereich 5
2.1 Grundlagen 5
2.1.1 Wettbewerb im Kontext von NPM 5
2.1.2 Definition Wettbewerb 7
2.1.3 Rahmenbedingungen für die Einführung von Wettbewerb 8
2.2 Marktlicher Wettbewerb 10
2.2.1 Definition 10
2.2.2 Ausschreibung 10
2.2.3 Contracting out 12
2.3 Quasi-marktlicher Wettbewerb 13
2.3.1 Definition 13
2.3.2 Verantwortungsdelegation und Kontrakte 13
2.3.3 Wettbewerb innerhalb des Gemeinwesens 14
2.4 Nicht-marktlicher Wettbewerb 15
2.4.1 Definition 15
2.4.2 Interne Leistungsverrechnung 15
2.4.3 Leistungsvergleich und Preiswettbewerb 17
2.4.4 Benchmarking 19
2.5 Wettbewerbsmechanismen im internationalen Vergleich 19
2.6 Zwischenresümee 21
3. Benchmarking 22
3.1 Grundlagen 22
3.1.1 Begriffsbestimmung 22
3.1.2 Entwicklung 25
3.1.3 Voraussetzungen 26
3.1.4 Ziele und Nutzen 27
3.1.5 Probleme 30
3.2 Arten des Benchmarking 32
3.2.1 Vergleichspartner 33
3.2.1.1 Internes Benchmarking 33
3.2.1.2 Externes Benchmarking 36
3.2.2 Benchmarking – Objekte 42
3.2.2.1 Produkt-Benchmarking 42
3.2.2.2 Prozess-Benchmarking 43
3.2.2.3 Strategisches Benchmarking 44
3.2.3 Benchmarking – Parameter 46
3.3 Der Benchmarking – Prozess 48
3.3.1 Phase 1: Zielsetzung 50
3.3.2 Phase 2: Interne Analyse 51
3.3.3 Phase 3: Vergleich 52
3.3.4 Phase 4: Maßnahmen 53
3.3.5 Phase 5: Umsetzung 54
3.4 Zwischenresümee 55
4. Benchmarking am Beispiel Land Kärnten 57
4.1 Benchmarking auf Bezirksebene 58
4.1.1 „Speedy Offiziales IV“ 58
4.1.1.1 Argumente für das Projekt 59
4.1.1.2 Projektumfang und -ablauf 60
4.1.1.3 Projektabschluss 63
4.1.1.4 „Speedy Offiziales IV“ und Benchmarking 65
4.1.2 „Qualitätsdialog 2003“ 67
4.1.2.1 Ziele und Leitideen 67
4.1.2.2 Projektumfang und -ablauf 68
4.1.2.3 Projektabschluss 72
4.1.2.4 „Qualitätsdialog 2003“ und Benchmarking 73
4.1.3 Projekt „Kostenbenchmarking 2000“ 75
4.1.3.1 Theoretische Grundlagen 75
4.1.3.2 Ziele des Projektes 77
4.1.3.3 Projektumfang und -ablauf 78
4.1.3.4 Projektabschluss 82
4.1.3.5 „Kostenbenchmarking 2000“ und Benchmarking 82
4.2 Benchmarking auf Gemeindeebene 83
5. Resümee 85
Literaturverzeichnis 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor Technologien, die mit einem geringen Anpassungsaufwand umsetzbar sind, können ergründet werden. Welch besserer Beweis für die Einsetzbarkeit einer neuen Technologie ist denkbar, als der, dass sie bereits anderswo erprobt und im Einsatz ist?139 Die branchenübergreifende Wahl eines Benchmarking-Partners ist jedoch auch oft mit großen Schwierigkeiten verbunden. Z.B. ist die Vergleichbarkeit der Untersuchungsobjekte aufgrund branchenbedingter Unterschiede nur sehr schwer zu gewährleisten. Die „Best-practice-Organisation“ ist oft nicht bekannt, da man zu branchenfremden Unternehmungen wenig bzw. gar keinen Kontakt pflegt.140 Darüber hinaus können zusätzlich noch Probleme mit der Akzeptanz in der eigenen Unternehmung für die Umsetzung dieser Ideen der branchenfremden BenchmarkingPartner auftreten.141 Wie ersichtlich wird, ist das branchenunabhängige Benchmarking in Bezug auf die Akzeptanz und Anwendung wohl das schwierigste Konzept, aber wahrscheinlich auch das mit dem höchsten [...]

Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor Wann sollte nun konkurrenz- und/oder branchenbezogenes Benchmarking angewendet werden? Es gibt Situationen, in denen diese zwei Instrumente sinnvoll sind, es gibt aber auch Situationen, in denen sie nicht die richtigen Methoden sind. Konkurrenzbezogenes und/oder branchenbezogenes Benchmarking ist sinnvoll, wenn • • • Kundensegmente oder Produkte im Mittelpunkt der aktuellen Fragen stehen, das Verfahren an ein branchentypisches Merkmal (z.B. Gesetze oder Vorschriften) gebunden ist und Konkurrenzprobleme die Organisation daran hindern, ihre Leistungsziele zu erreichen.134 Die bisher vorgestellten Ansätze beinhalten einen Vergleich innerhalb der Branche und können somit maximal zu einer Angleichung der Wettbewerbsposition führen. Aus diesem Grund wird beim branchenunabhängigen Benchmarking der Betrachtungshorizont gegenüber den eben beschriebenen Arten des externen Benchmarking noch erweitert.135 Branchenunabhängiges Benchmarking Die wohl interessanteste Form des Benchmarking ist das branchenunabhängige bzw. funktionale Benchmarking. Hier ist die Suche nach Vorbildunternehmungen mit Spitzenleistungscharakter nicht auf die eigene Branche begrenzt, sondern erstreckt sich auf alle Organisationen, Institutionen und Unternehmen, welche ähnlich ausgeprägte Prozesse zu bewältigen haben.136 Über ein Spektrum von Branchen hinweg wird nach neuen, innovativen Praktiken, unabhängig von ihrer Quelle, gesucht.137 Diese Art des Benchmarking setzt voraus, dass es sich bei dem zu vergleichenden Prozess um eine „generische“ Funktion handelt, welche also nicht branchentypisch kennzeichnend ist. Als Vergleichsmaßstäbe einer bestimmten Funktion (wie z.B. Rechnungserstellung, Kundendatenverwaltung etc.) können die „Weltmeister“ herangezogen werden.138 Der Vorteil dieser reinsten Form des Benchmarking liegt darin, dass Methoden und Praktiken aufgespürt werden können, welche in der eigenen Branche des Untersuchenden nicht angewendet werden. Sofort übertragbare Praktiken oder [...]

Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor anderen Parteien ebenso ein Interesse haben, die besten Methoden, die sie zum Erfolg geführt haben, zu verstehen oder sie im Weiteren zu verbessern.128 Branchenbezogenes bzw. intersektorales Benchmarking Beim intersektoralen Benchmarking werden die eigenen Funktionsabläufe und Prozesse mit externen Unternehmungen der gleichen Branche verglichen.129 Während konkurrenzbezogenes Benchmarking zwei oder drei direkte Mitbewerber einer Organisation in den Mittelpunkt stellt, sucht das branchenbezogene Benchmarking bei einer weit größeren Gruppe von Institutionen, Organisationen, Unternehmen etc. nach allgemeinen Trends. Dies bedeutet, dass das branchenbezogene Benchmarking ein viel allgemeinerer Vorgang ist, da ein Vergleich zwischen einer Organisation mit anderen, welche ähnliche Interessen und Technologien aufweisen, stattfindet und dadurch Trends bei Produkten und Dienstleistungen ermittelt werden können.130 Auf diese Weise kann man die im Laufe der Zeit entstandenen Wettbewerbsnachteile bei spezifischen Prozessen wettmachen.131 Bei den öffentlichen Verwaltungen findet der Vergleich mit Branchen aus der Privatwirtschaft statt. Weit über den bloßen Vergleich zwischen zwei Verwaltungen hinaus wird nach Trends gesucht, welche einen Einblick in die Weise, wie sie gesetzt werden, bieten.132 Ein wesentlicher Vorteil des konkurrenzbezogenen Benchmarking ist darin zu sehen, dass keine unmittelbare Wettbewerbssituation zwischen den Benchmarking-Partnern besteht. Dies ist auch der Grund, warum sich der Informationstransfer meist offener und einfacher gestalten lässt. Da die Unternehmungen aus der gleichen Branche sind, gibt es dennoch viele Ähnlichkeiten, die die Vergleichbarkeit gewährleisten. Zugleich kann aber auch das Problem auftreten, dass kaum wirklich neue Lösungen gefunden werden, die einen Wettbewerbsvorteil in der Branche ergeben würden.133 [...]

Arbeit zitieren:
Samonig, Anja Oktober 2005: Wettbewerbsmechanismen im öffentlichen Sektor, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wettbewerbsmöglichkeit, Wettbewerbsform, Vergleich, Verwaltung, Österreich

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