Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Wettbewerbsfähigkeit öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute

Einflussfaktoren durch Wegfall der Gewährträgerhaftung und Modifikation der Anstaltslast

Wettbewerbsfähigkeit öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marco Schenke
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 911,3 KB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9003-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9003-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9003-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schenke, Marco April 2005: Wettbewerbsfähigkeit öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dreisäulensystem, Transaktionskosten, Jahresabschlussanalyse, Refinanzierung, Handlungsempfehlung

Diplomarbeit von Marco Schenke

Einleitung:

Der deutsche Bankensektor steht Mitte 2005 vor wichtigen, grundlegenden und wettbewerbsbeeinflussenden Veränderungen. Zum 18. Juli 2005 werden die Haftungssysteme der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute umgestaltet und damit bestehende Wettbewerbsvorteile weitgehend eliminiert. Betroffen sind Anstalten des öffentlichen Rechts, insbesondere Sparkassen und Landesbanken sowie deren Gewährträger, die Kommunen und Bundesländer. Die Gewährträgerhaftung, welche die Haftung der Gebietskörperschaft beinhaltet und damit die Ansprüche der Gläubiger im Falle der Insolvenz einer Anstalt, wird abgeschafft. Die Anstaltslast, die die Verpflichtung des Gewährträgers zur Gewährleistung des wirtschaftlichen Fortbestehens der Anstalt darstellt, wird durch ein normales Verhältnis zwischen Eigentümer und öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten ersetzt. Staatliche Haftungsgarantien soll es dann nur noch für besondere Anstalten des öffentlichen Rechts geben, zum Beispiel für Spezialkreditinstitute wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Bislang wurde dieses Thema weder in den Medien noch in der wissenschaftlichen Literatur umfassend analysiert und diskutiert. In Anbetracht der kurzen verbleibenden Zeit bis zur Umsetzung der Umstrukturierung wird es immer wichtiger zu klären, welche Veränderungen auf die betroffenen Kreditinstitute zukommen werden.

Die Aufgabe dieser Arbeit ist es, einen Blick auf die bisherige Struktur des deutschen Bankensektors zu werfen und die Auswirkungen des Wegfalls der Gewährträgerhaftung und der Modifikation der Anstaltslast zu beleuchten. Dabei wird der Bankensektor hinsichtlich seiner Zusammensetzung, Wettbewerbsintensität und Indikatoren analysiert sowie mit ähnlichen Strukturen anderer europäischer Bankensektoren verglichen. Wettbewerbsverändernde Faktoren werden herausgefiltert und mögliche Entwicklungstendenzen aufgezeigt. Eine Analyse ausgewählter, öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute, die sich in Höhe ihrer Bilanzsumme unterscheiden, soll dann dazu beitragen, die theoretischen Grundlagen auf eine praxisnahe Ebene zu übertragen.

Ziel ist es, eintretende Veränderungen der Wettbewerbsfähigkeit öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute durch die Schaffung eines neuen ordnungspolitischen Gefüges zu erkennen und diese kritisch zu analysieren. Da sich für die betroffenen Institute Handlungszwänge ergeben werden, ist auch eine Entwicklung von Handlungsempfehlungen notwendig.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Historischer Hintergrund des deutschen Bankensektors 2
2.1 Struktur des deutschen Bankensystems 2
2.2 Historische Entwicklung des deutschen Bankensystems 4
3. Untersuchung des deutschen Bankensektors 6
3.1 Indikatoren zur Analyse des Bankensektors 6
3.2 Untersuchung der Wettbewerbsintensität des deutschen Bankensektors 9
3.3 Untersuchung der Notwendigkeit von Konzentrationen 12
3.4 Vergleich mit ausländischen Bankensektoren 16
3.5 Aktuelle Kritik an den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten 20
4. Wettbewerbsverändernde Kostensituation der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute 22
4.1 Bedeutung der Transaktionskosten im Reformprozess 22
4.2 Betrachtung möglicher Entwicklungstendenzen 27
5. Analyse ausgewählter Sparkassen und Landesbanken anhand der Geschäftsberichte 30
5.1 Analyse kleinerer Sparkassen am Beispiel der Flensburger Sparkasse 31
5.1.1 Jahresabschlussanalyse und Wettbewerbsfähigkeit 31
5.1.2 Entwicklungstendenzen nach der Wettbewerbskorrektur 34
5.2 Analyse mittelgroßer Sparkassen am Beispiel der MBS 35
5.2.1 Jahresabschlussanalyse und Wettbewerbsfähigkeit 35
5.2.2 Entwicklungstendenzen nach der Wettbewerbskorrektur 37
5.3 Analyse größerer Sparkassen am Beispiel der Sparkasse KölnBonn 39
5.3.1 Jahresabschlussanalyse und Wettbewerbsfähigkeit 39
5.3.2 Entwicklungstendenzen nach der Wettbewerbskorrektur 41
5.4 Analyse der Landesbanken am Beispiel der Landesbank Berlin 43
5.4.1 Jahresabschlussanalyse und Wettbewerbsfähigkeit 43
5.4.2 Entwicklungstendenzen nach der Wettbewerbskorrektur 45
6. Handlungsempfehlungen für öffentlich-rechtliche Institute 47
7. Fazit 50
Glossar 53
Literaturverzeichnis 56
Internetverzeichnis 59
Ehrenwörtliche Erklärung 62

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bilanzsumme führt.120 Über alle elf Landesbanken hinweg ergibt das eine zusätzliche Erhöhung der Transaktionskosten zwischen 1,75 Mrd. und 4,31 Mrd. Euro pro Jahr, sofern die Ausgangsdaten konstant bleiben. Im Jahr 2003 erwirtschafteten die Landesbanken bereits ohnehin einen Jahresfehlbetrag vor Steuern in Höhe von 2,23 Mrd. Euro121, was -0,14 % der Bilanzsumme entspricht. Im Zuge der ordnungspolitischen Umstrukturierungen besteht auch die Möglichkeit, dass sich die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute dem privaten oder genossenschaftlichen Sektor angleichen. Falls die Landesbanken zum genossenschaftlichen Sektor konvergieren und die Refinanzierungspraxis der genossenschaftlichen Zentralbanken annehmen, ergeben sich wesentlich günstigere Konditionen. Der Anteil der verbrieften Verbindlichkeiten würde, wie es bei den Genossenschaften Ende 2003 der Fall war, auf 14,6 % der Bilanzsumme schrumpfen. Im besten Fall würde die zusätzliche Kostenbelastung 0,06 %, im schlechtesten Fall 0,15 % der Bilanzsumme betragen. Bei einem Angleich an den privatwirtschaftlichen Sektor, insbesondere an die Refinanzierungspraxis der Großbanken, würden die verbrieften Verbindlichkeiten 13,1 % der Bilanzsumme ausmachen. Die zusätzliche Kostenbelastung würde zwischen 0,05 % und 0,13 % der Bilanzsumme liegen.122 Die Konvergenz der Landesbanken zu einem der beiden anderen Systeme stellt eine erhebliche Anpassungsleistung in Form von Rückführung verbriefter Verbindlichkeiten dar und könnte somit nur schrittweise erfolgen. Gerade weil die Landesbanken bereits die Verlustzone erreicht haben, ist für eine Verbesserung der momentanen Situation diese Möglichkeit der Kostenreduktion zu empfehlen. Im Gegensatz zu den Landesbanken liegt für die Sparkassen die Ursache der Transaktionskostenerhöhung in den Beiträgen zum Sparkassenstützungsfonds. Die Sparkassen haben zwei Möglichkeiten. Die erste und zudem die unwahrscheinlichste Variante ist, die bisherige Institutssicherung in ein klassisches Einlagensicherungssystem umzuwandeln. Eine deutliche Verringerung der aufzubringenden Mittel kann damit erreicht werden, allerdings wären dann weder die Institute noch die Einlagen der Kunden umfassend geschützt. Die zweite Möglichkeit ist die Aufrechterhaltung der Institutssicherung, die jedoch nur mit höheren Beitragssätzen handlungsfähig bleibt.123 Die Höhe hängt dabei vom Anteil der Einlagen von Nicht-Banken an der Bilanzsumme ab. Dieser lag [...]

werden, wie es in Tabelle 3 bereits dargestellt wurde. Dabei wird die Tatsache vernachlässigt, dass auch Sparkassen das Interbankengeschäft und auch Landesbanken das Kundeneinlagengeschäft, wenn auch jeweils nur im geringen Maße, betreiben. Aufgrund der Übergangsfrist bis 2015, bei der eingegangene Zahlungsverpflichtungen weiterhin unter die staatliche Haftungspflicht fallen, ist keine schockartige Veränderung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors zum 18. Juli 2005 zu erwarten. Es ist davon auszugehen, dass die zusätzlichen Kostenbelastungen erst in einem mittelfristigen Zeitverlauf bemerkbar werden.117 Auf Grundlage von Tabelle 2 gehen die höheren Transaktionskosten bei Landesbanken auf eine steigende Risikoprämie zurück. Der DIW geht von einer Erhöhung von einem Prozentpunkt aus, der Internationale Währungsfonds hingegen von einer Steigerung zwischen 0,4 und 0,6 Prozentpunkten.118 Die tatsächliche Transaktionskostenerhöhung wird sich, je nach Landesbank, wohl innerhalb dieser Spannbreite von 0,4 bis 1,0 Prozentpunkten bewegen. Diese Einschätzung deckt sich sowohl mit dem Rating-Urteil von Standard & Poor’s als auch mit dem von Moody’s. Die Rating-Agentur Moody’s benotete Ende 2004 die gesamte Sparkassen-Gruppe, mit Ausnahme der dazugehörenden öffentlichen Versicherungen. Dabei bekam der Verbund einen „RatingFloor“ von A1, unter den kein Institut innerhalb der Sparkassen-Organisation sinken kann. Jedes Mitglied hat aber trotzdem die Möglichkeit, sich gesondert bewerten zu lassen, um somit ein besseres Rating als A1 zu erlangen. Diese Mindestbonitätsnote liegt im Mittelfeld des Investment Grade und steht für „gute Zahlungsfähigkeit“. Da Moody’s A1 ungefähr S&P’s A oder A+ entspricht, ist die Erhöhung der Refinanzierungskosten von ca. einem Prozentpunkt auch von dieser Seite indirekt bestätigt worden. Dabei profitieren die Landesbanken vor allem von der Stärke der Sparkassen im Privatkundengeschäft und der für Mitbewerber unerreichbaren Marktposition, so Moody’s. Ohne die Landesbanken wäre der Rating-Floor der Sparkassen-Gruppe höher ausgefallen.119 Von der Bonitätsveränderung direkt ist die Bewertung der verbrieften Verbindlichkeiten aufgrund ihrer Handelbarkeit am Kapitalmarkt am stärksten betroffen. Am Ende des Jahres 2003 hatten diese einen Anteil von 32,4 % der Bilanzsumme der Landesbanken. Ein Risikoaufschlag von einem Prozentpunkt aufgrund der verschlechterten Bonität würde zu einer zusätzlichen Kostenbelastung von 0,32 % der Bilanzsumme führen. Im besten Fall liegt ein Risikoaufschlag in Höhe von 0,4 Prozentpunkten vor, was zu einer zusätzlichen Kostenbelastung von 0,13 % der [...]

höhung der Transaktionskosten der Sparkassen nicht zu vermeiden.114 Der DSGV kündigte bereits im September 2003 an, dass die Sicherungsfonds zur Vorbereitung auf den Wegfall der staatlichen Haftungsgarantien mittels Nachschusspflicht und Barmitteln aufgestockt werden soll.115 Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin geht von einem zukünftigen Beitragssatz in Höhe von 1,75 ‰ der Bilanzposition „Forderung an Kunden“ aus. Ein Beitrag, den die Genossenschaftsbanken gegenwärtig in ihren Garantiefonds leisten müssen.116 Die Transaktionskosten werden aufgrund der Korrektur des Wettbewerbsvorteils öffentlichrechtlicher Kreditinstitute für Sparkassen und Landesbanken steigen, Genossenschaftsbanken und private Banken sind davon nicht betroffen. Damit werden die Kosten und Risiken des öffentlichrechtlichen Sektors an die der anderen beiden Säulen des Dreisäulensystems angeglichen und somit gleiche Spielregeln für den Wettbewerb geschaffen. Tabelle 3 fasst die Ausprägungen der Transaktionskostenveränderungen zusammen. [...]

Arbeit zitieren:
Schenke, Marco April 2005: Wettbewerbsfähigkeit öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dreisäulensystem, Transaktionskosten, Jahresabschlussanalyse, Refinanzierung, Handlungsempfehlung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren